… unter der Matte!
Bitte nicht auf den Kokon treten.
… unter der Matte!
Bitte nicht auf den Kokon treten.
[…] Aber die Unvereinbarkeit zwischen Frauen und dem Prinzip des Rechtsstaats geht noch tiefer. Ganz objektiv ist das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit eines, das vor allem dazu erfunden wurde, um Konflikte unter Männern zu regeln: Von allen Inhaftierten in Deutschland sind lediglich 5 Prozent Frauen, bei den rechtskräftig Verurteilten sind es 16 Prozent. (Quelle) Was die schweren oder „gemeingefährlichen“ Verbrechen angeht, so betrifft das Rechtssystem also praktisch ausschließlich Männer. Man könnte es auch zugespitzt so sagen: Würde es nur Frauen geben, bräuchten wir keine Justiz.
Ähnlich sieht es im Übrigen auf Seiten der Opfer aus. Mit Ausnahme von Sexualdelikten, bei denen die Opfer fast alle weiblich sind (über 92 Prozent) sind auch die große Mehrzahl der Opfer von Straftaten Männer oder Jungen, nämlich knapp drei Viertel zum Beispiel bei Gewaltdelikten. (Quelle)
Da wir uns wahrscheinlich alle darüber einig sind, dass der Grund für diese Ungleichverteilung nicht darin liegt, dass Frauen die besseren Menschen und generell brave Lämmchen sind, bleibt nur eine Schlussfolgerung: Die Themenbereiche, um die es geht, wenn Frauen in zwischenmenschliche Konflikte über Richtig und Falsch, Gut und Böse involviert sind, werden nur zum Teil und quasi zufällig vom „Prinzip Rechtsstaatlichkeit“ abgedeckt. Es ist also durchaus nachvollziehbar und meines Erachtens auch notwendig, dass Frauen eine distanzierte Haltung zu diesem Komplex einnehmen. […]
Go to: Antje Schrupp auf >>> Antjeschrupp.com
Ich ringe mit einer Entscheidung; es ist eine von jenen, die unabsehbare Folgen haben. Natürlich werde ich nicht darüber schreiben, bevor sie getroffen ist – Sie können sich vorstellen warum. Mein inneres Parlament jedenfalls ist schon eine ganze Weile damit beschäftigt; ein spezieller Ausschuss entwickelt seit langem Szenarios, wie das Danach aussehen wird. Ich verliere langsam die Geduld. Das passiert nicht oft – ich mute meinen Nerven so einiges zu, sie sind das gewohnt.
Wenn sie dennoch zu versagen drohen, schicke ich alle Parlamentarier in Urlaub und gehe in Das Grüne Zimmer.
Die Tage vor dem Betreten des grünen Zimmers sind schwierige, ich höre immerzu schon diesen Klick: wenn die Tür hinter mir zufällt. Es ist ein leises, aber nachdrückliches Geräusch. Dahinter ist Schweigen. Kein Laut dringt mehr von draußen hinein, ich bin allein mit meiner Frage.
Noch bin ich nicht drinnen. Mein Parlament ahnt nichts von seiner Entmachtung, da fliegen seit Tagen und Wochen die Fetzen, ich mag gar nicht mehr richtig zuhören.
Ich erzähle Ihnen das nur, weil ich nicht weiß, wie sich das alles auf mein Schreiben hier auswirken wird. Vielleicht lässt sich das Bevorstehende in Form bringen, vielleicht auch nicht, oder zumindest nicht unmittelbar. Wir werden sehen.
Was, wenn es nicht Zeit wäre, die uns bestimmt: wenn wir uns selbst trügen. Tage und Stunden entrichten wir cash, du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand, aus Gewohnheit, aus Angst, aus Liebe, doch für was, zum Henker, zahlen wir mit unserem Leben. Ah, die Körper! Wir verzichten auf sie, wir verlassen sie, Zelle für Zelle geben wir uns anheim.
Auf die Erde: Pisst auf die Erde. Leckt Erde. Legt euch auf Erde. Unter den Straßen Fels, Wasser, Feuer: was, wenn wir das spürten. Wären wir dann ein kleines Licht. Niemand ist ein kleines Licht. Wir sind die Hand, wir fallen nicht in die Zeit, nur weil sie Tribut verlangt. Was wär’ sie ohne uns? Wir haben sie nicht gemacht, doch ihr Verstreichen: das ja. Wir erfinden es. Jeder für sich.
Ich lösche jeden Tag einen Tag. So, weg mit dir, sage ich abends; ich hab’ dich verbraucht, du warst mein. Jetzt verschwinde.
Die Zeit heilt keine Wunden, sie greift sich Fleisch. Ein Fehler zu glauben, sie bekäme jemals genug; das Konzept ist ihr fremd. Genug. Gegnu. Ggnu. Gnu. Über ihren weit geöffneten Mund donnern wir; sie verzehrt uns, während wir rennen. Sie beginnt mit den Hufen, da spüren wir nichts.
Wie wäre es, sich aufzurichten. Wie wäre es, kostbar zu sein. Wie wäre es, nicht mehr getrennt zu sein.
Wie wird aus einem hungrigen Esel einer, der seine Brücke selbst erfinden kann? Bei Tag weiß ich es. Mit jeder Dämmerung, wenn das Licht in den Höhlen angeht, verliere ich es. Am nächsten Morgen beginnt es von vorn.
That’s it.
[…] In aller Schärfe wird deutlich, was Kunst/Literatur meiner Meinung nach heute leisten müssen: Zeigen, dass Freiheit weh tut, ohne die Freiheit zu verraten. Es hat sich im Mainstream eine Wahnidee von Freiheit eingeschlichen, die diese als “Geiz ist geil”-Angebot für billig haben will: Auswählen und weiterräkeln. “Habe den Mut dich zu bedienen.” Wer frei ist aber, ist freigesetzt und m u s s (nicht darf!) die Bindung w ä h l e n. Mit allen Konsequenzen. Kunst kann zeigen, was das heißt. Und dass es bequem nicht zu haben ist. […]
Melusine B. in einem >>> Kommentar in Die Dschungel vom Mittwoch, 13. Juli 2011
Auch Tainted Talents wird sich Trithemius’ Idee anschließen und beim Blogger-Flashmob mitmachen. Morgen, 20:20 Uhr, posten wir alle geichzeitig ein A!
Aber warum nicht gleich ein Manifest oder eine knackige Frage?
Dafür gibt’s Gründe, die mir einleuchten – zu finden beim Initiator : )
Machen Sie auch mit? Dann einfach drüben bei Eugene eintragen. Und natürlich ein A. für morgen Abend bereithalten!
Bin mal gespannt.
(Ach ja, Apollinaire. Die elftausend Ruten. Schwitz. Worauf eine manchmal so stößt, mitten im Sommer – schon seltsam.)