Kreatives Schreibtraining

Vor nunmehr fünfzehn Jahren, kurz nach meinem Diplom an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, bekam ich ein Angebot, im Auftrag der Stadt Frankfurt Schreibwerkstätten für junge Leute zu leiten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich als Qualifikation nur mein Kunststudium, mein eigenes Schreiben und meine tiefe Stimme vorzuweisen – merkte aber sehr schnell, dass zu lehren ein künstlerischer Akt sein kann! Allem voran, weil mich diese Arbeit nachhaltig inspiriert. Die jungen Leute spüren, sie bekommen einen geschützten Spielraum, ein sprachliches Experimentierfeld, in dem ihre individuellen Herangehensweisen gleichberechtigt nebeneinander gedeihen können.
Der Anpassungsdruck in den Schulen nimmt zu. Umso wichtiger erscheinen mir solche Angebote. Meine Seminare und Workshops haben inzwischen eine unverwechselbare Handschrift; zudem entwickle ich immer wieder neue Konzepte, um auf meine aus sehr unterschiedlichen kulturellen Milieus stammenden Teilnehmer:innen noch besser eingehen zu können.
Die ersten Generationen meiner Schüler:innen sind inzwischen im Studium, mit vielen von ihnen stehe ich in Kontakt. Einige habe ich inzwischen als Assistent:innen für Workshops mit Jüngeren buchen können. Darauf will ich auch weiterhin hinaus: so gut mit Aufträgen ausgestattet zu sein, dass ich begabte junge Leute aus früheren Kursen als Assistenten anfragen kann, die dann eigene Erfahrungen als Schreib-Trainer:innen sammeln…

Schreiben ist ein Werkzeug der Selbstermächtigung. Das gilt in besonderem Maße für junge Menschen.

60 Gedanken zu „Kreatives Schreibtraining

  1. Genau darum geht es. Schreiben ist ein Werkzeug der Selbstermächtigung.
    Und nicht Werkzeug anderer Mächte, die wir pragmatisch “Interessen” nennen, zu sein, bzw. zu werden, auf die wiederum das allgemeine Bildungssystem zunehmend abrichtet. In anderem Zusammenhang habe ich das “säkularreligiös” genannt, nämlich auf einen vorgeblichen Konsens gerichtet, wie man sich zu verhalten habe.

    • @ANH Es gibt im Laufe eines Lebens immer wieder Gelegenheit, durch die zahlreichen Türen zu gehen, die vom Konsens hinaus zum Rand führen.
      Es ist sehr viel Weite dort. Nicht jeder hat Sehnsucht danach. Und nicht jeder von denen, die es tun, steht es am Ende durch, immer den Horizont zu sehen.

    • selbstermächtigung klingt zuvörderst nach macht.
      was sei macht über sich selbst ?
      etwa macht, sich respektvoll zurückzunehmen ?
      oder macht innerhalb eines intrazirkulären kreisens betr. interpersonaler bedüftigkeitsschau ( + derer selbsterkennung generell ) ?

      machtvoll eigen + selbstbehaupten-könnens innerhalb einer anvisierten selbstbehaupter:innen-kultur ?

      oder geht es darum, dass mathematische prozesse zuvörderst sprachlich erkannt sein müssen ( derer sprachliche benanntheit ) um zumindest befriedigend anbetrachtet zu sein ?

      sprache als waffe, als druckmittel der ( wie auch immer erkannten ) individualität ) der/des sprachwaffentragenden …

      fragen über fragen.

      sie wollen nicht enden.

      * sprache ist allerdings nicht essbar, herr bloch ( kann sie leider diesbezüglich nicht zitieren )

    • @Lobster, also known as Einklinkender/Joe Dass Sie meinen Text hernehmen, um ihn als elitäre Machtstrategie zu “enttarnen”, ist völlig unangemessen. Mir scheint, die Realität junger Leute interessiert Sie null.
      Null!
      Ihr Ego nährt sich vom Misstrauen und staffiert sich mit Fragen aus, die niemand beantworten können soll.
      Sie scheinen mir in einem Märchen gefangen zu sein. Und wehe, jemand macht den Käfig auf.

    • @Tinius Ich würde diesen Satz nie in einem Seminar mit Heranwachsenden so aussprechen: viel zu förmlich. Stattdessen erzähle ich Geschichten. Ich weiß nie vorher, welche das sein werden, aber es sind immer welche da, wenn’s darauf ankommt. LG Phyllis

    • Ich bin ja auch erwachsen – und schreibend, lesend halbwegs auf eigenen Beinen. Dennoch hat dieser Satz seine Wahrheit. Da ich zudem ja Ihre Rückmeldungen nach dem Ende der Projekte lesen darf, weiß ich, daß Sie wohl immer fündig werden. 🙂 LG tinius

    • es liegt wahrscheinlich an der postulathaften form ( der verkündungsmentalität ) weshalb ich mich gerne dergestalt in tt oder in die dschungel einschrieb.

      mit noch grösseren luschen lass ich mich echt nicht ein sagt der stolz des noch-nicht-schizophrenen.

      breitseite etwa 2 promille

      und nu :

      bitte löschen, nix gegen löschen

      ( vielleicht die ganze ladung, die keine ladung ist )

    • @Joe. Den Zusammenhang Ihrer Äußerung zu der meinen sehe ich nicht. Wollen Sie bitte konkret sein? Dann könnte ich auch auf das eingehen, was ich jetzt aus Ihrer Replik nur ahne – also nach Art einer Metapher interpretieren müßte. Täte ich das und schriebe es nieder, stritten wir uns über die Interpretation und wären vom eigentlich Gemeinten möglicherweise schon zu weit weg.
      Gar nicht verstehe ich Ihr hingetipptes Lachen hinter meinem Namen. Was ist denn komisch an ihm?

