Neues vom Schaf.

Das Frühlingsschaf
tritt gern ins Freie:
Wiese, Freiheit, reichlich Bläue!
Das Schaf streift weit umher –
da werden die Hufe schwer.

Am Gatter kommt es jäh zum Stehn:
Ist es nicht nicht edel, ist es nicht schön?
Ist es nicht aufrecht und stabil?
Schaf überkommt ein Schafgefühl.

Mit einmal ist es schwer verknallt
in dieses Gatter:
Endlich Halt.

13:41
Stellen Sie sich nur mal kurz vor, morgen wäre unser aller letzter Tag auf Erden, und Sie hätten noch nie ein Schafgedicht geschrieben. Noch nicht mal ein kleines! Wäre das nicht traurig? Worauf also warten Sie noch?
(Meins kam mir übrigens heute Morgen, als ich einen Artikel über die „wahren Finnen“ las. Tja, da sehen Sie mal wieder, was passiert, wenn TT sich mit Politik beschäftigt…)

19:18
Hiermit verleihe ich meiner Begeisterung Ausdruck, geschätzte Mitdichter:innen. Zu was man alles fähig ist, nicht wahr, wenn …
„… man Waschpulver in den Brunnen schüttet?“
„Nein.“
„Man ins Gras beißen darf, ohne dass was Schlimmes passiert?“
„Schon besser.“

85 Gedanken zu „Neues vom Schaf.

  1. tourenschaf das schaf, (meins,) behelmt,
    fährt fort in die ferne –
    mit fahrrad im lenz
    macht das es so gerne.

    es grünt überall
    und blühet in fülle –
    na gut, da und dort
    riecht’s frisch mal nach gülle.

    das schaf trotzdem gluckst
    vor lauter vergnügen:
    so sonnig der tag,
    gibt nichts d’ran zu rügen.

    von weitem schon sieht
    schaf käuend ein schätzchen
    ans gatter gelehnt:
    halt an! halt ein schwätzchen… : )

  2. Das Schaf und der Wiesenfloh (statt des Apfelbäumchens) Das Schaf das stand so rum
    war vollgefressen und ganz stumm
    die Welt war schon in Ordnung so
    und folgerichtig es ganz froh

    Da kam der Wiesenfloh vorbei
    und fragte frech und frei nach Brei.
    Er hatte riesengroßen Hunger,
    war ganz blaß vor Gier und Kummer,
    ausgemergelt bis zu’n Knochen,
    nix zu kochen schon seit Wochen.

    Doch das Schaf oh graus,
    hatte garnichts mehr im Haus,
    hatte aufgefressen all die Speisen,
    so als wollte es beweisen,
    daß es fressen kann wie’n Schwein,
    und das am besten ganz allein.
    Ans Teilen hat es nie gedacht,
    obwohl man das an sich so macht.

    So stand es da mit vollem Bauche,
    mit seiner Pfeife und dem Rauche,
    den Pfeifen halt so machen,
    wenn sie qualmen,
    vollgestopft mit Blättern und mit Halmen.

    Der Wiesenfloh der sah nun ein,
    da wird wohl nichts zu holen sein.
    Die Kammer leer, kein Brei, kein Hummer,
    die Pfeife qualmt, das Schaf im Schlummer.

  3. des schafes fritzens letzter wille
    ein zug mit schafen und brille

    die brille zieht er auf den schuh
    und ist mit allen gleich per du

    doch fritzens wunsch wird abgelöst
    er hat zu lang vom schuh gedöst

    ein scharfes messer packt sein schopf
    schon liegt er mitten in einem topf

    der topf ist gut und gar nicht teuer
    das ist dem schaf nicht ganz geheuer

    es möchte flüchten schnell nach basel
    doch ist basel aus den augen raus und dieses
    dichtlein ist jetzt aus

  4. Das Schaf, missbraucht von manchem Dichter,
    beleckte Stunden seine Wunden.
    Doch Lind’rung hat es nicht gefunden.

    So warfs sich in den Fleischwolftrichter,
    fand erst im Freitod echten Trost.
    Danach wurd es dann eingedost.

  5. sch(l)af Erstes Schaf
    ist brav.
    Findet Schlaf,
    ohne sich zu
    zählen.

    Zweites Schaf
    ist weiß.
    Findet Lohn,
    ohne was zu
    stehlen.

    Drittes Schaf
    ist grün.
    Findet Gras,
    ohne was zu
    schälen.

    Viertes Schaf
    ist rot.
    Findet Lieb,
    ohne viel zu
    wählen.

    Fünftes Schaf
    ist schwarz.
    Findet nichts,
    ohne wen zu
    quälen.

    Sechstes Schaf
    ist schlimm.
    Findet Schaf
    Sieben,
    und die beiden
    fehlen
    seither.

