TTag, 31. Juli 2010. Löschen.

Wachte heute mit einem einzelnen Wort auf: a u s s o r t i e r t.
Das, wie ich eben feststelle, ist eines der wenigen Wörter, die mir einen Schauer über den Rücken jagen können. Ich werde es, mitsamt seinen Assoziationen, aus meinem Gehirn vertreiben, bevor ich den Tag beginne. Also ab auf die Yogamatte und Kopfhörer auf.
Stellen Sie sich mal vor, heute ist der 31. Juli, was für ein Datum! Wir sind mitten im Sommer! Da sollten Worte, die sich wie Alienspucke durch alle Ebenen fressen, keinen Platz haben, oder?
Bis später

13:11
Stablisiert. TT fliegt aus.
Tirili

Heute im Angebot: Wolpertinger

Der Biberwurm hat ein Problem
es ist ihm deutlich anzusehn
dass vorne nagen, hinten graben
sich rein ästhetisch nicht vertragen.

11:30

Glücklich das Giraffenschwein
es kann von oben schauen
wo schlüpfriges zu finden ist
und dann von hinten sauen.

(Na los, machen Sie auch einen! : )

12:53
Spezialauftrag: Eben hat jemand per mail einen Wolpertinger-L i m e r i c k bestellt. Sie können ja schon mal vorlegen; ich muss noch meine Artischocke essen.
Reimschema für Limericks ist aabba, übrigens.
Will Ihnen den Job aber nicht aufhalsen – meinetwegen können Sie in allen Schemen weiter reimen ; )

13:07
Reimen kann übrigens beim Arbeitgeber mit 7,50.- Prämie pro Tag als Gehirnjogging geltend gemacht werden.
Zumindest wäre das so, wenn ich Ihre Arbeitgeberin wäre.

13:33
Einmal bestellt, schon gekonnt – der Wolpertinger-Limerick:

Ein Hechtpapagei aus Schweigen
versprach, Gespräche zu meiden
Doch das tat sich rächen
nur noch Blubbern statt Sprechen
und so ließ er es schnell wieder bleiben.

15:12
Ein Katzenaal namens …
Bin schwer entzückt von Ihren Einsendungen, liebe Leser:innen.

21:44
Krass, oder?
(aber ich hab’s ja irgendwie gewusst)

Shine on you crazy diamond

Orgasmen haben wenig mit Sex zu tun. Oder genauer: mit Begehren. Alle, die an diesem Punkt aussteigen und sagen, die hat keine Ahnung – bitte.
Unnötig zu sagen übrigens, dass es grandiose und völlig belanglose gibt. Manche fegen einen ins All, andere sind nicht doller als Pinkeln. Hat nichts damit zu tun, ob man allein oder zu zweien ist – manches Mal schon war mir einer lieber, bei dem niemand dabei war.
Ich war mit Männern zusammen, die ich sehr begehrte, ohne dass sich diese Tür öffnete, vielleicht gerade deswegen – wer zu rasant unterwegs ist, kann manchmal vor lauter Gischt im Kopf die Insel nicht finden.
Ich hab mal versucht, das jemandem zu erklären.
„Stell Dir vor, Du bist auf See, es geht starker Wind, und Du hast keine schwere Yacht, sondern einen Optimisten.“
Er lachte. „Einen was?“
„Das sind diese Winzlingsboote, in denen man Segeln lernt“
„Passt, der Name. Und weiter?“
„Ein Orgasmus ist die Insel am Horizont. Da will man hin. Man kann sie trotz des hohen Seegangs immer mal wieder erkennen und das kleine Ruder danach ausrichten. Aber manchmal verschwindet sie auch ganz außer Sicht, dann muss man nach Instinkt steuern.“
„Ist das schwierig?“
„Meistens schon. Weil man gleichzeitig damit beschäftigt ist, genüßlich in den Wellen zu schaukeln.“
„Und die würden einen nicht ganz automatisch irgendwann zu dieser Insel treiben?“
„Man muss sich dazu entschließen, sie anzusteuern. Sonst kann es sein, dass man einfach dran vorbei schippert.“
„Und wäre das schlimm?“
„Kommt auf die Insel an. Manchmal sieht sie rosig und wundervoll aus und man will unbedingt hin. An anderen Tagen hängen die Wolken so dicht drüber, dass man eh keinen großen Spaß hätte, dort zu landen.“
„Ist bei mir anders.“
„Wie denn?“

TTag, 28. Juli 2010. Loads of

Schreibe eben, angeregt hiervon, über Orgasmen.
Bin gespannt, ob’s was wird. Dauert aber noch.

16:33
Solang’ der Text nicht mehr aussagt als die Zeichnung, kommt er hier nicht rein. Neeiiiin.

19:22
Inzwischen hab’ ich (streng themenbezogen) ein Gespräch mit einer Freundin geführt. Sie sprach von ihrem Abscheu künstlich aufgeputschten Muskeln gegenüber, und dass ein Mann, der ihr Interesse wecken wolle, stark genug sein müsse, um ein Schaf zu tragen. Also ein echtes. Nicht ein im Fitnesstudio imaginiertes.
Ich bin verwirrt. Meine Recherche gestaltet sich komplex; auch einen Selbstversuch musste ich noch unternehmen heute Nachmittag, das alles hielt mich über Gebühr vom Schreiben ab. Auf ein Neues. Morgen.
Ich bin zum Essen eingeladen. Und werde, ob ich will oder nicht, nach Männern Ausschau halten, die aussehen, als hätten sie schon mal das ein- oder andere Schaf auf dem Arm gehabt. (Warum gerade Schafe, um Himmels Willen?)

TTag, 27. Juli 2010. Untreu.

hieß das so genannte “Erotikdrama” von Adrian Lyne, das ich mir gestern, erschöpft von der Rückreise, antat. Leider. Richard Gere beweist, dass er schauspielern kann, Diane Lane sieht aus wie eine reale Frau und Olivier Martinez hatte ne gute Synchronstimme. Das wars aber dann schon.
Nach dieser Keule jedenfalls hatte ich Kalk zwischen den Beinen. Oh Gott, welche Strafen jene erwarten, die gegenläufig zur vereinbarten Moral schippern. Man sollte mal ein paar Generationen lang Untreue in Beziehungen zum gesellschaftlich akzeptierten Status Quo deklarieren und sehen, ob da nicht insgesamt vieles besser liefe.
Und solche Filme von Eric Rohmer machen lassen.

18:51
Bleiben Sie troy. Sich selbst.

TTag, 24. Juli 2010. Ich stimme für:

Frei- und kleine Geister. (Von großen Geistern, insbesondere, als damit immer die Herren bezeichnet werden, hab’ ich schnell genug)
Für Tieranalogien. Ernsthafte Gespräche und Balztänze, Frösche, Schnecken und Antilopen. Nächtliche Wutattacken. Unterschiede. Gleichzeitigkeit. Interessante Sprache bei alldem.

Kaffee.
Morgen fliege ich nach Hause.