Aufschub

Messieux Dames,

Mme musste sich ‘eute Morgen einer lange geplanten Operation unterziehen. Non non, nichts Schlimmes, doch sie braucht einige Tage Bettruhe. Ich ‘abe ihr das Laptop weggenommen für ‘eute; morgen darf sie wieder etwas schreiben.
Sie ‘at mir auch versprochen, mich schöner zu zeichnen, sobald sie wieder en forme ist! Ich bin lange nicht so ‘äßlisch, wie sie mich da portraitiert ‘at.

Cordialement

La concierge

Frommer Wunsch

Manchmal wünsch’ ich mir nichts als ein
unbeschriebenes Buch zu sein –

Bis später, geschätzte Leser:innen. Die Concierge hat schlechte Laune, deswegen muss ich heute selbst ran.
Ich schreibe mir gerade heimlich einen Flirt. Wenn ich fertig bin, werde ich ihn sorgfältig hinter meinem linken Ohr verstecken. Vielleicht begegne ich draußen jemandem, der ihn findet.

Fallen.

(…) “Man muß die – Tiefe – im räumlichen Sinne des Traums in Rechnung stellen. Im allgemeinen behält man nur, was von seinen oberflächlichsten Schichten stammt. Was ich besonders an ihm in Betracht ziehen möchte, ist das, was beim Erwachen untergeht, alles, was nicht Übriggebliebenes ist vom vorhergehenden Tag, dunkles Laub, blödes Gezweig. Auch in der ,Wirklichkeit’ ziehe ich es vor, zu fallen.” (…)

André Breton : Manifest des Surrealismus (1924)

Haben Sie einen guten Tag, geschätzte Leser:innen!
Ich stürze dann mal ab.

La dernière semaine

“The task of the right eye is to peer into the telescope, while the left eye peers into the microscope.”
Leonora Carrington

Meine letzte Woche in Paris bricht an. Ich werde auf die Jagd gehen, mich an Bildern (und Baguettes) überfressen, als gäb’s kein Morgen. Tele- und Mikroskop sind einsatzbereit. Vielleicht wird mich die Concierge hier auf TT in dieser Zeit vertreten, falls ich zu beschäftigt bin ; )

Lächelnd, Ihre
Mme TT