Kurzmitteilung. Montag, 18. April 2011.

Sie brechen durch die Fassade, um mir einen Balkon an die Wohnung zu hängen. Wohnung im Ausnahmezustand, Geräuschpegel ebenfalls. Roter Backsteinstaub überall. Die Umstände sind zum Schreiben ungeeignet; ich verzieh‘ mich ins Freie. Ein Hund wäre gut. Bin mürrisch. Sauviel zu tun. Mein Geduldspuffer ist gerade ziemlich abgeschabt.

18:35
Sò. Gehantelt ist. Vorsichtig die Wohnung wieder betreten: noch Handwerker drin? Nö. Also zwei der fünf bis morgen Abend zu schreibenden Texte geschrieben, ein wirklich erstklassiges Projekt für 2012 mit einer starken Frau eingefädelt (die auch die Fäden in der Hand hält, um das durchziehen zu können), ersten Text mit Lob und Minimalkorrekturen zurück erhalten, korrigiert, erneut versandt, mit Frau Mama telefoniert, zweiter Text ohne Korrekturen abgenickt, mit einem lieben Freund geskyped, mails beantwortet, sodann die Balkontür inspiziert (hat noch keinen Griff, weil draußen noch kein Balkon vorhanden), Schreibtisch aufgeräumt, gekocht (Tofu und grüne Bohnen, wer bringt mir (sabber) ein Steak vorbei??), Buchhaltung erstes Quartal sortiert, Material für nächsten Text bereitgelegt. Weiter geht’s. Viel angenehmer als morgendlichen to-do-Listen hinterher zu hetzen ist ja, stattdessen abends kurz zu notieren, was man geschafft hat.
Keine Angst, geschätzte Leser:innen! Ich werd‘ mir das nicht zur Gewohnheit machen hier auf TT.
Manchmal ist’s nur einfach so, dass alles Hehre, das zu tun man imstande wäre, in diesem W u s t von extrem sinnvollen Erledigungen einfach zu Schlick wird. Dafür kann man sich dann prima hassen.
Oder weiterbuddeln ; )

11 Gedanken zu „Kurzmitteilung. Montag, 18. April 2011.

  1. Das ist doch nett von den Arbeitern, Ihnen einen Balkon dranzubauen. Wir haben hier seit Jahren Baulärm, um den scheiß Blagen der zugezogenen Kleinstadtspießer eine Luxusschule bieten zu können. Da habe ich garnichts von, und wenn ich die armen Kinder sehe, wenn die mit tief unglücklichen Gesichtern aus der Schule kommen, dann weiß ich, die haben da auch nichts von. Denen klaut man nur die Kindheit mit dem Ganztagsschulscheiß. Wie kam ich drauf? Ach ja, Lärm, Dreck und abgeschabte Geduldspuffer. Ich für meinen Teil habe nach langer Zeit mal wieder einen Hexenschuß, das ist auch unangenehm, auch wenn das kein Grund ist, mürrisch zu sein. In Wirklichkeit bin ich ganz gut drauf, wie man ja hoffentlich sieht. (Wo gibt’s eigentlich diese Geduldspuffer?)

    • @Norbert W. Schlinkert Ich hab‘ gegenüber ein Multiverdiener-Haus zu stehen, das hat vier Wohnungen und in der fünften einen eigenen Kinderhort, also erzählen Sie mir nix von Luxus ; )

      Gute Besserung für den Hexenschuss! Nehmen Sie Schmerzmittel. Ist nicht gut, Rückenschmerzen zu lange tapfer auszuhalten – der Körper merkt sich das. Isch weiß Bescheid.

    • Mit unserem Balkon, klein und locker 111 Jahre alt, kann ich im Moment nicht viel anfangen, aber so ne Wanne ist bei Hexenschuß prima, auch wenn er, der Hexenschuß, sich in eben dieser zu Schmerz meldete, wie gestern geschehen. Morgen sollte es aber schon besser sein (hab eben auf Ihren Rat hin ne Tablette genommen), da muß ich mit dem Rennrad zu einem sehr wichtigen Termin. Sie wissen schon!
      By the way: darf man überhaupt noch Hexenschuß sagen? Oder muß es Kräuterfrauschuß heißen? Immerhin kann man jetzt ja auch schon Sinti & Roma-Sauce kaufen, habe ich gehört.

    • @ N.W.Schlinkert, Phyllis / „Besser gehts nich‘!“: Die Kraft der Kartoffel! Hab‘ ich eigentlich schon mal erwähnt, dass es kein anderer als der Bauer Michael Schneck war, der um 1638 auf der Vierlitzer Flur beim Flecken Pilgramsreuth nahe Wunsiedel/Obpflz. erstmals in ‚Deutschland‘ feldmässig die Kartoffel anbaute? Noch heute erinnert ein kleines bronzenes Denkmal neben dem Kirchhof an diesen Pionier, den ich bescheiden, aber nicht ganz ohne Stolz, als einen direkten Vorfahren bezeichnen darf.

      PS: Wünsche viel Geduld und alles Gute dem HexenschussDingsbums! 😉

    • @Schneck08 Also, meiner Wertschätzung konnten Sie ja vorher schon gewiss sein (sie wissen, ich bin Ihrer Spezies mehr als zugetan), aber dass Ihr Vorfahr auch noch die Kartoffel … den köstlichen Erdapfel … bin ganz hin- und schneck.

    • @CZZ Meiner kam ganz unverhofft, ein Riesending. Der Vermieter wird wahrscheinlich bald die Miete so erklecklich hochsetzen, dass ich mir einen Nebennebennebennebenjob suchen muss, um hier weiter wohnen zu können …
      Gratulation aber zur Wanne. Gar mancher Nervenzusammenbruch lässt sich durch Baden verhindern (oder zumindest aufschieben, grzzz)

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