Was soll man machen? Muss man durch.
TTag, Montag, 29. November 2010. Yelp!
Ruhige Tage, wo seid ihr?
Wo sind Kutsche und Muff?
Puderzucker?
Das Hündchen?
Die verdammte Hausmusik?
Ach, Leser:innen!
19:00
Geriet vorhin arglos in eine Schneeballschlacht mutwilliger Teens. Dies hier ist d e f i n i t i v kein Muffplanet mehr.
21:02
Maulheldin goes maulfaul: beschließe ab sofort demnächst zwei feste Ateliertage pro Woche, ohne Handy, ohne laptop und webstick. Der Anrufbeantworter bleibt auch im Einsatz, entgegen aller Proteste : )
Ich frag’ mich ernstlich, wie asozial ich werden darf, um meine künstlerische Ebene im Fluss zu halten.
TTag, Sonntag, 28. November 2010. Vom Ende des Selbstmitleids.
Die Sprache der Anderen, 19
„Dein Anrufbeantworter ist eine Zumutung, niemand hat so etwas mehr außer Dir. Man hasst es, darauf zu sprechen, heutzutage ist jeder über Handy erreichbar. Du bist die Einzige, mit der ich über Festnetz kommuniziere.“
„Ich bin ein Maulwurf“, sage ich, „ich bin nicht immer verfügbar.“
17:26
(Heute zum Beispiel nicht.)
TTag, Freitag, 26. November 2010. Nachtwache.
Als der Schnee um die gelbe Laterne flog, gegen halbfünf heute Morgen, konnte ich den Glimmer noch zählen, jetzt nicht mehr. Welcher Baum streut da Flugsamen mitten in der Nacht, dachte ich schläfrig. Wie weich. Welcher Baum.
Doch jetzt ist Tag, und November, und das ist keine Saat da draußen.
18:09
Was für ein Wurm heute drin ist, ich will gar nicht anfangen, ihn zu beschreiben, so dick und entsetzlich träge ist das Ding.
Immerhin, vorhin Belohnungssession (für was eigentlich, die Belohnung (?) mit Jeep (“Wie das Auto”), die mir anderthalb Stunden lang den Leib geradezog und bog, unter Zuhilfenahme sämtlicher Fußsohlen, Fingerspitzen, Fäuste und Ellenbogen. Die Frau ist winzig, aber stark wie Harry. Duftet nach Eukalyptus. Ein Träumchen. Ein Schneeköniginchen.
Mein Kopf dröhnt. Haben Sie einen schönen Abend, geschätzte Leser:innen; ich kriech’ auf’s Sofa.
TTag, Donnerstag, 25. November 2010. Choose your playground.
TTag, Mittwoch, 24. November 2010. Blitzartig erkannt:
Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Unverbindlichkeit ist immer nur Platz für einen Fuß.
TTag, Dienstag, 23. November 2010. Freundschaften & andere Katastrophen.
– Gib mir mehr, sagt Sanssourir, du musst wissen, was ich dir wert bin.
– Nichts, sage ich, doch das ist gelogen.
Sie sinkt, aber langsam, damit ich zusehen kann.
– Erpress’ mich nicht, sage ich.
– Aber, schreit sie, ich falle!
– Du hältst mich von jenen fern, die ich liebe, sage ich, unverzeihlich ist das.
– Was kann ich dafür, ich brauch’ dich mehr als die, jammert sie.
– Du weißt genau, wie schwer ich widerstehen kann, sage ich, ich gebe dir alles. Während meine Vertrauten verdursten, weil ich nichts mehr für sie übrig habe, ich bin ganz trocken, vor lauter…
– Lauter was? ruft sie. (Ich hasse diesen Eifer in ihrer Stimme)
– Vor lauter Rücksicht auf dich. Du erntest alles ab. Du wirst immer schöner und dicker, und das Schlimmste, du behauptest inzwischen, Du seist die Wichtigere von uns beiden.
