Nur vorab schnell: liebe Melusine, in den nächtlichen Kommentaren unter meinem gestrigen Eintrag fällt Ihr Name. Nun will ich das Kiffgepladder nicht löschen, ohne Ihnen alternativ anzubieten, dem Rabauken verbal eins auf die Schnauze zu geben.
Ich lasse das noch mal ein, zwei Stunden stehen, während ich meinen Tageseintrag schreibe – vielleicht schauen Sie ja heute Morgen hier vorbei .. ; )
11:26
So. Hat sich geklärt inzwischen.
Nun nochmal zu „Einmal geübt, schon gekonnt“. Hans1962 stellte in seinem Kommentar gestern eine Frage: „Als Sie, liebe Phyllis, das Bild einstellten mit eben jenem Untertitel, verhielt sich Ihr inneres “Alarmsystem” ruhig, nicht wahr? Als Sie alarmierte Rückmeldung bekamen, insbesondere von jener Freundin, ging da wirklich IHR Alarm los? Oder war es nicht vielmehr eine Resonanz infolge der Ihnen übermittelten “Angstfrequenzen”?“
Stimmt, es war Resonanz. Angst ist unheimlich ansteckend. Interessanterweise gibt es auch auf Hans’ Weblog aktuell eine Fragestellung zur Angst, wenn auch in ganz anderem Zusammenhang.
Die einfache Antwort ist natürlich, wenn Freunde „Pass auf!“ schreien, zuckt man zusammen. Völlig in Ordnung, dann inne zu halten und nachzudenken. Hab’ ich getan. Und zusätzliche Meinungen einzuholen. Hab’ ich ebenfalls getan – Ihre Reaktionen gestern, liebe Leser:innen…
Die andere Antwort ist länger.
Ich hab’ hier schon mal versucht, ein paar Dinge zu Serie zu sagen, will’s aber aktualisieren. Das eine ist meine künstlerische Ebene: ich arbeite mit nahe liegenden, schnell verfügbaren Materialien. Zeichnungen. Fotos. Text. Meinem Körper. Mit diesen Mitteln geh’ ich an Themen ran, die mich umtreiben. Wenn ich mich selbst „benutze“ für Fotos, bin das einerseits ich, andererseits ist dieser Körper dann natürlich auch inszeniert und damit stellvertretend für bestimmte Fragen weiblicher Selbstwahrnehmung, die über meine Person hinausgehen. MelusineB hat das in ihrem gestrigen Kommentar sehr gut beschrieben. Klar geht’s in meiner künstlerischen Arbeit viel um Sexualität, aber nicht nur um meine; die Serie ist eine Einladung. Eine Zuspitzung. (Um das Wort Provokation zu vermeiden, das ich nicht sonderlich mag)
Für mich ist das Ganze stimmig. Bin gespannt, was weiter passieren wird in der geübt, gekonnt-Kategorie. Absichern kann man das nicht. Wenn man die Arbeiten groß abzieht und in eine Ausstellung hängt – ja, das wäre der vermeintlich professionellere Umgang mit einer künstlerischen Produktion, die man von privater Verletzlichkeit klar abgrenzen will. Aber mich interessiert das Netz! Dieses schnelle Veröffentlichen. Die Unwägbarkeit. Die Interaktionen mit Ihnen allen. Ich will nicht in den white cube: ich will hier sein.