    • @Lobster Der Käfig ist längst offen. Und viele Ihrer Fragen nehme ich ernst. Ich finde es nur schwierig, mich mit jemandem auseinanderzusetzen, der so voreingenommen zu sein scheint wie Sie. Und der erfahrungsgemäß immer aggressiver und betrunkener wird, je weiter die Nacht fortschreitet. Ich habe Ihre übrigen Kommentare gelöscht, weil sie mal wieder verletzend wurden.

    • @ alban n. herbst

      ich daselbigst erkenne kaum zusammenhänge zu obigem text von fräulein kiehl mit dem ihrigen ausser einer malignösen behauptung von interessefreiheit im gekoppeltsein mit verquaster politikshow.

      interesse hat eben etwas mit frage(zeichen)n zu tun, herr herbst.

      @ miss untaintable talents

      wo sollen denn bitte fragen voreingenommen sein, als letztlich ausserhalb ihrer fragestellungen ?

    • @Joe Lobster Sie haben einen Filter, wenn Sie fragen. Wie jede(r) von uns. Aber Ihrer scheint mir einer des Misstrauens zu sein, und darauf reagiere ich, gerade was meine Arbeit mit Jugendlichen angeht, sehr empfindlich. Schon gar, wenn Sie Ihren Fragen Schmähungen gegen mich und andere folgen lassen, die ich löschen muss.

      Ach, was ich Ihnen längst einmal erzählen wollte: Ich habe einige Textpassagen von Ihrem eigenen Weblog in die Sammlung aufgenommen, die ich bei Seminaren als Beispiele für unterschiedliche im Netz verwendete sprachliche Gattungen einsetze. Manche Ihrer inneren Monologe berühren mich. Sie scheinen mir freier als Ihre Fragen.
      Mich irritiert einfach, dass Sie hier auf TT immer gegen mich anrennen. Ich bin doch nicht Ihr Punchingball.

    • ich sag mal was an d(ies)er stelle zu meinen patient:innen.

      die meinen seit geraumer zeit, mich an meinem alkoholkonsum äusserst kritisch und exkludierend festnageln zu können ( genau : hinsichtlich absichtsvoll durchgeführtem alkoholgebrauch ) während sie selbst äusserst nüchtern mir nur eminente psychoprobleme ( hinsichtlich depression oder hebephrener megalomanie ) zutexten oder zumimiken (zugestikulieren )
      sie sind regulationssüchtig, mehr irgendwie nicht.
      genau das langweilisiert mich ( eine permanente geste des recht-haben-müssens, das keine fragen mehr kennen darf, eben die interessefreiheit gepaart zudem bedauerlicherweise mit monarchisch-verbrämtem überheblichkeitsgetue, historisch – einst – gefasst )

      kryptisch für sie, kryptisch noch nicht für mich.

      hahaha

      skol

    • miss untaintable talents, ich hoffe sie verwenden meinen geradezu akribisch verfasstes textkörperchen von

      joan

      in ihr rangelte nun ein frostiger regen mit einer sonnengebräunten gesteinsdecke, unter der ein brodelnder vulkan alles verfügbare magma zusammenwarf und mit enormstem druck fieberhaft nach möglichkeiten suchte, das leben dieser welt – stellvertretend ihre dominante mutter – auf’s penibelste zu durchrollen.
      heftige konvulsionen im anschluss daran, – gepaart mit überaus sinnlicher neugier, die sich vor allem im hinunterklappen ihrer über den mandelaugen befindlichen lider bemerkbar machte, wie eine geburt der lust, zusammengefaltet und doch weitausufernd…

      das war der vesuch einer wirklich präzisen poetischen sprachgestaltung und kostete mich fast einen langen nachmittag wenn nicht in abendlichkeit lang ragend.

      anyway.

      der vulnerabilitätskoeffizient, falls erkannt, ist nicht mit einem schalterkippschwung abstellbar, das hätte mir klar sein müssen, soll heissen, meine letzten kommentare waren gefühlterweise nicht gegen sie persönlich gerichtet.

      bloss dass mich manchmal eben noch was interessieren kann ausserhalb fragloser zustände.

      ein ‘alles beste’ hierzu

      lobster

    • @Joe Lobster. Wenn S i e da keinen Zusammenhang erkennen, obwohl ich ihn sogar zitiere und >>>> zu dem Zitat erklärend etwas schreibe, dann liegt das entweder an einem Mangel an Intelligenz oder an einer psychotischen Dynamik, die Frau Phyllis mit “Mißtrauen” bezeichnet, oder schlichtweg an einer, sagen wir, verwundeten und deshalb so enormen Aggressivität; daß Sie sie auf mich als Ihre Projektionsfigur verschieben, stützt diese diagnostische Annahme. Dazu kommt Ihr verquaster, offenbar um zu verwischen, Sprachstil (“ich daselbigst”, “im Gekoppeltsein mit” – einfach nur schaurig ist das; dazu dann noch dieses “Fräulein Kiehl” – dafür gehört Ihnen eins in die Fresse; vielleicht hört dann endlich auch Ihr Tinnitus auf, so daß Sie wieder normal werden können, anstatt aus Ihrem klebrigen Selbstmitleid zwanghaft Dreck zu schleudern).
      Aber inhaltlich mal: wo spreche ich denn von “Interesselosigkeit”? Dann: eine “malignöse Behauptung” wäre eine boshafte Behauptung; wo bitte ist mein Text, und gegen wen persönlich, bösartig? Daß ich das Schulsystem kritisiere, werden Sie bösartig wohl nicht nennen wollen. Haben Sie Kinder, die in dieses System eingespannt sind? Im Gegensatz zu Ihnen spreche ich meistens von etwas, das ich auch kenne. Ich nehme an, daß Sie kinderlos sind und auch nicht für andere irgend eine Verantwortung zu übernehmen bereit, geschweige denn fähig sind, sie zu tragen. Genau darum aber, so etwas mit Leidenschaft zu tun, geht es in Frau Phyllis’ Text.
      Wenn Sie Ihre permanenten persönlichen Attacken endlich einmal sein ließen, könnten wir auch sachlich diskutieren, und ich bin dazu bereit. Sie sind es aber nicht, wie im übrigen Ihre Ausfälle nicht nur gegen mich, sondern auch gegen Frau Kiehl immer wieder beweisen.

