Stagnation

Die Nagstation ist kaum mehr als eine Bretterbude mit einer windschiefen Tür. Trotzdem harrt sie darin aus, bis der Knochen blitzeblank ist.
Da ihre Lässigkeit manchmal in Fahrlässigkeit umschlägt, dauert das seine Zeit.
Niemand klopft. [Der Wind manchmal, auf seine Art.]
Als sie fertig ist, blickt sie auf. Und stellt fest, es braucht nur einen Schubs, um die Tür einzutreten. Die Bretter sind ja sowas von morsch.
Merkwürdig. Das hatte sie ganz vergessen.
Sorgfältig legt sie den Knochen hin. Erhebt sich. Drückt die Tür mit der Schulter ein und tritt ins Freie.

Da draußen ist Strand.
Oder Wüste.
Wer kann das schon auf den ersten Blick sagen.

(Für die Weberin.)

7 Gedanken zu „Stagnation

  1. Was auf den ersten Blick erkennbar ist, ist der Blick, der die Dinge verändert. Der aus der Wüste ein Meer macht und aus dem Meer eine große Trockenheit. Sie schließt die Augen. Aber auch dort sieht sie. Türen und Schultern, die sie eindrücken. Eindrücke und Abdrücke, die andere hinterlassen haben. Schritte, die vorwärts gerichtet zu sein scheinen und doch zurück führen.
    Sie dreht sich noch einmal um, den Knochen fest umschlossen, winkt sie mit den Augen ein Dankeschön.

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