Was war, was ist

Ein Geheimnis, das mir innewohnt, ohne dass ich es ergründen könnte: einer Gruppe liebend entgegenzutreten, das Ruder zu übernehmen, ganz unabhängig davon, wie schwer das Herz ist. Ein Hauch Navigation. Leichte Hand. Eine Brise Vertrauen, das sich niemand erst mühsam verdienen muss.
Es gilt, was ist.
Was ist, gilt.

Mehr ist nicht vonnöten.
Sorry. Die Navigatorin ist betrunken. Sie hat getan, was sie liebt, und sie liebt, was sie tut. Also darf sie trinken heute.

Karambolage

Was ich längst weiß, bestätigt sich erneut: Man muss seinen Krisen vertrauen. In den vergangenen Wochen hat ein Herzbeben so vieles von mir abgerissen, die Schweißnähte meines Selbst brachen, ganze Brocken wurden außer Reichweite geschleudert. Das ist, als ob man in einer Metallverarbeitungsanlage stünde, in die gerade der Blitz einschlägt. Alle um einen herum tragen Schutzkleidung, nur man selbst ist nackt. Alle komplexen Prozesse kommen kreischend zum Stillstand.
Dann brechen die Feuer aus.
Krisen sind einsame Zustände. Man kann sie besprechen, teilen, sich trösten lassen, doch Brände, das wissen wir alle, machen fürchterlichen Lärm. Stimmen dringen kaum durch, Briefe, die man sich schützend auf die blosse Haut legen will, zerstieben in Sekunden.
Also brennst Du aus.

Und in eben diesem Brennen setzt das Vertrauen ein. Angst muss man tragen, Auflösung nicht: sie hat kein Gewicht und sie geht nie durch bis zum Kern. Das weiß ich, weil ich es erlebt habe. Nicht nur einmal. Es gibt einen Punkt, an dem keine Rolle mehr spielt, wie viel man verloren hat. Oder verloren zu haben glaubt. Gewinn, Verlust, Reue, Rache, Untröstlichkeit, Schock: Alles wird Schaffenskraft.
Noch während die Asche sich legt, seh’ ich meine Savanne. Sie ist unversehrt.