    • miss untaintable talents, ich hoffe sie verwenden meinen geradezu akribisch verfasstes textkörperchen von

      joan

      in ihr rangelte nun ein frostiger regen mit einer sonnengebräunten gesteinsdecke, unter der ein brodelnder vulkan alles verfügbare magma zusammenwarf und mit enormstem druck fieberhaft nach möglichkeiten suchte, das leben dieser welt – stellvertretend ihre dominante mutter – auf’s penibelste zu durchrollen.
      heftige konvulsionen im anschluss daran, – gepaart mit überaus sinnlicher neugier, die sich vor allem im hinunterklappen ihrer über den mandelaugen befindlichen lider bemerkbar machte, wie eine geburt der lust, zusammengefaltet und doch weitausufernd…

      das war der vesuch einer wirklich präzisen poetischen sprachgestaltung und kostete mich fast einen langen nachmittag wenn nicht in abendlichkeit lang ragend.

      anyway.

      der vulnerabilitätskoeffizient, falls erkannt, ist nicht mit einem schalterkippschwung abstellbar, das hätte mir klar sein müssen, soll heissen, meine letzten kommentare waren gefühlterweise nicht gegen sie persönlich gerichtet.

      bloss dass mich manchmal eben noch was interessieren kann ausserhalb fragloser zustände.

      ein ‘alles beste’ hierzu

      lobster

    • ät herr herbst ich bin doch eigentlich nur deshalb ausfällig @ miss untaintable talents, weil sie Ihnen irgendwie hinterherzuschreiben scheint, anstatt ihr wirklich eigenes süppchen zu brutzeln, um es mal salopp zu sagen.
      auf Ihre argumente muss ich doch nicht eingehen, sind diese doch in eine kürzelform gewandet ( gestrafft verpackt )

      mir irgendein psychozeux anzuheften ist billig – allerdings nicht ohne realitätsnahem beigeschmacke – mir gedeiht tatsächlich eine blümerante seelennotnote, gelegentlich.

      habe die ehre

      (ihr) lobster

    • @JoeLobster (ff). Das Gute ist, daß sich Leser:innen hier sehr gut selbst ein Bild machen können – soweit nicht Frau Phyllis Ihre allzu ausfälligen Kommentare anderswo schon und immer wieder gelöscht hat; es ist ebenfalls bekannt, daß Sie sich nach solchen meist nächtlichen Ausfällen dann immer wieder bei ihr entschuldigen und sogar, vernünftigerweise, darum bitten, solche Kommentare zu löschen. Mir gegenüber tun Sie das freilich nicht; ich hätte sonst eine andere Haltung. Es gefällt mir überhaupt nicht, derart von Ihnen dazu genötigt zu werden, aggressive Gegen-Kommentare zu schreiben. Ich würde viel lieber auf Ihre Kommentar gar nicht reagieren, sie einfach stehen und auf andere Leser:innen sicher ganz anders wirken lassen, als sie nun notwendigerweise auf mich wirken. Da Sie mich ständig aufs Neue attackieren, und zwar höchstpersönlich, auch wenn ich Sie überhaupt nicht erwähnt habe, egal, in welchem Zusammenhang, bleibt mir diese Möglichkeit nicht – oder aber, ich müßte in Zukunft davon absehen, überhaupt noch in Tainted Talents mitzuschreiben, und auch, hier überhaupt noch mitzulesen, wenn ich nicht dauernd aber- und abermals von Ihnen verletzt werden will. Kann sein, daß Sie es genau darauf anlegen.
      So weit dazu.
      Zu dem anderen:
      Mitnichten schreibt mir Frau Phyllis “hinterher” – und nun schon gar nicht in Hinsicht auf Seminare. Davon versteht sie nämlich weitaus mehr als ich, und ich bin es, der lernt, nämlich von ihr. Dafür bin ich sehr dankbar und folge sehr vielen ihrer Ratschläge. Das heißt nun aber nicht, daß ich nicht eben auch einmal einen eigenen Gedanken dazu äußere, schlichtweg, weil ich weiterdenken will und das zu tun versuche. Wie Sie da, vor allem, >>>> von diesem Text dort darauf kommen, Frau Phyllis schreibe mir hinterher, ist mir ein komplettes Rätsel. Es ist allein Phyllis Kiehl, die hier Maßstäbe setzt. Ich kann nur versuchen, mich ihnen irgend anzunähern – was mir sehr wahrscheinlich nicht gelingen wird.

      Literarisch wiederum, haben weder Farah Days Tagebücher, noch die L.-Briefe jemals irgend etwas von “meiner” Poetik nachvollzogen; da gab es auch weder je den Anspruch noch eine Forderung. Dennoch schätze ich, zum Beispiel, diese beiden Projekte sehr. Woher nehmen Sie also Ihre Behauptung? Auch die sehr schöne Rubrik >>>> Einmal geübt, schon gekonnt ist nicht mal inspiriert von mir, sondern “reine” Phyllis Kiehl; das gilt im übrigen, sowieso, für sämtliche ihrer bildnerischen Arbeiten.