  6. Ein Schaf steht auf der Weide
    es steht dort in der Kreide
    Denkt nach, und fragt sich nur warum

    ist die Banane in der Mitte krumm

    Die Knöchel sinken immer tiefer
    da hält ein Auto grau wie Schiefer
    die Tür geht auf, die Brille glänzt

    den Laptop auf die Knie geschwenkt

    Antwort willst du?, fragt der Kerl
    die Stirn schwitzt Perl um Perl
    Was gibst du?, tippt er nieder,

    rechnet, druckt und immer wieder

    spekuliert er fragend seinen Blick
    dem Schaf ins wollene Genick
    die Frage nämlich nach der Kohle

    da grinst das Schaf, leckt sich die Sohle

    Der Drucker fängt das spucken an
    der Laptop hängt sein Mucken dran
    der Qualm oh Graus oh Graus

    jetzt hakt auch noch die Maus

    Das ganze Auto schmort im Takt
    letztendlich ist die Antwort Fakt

    „Ganz radial und kerzengrad
    der Norm entsprechen ganz apart
    fand sie’s aber viel zu fad
    begann zu tanzen auf der Schale
    rutschte froh von der Sandale
    fiel vor Freude einfach um
    drum ist die Banane krumm.“

    Die Antwort nach der Frage
    was nun zu zahlen sei, war wage….

    Das Schaf, das fing zu tanzen an,
    drehte sich und immer schneller
    rutschte es vom Kreideteller

    fiel vor Freude einfach um

    darum ist der Typ jetzt dumm

    • @Syra Stein Obwohl mir Ihre schlußendliche Schlußfolgerung irgendwie nicht ganz einleuchten will, liebe Frau Stein: mit diesem mächtig langen und dazu phylosophischen Gedicht stellen Sie glatt einen neuen Tagesrekord auf! : )

    • das schaf das schacjtet hat gehachtet
      hachten hin hachten hinhin
      hechten.
      trunkenes oh betrunkenes schaf
      dein schlaf ( gas da ein gatter ? )
      gattered hin und her

      gattered hin und her

      oh du

      schaf im schlaf, die serie ist gerade am stoppen
      stoppenfoppen gross ich
      du schaf

      schlafgemach

      ( weitersaufen ohne kraut und strenge rüben hihi :))

    • hay du schafgarbe mit der strengen narbe
      am schaft
      hey du besonnene, du in deinen gattern wohnende
      thronen nicht
      des fleisses pflicht
      pflichtbewusst einem einzigen bewusstseyne
      tauben
      auf taubendächern
      ( mc coy )
      aus den trieben in die vorlieen und zurück.
      no kritik.
      schau du schöne, schön ist alles und nichts.
      ( schön ist schön )
      und bevor den panther das killet, was der kreatur
      angtan sein könn’t
      das was uns benennt
      ist manchmal nur ein wort.
      asshole
      ( that’s the wrong place to lose )

    • @lobster Ich habe Ihre Produktion bis auf die zwei verbliebenen Beiträge ausgedünnt. Die bleiben stehen. Ich sag das widerwillig, da ich mir eigentlich geschworen hatte, Sie hier auf TT nicht mehr zu Wort kommen zu lassen – aus Gründen, die viele Leser:innen, vor allem ich, ja sogar Sie selbst für angemessen halten.
      Ihre verbliebenen Gedichte aber sind so merkwürdig dada, dass ich mich schwer tu‘, sie zu löschen. Und ich wünsch‘ mir immer noch, Sie würden Ihre ja durchaus vorhandene Schaffenskraft auf tagsüber verlegen, wenn Sie nicht betrunken oder bekifft oder beides sind: ich wünsche mir, ehrlich gesagt, Sie würden mal bewusst arbeiten an sich und dem, was Sie eventuell zu sagen hätten. Ich sag‘ das nicht aus Überheblichkeit. Überhaupt nicht. Nur aus künstlerischer Neugier.

  7. Das Schaf Ott Einst war ich mal bei Gott
    der sagte: rette du lieber das Schaf OT!

    heute rett‘ ich mich nur noch selber
    und sag zu Gott:
    rette du mal die Kälber!

    (das mich eingehend beschäftigende Bienensterben war im Schaf leider nicht unterzubringen. I.d.S. stehen die Kälber auf einem anderen, wichtigen Blatt, sind aber metaphorische Bienen, worauf ich Wert lege! Die Kälber stehen nämlich nicht darüber, bloß weil sie pupsen.)

  8. Das Schaf sagt sich
    wie dumm, ich gras
    hier nur so rum.
    Den Blick halt ich gesenkt,
    das ist doch voll beschränkt.
    Dann schritt es gleich zur Tat
    und kaufte sich ein Rad,
    und traf sich fürderhin um vier
    zum Downhill mit dem Murmeltier.

  9. Es reiste ein Schaf nach Siegen
    allein zu seinem Vergnügen.
    Man empfing es dort mit viel Blech
    da hatte es etwas Pech,
    es hatte sich nämlich geschworen,
    nur noch piano für die Ohren.

