
Phyllis, Malerin. Fünfzehn Jahre her. Fühlt sich aber nicht so an. Gibt es Vergangenheit überhaupt? Ich brüte was aus. Weiß es noch nicht zu benennen.

Phyllis, Malerin. Fünfzehn Jahre her. Fühlt sich aber nicht so an. Gibt es Vergangenheit überhaupt? Ich brüte was aus. Weiß es noch nicht zu benennen.
auf meinem Bücherregal. Sie haben ja Recht. Muss mich wieder mehr um mein fiktives Schreiben kümmern. Auf meinem Schreibtisch liegt ein 250 Seiten starkes Manuskript, darauf ein Rotstift. Überarbeitung ist nötig. Und ich, stattdessen, verliere mich in dem, was die vermeintliche Vernunft mir für den Tagesablauf diktiert. Weiß jemand ein Gegenmittel für Vernunft??
Sich aus einer Entscheidung herauswieseln.
frühlingslied
miau oder stumm
der winter ist rum
wir katzen singen
von kommenden dingen
wirds ruhiger auf dem Schreibtisch. Seit langem mal wieder sitze ich, sinne, und nichts muss bis morgen noch fertig werden.
Doch mein Sofa, lange nicht benutzt, ist besetzt von zwei Wombats.

Hm.

Besorgte Mails flattern ein. Meine Beiträge der letzten Zeit seien so düster, heißt es. Ob ich okay? yo, sage ich hiermit öffentlich, yo, vollkommen!!!
Hab nur konzentriert gearbeitet. Für manche Leute ist rumschwätzen nach getaner Arbeit eine Belohnung, für mich nicht – in Phasen wie der, die gerade hinter mir liegt, werde ich ziemlich unsichtbar. Nur gelegentliches, leises Fauchen und frisch abgenagte Knochen vor dem Höhleneingang zeigen interessiert-besorgten Personen an, die Löwin ist da drin und tippt.
A propos: Ich muss eine Runde putzen. Dringend. Hab schon tumbleweed in den Ecken. Jetzt, nachdem the job erfolgreich abgegeben ist, wird die Höhle gewienert. Echt aber. Wie’s hier aussieht.
“Hütet euch vor den alten Männern, sie haben nichts zu verlieren”, den Satz kennt man doch. Ich dachte schon immer, es sind die ganz jungen, die nichts zu verlieren haben.
Weil manchen noch nicht genug haften geblieben ist, das ihnen des Festhaltens wert wäre. Ein Tim, siebzehn, Realschulabschluss, kommt nach einem Jahr zurück, schießt. Ein blasses Gesicht, Brille. Ein Joker, wie alle Jugendlichen. Niemand kann so gut dichtmachen wie ein Jugendlicher. Das faltenlose Gesicht verrät nicht viel. Nur Mund und Blick sprechen, auch unwillentlich. Die meisten haben Zuneigung in den Augen; sie neigen sich, egal, zu einem Menschen, einer Sache, die Bewegung zählt: Sich aus der eigenen Achse heraus bewegen. Andere können das nicht. Sie kippen nach innen. Da ist manchmal noch kein Kern. Einfach nichts greifbares, an dem sie sich festhalten könnten. Ich frage mich, ob sie sich einen Kern zusammenknallen wollen, indem sie andere ihres Lebens berauben. Während es geschieht, spüren sie vielleicht, es funktioniert nicht. Löschen sich dann selbst. Abknallen. Seit wann gibt es das Wort abknallen?

der Frühling anfangen??
“Ein Mensch erblickt das Licht der Welt
und oft hat sich herausgestellt
nach manchem mühevollen Jahr
dass dies der einzige Lichtblick war.”
sprachs in den Hörer und lachte sich schief: Meine Mutter.
Joggen fällt heute aus, es regnet in Strömen. Die Gänse im Park werden sich heute mal selbst bewundern müssen. Aber kein Problem, wozu hat man Spiegel?
Bildquelle: http://flickr.com/photos/upperending/2879981218