    • vielleicht waren meine fragen tatsächlich ein wenig rhetorisch und hätten womöglich mit ein wenig fantasie auf das wort ‘selbstbemächtigung’ schliessen lassen, als hinsichtlich des etwas schwammig-interpretierbaren wort ‘selbstermächtigung’ ( über was ? ) schwelgen-wollend zu verweilen.

      selbstermächtigung : ich ermächtige mich selbst zu der willkürlichkeit eines wohlverstandenen realismus ( wittgenstein : “solipsismus ist realismus” versus frei nach nietzsche : wo zwei einer meinung sind, fängt die wahrheit an oder so )

      nun aber : es gibt sicherlich sowohl mehr als einen menschen als auch mehr als zwei menschen in dieser welt.

      was mich wirklich leicht konsternierte, war, dass ein simples wort wie selbstermächtigung anscheinend einhellig verstanden sein kann zumal es einst in der noch nicht brd so etwas wie ein ermächtignungsgesetz ( 1933 ) gab – oder nicht ?

      ermächtigung heisst für mich primatbeanspruchung ( absolut )

      leben wir wirklich schon in solch faschistoiden zeiten, in denen frauman eine flächendeckende selbstermächtigung auszurufen hat ?

      und wo bleibt da ein kompromiss innerhalb kooperation selbstermächtigter wesen ?

      ich denke, soweit entschärfte ich jetzt meine rhetorisch auffassbare fragezeichen-mehrfachkopplung.

    • @Lobster Ich konnte Ihre Fragestellungen (mit Einschränkungen) einigermaßen nachvollziehen. So kam ich auch rasch auf den Gedanken, dass Ihr herausfordernd formulierter Zugang zur “Selbstermächtigung” einer belasteten Perspektive auf den Begriff “Macht” folgt. Sie deuteten eben an, dass Ihnen, falls ich Sie zutreffend interpretiere, der Begriff “Selbstbemächtigung” näher liege, als die “Selbstermächtigung”.

      Dem entspricht meiner vorsichtigen Vermutung nach und gewagt analogisierend die Vorstellung von “transitiven Beziehungsrelationen”. Das kommt auch sprachlich zum Ausdruck: “ich ermächtige mich selbst …”, schrieben Sie – was heißt: “ich übergebe die Macht (an mich)”. Sie stellen damit auf den Vorgang selbst ab und kommen dabei, logischerweise, nicht ohne ein Objekt aus, auf welches das Subjekt wirkt.

      Es scheint auf der Hand zu liegen, dass Beziehung zwischen Subjekt/Objekt sich durch verbindende Macht auf einer schiefen Ebene, einem Gefälle bewegt. Somit ist für mich ohne weiteres fassbar, dass Ihnen durch Machtverhältnisse bedingte Beziehungsgefälle zuwider sind. Das überrascht mich nicht, zumal ich mich an (bereits Jahre zurückliegend) entsprechende Einlassungen Ihrerseits erinnere.

      Für die individuelle Ausdeutung des Begriffs “Selbstermächtigung” könnte indes hilfreich sein, die englische Entsprechung heranzuziehen: “empowerment”. Daraus ließen sich ohne große Mühe die Begriffe “Fähigkeit” und “Kraft” herleiten. Dann führte die Verfolgung der Denkspur zu “Selbstbefähigung” und “Selbstbekräftigung”. Das transitive Denkströmen (von -> nach) wäre damit vielleicht zu “entmachten”.

      Ich verstehe Selbstermächtigung als einen intransitiven Prozess. Fähigkeit und Kraft wird an mich weder herangetragen, noch kann ich mir wenigstens eines von beidem pflücken/aneignen. Es wächst in mir. Beides bildet sich. Mit Bildung verhält es sich übrigens ähnlich – sie kann nicht vermittelt oder erworben werden. Sie muss sich im Subjekt ereignen. Was begleitend bzw. fördernd stattfinden kann und soll, will ich zwinkernd bezeichnen mit: “begärtnern”.

      Mit wachsender Selbstermächtigung geht unvermeidlich Verantwortung einher, denn angewandte Kräfte und Fähigkeiten haben Folgen. Für die Anwender:in. Sich dessen bewusst zu werden, dass darin das eigene Leben betreffende Gestaltungsmacht liegt, wurde und wird im herrschenden (Aus)Bildungssystem mit Grund nicht gefördert, was ANH oben bereits sehr prägnant festgezurrt hatte. Selbstermächtigtes Sein bedeutet demnach, die Verantwortung dafür zu tragen, dass Gestaltungsmacht entfaltet werde.

      Sind die Zeiten faschistoid, oder doch eine vorherrschende Wirtschaftsideologie? Die verheerenden Konsequenzen sind, unabhängig davon, wie die Antwort ausfallen mag, allerorts wahrnehmbar.

      Nach meinem Verständnis befasst sich Frau Kiehl in ihren Seminaren und workshops mit einer schlechterdings unbeachteten Folge neo(-neo)liberal gebürsteter Weltanschauung: Jugendlichen wird in einer aalglatten, sich dem Verwertungsdiktat unterwerfenden Welt der Halt zum Ranken verweigert. Während unsereins – ich zähle Sie, Lobster, ebenfalls zu den fortgeschrittenen Semestern – noch den knackenden Bruch des eigenen Rückgrats registrieren konnte, kämpft die Jugend heute um eine Empfindung für Daseinsberechtigung überhaupt. Werthaltigkeit. Und zwar, ohne dass sie sich dafür mit schmatzender Passgenauigkeit in vorgefertigte Formen schmiegen müsste. Genuin eben.

      (Ich muss mittlerweile achtgeben, dass mir die Replik auf Ihre jüngste Einlassung nicht unversehens zur an das Universum gerichteten Streitschrift gerät)

      Nach dem dargelegten Verständnis selbstermächtigt seiende Wesen – und nur diese – sind in der Lage, divergierende Ziele A und B zu dekonstruieren, um mit dem aus den Bestandteilen rekonstruierten Ziel C miteinander zu kooperieren. Alle anderen schlittern in letztlich vernichtenden Wettbewerb und in damit einhergehende Informationsasymmetrien (so lautet die wissenschaftliche Bezeichnung für “über den Tisch ziehen”). “It’s not enough to get them by the balls. We have to cut them off!” formulierte Žižek einmal recht drastisch in einem seiner Vorträge und meinte diejenigen, auf deren Seite des Tisches wir übrigen landen.

      Wie Sie sehen, bin ich durchaus der Meinung, dass Ausrufung flächendeckender Selbstermächtigung nottut. Selbstverständlich ist mir aber bewusst, dass die Deklamation eines Selbstermächtigungsmanifests unsinnig wäre.

