Schmitten, ff

Sie haben keinen Schimmer, wo Schmitten liegt? Das wussten meine Jungs ganz sicher auch nicht, als sie vor etwas über einem Jahr aus Somalia aufbrachen. Jetzt aber wissen sie’s, dort leben sie nämlich inzwischen.
Dass sie jetzt, nebst einem Mädchen, bei mir im Freestyle-Schreibzimmer des Weltkulturen Museums sitzen, ist verrückt in allen Bedeutungen der Okabel.
(„Okabel“klingt irgendwie weltläufiger als „Vokabel“, oder?)
(( Und „weltläufig“, je länger ich darüber nachsinne, klingt definitiv ein bisschen pikant.))

Mittwoch, 7. Oktober 2015
Noch bis zum Ende der Woche Sprech- und Schreibtraining. Und bereits jetzt die Überlegung, wer das mit ihnen weitermachen wird, wenn mein Part beendet ist. Wird jemand?

2 Gedanken zu „Schmitten, ff

  1. Didaktische Neugier Steht Ihnen und der Gruppe denn eine gemeinsame Vermittlungssprache (und sei es fragmentarisch) zur Verfügung? Französisch, Englisch? Hab‘ mal, lange her aber längere Zeit DaF mit Emigranten aus Russland gemacht, da gab’s so was nicht. Was Vor- und Nachteile hatte. Weil mit einer anderen Gruppe (jüdische Studenten aus Israel) gab es dann zwar ein teils fließendes Englisch als gemeinsame Drittsprache, nur war da die Gefahr, dass man sich z.B. für Grammatikerklärungen mehr in der Vermittlungssprache und in einem sprachvergleichenden Metaraum als im eigentlich zu lernenden, und zwar alltagsorientiert zu lernenden Deutschen aufhält.

    PS: Schmitten?!? Dolle Scholle! Wussten Sie, dass dem Doktor die Seinen von dorten herstammen? Ursprüngl. Freihasen VON Schmitten, herrschschaftliche (jetzt wohl eingefallene) Bauten dortselbst, später in verschiedene Linien versprengt, der unkonventionelle Soundsoviel-Ur-Urgroßvater legt dann Titel und das ‚…en‘ ab, sich von den Ketten adeligen Comme-il-fauts zu emancipieren, auch eine bürgerliche [!!] Kaninchendame vom Waldrand mit brauner [!!] Fellzeichnung und schwarzen Augen soll eine Rolle gespielt haben.

    • Ich biete von meiner Seite aus immer drei Sprachen zur Verständigung an, hinzu kommen die Muttersprachen der Teilnehmer:innen. Meistens kommt man mit einem Mix ganz gut zurecht, diesmal brachte ich sogar ein bisschen Latein mit ins Spiel, in Form von „SILENTIUM!“.

      ; )

      Klasse Gruppe ist das. Wir haben – nach anfänglicher Beklemmung – wahnsinnig viel Freude am Spielen mit Vokabular entfaltet… Und dafür, dass diese jungen Männer erst seit knapp über einem Jahr Deutsch lernen, haben sie sich eh wacker geschlagen. Komme eben zurück, würde gerne eine atmosphärisch dichte, unglaublich packende Erzählung schreiben zur aktuellen Arbeit, doch die nächste Baustelle wartet schon auf dem Schreibtischgrrr. (Ich schreib‘ „Schreibtisch“ jetzt nur noch mit grrr.)

      PS: Des Doktors Vorfahren und Ihr kleines Exposé zu denselben: adorable!!!

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