Gäbe es Orden fürs Verzetteln…

Sowas nennt man dann wohl Kontrollverlust.
Gäbe es Orden fürs Verzetteln…

Sowas nennt man dann wohl Kontrollverlust.
Das machen die anderen alle schon: Erzählen, was gerade auf dem Bücherstapel liegt. „Hab ich gelesen, lese ich gerade, werde ich lesen“. Ich mag das, will mich dem aber nicht anschließen – „Mein Bücherregal“ als Blog-Rubrik inspiriert mich persönlich nicht, außerdem müsste ich dann auch Besprechungen schreiben. Hab’ ich keine Geduld für. Aber wie wär’s mit „Fremde Betten“?
Ich kannte einmal einen sehr schönen Mann. Wie lang ist das her? Es war die Zeit, in der ich diese zottelige Griechenjacke aus unbehandelter Wolle trug – ich sehe mich noch in ihr. Ich muss also sechzehn oder siebzehn gewesen sein, da hatte ich die immer an.
Er war Künstler, um einige, vielleicht sogar viele Jahre älter als ich. Sein Ding war, er ließ kristalline Flächen auf großen Leinwänden wachsen. Wie er das zuwege brachte? Kann mich nicht erinnern, ihn je gefragt zu haben. Jedenfalls saß er dann Stunden und Tage im Yogasitz vor seinen Kristallen und meditierte: Behauptete, ihre Struktur und Dichte mit der Kraft seiner Gedanken beeinflussen zu können. Stunden und Tage! Ich wurde immer halb wahnsinnig, denn während jener Phasen hatte er kein Auge für seinen verknallten Teenager. Ich brannte für ihn – meinetwegen hätte er auf mir Kristalle züchten können. Tja, daraus wurde nichts. Erst kam seine Kunst. Dann seine verdammte weiße Katze. Dann ich.
Wenn der Zeitpunkt der Vollendung seines Werkes nahte, begann er, eine sehr dünnflüssige Farbe herzustellen, die er dann mit einer einzigen, fließenden Bewegung über der Fläche ausgoss. Die endgültigen Formate waren immer blau. Wie Sphären. Ich liebte diese Objekte. Noch mehr aber liebte ich sein Bett.
Er hatte sich eines gebaut, das ein ganzes Zimmer einnahm. Es war ebenfalls blau. Die Konstruktion hatte unterschiedlich große Liege- und Spielflächen in verschiedenen Härtegraden und diverse, teilweise abschließbare Fächer, aus denen er die merkwürdigsten Spielzeuge zog. Klackernde Kugeln an Schnüren, Ringe und Klammern, Stäbe mit verschieden harten und weichen Aufsätzen. Handschellen und seidene Bänder. Im Nachhinein muss ich sagen, seine Liebeskunst war an mich verschwendet; ich war damals in keiner Weise raffiniert. Schon blöd, wenn man als erwachsener Mann auf, sagen wir, Backfische steht, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. (ups)
Wie auch immer: Das Bett des Ariel S. war spektakulär. Und dann seine Katze! Er konnte sie so manipulieren, dass sie in sexuelle Verzückung geriet, ich hab’s selbst mehrfach beobachtet. Ziemlich beeindruckend. Das Viech hatte mir seinerzeit einiges voraus.
hat mich gerade erinnert, ich hätte eine Veranstaltung am 24. März um 18:00 Uhr im Historischen Museum Frankfurt. Na prima. Dann geb ich das schon mal vergnügt an Sie weiter, Leser: Ich mache nach langer Zeit mal wieder eine öffentliche Lesung! Werde auch Zeichnungen ausstellen.
Klar, ist noch eine Weile hin, aber ich fang’ schon an, mich zu freuen. Vor allem auch auf das Gespräch mit Wolf von Wolzogen, das meiner Lesung vorangehen wird; er ist ein interessanter Mann, der sich, wie ich von anderen Veranstaltungen weiß, immer bestens vorbereitet.
Hier erstmal die Daten zum Vormerken:
http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3771&_ffmpar[_id_inhalt]=6482878
Mehr zum Inhalt, wenn der Termin näher gerückt ist.

eine kleine Person im Schnee, die sah aus wie Marguerite Duras.
vom krank sein. Definitiv. Ab sofort, da es sonst niemand tut, erkläre ich mich wieder für tipp topp arbeitsfähig. (Stammt TIPPTOPP eigentlich aus den 50ern?)
Heute schickte mir meine französische Cousine den weltschönsten Terminkalender, das ist doch schon mal ein Anfang.
Sie arbeitet bei TOTAL lubrifiants und ich lach’ mich immer schepp, wenn sie das sagt, weil ich sofort an Gleitmittel für Sexspielchen denken muss. Ihr Konzern hat aber größeres im Sinn als erotische Situationen zu lubrifizieren. Jedenfalls hab ich jetzt die ledergebundene Luxusausgabe des TOTAL-Kalenders auf dem Schreibtisch – die für Manager.
Ab jetzt gilt’s wieder.
Tipptopp.
bitte hier eintragen:
…
Danke.
“Es schneit so stark…” sagte sie leise.
“Aber meine Teure, Sie weinen?”
“Der Mond… ich kann ihn nicht sehen. So viel Schnee…”
“Möchten Sie umkehren?”
“Ja, bitte.”
Er gab Zeichen, den Schlitten zu wenden. Einen Moment lang strauchelte der Wallach auf der vereisten Bahn.
“…”
“Was sagten Sie?” fragte er, doch sie antwortete nicht. Ihr blasses Gesicht verschwand fast im üppigen Kragen ihres Zobelmantels. Wie kalt es war! Unauffällig bewegte er die Füße unter den Fellen, um sein Blut zum Zirkulieren zu bringen. Er dachte an frühere Jahre, andere Damen, und sein Herz wurde schwer. Dann, als er schon fast nicht mehr daran glaubte, kamen die Lichter. Am See wurde gelacht.
Der heitere Laut löste sein Gemüt. “Die Schlittschuhläufer sind noch draußen! Wir kommen rechtzeitig zum Tee” rief er durch die wirbelnden Flocken. Seine Stimme klang lauter als beabsichtigt.
Wieder schwieg sie. Erst, als er ihr sie beim Herabsteigen stützte, wandte sie sich ihm zu: “Warum haben Sie ihn mir nicht geholt?”
“Wen geholt?” fragte er.
“Den Mond!” rief sie.
“Aber wie hätte ich…?” protestierte er. “Sie wollten nach Hause!”
“Sie haben mir nicht zugehört.”
[…]
dieser Virus ist ein Klopper. Ich werd’ noch etwas brauchen, bis ich wieder einsatzfähig bin.
(Da fällt mir auf: “Ein-Satz-fähig” bin ich ja. Textfähig aber noch nicht ; )
Das Eingeständnis der eigenen Dummheit ist noch lange kein Zeichen von Intelligenz.
“Schnupfen” (Schdubfn)
Den hab ich, aber hallo. Und höre meine längst verengelte Großmutter “viel trinken und gleichmäßige Wärme!” flüstern.
Nun kann man zwar auch im Bett prima schreiben, aber nicht mit so einem entzündeten Ballonschädel.
Bitte, mich zurückziehen zu dürfen.
Morgen ist auch noch ein Tag. (Ebenfalls so ein Großmuttersatz)