      Dagegen erscheint mir Frau Kiehls Zugang wesentlich effektiver.
      Der ist so.
      Irgendwie.

      subversiv

    • kienspan, ich sage ihnen folgendes :
      es ist vorbei.
      over.
      ich lege mich nicht mehr mit biologie-verhaltens-adeptinnen noch mit feudal-spielchen-spieler:innen an.

      i am my own plasure with my for me own pleasured girls.

      u will fight against.
      maybe.

  2. Einer der Hauptgründe, warum ich mit etwa 15 Jahren mit dem eigenen Schreiben begann (Kurzgeschichten, Zusammenfassungen der Filme, die ich im Kino sah), war nicht etwa allein der Wunsch, es den Schriftstellern nachzutun, sondern vor allem, mir Sicherheit im Leben zu verschaffen durch schriftliches Sprachvermögen. So gesehen ist Schreiben, das adäquate Beschreibenkönnen, ein Werkzeug zur Herstellung von Sprachvermögen und Selbstsicherheit. Die jungen Leute, die Sie im Schreiben trainieren, haben also Glück, vor allem, wenn Sie die Konzepte immer auf dem neuesten Stand halten, was ja eine Menge Arbeit ist. (Ich habe auch mal meine Ideen in ein Schreibseminar-Konzept fließen lassen, auch wenn ich inzwischen mein Konzept wieder einstampfen mußte.)

    • @Norbert W. Schlinkert Darüber, was ich mit “auf dem neuesten Stand halten” meine, möchte ich noch einmal an anderer Stelle formulieren.
      Heute hab’ ich nur etwas erledigt, das ich schon länger vorhatte: der Rubrik ein paar erklärende Sätze zu meiner Arbeit als Schreibtrainerin voranstellen.

      Warum haben Sie Ihr Konzept einstampfen müssen?

    • Warum stampft man wohl ein Konzept ein? Weil ich nicht die Möglichkeit bekam, es umzusetzen. Das war sehr schade, und nu’ ist diese Möglichkeit eben futsch, auch weil ich wohl nicht der Typ bin, dem da einfach mal vertraut wird. [Außerdem ist hier Berlin, da darf man ja auch gerne mal umsonst arbeiten, so als Beweis dafür, daß man es ernst meint.] Naja, die Ideen sind natürlich immer noch da – wo kämen wir sonst hin?! [Das ist die Frage!]

  3. Das klingt nach einer wunderbaren Tätigkeit!

    PS: Eben träumte mir im nächtlich stillen Krankenhaus, Sie hingen mir zwei Papiere an meinen Infusionsständer. Produkte aus einem Schreibtraining, die noch durchgesehen werden müssen.

  4. Schreiben ist ein Werkzeug der Selbstermächtigung.

    Wundervoll. Ich war fünf und dachte mir gerne Märchen aus und da ich sie alle nicht erinnern konnte, war es mir ein Bedürfnis, sie nieder zu schreiben. Wohl auch mit DER Grund, wieso ich bereits vor der Schule mir Lesen und Schreiben aneignete. Danach schrieb ich Märchen und Gedichte, später Tagebuch, mit neun einen Kinderkrimi ;). Es war für mich ein überragendes Mittel, mich der Präsenz meiner Gedanken zu vergewissern. Sie wurden durch die Materialisation be-greifbar und traten aus der Nische des Unfassbaren ans Tageslicht.

    Das war der Startschuss für einen Prozess, der mich bis zum heutigen Tage ver-führt und be-freit. Tatsächlich noch heute – 35 Jahre später – packt mich mit Erstellung eines Textes unbändige Freude und Stolz. Jedes Mal auf.s Neue.

    Worte sind die Kinder des Geistes, genährt im cerebralen Fruchtwasser. Sie gebären zu dürfen ist ein wundervoller Reproduktions-Akt. Ihnen, liebe Phyllis, als diesbezüglicher Hebamme Dank und Respekt, dass sie den Jugendlichen Zugang zu dieser ART der Selbst-befreiung ermöglichen.

    • @Falkin Schreiben als “Verführung und Befreiung” – auch schön! Und Ihren Kommentaren merkt man merke ich immer an, dass Sie Ihren Weg zur Selbstvergewisserung gefunden haben. Sie wirken sehr unverkrampft mit sich.

    • wir sind wirklich diametral verschieden ( unterschiedlich )

      in meinen augen sind sie eine schergin der propagierneden anpassungsleistung, welche ich als künstler niemals propagiere : sprich : sie bringen sprache bei, die es niemals gab.

      om
      & auf nimmer wiedersehen

    • naja – hm – ich gebe hier noch verkürzt wieder, zu welcher persönlichen essenz ich heute qua interesse eilte.

      ” Schreiben ist ein Werkzeug der Selbstermächtigung.”
      so notierten sie oben.

      ich griff dieses mich irritiert habende wort ‘selbstermächtigung’ heute noch mal auf und formulierte das für mich in konkretisierender absicht folgendermassen um :

      spracherwerb ist selbstermächtigung, und zwar die aktive ermächtigung eines selbst ( eines ichs ), sich jemand anderem mittels sprache ( und nicht mittels nonverbaler gestikulation ) verständlich zu machen.

      vielleicht lässt sich eine so formulierte aussage in richtung ‘schreiben’ (lernen) weiter konkretisieren, wobei lernprozesse ohne – auch fantasierte – korrespondenz mit einem anderen ( einem rezipienten ) meiner meinung nach nicht vorstellbar sind.
      ich billige einem fremden text anbei gerne macht zur inspiration zu und stelle die frage, inwieweit gar ein gesetzestext als purer text macht “verkörpern” kann (?) – ausser dass er als text wie auch immer schwingt ( also klangliche eigenschaften zu besitzen scheint – die wie auch immer in welchem rezipienten – machtvoll – schwingen )

