Ich warte auf eine Stimme, die mir sagt, du wirst verschont, du darfst dich verpuppen. Möchtest du einen Saugnapf? Kleb’ dich an einen Felsen, häng’ dir das Haar vor’s Gesicht, back’ Plätzchen. Möchtest du eine Katze?
Ja.
Da.
Von Außen wird die nicht kommen.
Warum ist es nur so vertrackt, bei sich zu bleiben.
“Dieses Projekt braucht Menschen, die nicht kompromittiert sind”, sagt der Professor. “Menschen wie Sie.”
Ich horche der Stimme nach, sie ist gültig. Aber nicht meine. Ich lasse das Haar ins Gesicht fallen.
“Liebe deinen Nächsten, wie du dich selbst gerne lieben würdest, wenn du könntest”, sage ich.
Der Professor lacht.
“Zwischendurch dann wieder Tage, die sind so ohne Vorbehalt, da könnte ich locker eine neue Weltreligion gründen”, sage ich.
“Hm?”
“Meiner Liebe wegen. Ich denke, die wird nie versiegen.”
“Also sind Sie dabei?”
“Nehmen Sie auch Kranke?”
“Die sind nicht verlässlich.”
“Ich bin absolut verlässlich!”
“Dann sind Sie auch nicht krank.”
“Ich habe zu tun, ich warte auf einen Felsen”, sage ich.
“Gehen Sie jetzt bitte.”
Archiv für den Monat: September 2011
Donnerstag, 15. & Freitag, 16. September 2011
{Krank.}
(Attacke des Hornhechts),
da draußen,
beginnen die Blätter Schnittmuster in den Asphalt zu ritzen, ein KKkkleid für den Sommer, damit der im Herbst nicht friert. (Warum nur sind Jahreszeiten männlich)
, da verschlingt der Hecht den Angler,
bleiben nur die Leimruten verschont,
tobt der Saal nur, wenn das Rüstzeug stimmt,
wachsen die Herzchen zu vor lauter…
ach, was soll’s.
Vor dem Draußen flöhe man nur, wenn man ein Floh wäre,
ansonsten:
weitermachen!
Widmung.
Du wirst ausrutschen.
Deine Freunde werden nur selten die Geduld mit dir verlieren, doch das wird dir gleichgültig sein. Du wirst dein Gesicht in die Höschen und Hemdchen vergraben, die du gestohlen hast.
Du wirst schön aussehen. Der Mangel wird deine Haut falten und dir den durchscheinenden, zerknitterten Charme verleihen, der manchen Frauen gut gefällt. Sie werden kommen und fragen, was sie für dich tun können, du wirst sie ablecken und sofort wieder vergessen. Niemand wird wissen, was aus ihnen geworden ist.
Später wirst du dir die Decke zwischen die Beine klemmen und die Spinnweben in den Zimmerecken beobachten, die sich manchmal bewegen und manchmal nicht. Die Frau neben dir wird schlafen. Ihre ruhigen Atemzüge werden dich so rasend machen, daß du dich nur mühsam zurückhalten kannst, ihr ins Gesicht zu schlagen.
Und das Zimmer wird immer da sein, dieser Kasten, in dem du herumschnüffelst und suchst und jede Ritze kennst; es riecht nass, als sei es in die Erde gegraben. Wahrscheinlich ist es das, denn du kommst nicht heraus.
Du wirst das Tier nicht mehr loswerden, in das du dich verwandelt hast. Du wirst kaum merken, daß du so viele Wörter vergisst, denn jene, die du brauchst, kommen dir immer noch flüssig über die Lippen, doch es werden immer die gleichen sein.
Abbruch. Dienstag, 13. September 2011
Mein Gehirn,
dieser alte Hamster, wird seines
Rädchens nie
mü
Old cookie. Montag, 12. September 2011
“Kennst Du den alten Keks?”
“Nee.”
“Guck mal.”
*schlapplach*
(muss mich erst einmal sortieren)
TT zurück aus Kiel.
Saisonstart. Donnerstag, 8. September 2011
Miss TT ab morgen früh auf dem Weg nach Kiel, Kreatives Schreiben, drei Gruppen, dreißig TN gesamt zw. 15 und zwanzig Jahren beiderlei Geschlechts, da ist eine Savo dabei und ein Suheib, eine Tanh Ha, Zekiye wird da sein, der Chaoran, der Rafik und natürlich Dilan, dazu all die anderen, nur Namen bisher. Das wird sich bis Sonntag geändert haben…
Bin voller Vorfreude. Und leicht in Eile, die Seminarunterlagen müssen noch gebunden werden. Ich zieh’ dann mal zum Copyshop. Bis später, geschätzte Leser:innen.
16:23
Wie immer vor Saisonstart krieg’ ich erstmal Symptome.
(Dicke Augen.)
(Ist’s wirklich kalt geworden, oder hab’ ich Schüttelfrost?)
Später am Abend wird mich ein unwiderstehliches Bedürfnis anfallen, die nächsten drei Tage in Prä-Hibernation zu gehen. Über Nacht wird meine Resilienz auf unter Null sinken, um morgen früh mit kreischenden Keilriemen wieder anzuspringen. Ich werde zu spät aufstehen, um vernünftig frühstücken zu können, aber im Zug eines dieser mikrowellengeschädigten Rühreier verschlingen. Der Kopf wird wattig sein, im Bestfall zuckerwattig, und erst die erwartungsvollen Mienen meiner Schüler werden mir den Singsang ins Blut schießen lassen. Kenn’ ich alles zur Genüge.
Ah, Katze, Kachelofen, Lethargie…
Ein lieber Freund schickte Weihrauch heute, als hätte er geahnt, dass mir nach gewürzter Luft zumute ist. Merci : )
Number two.
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(Ich fang’ mit den freundlichen an, aber keine Sorge, die anderen kommen auch noch ; )