“Dauert noch.”
“- Och!!”
“Doch.”
And here’s to you. Sonntag, 5. Juni 2011
Weil heute einer dieser Tage ist. Weil der schwarze Ritter den Wolf nicht entmachten kann, ohne zu kopieren. Weil es keine schlimmeren Maulkörbe gibt als jene, die man sich selbst anlegt. Weil Gurren manchmal einfach nicht genügt. Weil Urteile so oft nicht wahrer sind als ihre Larven. Weil. Weil wir ängstlich sind, gründlich, und erst Lichtjahre später bemerken, dass wir Sterne wurden. Weil zwischen zwei Sekunden plötzlich eine blaue Stunde aufspringen kann. Weil Vergebung eine der irrsten und wunderbarsten Ideen unserer Spezies ist. (Und frau auch mal kitschig sein darf. So what …)
Weil wir üppig sind, obwohl so vieles an uns zehrt; weil wir Gezeichnete sind. Weil wir die scheue Mühe einfangen. (Herrjeh, sie hat Tupfen) Weil wir Fallen stellen und die Köder nachts selbst fressen. Weil wir unser eigenes Gold in Umlauf bringen, auch wenn. Sie wissen schon. Wir manchmal dealen, ohne eine Waage mitzunehmen. Manchmal ist ja Abwägen wie die Bremse auf dem Pferd: nervt und hält auf. Recht haben wollen ist Gift für die Kunst. (Und die Liebe, doch wem sag’ ich das) Wir treffen uns nachher in der Scheinbar. Immer rein mit Ihnen, der Türsteher ist noch ein Kind; werfen wir ihm ein Lächeln zu.
Weil heute einer dieser Tage ist, an denen die Riesin über uns wacht.
See the turtle of enormous girth,
on her shell she holds the earth.
Her thought is slow, but she is kind.
She holds us all within her mind.
Happy birthday, semioticghosts.
TT sticht in See. Freitag, 3. Juni 2011
He, Nüsse! Zurück an den Baum gibt’s nicht! Stapellauf jetzt!
Voll auf Kurs,
Ihr
Tainted Tumbler
18:43
So. Fast durch mit dem Skript. Eben auch noch Hanteln gestemmt in diesem merkwürdigen Club hier, in dem die Männer durchweg schmalere Taillen haben als ich, die Frauen aber nicht. Hm. Viele grafisch rasierte Bärte. Keine Tatoos. Schöne Männer. Ein Hüne hat mich zu seiner Lieblings-Ausländerin erkoren und zeigt mir, wie frau bei kopfüber hängenden Crunches am besten atmet. Da. Und da. Der Mensch besteht ja aus Stellen.
Gestern Abend in den Straßen von K****. Donnerstag, 2. Juni 2011
Ja, TT schleppt schwer an einem Kater.
(Nein, der Waschbär ist nicht unecht.)
Ja, angeschlagen wäre nach fünf Whiskey die richtige Bezeichnung.
(Nein, der Waschbär weist nicht auf die Spezialität des Clubs hin, in dessen Vitrine er wacht.)
Ja, ich bin willens, mein Tagespensum noch zu verrichten. Bald. Gegen Abend. Wenn der Kater sich verpisst hat.
(Nein, das war kein Ächzen. Sie müssen sich verhört haben.)
Marina Abramović
»In the life of an artist it’s not possible to have more than one good idea and if you are a real genius you maybe can have two ideas. Please be careful with them.«
Phelphunktion. Dienstag, 31. Mai 2011
Mir phällt auf, da stimmt was nicht. Phalsche Taste gedrückt heute morgen. Phaulheit kann’s nicht sein: es phehlt nicht an Motivation; bin phrisch, nur eben krasser Phehlstart. Phuck! Phalls ich die Reset-Taste phinde, komme ich wieder. In solchen Phällen hilpht nur von vorne anphangen.
11:20
(Bin hailfroh: sowas kann ja laicht ausarten. Aine Andere hätte viellaicht aufgegeben. Schaine den Fehler aber in den Griff bekommen zu haben, die efs sind wieder ainsatzfähig. Fain!
00:10
Ein paar Synapsen haben dann letztendlich doch noch gefeuert heute. Beweise liegen leider nicht schriftlich vor…
Gute Nacht, allerseits. ; )
Gewebeprobe: Bilderhaut
Gib dem Feuer, was des Feuers ist. Wir bringen die falschen Opfer, Monjou, doch welche Freude, sie brennen wie die richtigen, nur ihr Rauch, der beißt Löcher ins Dach: a hole to see the sky through. Auf der Haut schabt er wie Sand. Stundenlang schwelt das gute Wort, bis es dem falschen folgen darf. Wir gießen Tinte ins Feuer. Wir werden Meister im Luftanhalten, Monjou, wir legen uns hin.
Auf den Rücken legen wir uns. Wir strecken die Handgelenke vor, halten den Atem an. Wir sind die mit der Bilderhaut; alles zeichnet sich ab. Die Tatoos sind nur im Kopf, sagst du. Ich zähl’ meine freien Stellen.
für *
Ayn Rand / The Fountainhead
“Howard Roark laughed.”
“The Fountainhead”, first edition by Bobbs-Merrill, Indianapolis, 1943
(Via email von Rudolf Strauss)
Federleser revisited. Sonntag, 29. Mai 2011
Im 15. Jahrhundert, schreibt Nabil Osman in seinem kleinen Lexikon untergegangener Wörter, wurde es als kriecherische Schmeichelei aufgefasst, einem Höhergestellten die Federchen von der Kleidung zu klauben. Wer es dennoch tat, wurde verächtlich als “Federleser” bezeichnet.
Ich stelle mir das mal bildlich vor.
Also, fünfzehntes Jahrhundert, zu Ross in der engen Gasse, schnatterndes Federvieh zwischen den Stiefeln. Man ist ermattet und schmutzig vom Tage, will schnellstens hoch auf die Burg, in den Waschzuber. Die Hühner indes raufen, so ist es nun mal, so wird es immer bleiben und die Daunen, die sie sich kreischend aushacken, heften sich flugs an die schmutzigen Gewänder. So kann man sich zuhause nicht blicken lassen. Was tun?
Haltung bewahren. Denn ewig wie das Raufen der Hühner ist auch das Erscheinen des Federlesers; schon nähert sich ein Männlein mit unterwürfigen Gebärden:
“….”
“….”
Den Dialog, werte Leser:innen, überlasse ich ohne viel Federlesens Ihnen ; )
16:01
Hab’ eben mal im Introtext der Rubrik “Erste Sätze” die Einsendungen gelistet – einundfünfzig Romananfänge bisher! Nicht schlecht! Jetzt müsste ich die Liste noch mit Links versehen, damit man sofort einen Autor/eine Autorin anklicken kann, anstatt so viel scrollen zu müssen. Ist aber fuddelig, wird verschoben. Muss mal raus ..