    • ich will hiermit meine hässliche ( und sicherlich etwas paranoide ) sprachfigur “schergin der (…) anpassungsleistung” konkretisieren.

      ich bilde mir halt immer mehr ein, diese “kreativen leistungen” sind nur autosuggestive versuche der subjekte, sich von ihrer politischen machtlosigkeit abzulenken und sich ein trügerisches, womöglich gar heilsames unabhängigkeitsgefühl zu verschaffen, wo sie imgrunde nur entsolidarisierend wirken gar auf menschen, die aufgrund elementarer und möglicherweise äusserst schlecht bezahlter arbeitsleistungen zu ein wenig anderer freizeitgestaltung als eine einer rein konsumistischen inspirierbar sein könnten.

      kreativität als surrogat für für manche unbezahlbar teures essen z.b. – ich redete also von anpassungsleistung an “materiellen” verzicht und halte dies mittlerweile für obsolet, meint man imgrunde dabei vielleicht doch eher die allzu vermögenden und trifft vielleicht genau – und unabsichtlich zynisch – die prekariatsangehörigen arbeitnehmer.

      solidarität findet – würde ich sagen – nicht innerhalb elaborierter codes ( die je weniger jemand versteht, je elaborierter diese sind ) statt.

      naja – ich bin vielleicht wirklich etwas zu misstrauisch – was mir wiederum ein wenig stoff für selbstreflexion soweit lieferte.

    • @Lobster Wo Sie Autosuggestion argwöhnen, findet doch “Selbst”-Exploration statt. Der Zugang zum “Selbst” wird im kreativen Schreiben nach meinem Verständnis dadurch eröffnet, dass sie, die Exploration, in den blinden Fleck der bewussten Wahrnehmung gerückt wird. Wäre erklärtes Ziel der Übung, umweglos ins “Selbst” vorzustoßen, müsste von therapeutischem Schreiben gesprochen werden.

      Klar geht es darum, sich verständlich zu machen. Diesen Vorgang als “Anpassungsleistung” aufzufassen, hat meines Erachtens aber weniger mit Missverständlichkeit der Zielsetzung, als vielmehr mit verschobener Wahrnehmung und daran anknüpfender Interpretation zu tun. Sie betrachten nämlich lediglich – dies unzulässig abspaltend – die Außenwirkung des Schreibaktes. Die Innenwirkung, das sich das eigene “Selbst” verständlich Machen, hingegen denunzieren Sie als Autosuggestion. Deshalb liegt Ihnen in der Verhandlung des Begriffs “Macht”, nun wohl offenkundig, die Übel drohende Gewalt näher, als das gestaltungsfähige Vermögen.

      Dass ein sensibel geschultes TrainerInnenohr jene subtilen Affirmationen findet, welche den Prozess der Selbstermächtigung befördern, muss nicht weiter erörtert werden. Vor diesem Hintergrund verblasst die Bezeichnung “Schergin” zur Harmlosigkeit.

      Einen Gedanken möchte ich indes noch hervorheben, Lobster: Es sei vorbei, over, schrieben Sie. Sie legten sich nicht mehr an. Ich bedaure das. Denn. Ihre Aussage ist nicht einer einsichtig-aufwandsminimierenden Geisteshaltung geschuldet. Mitnichten.
      Sie kneifen.

    • selbst-exploration soll auch heissen selbst-erforschung, selbst-befragung nehme ich an.

      als gelegentlich mit musik beschäftigt seiender und auf musik bezogen kann ich die befragung meines selbst hinsichtlich meiner gefühlswelt betreiben wollen ( wenn mir diese unklar ist ) – ansonsten drückt ein komponierender musiker sehr oft gefühle aus ( egal ob seine eigenen oder gefühle anderer ) –
      12-ton musik und derer diesbezüglich einengenden konstruktionskriterien mal aussen vorgelassen ( 12-ton musik hat eher den schwerpunkt auf “gerechte verteilung” – auf bevorzugungslosigkeit der tonhöhen untereinander )
      ich denke der musiker ist ziemlich abhängig von einem aussen, der “musikalischen welt” und nicht von introspektion oder von innenschau.
      je mehr man in sich hineinhört ( oder je früher ) desto mehr verkümmert man, sprich : es ist schon wirklich interessant, welche gefühlspaletten oder welches gefühlsrepertoires andere menschen anzubieten haben, daran lernt man die enorm vielfältigen möglichkeiten musikalischen ausdrucks ( und eben nicht taub nach innen horchend )

      ich habe da allerdings sicher eine etwas schmale sicht dazu, zumal mir die exploration meiner umwelt besser gefällt als die exploration meiner begrenzten innen- und gefühlswelt.
      als musiker “bemächtigt” man sich ( adaptiert man ) ja durchaus der gefühlsfarben anderer, man erweitert doch permanent seine eigene gefühlswelt ( vor allem, wenn man die stücke anderer spielt, als interpret )
      es gilt es doch zu lernen ( als komponierender ) ein wahrgenommenes gefühl möglichst exakt ausdrücken zu können oder gar ein spezielles gefühl musikalisch zu intensivieren.

      ( da hat musik eine starke affinität zur schauspierei, finde ich mal so prinzipiell )

      ich möchte aber an ihrer replik nicht vorbeireden.

      es kann ja durchaus sein, dass man sich selbst durch das schreiben verständlicher wird oder eher noch dass man sich durch das schreiben näher kommt, sich manifestiert und dadurch eine gefestigtere haltung zur welt gewinnt, sich des weiteren eine ausgefülltheit ermöglicht, welche solidität oder persönlichen halt transportiert.

      letztlich jedoch klappt das wohl nur innerhalb korrespondenz mit der aussenwelt, die womöglich den selbstfindungsprozess des schreibenden ( durch vernachlässigung vielleicht ) evozierte.

      ein komplexes thema finde ich ( obwohl ich mich diesbez. als ziemlich unkundig wahrnehme )

      naja, einen kniff ( oder präzision, gar verbindlichkeit ) konnte ich sogesehen wahrscheinlich noch nicht bieten

      sollte jetzt lieber schweigen hier

    • p.s.

      ich würde – musik betreffend – gefühlsrepertoire fast schon mit verhaltensrepertoire gleichsetzen ( identisch sehen ) wollen.
      wobei musikalische sprache sicherlich ( leider wie gut so ) keine sprachliche konkretionsmöglichkeit anbieten kann.

