Dominae

“Sie sind eine starke Frau, sagen Leute zumir, wenn sie mir was Freundliches sagen wollen. Das ist nämlich ein Kompliment: Sie sind stark. Sie sind kämpferisch. Sie können sich durchsetzen.
Ich will aber gar keine starke Frau sein. Ich will keine starke Frau sein müssen. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich würde auch als Mann nicht dazu verdonnert werden wollen, ein starker Mann zu sein.”

[…]

Das schreibt die Autorin Elfriede Hammerl am 14. Januar in einem >>> Artikel, den sie mit:
“An sich glauben! Keine Selbstzweifel! Kein Unrechtsbewusstsein! Ein Tugendenkatalog” betitelt hat. (Merci, Kienspan, für den ursprünglichen Link)

Lesen Sie doch mal den vollständigen Text, falls Sie’s noch nicht getan haben. Da stehen noch andere vollkommene Dinge drin wie:

[…]”Wünsche ich meiner Tochter eine Karriere? Nicht, wenn damit ständiges Konkurrierenmüssen, Übertrumpfen, Auftrumpfen, Siegen, das atemlose und rücksichtslose Hin­aufklettern auf einer Hierarchieleiter gemeint ist. Was ich ihr wünsche, ist ein Berufsleben, das ihr Freude macht, das ihr sinnvoll erscheint und von dessen Ertrag sie gut leben kann. Aber wie groß sind die Chancen auf ein solches Berufsleben in einer Gesellschaft, die schamlose Selbstüberhöhung, hemmungslose Selbstvermarktung und erbarmungslosen Egoismus zu angesagten Qualifikationen erklärt? “[…]

Anruf meiner Mutter: Sie sei Kienspans Link gefolgt. Die Passage mit der Tochter habe ihr besonders gut gefallen.
“Für das schwach sein dürfen stehst Du doch auch ein.”
“Ja.”
Ich unterschreibe Hammerls Text. Ebenso wie die meisten von Sibylle Berg, geht mir eben durch den Kopf, obwohl die das Ganze wahrscheinlich schneidender und mit harter Ironie formulieren würde, bei ähnlichen Aussagen. Mit dem Thema mehr auftrumpfen würde. Hammerl tut das nicht.

Beide Frauen sind klug, sehen gut aus, sind blond, artikuliert und sehr schlank. Um sich einen Platz als öffentliche Personen zu erobern, brauchten sie wahrscheinlich auch einen gesunden Egoismus im Gepäck, ein Talent zur Selbstvermarktung und die Fähigkeit, sich anderen gegenüber durchzusetzen: Sie m ü s s e n ganz einfach viele jener Eigenschaften besitzen, die sie an anderen beklagen, sonst wären sie wohl gar nicht erst hingekommen, wo sie jetzt sind. Dass beide dazu noch anziehend aussehen, hilft vielleicht. Nein, hilft ganz sicher.
Egal. Nein, nicht egal, aber völlig in Ordnung. So können sie für diejenigen mitsprechen, die im Hintergrund bleiben wollen. Oder müssen, weil ihnen die Worte fehlen. Öffentlich präsente Frauen können dem gängigen Selbstvermarktungsdiktat die Vorstellung von Solidarität und Gerechtigkeit entgegenhalten – zwei Begriffe, die, wie Hammerl schreibt, inzwischen zum “Loser-Vokabular” gehören.

Eben kommt mir das Wort “unscheinbar” in den Sinn: dass es ja eine doppelte Bedeutung hat. Erstens die, äußerlich unauffällig zu sein. Doch aber auch die, nicht “scheinbar” zu sein: Also wahrhaftig.
Die Unscheinbaren wären also wahrhaftig(er)?

Ich taste mich vor. Zur Bescheidenheit. Um Sprachrohr – sagen wir lieber Repräsentantin – für andere, weniger artikulierte Menschen zu werden, muss eine die Früchte ihrer eigenen Wahrnehmung erstmal als gültig ansehen. Sie dann ernten und einen relevanten Teil davon wieder als Saatgut verwenden. Ohne Hartnäckigkeit und eine Portion Selbstüberschätzung wird das nicht passieren, wird sie sich gar nicht erst anmaßen, für andere mitsprechen zu können.
Bescheidene Leute halten sich meist im Hintergrund. Werden gerne auch überhört, falls sie sich doch zu Wort melden. Weil sie untrainiert sind, die eigenen Vorstellungen öffentlichkeitswirksam rüberzubringen. Dabei wirkt Bescheidensein oft sehr anziehend. Um diese aber außerhalb privater Kreise propagieren zu können, muss erstmal ganz unbescheiden Revier erobert werden. Ich frag’ mich gerade, ob es dazu einer bestimmten Selbststilisierung bedarf. Ob dazu ein Sich-Aufschwingen nötig ist. Wenn ich mir Frau Hammerl und Frau Berg so betrachte, könnte das stimmen. Beide wirken in ihrer Selbstdarstellung wie erfolgreiche Frauen – die genau jene Merkmale an sich betonen, die als Attribute des Erfolgs gelesen werden. Sie zeigen sich.

