Neues vom Schaf

Schaf hatte jüngst eine Tendenz
es rief nach Stil, nach Exzellenz
und propagierte, noch inmitt
der Herde Lust auf – Übertritt!
Doch sein Versuch, mit wilden Reden
sich seines Schafseins zu entheben –


Es ist zurück.
Und grast. Und mäht.
Für Reue ist es nie zu spät.

Neues vom Schaf.

Das Frühlingsschaf
tritt gern ins Freie:
Wiese, Freiheit, reichlich Bläue!
Das Schaf streift weit umher –
da werden die Hufe schwer.

Am Gatter kommt es jäh zum Stehn:
Ist es nicht nicht edel, ist es nicht schön?
Ist es nicht aufrecht und stabil?
Schaf überkommt ein Schafgefühl.

Mit einmal ist es schwer verknallt
in dieses Gatter:
Endlich Halt.

13:41
Stellen Sie sich nur mal kurz vor, morgen wäre unser aller letzter Tag auf Erden, und Sie hätten noch nie ein Schafgedicht geschrieben. Noch nicht mal ein kleines! Wäre das nicht traurig? Worauf also warten Sie noch?
(Meins kam mir übrigens heute Morgen, als ich einen Artikel über die „wahren Finnen“ las. Tja, da sehen Sie mal wieder, was passiert, wenn TT sich mit Politik beschäftigt…)

19:18
Hiermit verleihe ich meiner Begeisterung Ausdruck, geschätzte Mitdichter:innen. Zu was man alles fähig ist, nicht wahr, wenn …
„… man Waschpulver in den Brunnen schüttet?“
„Nein.“
„Man ins Gras beißen darf, ohne dass was Schlimmes passiert?“
„Schon besser.“

Schafs Tipp. Montag, 4. April 2011

Da fand ich Ihre Tipps, geschätzte Leser:innen, ja einleuchtender : )
Na, erstmal an die Hanteln.
Bis später…

22:04
Heftig mit meiner iranischen Freundin an ihrem Manuskript gearbeitet, danach komplett erschöpft ins Bett gefallen, eben klingelte das Telefon, ich aus tiefen Träumen hochfahrend, dachte, es sei schon Morgen. Bin etwas verdattert. Braucht mich die Welt heute noch? Sag nein, Welt. Die Decke ist noch warm.

TTag, Mittwoch, 29. September 2010. … muss man ihm ins Auge sehen.

11:01
Er nimmt den Zeitungsausschnitt zur Hand, der immer noch auf meinem Tisch herumliegt. „Du siehst zu harmlos aus auf dieser Zeichnung.“
„Der Beitrag ist gut, aber das Porträt hätte ich lieber selbst gezeichnet.“
„Deswegen hast Du ihn wieder runtergenommen?“
„Es passt einfach nicht zu Tainted Talents, einen Zeitungsartikel über mich einzustellen. Es ist ein Webtagebuch, keine Selbstdarstellungsmappe.“
(Lustig, das Wort Mappe. Ein Pappmaul, das sich über Dokumenten schließt)
Anyway. Eigentlich wollte ich etwas über Privatsphäre sagen. In Weblogs. Obwohl ich lachen muss: Weblogs sind einfach nicht diskret, nicht jene, die unter realen Namen geführt werden. Man zeigt sich. Und setzt sich, mit allen Vor- und Nachteilen, die das hat, aus. Abwägungssache: ich beispielsweise will unter Pseudonym nicht arbeiten – widerspräche meinem Naturell. Was ein Spiel mit solchen nicht ausschließt, doch dann mach’ ich’s als Spiel kenntlich.
Andere Personen nenne ich hier auf TT nicht beim Namen – außer in Absprache. Die meisten wollen anonym bleiben. Sollen sie. Man siezt sich hier. Ein legitimer Puffer vor dem allzu privaten.
Natürlich gibt es Andere. Es kann zum Konzept gehören, kein Blatt, auch kein virtuelles, vor den Mund zu nehmen. Trifft man sich mit einem solchen Autor, kann man damit rechnen, am nächsten Morgen in dessen Weblog aufzutauchen. Vielleicht fühlt man sich erstmal merkwürdig dabei: als ich heute drüben bei ANH meinen Namen las, zuckte ich kurz zusammen. Obwohl ich’s ja weiß, schließlich lese ich dort seit langer Zeit, so laufen die Hasen eben in Die Dschungel. Schreiben Sie nichts darüber, hätte ich sagen können. Aber warum? Außerdem war’s eine schöne Begegnung, und mein Dschungelbuch ist jetzt auch da, wo es hingehört ; )
Den einen, wichtigen Satz über Diskretion im Netz hab’ ich bisher nicht zu fassen bekommen: er hängt noch weiter unten fest – da, wo auch das schwarze Schaf ist. Werde später noch einmal nachsehen; falls es ihn nicht gefressen hat, füge ich ihn noch an.
Würde mich allerdings auch mächtig interessieren, was Sie dazu denken, werte Leser:innen.

14:27
Immer noch nicht…

16:54
Also, solange das Schaf da steht, kann ich unmöglich…

19:32
Aber Hauptsache nicht vorbeschaft.

(Sorry. Mein Gehirn springt heute umeinander wie ein Haufen Flöhe)

00:11
Früher, als ich noch häufiger in der Werbung arbeitete, galt folgende Regel: Tiere funktionieren eigentlich immer. Man findet sie süß/will sie beschützen, oder gefährlich/will sich identifizieren. Das Problem? Die Kunden merken sich das Tier, nicht das Produkt.
Für meinen heutigen Textbeitrag gilt das auch: Das Schaf hat haushoch gewonnen.