      ( da wäre ich mir – noch – ziemlich sicher )

      naja

    • @Lobster “je mehr man in sich hineinhört ( oder je früher ) desto mehr verkümmert man”,
      schreiben Sie. Aber wie sollte man denn ein Außen – ob nun über Musik, Bild oder Sprache – wahrnehmen und interpretieren können, wenn es innen dafür keine Gefühls-Entsprechungen gibt? Wenn das explorierte Innen sich als “taub” erweist, wie Sie schreiben? Sie sind doch keine KI, oder?

    • die gefühlsbezogene resonanzfähigkeit eines (früh)kindlichen innen(raum)s.

      darum scheint es mir zu gehen – ein ( weitergesehen ausserhalb von pränatalität verlaufendes ) unverstelltes mitschwingen zu musik, bild oder ( soweit gesprochener ) sprache.

      so wenig entschlüsselbar wie interessant, da es eben kaum eine artikulationsfähigkeit ( und vermittlungsfähigkeit sowie selbsterkennungsfähigkeit ) eines menschen berührt und somit den jeweils selsbständig mitteilbaren erlebensfaktor – hinsichtlich welcher sensuellen autopräfiguriertheit auch immer.

      so kann ich momentan mit nur wenigen worten eine antwortgebung hinsichtlich dialogischer fortsetzung versucht haben.

      möglichst fern von prägungen also betreffend einer authentizitsschau jeweils voneinander divergierender individuen ( im explorationsmodus eines interssierten aussen wie vielleicht mich ), welche sich in gefühls- und geistesbereichen ( da will ich keinen unterschied mehr machen ) abspielt.

      ich wollte nicht missverständlich geschrieben haben ( was für ein prätentiöser anspruch ) und bezog meine “über”legungen auf’s auditive wahrnehmen – taub seiend bleibt nichts anderes als ein über vielleicht knochen oder gewebe hörend wahrnehmendes ich und wahrscheinlich ein eher visuell inspiriertes ( beatmetes ) innenleben oder über die weiteren sinne des menschen verlaufendes (selbst)wahrnehmen ( selbstbewusstsein schätze ich mal für manche, – je nach auslegung des wortes ‘selbstbewusstsein’ )

      sorry, weiter komme ich nicht.
      ( und in absehbarer zeit wohl ebenfalls nicht )

    • wenn ich gerade so nachreflektiere was ich soeben schrub so komme ich zu dem vorläufigen endergebnis, dass sie halt unglaublich an sprache und einer damit einhergehenden literatizität fühlen ( was metaphorik angeht I assume )
      ja klar, wittgenstein hatte sicherlich ( und als philosoph eben genauso etwas getroffen wie nietzsche, bloss dass es für mich, der sich gerne mal auf einen wirklichen sessel pflanzt – also auf die lehne oder seitenwandung eines sessels – pragmatisch gar ? – kaum noch beduetung haben will, sorry der kryptischen fortsetzung eines sich bereits als fortsetzungsunfähig selbstbezeichneten dialogteinehmers …… dem king alk bereits und wiedermal geschuldet – sie verzeihen mein selbstironisierendes 🙂
      ( eher lächeln )

    • ich hatte sie mal als malerin, wenn nicht zeichnerin in einem hangar phantasiert – arbeitend an einem “überlebensgrossen” werk, mit leitern, hm, was sonst und umfassend kommunikativen “einheiten” – das ist nicht lange her.
      heute fühle ich einen möglichen interpretationsrahmen aufgezogen, der so gut wie nichts mehr mit realer voluminosität zu tun hat, was mich keineswegs schmerzt, was allerdings für mich einen rückzug ins private repräsentieren könnte ( könnte, wäre ich gerade nicht so angeheitert anahnd von vielleicht 1,x promille )

      phyllis, löschen sie doch mein zeug, es spielt doch nur eine vielleicht marginale rolle in dem gessamt-netz-verkehr, es hält gar auf ( als widersprüchliches )

      nein, sie müssen mir soweit nicht ( mehr ) widersprechen !

      ich gehe doch aus deutlich anderen gründen ( welche ich hier eher selten mitteile )

      music ist mein leben.

    • @Lobster Löschen ist lästig. Und in einem Atelier darf sich ruhig Wortzeug ansammeln, wer weiß, irgendwann läuft einer dran vorbei, hebt es auf und macht etwas Neues daraus, und wenn’s nur das wäre, eine Fuge zu stopfen, durch die der Wind pfeift. Ich würde Ihre merkwürdige Art zu schreiben und zu denken vermissen, auch wenn ich mich ungern als Schergin der Anpassungsleistung verunglimpfen lasse. Aber darauf hat ja Kienspan schon sehr überlegt geantwortet.
      Ich versteh’ Sie einfach oft nicht, Lobster. Ich weiß weder, woher Ihre Wut, noch woher Ihre Zuneigung rührt. Oder warum Sie sich so gerne entschuldigen.
      Ihre letzten Kommentare sprechen allerdings eine Sprache, die verstanden werden will, fiel mir auf – Kienspans “Sie kneifen” hat anscheinend besser gewirkt als meine Sanftmut.
      *grinstt*

    • tut mir leid, aber ich hätte mich in meiner hochzeit ( mit mir selbst ) als sozio-psycho-philomusiker selbst bezeichnet.
      sie müssen mir nicht gleich sich selbst vorwerfen, das hat kienspan nicht unbedingt verdient. 🙂