– Und? Ist es nicht so?
– Nein. Du bist mein Alter Ego, das ist was anderes; ich habe dich gemacht. Die Anderen, meine Freunde, sind wirklich. Sie verdienen was Besseres als das dünne Rinnsal, das von mir übrig ist, nachdem ich dich gestopft habe. Du bist eine ignorante Kuh, um ehrlich zu sein, ich glaub’, ich muss dich einschmelzen.
– Du wirst schon sehen, was du davon hast!
– Ja, werde ich, sage ich. Du bist einfach zu breit geworden. Du pflanzt dich vor das Lächeln meiner Freunde, und ihre Nöte verdeckst du auch.
– Ich werde abnehmen! Versprochen! Außerdem haben die dich eh längst aufgegeben.
– Dann hole ich sie zurück. Halt’s Maul jetzt.
18:53
(Oje, ich hab’ doch nicht gesagt, das S i e den Mund halten sollen! ; )
Ganz schön still heute auf TT, keine Endloskommentare. Das hat mich schon gewurmt: zu denken, ich müsste mich zukünftig zur Löschfahrzeug-Kommandeuse aufschwingen – da fällt mir immer einer meiner früheren Geliebten ein, der ins Schwärmen kam, wenn ich streng wurde. (“I like it when you’re bossy!”)
Hat sich nicht lange gehalten, der Mann: nicht alles, was ich kann, will ich auch praktizieren, schon gar nicht im Privatleben.
Die Einzige, die heute richtig gearbeitet hat hier, ist die Dame, die bei mir putzt: ich selbst regeneriere. Denke aus intimen und daher unaussprechlichen Gründen über Freundschaft nach. Es ist wahnsinnig ruhig da, wo ich wohne, eben gerade. Passt mir gut. Keine Stimmen.
Reloaded, aus gegebenem Anlass:

TTag, Montag, 22. November 2010. Adieu, Seminarsaison.
Flip: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Roll’ Dich schön auf und stell’ Dich in die Ecke,
und ja, vor allem, lass die Eddings los.
Sag’ Deinen letzten Satz und mach ihn fein;
gieb ihm noch eine ehrlichere Frage
dränge sie zur Vollendung hin und jage
den letzten Inhalt in das schwere Sein.
Wer jetzt kein Wort hat, traut sich keines mehr
wer jetzt noch karg ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, zweifeln, lange Briefe meiden
und in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die andern schreiben.
(Mit einer Entschuldigung an, Sie wissen schon)
16:49
Angesichts der Kommentarfolge kommt’s mir mal wieder so vor, als zöge sich über den ganzen TT-Hof ein riesiges HimmelundHölle Spiel, in dem aber nur zwei große Jungs miteinander hüpfen… bin allerdings heute so müde, dass mir die eigene Kreide aus den Händen zu gleiten droht.
(Eben, zeitgleich zu meinem Beitrag, der Kommentar von Schreiben wie Atmen. Merci für diese Außenperspektive! Hab’ ich nicht höchst konstruktiv darauf hingewiesen, dass es andere (bessere!!!) Möglichkeiten für Jungsgeplapper gibt? Hm?)
Ihr Spiel, lieber A23H, lieber Lobster, ist nur mäßig interessant für andere, um’s mal milde auszudrücken. Wenn Sie so weitermachen, zück’ ich den Schlauch und spritz’ den Hof ab.
18:27
Bange Frage.
Womit schicke ich mein armes Hirn auf die Reise, wenn ich alle “Lost”-Staffeln durchhabe?
Nachtrag, Dienstag, 23. November
Meine Toleranzgrenze, das Kommentarverhalten einiger Gäste betreffend, wurde gestern deutlich überschritten. So geht das nicht.
An jene, die’s betrifft: ich will heute nichts von Ihnen hören. Im Ernst. Keinen Piep.



