Anti-Überschuss

Guten Morgen. Langsam wird’s lästig: bin immer noch nicht gesund. Nun wäre das keiner Erwähnung wert (iieeeh, Symptomberichte…), wenn mich mein Brummschädel nicht so lahm legen würde.
Nein, sagen Sie jetzt nicht, man sollte dann eben nicht feiern und – äh – saufen, wie ich’s vorgestern zum 75sten meines alten Dichterfreundes tat. Nee! Da war Alkohol nicht zu vermeiden. Vor allem, ich musste ja auf die Bühne und lesen. Die Autor:innenkollegen, die vor und nach mir kamen, waren zumindest nach außen hin kein bisschen nervös, im Gegensatz zu mir. Also zog schon die Erleichterung, als meine eigene Lesung gut gelaufen war, die ersten drei Gläser Sekt nach sich. (Auf ex, falls ich’s noch richtig in Erinnerung habe.)
Morgen geht’s zum nächsten Seminar: Gustav Stresemann Institut in Bonn. Sollten Sie zufällig selbst dort sein dieses Wochenende – ich bin die blasse Blonde mit der verruchten Stimme.
Die kommt allerdings momentan nicht vom Lotterleben.
Am besten, Sie beachten mich gar nicht, sondern erfreuen sich am Anblick der smarten, aufgekratzten Jugendlichen, von denen ich umgeben sein werde.

Sehne mich nach Überschuss: Die Energie, die ich momentan aufbringe, reicht gerade für die Dinge, die zu tun sind. Nach diesem Wochenende muss ich mir was ausdenken, um mich wieder aufzuladen. Zumindest mal Fellpantoffeln statt Pumps : )
Na, egal, wird schon wieder.

Herzlich grollende Grüße!

Ihre Miss TT

18:02
Ich möchte Ihnen einen Text von Paul Duroy ans Herz legen, auf den ich über Eugene Fausts >>> Gysi-Beitrag via >>> Trithemius’ Link stieß. Trithemius schrieb dazu folgendes: “Gestatte mir, einen Text von Paul Duroy hier zu verlinken, weil er passt und Duroy ein bisschen weiter in die Zukunft geschaut hat, als das derzeit geschieht. Er sieht die Chance, dass wir durch das Scheitern des Kapitalismus an Menschlichkeit gewinnen. Aber es liegt natürlich an jedem einzelnen, ob er das anzunehmen bereit ist.”
Mir haben >>> Duroys Worte sehr eingeleuchtet. Was bei meiner derzeitigen getrübten Geistesverfassung ein echtes Kunststück ist.

+++ Eilmitteilung +++

Der herausragende, unvergleichliche, mindestens siebenköpfige Meister des Langgedichts Paulus Böhmer ist heute fünfundsiebzig geworden.
Zu seinen Ehren findet im Mousonturm Frankfurt im Hessischen Literaturforum heute Abend 20:00 Uhr eine Lesung mit anschließendem Sprech- und Trinkgelage statt.
Bei Faust Kultur können Sie schon mal vorab >>> an seinen Lippen hängen – und falls Sie danach Lust überkommt, ihn samt seine sieben Köpfe live zu erleben, nur zu, die Veranstaltung ist öffentlich.
Näheres dazu >>> hier!

Wir seh’n uns : )

Herzmanovsky-Orlando/Maskenspiel der Genien

„Bedeutende Schnellzugslinien versickern im Inneren von Österreich, verlieren durch einen rätselhaften Abschuppungsprozeß den Speisewagen in Leoben, diesem Gewitterwinkel des europäischen Reiseverkehrs.”

“Maskenspiel der Genien”, Erstveröffentlichung bei Langen-Müller Verlag, München, 1958

Zugetragen von >>> Steppenhund, der dazu schreibt: “Ich kann leider nur den Teil zitieren, den ich hier im Internet gefunden habe, denn der erste Satz geht, soviel ich mich erinnern kann, über eine dreiviertel Seite. Vielleicht habe ich auch einen Punkt übersehen…”

Kurzschluss

Dieser kleine Cursor im Gehirn, der mir anzeigt, woran ich gerade arbeite: manchmal dreht er durch. Dann blinkt er an so vielen Stellen gleichzeitig, dass eine automatisch abschalten Funktion aktiviert wird. Keine Ahnung, wer die programmiert hat, ich jedenfalls nicht, ich will weitermachen.
Versuche, den Neustartknopf zu ertasten. Er ist – goddamnit! – nie an der Stelle, an der ich ihn vom letzten Systemcrash in Erinnerung habe.

Von außen sieht man nichts.

Sonntag, 18. September 2011

Pustekuchen für alle!

… womit ein (zugegeben etwas fauler) Versuch unternommen wäre, die einsetzende Herbstmelancholie wegzulächeln.
(Wussten Sie übrigens, dass man Wespen nicht wegpusten darf? Das Kohlenmonoxyd in unserem Atem macht sie erst richtig aggressiv.)
Tja.
(Profunderes hab’ ich heute nicht zu vermelden. ; )

Lockstoff: Denkwerk Zukunft

[…] “Damit die westlichen Gesellschaften auch bei sinkendem materiellem Wohlstand funktionsfähige, demokratisch regierte Gemeinwesen bleiben, müssen die Menschen erkennen, dass eine weitgehend auf materielle Wohlstandsmehrung fokussierte Kultur eine arme Kultur ist. Gegenwärtig stehen sämtliche Erscheinungsformen der Kultur wie Bildung und Wissenschaft, Politik und Recht, Kunst und Sport, Kommunen und selbst die Familie im Dienste des einen großen Wachstumsziels. Ihr Eigenwert ist demgegenüber nachrangig. Dies führt jedoch dazu, dass sie wichtige gesellschaftliche Funktionen nicht oder nur noch eingeschränkt erfüllen können.” […]

Go to: Denkwerk Zukunft >>> Stiftung kulturelle Erneuerung