Train the trainer

ist heute angesagt, geschätzte Leser:innen. Und da eine riesenlange Agenda abzuarbeiten ist (inklusive eines Impulsreferats, das ich, von der Bezeichnung inspiriert, ü b e r h a u p t nicht vorbereitet habe) komme ich tagsüber wahrscheinlich nur sporadisch mal hier im Atelier vorbei.

Aber Sie kennen sich ja aus: Schlüssel ist unter der Matte, der Kühlschrank ist voll (Finger weg von meinem Johannisbeersaft!!!) und der Kaffee für die Espressomaschine steht oben auf dem Regal. (Nicht wundern, es ist die Weihnachtsmischung vom Café Wacker, schmeckt nach Lebkuchen und Kardamom : )

Ich wünsche einen schönen Tag!

Herzliche Grüße, Ihre

Miss Tainted Trainer

“Loben?!”

Die Annahme wäre, >>> “der Lobende wüsste, wie’s gelingend gehört und klopfte dem zu Lobenden belohnend auf die Schultern. Jedes Kunstschaffen würde dadurch degradiert.“
Stattdessen lieber: fundierte Rückmeldungen auf Augenhöhe, mittels derer der Rezipient die Wirkmächtigkeit einer künstlerischen Arbeit auf sein oder ihr Innenleben in Worte fasst.
Der Idealfall.
Und einer der vielen Gründe, weshalb mir TT ans Herz gewachsen ist. Weil das hier ab und an passiert. Reflektierte Reaktionen aufs eigene Schaffen, Mitteilungen aus den Parallelwelten. Saugeil. Und fair obendrein: erst arbeitet die Künstlerin, dann der Rezipient. (Hatten wir ja >>> schon mal ; )
Sowas will in der Tat geübt sein, oft ist da als Reaktion ja zunächst nur ein Begeisterungsquietschen. Oder Herzflattern. Das muss dann in wertschätzenden Text umgewandelt werden. Am besten mit Fragen. Möglichst klugen. Und einem Kontingent konstruktiver Kritik. Sonst outet man sich als Fan. Blödes Etikett, wenn einem auch die eigene Birne etwas wert ist, nicht nur die fremde.

Ok.
Soweit korrekt, aber … wissen Sie was? Vergessen Sie’s. Ich will Ihnen sagen, wie es m i r geht bei Texten, Gedichten, Geschichten, auch Bildern, die mich im Netz beeindrucken: ich kommentiere selten darunter. Mein Anspruch, mit meiner eigenen Reaktion dem Niveau des Urhebers, der Urheberin gerecht zu werden, hebelt mich aus, ehrlicher noch: ich bin oft zu faul, zu uninspiriert oder vom Offline zu geschlaucht, um die Energie aufzubringen, etwas Adäquates zu schreiben.
Wenn ich trotzdem reagieren will, schreib’ ich ein Lob hin. Schlicht. Immerhin steht dann was da. Klar will ich damit auch Präsenz zeigen. Und meinetwegen den Adressaten für mich einnehmen. Was aber eigentlich nie nötig ist, denn ich schütte meine Lobe nur über Menschen aus, von denen ich annehme, dass es ihnen nie in den Sinn käme, das als Hudelei misszuverstehen. Wo man sich zugeneigt ist, genügt manchmal auch ein Quietschen. Und wo man sich nicht riechen kann, kommt selbst die eloquenteste Formulierung schräg rüber. Ich plädiere für die ganze Palette. Kieksen und Quietschen einbegriffen.

Burn your snout (Let’s du it)

Nichts bietet sich an dieser Tage, das der wohltemperierten Klaviatur Paroli bieten könnte, fast nichts (wehret den Ausnahmen), alles gefügige Abwägung und Kultur. Pendler kennen nur zwei Stationen, schwingen vom Funktionieren zum Kompensieren und wieder zurück. Auf der Mitte anhalten? Never! Gibt Knöllchen von der Sittenpolizey. Sie darf nicht verrutschen, die Temperatur. Die Haltung. Das Biest bleibt gebändigt. Flow my tears, the policeman said.
Lookin’ forward to my, Sie wissen schon – burnout. Nein besser, snout. Die Schnauze verbrennen. Let’s do it.

(Rrring. Anruf Des Sehr Alten Mannes:
„Siehst Du meinen Sohn später?“
„Ja.“
„Er soll sich mal melden.“
„Ich richte es aus.“
„Du hast viel aus ihm gemacht. Ich danke Dir. Bist aber auch ein guter Kerl.“)

(Stutzt: Guter Kerl. Damn it!)

Kein Wunder, dass die Wildschweine woanders saufen: wo ich hinschau’, ist nichts als Gegend. Keine Wühlplätze, keine Schlamm-Poetry. Stattdessen Herr und Frau Plausch. Einladungen: „It’s just us, why don’t u come over. Wish you were here, pet.“
Schoß-Tier. Ja, exakt da drin wohnt es, das Biest! Es liebt halt die Tropen und das Unverfasste. (Auch das Externalisierte hat seinen Reiz, führt aber an der Sache vorbei. Vorbei.)

Viel aus ihm gemacht.
Und aus mir?
Gebenedeit sei die Frucht Deines Leibes. Früchte tragen. Reife Früchte fliehen den Baum. (sagt parallalie.) Aber nur, sag’ ich, wenn sie müssen. Manche wachsen auch an den Zweigen schon in Flaschen hinein und werden Schnaps. Hochprozentig: Das wär’ cool. So hätt’ ich sie gern, die Früchte. Schnaps statt Saft. Für die Wildschweine vor allem. Und die Pendler.

Farah Day hat ihren Käfig verlassen.
Watch out for her next moves.