wie sagte

semioticghosts an anderer Stelle: Sei muter und tapfig.
na, klar, semighost. ich halte die stellung. immerhin sind uns zwei frühlingstage angekündigt. und in meinem park sind die wildgänse zurück, mindestens fünfzig, ich habs gestern beim joggen gesehen. große wiedersehensfreude auf allen seiten. (na, hauptsächlich auf meiner)

ich bin immer noch heftig am schreiben für meinen neuen kunden, die sache eilt, wenig zeit für anderes. doch welche wonne, die sonne scheint. schon albern, wie wir alle von diesem ball da oben abhängen.

Jahrestage, Kratztage

Ich seh’ aus wie eine Nachteule, die in der Tagschicht arbeiten muss.
Leider hab ich keine hübschen Federn um die Augen, die meinen Zustand kaschieren könnten. Die gute alte Neurodermitis. Leute wie ich bekommen Schübe, während derer die Haut durchdreht.
Ich denke schon seit Jahren, dass ich diese Schübe gerne in völliger Bewusstlosigkeit verbringen würde. Gut wäre auch, sich kurzfristig an einen Ast zu hängen und zu verpuppen. Hat aber noch nie geklappt.
Anyway, liebe Leser, das ist der Grund, weswegen ich hier so zögerlich poste: Ich kämpfe. Und bin noch nicht so recht entschieden, ob – und in welcher Form – meine alte Wegbegleiterin in diesen Blog gehört. Sollten Berichte zur eigenen Befindlichkeit nicht immer von einem Augenzwinkern begleitet werden, so nach dem Motto “halb so wild”, um dem anderen nicht die eigene Schwere mit aufzubürden? Was aber, wenn sich partout kein Augenzwinkern einstellen will?
Vielleicht hat der Handwerker von der gegenüberliegenden Baustelle eines für mich: Er guckt mir seit zehn Minuten direkt auf den Schreibtisch. Die Farbrolle, mit der er einen Balkon des Neubaus streicht, hat er abgestellt. Steht da, der Mann, Hände gemütlich in der Weißbinder-Latzhose, und kann den Blick nicht von mir wenden. Da, jetzt winkt mir ein zweiter von einem anderen Balkon. Einer mit dunkler Haut. Ich winke zurück. Warum nicht? Die weiße Latzhose steht ihm besser als dem anderen.
Zwei Jahre nun schon, seitdem die Bauphase begann, lebe ich mit Handwerkern aller Kategorien, die von ihren Gerüsten oft direkt in meine Wohnung, auf meinen Schreibtisch sehen können.
Manchmal, wenn ich das Haus verlasse, grüßt mich jemand auf der Straße. Ich brauch dann immer noch ein paar Sekunden, bis mir klar wird, dass das wahrscheinlich einer von denen ist, die ihre Pausen damit verbringen, mir durchs Fenster zu schauen. Was soll man auch sonst machen in einem Neubau, in dem sonst nichts ist zum beobachten?
Mir macht das nichts, im Gegenteil. Die machen ihren Job, ich den meinen. Es wäre lustig, ein Fest dort oben auf dem Dach zu machen, wenn das Gebäude erstmal fertig ist. Für alle, die sich im Laufe der Jahre hier gegenseitig beobachtet haben.

Wie sagte der dicke Psychologe Bloch

kürzlich im TV: “Wir alle müssen manchmal weinen in der Nacht. Wenn das Ich nicht mehr seine Runden dreht, liegen wir schwach und schutzlos da.”
Irgendwie ist dieses Bild hängen geblieben. Das Ich, das tagsüber immer auf Streife ist und nachts verschwindet, um uns unserem Unterbewusstsein zu überlassen – was, wenn es mal nicht zurück kommt morgens beim Aufwachen??
Brrr.

Liebe LeserInnen,

(hach, wie unelegant die Ansprachen geworden sind, seitdem man auf Gender achtet)
(Was solls)
Mir raucht der Kopf. Ich texte eine Website. Neues Aufgabenfeld. Der Kunde macht Wochenende, ich nicht. Eigentlich wollte ich heute ein paar Ideen zum Thema Lüge festhalten. Doch das muss warten…

Wer von Ihnen hat heute schon gelogen? Und wenn ja, bei welcher Gelegenheit?
Auskünfte werden diskret behandelt ; )

Immer schimpfe ich

auf den Valentines Day. Die Amis mit ihrer Blumenindustrie, wettere ich, warum müssen wir denn alles so übernehmen, wir könnten uns ja auch einen eigenen Tag ausdenken.
Nun komme ich eben vom Markt, da steht ein Bote von Fleurop mit einem riesigen Blumenstrauß vor der Haustür, dabei, einen Zettel auszufüllen. Ich beschleunige meinen Schritt. Ertappe mich zu denken, was, wenn der für mich wäre, der Strauß. Werfe einen Blick auf den Zettel. Von dem Mann. Und siehe da, es sind meine Blumen. Konsequenterweise hätte ich sie ablehnen müssen. Hab ich natürlich nicht : )

Von den ungefähr

achzehn Dingen, die auf meiner Liste stehen, möchte ich keines erledigen. Morgen wieder. Irgendwann sollten auch Selbstständige mal locker lassen. Da Wochenenden oft keine sind, bin ich schon soweit, dass ich mir die Tage, an denen wirklich mal nichts dringendes ansteht, schon Wochen im voraus mit einem Wölkchen umringelt als “frei!” in meinem Kalender notiere. Wenn mir sonst niemand frei gibt, muss ich es eben selbst machen. So wie alles andere. Das ist keine Klage, sondern eine Feststellung. Bin gut drauf. Nur müde.