Das Tainted Talents Wort zum Sonntag, 6:

„Lupfen“

auch „lüpfen“. Eine schnelle Bewegung von unten nach oben. Herkunft unklar. Wohl zusammenhängend mit „Luft“, aus dessen Klang die Lautgebärde *lup entstanden sein mag. Will meinen, man bringt Luft zwischen den Gegenstand und den Untergrund, auf dem er aufliegt.
Ein Klavier wird man nur mit Mühe anlupfen, den Hut zum Gruße „lüpfen“ wäre da leichter, ebenso wie das Hosenbein „lupfen“, um sein Strumpfband zu richten.
Da weder Hüte noch Strumpfbänder in meiner Umgebung üblich sind, überlege ich noch, wie das Wort heutzutage in angemessener Weise einzusetzen wäre:
Man „lupft“ einen Ball über den Torwart ins Tor? Ist in Gebrauch, aber langweilig.
Den Hintern lupfen, um einem Furz Gelegenheit zum Entweichen zu geben? Schon besser.
Man kann ein Huhn lupfen, um ihm die Eier zu klauen; auch eine Brust könnte, unter gewissen Umständen, dreist angelupft werden, Jean Gabin hat das mal mit Simone Signorets Brust gemacht in einem alten Film. („Hast schwer zu tragen, Kleine“, sagte er damals)
So hübsch das Wort, so schwierig seine Verwendung heutzutage. Ich sag’s jetzt mal im Freistil: Ich hoffe, ich habe Ihre Laune etwas angelupft, liebe Leser.
Lupfe meinen Hintern jetzt vom Stuhl und begebe mich in den Park, um ihn daselbst wieder abzusenken.

(Für Dudel, dessen gestrigen Wort-zum-Sonntag-Vorschlag „verkackeiern“ ich leider nicht aufgreifen konnte, weil das Wort noch heftig in Gebrauch ist. Im Ruhrpott. Mich interessieren die veralteten Wörter)

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