Die Sprache der Anderen, 65 (britische Sonderausgabe)

„She hasn’t got much on the top shelf.“

Privatgespräch, März 2015

(Falls Sie nicht auf Anhieb begreifen, w i e fies dieser kleine Satz auf die mangelnden intellektuellen Kapazitäten der Person anspielt, von der die Rede ist, freuen Sie sich bitte:
Sie gehören einfach zu den Guten : )

18 Gedanken zu „Die Sprache der Anderen, 65 (britische Sonderausgabe)

    • „Bestanden“ ist eins … Habe aber immer noch den Verdacht, dass da etwas Zweistufiges zu verstehen gewesen wäre, welches ich noch nicht verstanden habe. Warum hätten Sie sonst von einem „wie fies“ geschrieben?

    • Das Thema beschäftigt mich Man könnte sich verschiedene dialogische Kontexte für diese Äußerung vorstellen:

      a) einfach so geäußert, als abwertende Metapher im Sinne von „Mei blöd is‘ schon, die Froni.“
      b) mit Betonung auf ‚top‘ (also mehrere Regalebenen implizierend) im Sinne von „Ein Holz vor der Hüttn* hat’s schon, die Froni, strunzendumm is‘ halt.“

      *) middle shelf

  1. Dann gehöre ich wohl nicht zu den Guten, denn dem Sinn nach übersetzt heißt das natürlich Dumm fickt gut!

    Die eigentliche Übersetzung wäre natürlich die hat nicht alle auf dem Brett – während meiner heutigen Rennradtour habe ich überlegt, ob ich exklusiv hier auf Tainted Talents kundgeben soll, woher dieser Ausdruck kommt. Also gut, überredet: Noch bis in die Neuzeit hinein hatten arme Menschen über ihrer Bettstatt ein Brett, auf dem sich ihre Habseligkeiten befanden, ein Erbauungsbüchlein, Rosenkranz, Nähzeug, irgendwelche Erinnerungen. Wenn nun eine Frau eher rein natürlich veranlagt war und sich keine Gelegenheit für einen Beischlaf entgehen ließ, so fielen beim Vögeln, Ficken, Rammeln, Bumsen oft all die Gegenstände vom Brett herunter, so daß die Frau auf eben demselben nichts mehr zu stehen hatte. Só!

    • Vor diesem Hintergrund ist es ja nur gut, dass die Holzscheiterl jenes anderen Sprachbildes meist recht solid‘ geschichtet seind um die Hütten, bzw. an deren Rückwand, hinter der man – ja was auch immer.

    • Phyllis, Sie müssen sich nicht beunruhigen, ich bilde nur zum Wohle aller geneigten Leser:innnen die Realität ab, vor der sich zu drücken mir qua selbstgestellter Aufgabe nicht zusteht, ergo ich solche Worte wie Erbauungsbüchlein, Rosenkranz und Nähzeug einfach benutzen muß – sorry about it!

    • Mal abgesehen davon, daß man speziell die Engländer nie wirklich wird verstehen können, wäre ja die Bedeutung von top-shelf als Einzelbegriff dann so zu verstehen, daß da jemand nichts Frivoles (huh!) im Verborgenen zu bieten hat, obgleich ja insbesondere ein verstecktes Sex-Magazin sich eben dadurch auszeichnet, verborgen zu sein, so daß die Annahme, eine bestimmte Sie habe nicht einmal dieses kleine Geheimnis zu bieten und sei dementsprechend naiv und unschuldig, auch völlig falsch sein kann, ja muß, und eher die Kleinkariertheit des Sprechers offenbart als die Sie tatsächlich zu charakterisieren. Da bleibe ich doch lieber bei meiner deutschen Erklärung mit dem „nicht alle auf dem Brett haben“, da geht’s dann wenigstens ordentlich ab.

  2. Der Küchenschrank*) ist wohlbekannt,
    drum sei als Gleichnis er genannt:

    Meist liegt im obersten Regal
    etwas das man besitzt,
    doch das man nur von Fall zu Fall
    oder gar nie benützt.

    (So gehts auch dem Gehirn im Kopf
    oft wie dem ollen Römertopf 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.