  10. Schlimme Hilfe in der Not Es war ein Gras, das trank gern Schnaps.
    Im Sonnenschein wie sonst bei Regen
    mußt’ man sein Hälmchen trocken legen.

    Die ganze Wiese war in Not
    und alle Halme riefen: „Tot
    wirst du, wenn nicht Abstinenz

    stoppt deine Säufer-Pestilenz,
    bald sein! – O Halm, halt ein!”
    Das klang ins Ohr des Schafs hinein.

    Und weil’s so voller Mitleid war
    seit je mit Gras und Gräserschar,
    tappt’s leis heran und machte – haps.

    Drum merke, daß im Pansen endet,
    was sich durchs Schaf zum Guten wendet.

    • Nein. Sondern das muß der Welt unbedingt mitgeteilt werden. Zur Warnung. Ich wollte auch noch was zum schottischen Raubschaf schreiben, aber auch dafür fehlt mir jetzt die Zeit.

      (Es gibt auch noch die Variante:

      Was immer sich zum Guten wendet,
      in eines Schafes Pansen endet.
      Die klare Allgemeingültigkeit dieser Moral ist gegenüber der anderen von beträchtlichem Vorteil.)

      Jetzt aber los, sonst komm ich zu spät.

    • Das schottische Raubschaf (Prolog) Des Schafes Raub,
      des Trunkes Wesen,
      von schottischem Whisky
      ist auserlesen,
      der saufende Dichter
      wie der ertrinkende Halm,
      so etwas gibts nur
      auf der schottischen Alm.

      Das schottische Raubschaf
      mit Dudelsackbauch
      pupst ganz erquicklich
      nach schottischem Brauch.
      Es steht auf der Wiese
      und leckt an den Halmen,
      was soll es machen,
      es gibt keine Palmen.

      So ist es trunken
      nach all dem Gelecke,
      jetzt nimmt es erstmal
      ne leckere Schnecke,
      dann trottet es los,
      die Burgen zu stürmen,
      das muß sich doch lohnen
      bei all diesen Türmen.

      Das Raubschaf rennt ein
      so manch Burges Pforte,
      so etwas geht nur
      an schottischem Orte.
      Dort raubt es zuerst
      die Jungfräulichkeit
      dem Sohne des Grafen,
      was den durchaus erfreut.

      Das schottische Raubschaf
      ist somit ne Frau,
      die weiß was sie will,
      und zwar ganz genau.
      Zurück auf der Wiese,
      pupsend und glücklich,
      denkt es, ein Raubschaf zu sein,
      ist schön und erquicklich.

    • Von ringelnatzscher Grüße, lieber Schlinkert, ist das da:

      Es steht auf der Wiese
      und leckt an den Halmen,
      was soll es machen,
      es gibt keine Palmen.

      Das erkenne ich voller Neid an. Nur spürt man, daß Sie dem Gegenstand selbst, diesem im Wortsinn ungeheueren Wesen, niemals begegnet sind und ihm deshalb fremd bleiben mußten. Ein Andres ist’s (: um es mit Richard Wagner zu sagen), wenn Sie dem wiederkäuenden Mar zitternden Augs in Blutaug gegenübergestanden haben wie ich… – aber der versgeklopfte Bericht wird erst folgen, ich weiß noch nicht wann. Zu groß meine Ehrfurcht, an deren Grund eine Angst wallt wie die Oberflächenspannung eines Teiches, dem der Tyrannosaurus naht.

    • Zugegeben, lieber ANH, das Raubschaf schottischer Ausprägung kenne ich nur als entschwindendes Knäul im Motorradrückspiegel, denn naturgemäß bin ich solch ungeheurem Wesen nicht gewachsen und mußte fliehen, wann immer es auftauchte. So bleibt mir nur der obige Prolog für das eigentliche Raubschafgedicht, gleichsam in zitternder Erwartung nach Ringelnatz: „Als ich noch ein Seepferdchen war, / Im Vorigen Leben, / Wie war das wonnig, wunderbar, / Unter Wasser zu schweben.“

  11. Genau die Zeilen fielen mir auch zu loben ein, wenn ich denn wer wäre, dem das Loben einfiele. Und danke für die Kapitänswerbung, man sieht, ich habe nicht gelogen, der Kofferraum war wirklich groß. Aber es ist kein Wunder, bei dem Haifischmaul muss ich vom Schaf nun lassen und mich in die Tiefsee verabschieden:
    „Schwarz wimmelten da in grausem Gemisch,
    Zu scheußlichen Klumpen geballt,
    Der stachlige Roche, der Klippenfisch,
    Des Hammers gräuliche Ungestalt,
    Und dräuend wies mir die grimmigen Zähne
    Der entsetzliche Hai, des Meeres Hyäne.“
    Mir wird janz schillerisch.

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