Hammerls Artikel endet mit den Worten:
“Man muss sich eben gut verkaufen! Muss man? An wen? Ich bin dafür, dass wir uns behalten.”

Ich möchte weiter darüber nachdenken, wie wir uns behalten können.

41 Gedanken zu „Dominae

  1. Ein sehr mehrfach unterstrichenes Ja zu Hammerls Text. Ein riesiges buntes Ja zu der Idee, sich behalten zu dürfen. Ein großes nachdenkliches Ja zu Ihren Überlegungen dazu.

    Sie zeigen Symptome eines Menschen, der sich nicht verkaufen mag. Vielleicht, weil es ein so langwieriger oft schmerzlicher Prozess ist, seiner selbst erst einmal habhaft zu werden.
    Bei vielen dieser ewig lächelnden toughen Selbstvermarkter frage ich mich eh, wer das ist, den sie da so vollmundig wie angestrengt feilbieten.

    Ihnen einen schönen Tag.

    • Es sind, liebe Frau SWA, eigentlich eher Fetzen von Überlegungen gewesen. Denn ich hatte Gelegenheit, über die Jahre vielen Künstler:innen dabei zuzusehen, wohin sie ihre Weigerung zur Selbstvermarktung geführt hat. “Qualität setzt sich durch”? Pustekuchen. Definitiv: Nein. So etwas glauben nur noch ein paar betagte Herren hinter ebenso betagten Schreibtischen.
      Inwieweit die Selbstvermarktungsfrage für Frauen besonders kompliziert sein könnte, das hab’ ich noch nicht recht auf den Punkt gebracht. Bleibe aber dran. Weil Frau. Und überhaupt.

      Ihnen Tag auch schön ich wünsch’!

    • Unterschrift Mir wird bei Unterschriften schon unwohl. Für was oder wen soll ich da bitte unterschreiben. Und es hallt dann ein Bachmann’scher Satz immer durch meinen Kopf, mit fiesem Widerhaken.

      >>[Einen einzigen Satz haltbar zu machen,
      auszuhalten in dem Bimbam von Worten.]

      Es schreibt diesen Satz keiner,
      der nicht unterschreibt.<<

      Weil ich ihn nicht verstehe, weil ich auch hier nicht unterschreiben will, setzte er sich so fest.

      – Gerade nun befinde ich mich in der Situation, meine eigene Haut verkaufen zu müssen, und tue das ungern und bisher auch unerfolgreich. Aber mir ist meist auch schon die Selbstbehauptung zu viel. Was soll ich denn von mir behaupten – wem gegenüber? Können ‘die’ mich nicht mal einfach so nehmen wie ich bin?

    • @Phorkyas Na, da sind Sie ja endlich einmal wieder! Ich hatte Sie schon vermisst.

      Seltsames Zitat, das Sie da anbringen. Auch ich tu’ mich momentan schwer, mich hineinzufinden, nehme es aber in die Rubrik “Zitate: Frauen über Kunst” auf – weil es Widerhaken hat.

      Lieber Phorkyas, sich verkaufen zu müssen ist ein mühsames Unterfangen. Das aber noch viel mühsamer wird, wenn es sich so anfühlt: man sich tatsächlich als Ware begreift. Mit dem dazugehörigen Unwohlsein. Meiner Erfahrung nach hilft Humor und so ein gewisser sportlicher Pragmatismus beim “Verkaufen” der eigenen Haut. Beides wird natürlich umso schwieriger, je größer die Dringlichkeit ist, beim Gegenüber auch “Erfolg” zu haben.
      Ach, was rede ich – Sie wissen das genausogut wie ich. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen! Und dass Sie bei den anstehenden Gesprächen auf Menschen treffen, die Sie so nehmen, wie Sie sind.

    • Vielleicht hätte ich schon das ganze Poem zitieren sollen, das mir schon willentlich misslungen vorkommt.

