Smartes Vokabular, 2

»Neotenie«

= Spannen, ausdehnen (grch.)
= Vorverlegung der Geschlechtsreife in ein Larven- oder Jugendstadium
Beispiel Axolotl, (zool.) »»» Axolotl Roadkill, Skandal (lit.)
= Entwicklungsverzögerung an Kaulquappen (zool.)
= Verjugendlichung (soz.)
= Beibehaltung von Jugendmerkmalen im Erwachsenenalter (soz.)
= Kindchenschema (vulg.)

Quelle: verschiedene

Auf der Suche nach dem verlorenen Ort

Immer noch Krisenzeit. Physisch und psychisch. Mein Körper, so sehr ich mit ihm spiele, Bilder inszeniere, mit ihm flirte, mir seiner Glieder bewusst bin – mein Körper ist mir nicht wirklich ein verlässlicher Ort. Nur manchmal gelingt es mir, Normalität herzustellen. Im Moment eher selten.
Ich habe über ein Dutzend verschiedener Kissen im Bett, um ihn in verschiedene Positionen zu bringen. Vor den Rückenoperationen waren es fünf oder so. Im Moment, da ich mit dem Laptop im Bett schreibe, verwende ich zwei weiche längliche unter den Knien, ein dreieckiges für den Rücken, ein geschäumtes kleines, ein flaches kleines, eines mit Kügelchen für den Nacken und noch ein knochenförmiges, um meinen Schreibarm abzustützen.
Ich bin sehr mit mir selbst beschäftigt, bleibe oft stumpf für Themen. Treffe keine Aussagen, schwer berührbar von Dingen, die außerhalb meiner inneren Landmarken liegen.

Der Tainted Talents Bär zum Sonntag, 38

Macht ja nix: Tierlieb bin ich nicht allein. Ein Künstlerfreund spielte mir gestern die Zeichnung eines gewissen (einer gewissen?) Jen Ray zu, der (die??) sich offensichtlich auch gerne mit Bären vergnügt. Hm. Nicht unsymphatisch, das Blatt des Kollegen (der Kollegin?)
((Moment, ich schau mal schnell nach, wessen Geschlechts Jen Ray ist))

Okay, eine Frau also. Gut.
Hier also ihr Bär:

.. und hier meiner:

Frauen, die Frauen sind, neiden sich ja nichts, wie ich vorgestern in einem Kommentar bei der wunderbaren Alea Torik schrieb. Ich muss das heute doch um eine Winzigkeit einschränken: Sähe Jen Ray die cochones meines Bären, sie würde sich ihre Zeichnung vielleicht noch mal vornehmen.
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Flirt du jour

»Der Austausch verbaler Information wird überschätzt« sage ich.
Wir haben unsere Bahnen gezogen, nun liegen wir und beobachten die anderen Schwimmer.
Er denkt jetzt, weiß ich, er habe mich mit der Schilderung seiner akademischen Laufbahn ermüdet. Hat er nicht. Ich betrachte seine Waden. Ein Mann mit solchen Waden bekommt von mir alle Zeit, die er braucht.
»Ein etwas eigenwilliger Standpunkt« sagt er schließlich.
»Durchaus.«
Etwas liegt in der Luft, könnte aber auch Chlor sein. Ich bin zu träge, mich zu erklären. Der Tänzer, der meinen rekonvaleszenten Körper zur Zeit atmen lehrt, behauptet, das könne man immer und überall machen. Also atme ich.

Smartes Vokabular

»Vanilla person«

= person who is ‘mainstream’
= person who is either ignorant of owner/slave relationships, and who has little or no personal interest in this culture
= someone who does not, and would not, choose to enter any ‘alternate lifestyle’
= person belonging to family
= therapists
= ’10 step-people’
= white person

Quelle: verschiedene

Verdammt,

ich brauch’ eine Kur. Mit Anwendungen! Das Wort gefiel mir schon immer. Ich komm’ zu nix hier, Leser! Die freie Produktion liegt brach… Rückgrad auskurieren und Lohnarbeit fressen mir die Zeit weg.
Und ich tüttel’ an unwichtigsten Lohntexten so lange herum, bis auch der letzte Schnetz perfekt ist; eine einzige Formulierung kann mich Stunden für alles andere lahm legen.
Mein Talent für ökonomische Zeiteinteilung bewegt sich im Minusbereich. Das stimmt mich sehr miss, und doch kann ich’s nicht lassen, jeden flüchtigen Auftragstext auf Wettbewerbsreife zu tunen. Kein Wunder, dass keine Zeit bleibt fürs Atelier. Für freie Arbeiten. Für Kuren.
Ich will weg. Irgendwo wartet ein Ausnahmezustand auf mich. Muss nur die Funksignale orten.
Pssst… sonst hör ich nichts…