Einmal geübt, schon gekonnt / III

Wie viele tausend Ideen hab ich ziehen lassen, weil ich so lange an ihnen feilte, bis sie dünn und langweilig wurden, nicht mehr trugen. Andere, weil sie nicht kontextualisierbar waren, oder schlichtweg zu gewagt. Wieder andere, viele, weil ich ihnen misstraute: Zu wenig Blut, Schweiß und Tränen hatten sie gekostet – wie konnten sie gut sein, wenn sie mir einfach so zufielen?
Alles eine Frage des Formats. In diesem nun wird nicht trainiert, nicht geübt und nicht zensiert: Alles ist gleich fertig.

Einmal geübt, schon gekonnt / II

Sie mögen sich gefragt haben, Leser, woher der Titel für diese neue Rubrik kommt. Erinnern Sie sich an Punks? An die Zeit, als sich Leute Gitarren kauften und sofort damit auf die Bühne stürmten, ohne üben, ohne Vorbehalte? Die Konzerte mochte ich nicht, die Idee aber wohl. Dieser ganze Selbstoptimierungsappell heutzutage geht mir schwer auf den Wecker. Das Leben als fortdauernder Versuch, Defizite auszugleichen? Künstlerisch ist das eine Katastrophe.

Mehr dazu später. Bin schon wieder schwer in Eile. Noch so ein Ding, das mir nicht passt: Eile.