„Wie geht es Ihnen?“ Warum eigentlich dieses „es“? Da stecken zwei drin, oder? „How are you“ ist da schon viel direkter, wie bist du, oder das französische „comment vas-tu“, wie gehst du. Wir Deutschen haben da dieses „es“ reingesteckt in unsere Formulierung, als gäbe es ein „es“, welches das „ich“ gehen lässt. (Oder ist das Unfug?)
Ich komme darauf, weil gestern in der Kommentarfolge viel vom Wachsen und Werden die Rede war, das dann, nachts, zu Sein wurde. Und, obwohl das immer mein Ausgangspunkt ist, es ging keineswegs nur um künstlerische Arbeit, sondern darum, wie wir gehen. Und nicht, wie „es“ uns geht. (Ich möchte übrigens gerne glauben, dass es am Fußball lag, dass an dieser Gedankenkette fast nur Frauen knüpften ; )
Ich glaube, es gibt diese Sehnsucht danach, mit sich selbst deckungsgleich zu sein. Die Konstruktionen aufzuheben, und sei es nur für einen Moment des selbst (und eben nicht: nach-) Denkens und Spürens. Das „ich war, ich bin, ich werde“ aufheben, ebenso wie das „ich kann, ich soll, ich darf“ und die ganzen anderen Dreierdinger. Dieses Hintereinanderschalten von Zuständen prägt uns schon sprachlich so stark, dass wir oft vergessen, dass es eine Konstruktion ist, ein Ordnungsprinzip. Was wäre, wenn alles gleichzeitig wäre? Und man das, zumindest zeitweilig, aushalten könnte? Das meine ich mit „deckungsgleich“.
(Man kann natürlich dieses ganze berühmte „Ich“ auch außer Acht lassen – der Großteil an täglichem Handeln erklärt sich durch automatisierte Prozesse und das, was die biochemischen Vorgänge da oben so anscheinend zufällig hergeben – doch wohin führt das?)
Kinderlärm von draußen, ich hab’ eine Schule in der Nähe, erzählte ich es schon? Heute Nacht träumte ich, ich schliefe in L.’s Bett. Die roten Vorhänge bauschten sich nach innen wie Segel. Doch da ihr Zimmer an allen Wänden Fenster hat, die Segel den Wind von allen Seiten einfangen, kommt ihr Schiff nicht vom Fleck: es i s t einfach.
Ich hab’ Lust, ein Foto für die „einmal geübt“ Serie zu machen heute. Der nächste Brief steht auch an. Alles andere wird sich finden (lassen).
Schön, dass Sie da sind, Leser:innen! Auch wenn heute kein Wort von Ihnen käme, wären Sie es.
14:01
Die Sache mit dem “Beitrag x-mal gelesen”: ich kapier das nicht. Wenn man als Leser auf einem Blog ist und runterscrollt, ein paar Texte liest, aber doch nur auf der obersten Ebene bleibt, woher weiß die Software dann, welchen Beitrag man gelesen hat und welchen nicht? Wie wird das gezählt? (Oder steh’ ich mal wieder auf dem Schlauch?)
DER NACHBAR SPIELT ÜBT JETZT E-GITARRE! Bleibt mir denn hier gar nichts erspart???
17:57
Klinke mich eben mal aus. Da gibt es etwas zu erledigen, das ein bestimmtes Licht braucht.
20:39
Mist. Mit meinem Ministativ hab’ ich nicht so ein gutes Gefühl für den Bildausschnitt. Muss erstmal durchsehen, ob eines der Fotos für “einmal geübt, schon gekommt” (ui, Freudscher Verschreiber) geeignet ist.