    • wenn sie mich schon zu den texten von kienspan lancieren, die so redlich ( wahrhaftig ) wie regulativ sind : kunst sprengt grenzen und eben nicht nur nach innen ( innenraumexploration ) sondern auch nach aussen : da gibt es keine herren mehr, die regularien ausgeben.

      kunst entgrenzt – frag mich nicht wie.
      ( das ist das smarte geheimnis der kunst, entgrenzt sie )

      amen ( om )
      löschen sie bitte meine heutigen ergüsse ( nein, nicht sämig – eher gedanklich )

      ebr ich weiss es doch bereits :

      weitermachen.
      machen.
      immer weiter.
      machen.
      weiter.
      immer & immer
      immer
      machen

    • @Lobster Ich stelle es mir ziemlich leicht vor, anderen “Angepasstsein” vorzuwerfen, als Insel: Sie leben ein von Interaktivitäts- und Lohnarbeitszusammenhängen so losgelöstes Leben. Sitzen an Ihrem Schreibtisch, müssen morgens nirgendwo hin, um Geld zu verdienen, leisten sich Ihre Sauferei, ohne Angst haben zu müssen, dass Sie am nächsten Tag einkrachen – denn da ist niemand, der Leistung von Ihnen verlangt. Auch Sie selbst nicht. Weil Sie krank sind, wie Sie ab und an erzählen. Schwingen aber eine ziemlich große Moralkeule, wenn’s um die Beurteilung anderer geht. Und Ihr Lieblingssport, im Vollrausch, scheint die Phyllisbeschimpfung zu sein.
      Ok. Meinetwegen.
      Ich habe Ihre Kommentare von heute Nacht gelöscht. Nicht, weil Sie mich als Anpasserin bezeichnen, sondern weil Sie mich dumm nennen und hochverächtliche Aussagen über mein vermeintliches Privatleben treffen, von dem Sie nichts wissen können, weil wir uns nie begegnet sind. Insofern steht Ihnen das einfach nicht zu – schon gar nicht unter einem Text, der sich einzig und allein auf meine Schreibseminare bezieht.
      Den auch junge Leute lesen, die bei mir im Kurs waren – und durchaus auch einige meiner Auftraggeber, wenn sie die Rubrik “Schreibworkshops und Seminare” anklicken, um etwas über meine Arbeit zu erfahren. Das geht so nicht!

    • Liebe Phyllis, das ist es ja, was mich ratlos macht: Lobster will nicht mehr in den Kampf ziehen gegen, wie er nachfragt, faschistoide Tendenzen unserer Zeit. “Es ist vorbei. Over.” sagt er.

      Andererseits verfestigt sich zunehmend meine Vermutung, dass er andere, insbesondere Sie, durchaus kämpfen sehen will an jener Linie jämmerlich geborstener Geisteshaltung. Um seiner Erwartungshaltung Nachdruck zu verleihen, greift er mitunter zu recht derben Parolen. Sie sollen also gefälligst kämpfen, verstehe ich, und sich gleichzeitig entziehen (der Macht des – ja was denn? Geldes? Ruhms? der Anerkennung? Oder meint er gar die Ohnmacht des Angepasstseins?).

      Lobsters Argumentation ist auf durchschaubare Weise verknotet. Den Knoten können wir aber nicht an seiner statt lösen. Das muss er selbst leisten. Dazu müsste er das Verständnis aufsuchen, dass kreatives Schreiben im Kontext Ihrer Seminare und workshops eben dieses “Angepasstsein” (der Jugend) subtil unterminiert, was ich weiter oben mit der Subversivität Ihres Tuns ausdrücken wollte: Mit der erlebten Selbstermächtigung geht ein Befreiungsempfinden einher samt einer Bewusstheitsschärfung.

      Geschärftes Bewusstsein. Welch mächtigere Waffe könnte es zur “Selbst”-Verteidigung geben? Wirksam geführt ist die Waffe allerdings erst dann, wenn die Unterscheidung zwischen “Ich” und “Selbst” gelingt, was nicht (@Lobster) selbstverständlich zu sein scheint.

    • hallo kienspan :

      durchaus ein wort der erleichterung vorweg was wirklich anfällige löschungen betreffs situativ verlaufend seiender posts meinerseits – like a daily comment / dumm – verlief :
      ich will eben nicht, kienspan dass mir jemand meine aufgaben erledigt im konzert gesellschaftlicher aufgaben.

      noch leben wir in gesellschaften ( gesellen frisch zur tat ) und nicht in meisterschaften.

      wir leben in einer gesell:innenschaft von gesell:innenschaften.

    • psssst … was das wort meister:innenschaft ausschliesst.

      nun eine meister:in kann vielleicht eine urkinde erfassen ( urkundlichkeit ). eine künstlerische meisterin ist doch schon raus aus der beamten ( beurkundungsskala )

      oder so.

    • ich habe heute übrigens in meinem labor PWG ausgerufen ( wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum establishment ) = als alteration von HWG… ( häufig wechselnder GV ) nämlich : permanent wechselnder geschschlechtsverkehr ( pmGV )

      ich bleibe utopistischem also beistänglich ( please babysnakeklitti ) am ersten advent.

      es lebe utopia ( k-pax mit anderen angenehmeren sexberichten ) und : meine stammkneipe hat gerade nur drei amtssiegel an der tür und nicht derer sieben ( u lovely whores )

      not u keinspan.

      over from berlin

    • ich habe so viel rechthaberei und standpunktspehaupte und hirnriss in einigen wenigen blogs bislang wahrgenommen, dass ich mit fug und recht hiermit behaupten kann : it’s (all ) over now baby blue.

      make it bluer or let that.

      ihr meint, mit euren prägungen ein gutes verhältnis gewinnen zu können, indem ihr die schmerzen dieser prägungen so peu a peu abbaut ( mit ein wenig spielerei )
      ich sage euch : ihr seid am üben.

      na gut : ihr übt anderes als ich : ich übe die zärtlichkeit, ihr übt vielleicht die härte.

      ich muss die härte nicht üben.
      härte der härte.

      l’art pour l’art

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