      Der Grund dass ich hier herausgepurzelt bin, lag wohl an dem da. Aléa Torik sprach im Zusammenhang mit dem Selbstverkauf auch von.. ich meine, Unwürdigkeit. Irgendwie erschien mir das sehr passend. – Ein bisschen wehmütig ist mir auch zu Mute, da es nun wohl der Abschied ist von der Wissenschaft und Kunst wie Wissenschaft wohl künftig “nur”
      noch Privatvergnügnen sein werden können…

      Vielen Dank für die Wünsche.. und das Vermissen (vielleicht nicht so sehr der Pünkteleien, die ich mir schon fast abgewöhnt hatte..)

  2. ich schätze die kommentare der frau hammerl schon seit vielen, vielen jahren, sie bringt so vieles auf den punkt. bei ihren büchern kann man meist ein paar mal laut auflachen, auch da beobachtet sie sehr genau.
    vor kurzem hab ich eine ausgesprochen nette kritik über ihr neues theaterstück (das ich nicht gesehen habe) gelesen. der grundtenor war: wäre sie jünger, hübscher, eine art yazmina reza, usw. usf. wäre das (vom rezensenten durchaus hochgelobte) stück nicht an einer sehr kleinen bühne mit sehr überschaubarem zulauf gespielt worden … tut weh, was immer noch am meisten zählt …

    • @ La-Mamma Ja. Tut weh, was immer noch am meisten zählt. Ich glaub’, darauf wollte ich hinaus. Und wie eine mit dem, was immer noch am meisten zählt, umzugehen beschließt.
      Rein instinktiv wäre mir Solidarität wichtiger als Gerechtigkeit.

  3. Im Prinzip stimme ich sowohl Frau Hammerl als auch Ihnen, liebe Phyllis zu. Aber (Ich brauchte ein Weilchen, um zu merken, was mich stört): Das Gleichsetzen von sich behaupten Können mit Stärke und das eher still und im Hintergrund sein mit Schwäche unterstützt nur das gängige Bild, gegen das Sie angehen wollen. Ich zähle mich eher zu den Stillen, werde nie eine “Rampensau sein”, wie Frau Hammerls Artikel überschrieben ist, bin selten vorne dabei, aber ich empfinde diese meine Position nicht als eine der Schwäche sondern als eine der Stärke, denn sie entspricht mir. Ich brauche weder einen starken Mann als Chef oder Beschützer noch eine starke (weil laute, weil schöne, weil wortgewandte …?) Frau als Sprachrohr. Niemand muss für mich mitsprechen, vor allem nicht dann, wenn ich zögere, zaudere, schweige, weil es mir gerade angemessen erscheint. Ich empfinde mich zwar als eher zu diesen “Zartbesaiteten, Zögernden, Zaudernden und […] Friedlichen und Freundlichen” (Hammerl) gehörend, fühle mich aber nicht benachteiligt, denn diese Position IST eine Position der Stärke. Ich kann das ganz gut selbstbehaupten, das muss niemand für mich übernehmen.
    (Gut, es brauchte Jahre, um mir dieses Selbstbewusstsein anzueignen, ich stecke immer noch im Lernen/Üben drin, habe immer noch Herzklopfen, wenn ich mich öffentlich äußere, aber ich tue es und möchte bitte niemanden, der mich an der Hand auf die Bühne führt und mir auf die Schulter klopft oder gar für mich spricht, wenn ich selbst es nicht tue.)
    Die Stillen gleichwerten fängt meines Erachtens damit an, dass man Rückzug und Zaudern nicht als schwach und erhobenen Hauptes vorne Stehen als stark einordnet.
    Phyllis, mir gefällt sehr gut der vorläufige Schluss, zu dem Sie kommen: “darüber nachdenken, wie wir uns behalten können.” Vielleicht zeugt es ja von der Fähigkeit, sich behalten zu können, wenn man ein Training zu öffentlichkeitswirksamem Auftreten verweigert …

    • Liebe Iris, das stört Sie zu Recht. Und falls meine Überlegungen suggeriert haben sollten, die Stillen wären “schwach”, muss ich das sofort richtigstellen: denke ich nicht. Im Gegenteil. Ich denke, die Stillen/Friedlichen/Freundlichen fühlen sich oft wohler in ihrer Haut als die sogenannten Rampensäue. Von denen es einige gibt, die wirklich vom Naturell her welche sind – aber auch viele, die sich Bellen und Bühne mühsam antrainiert haben, weil sie die Erfahrung machen mussten, leise nix bewirken zu können.
      Worüber ich nach Hammerls Artikel nachdachte und schrieb, war aber zunächst einmal etwas ganz einfaches: Ich fragte mich, ob mir diese Frau aus dem Herzen spricht. Im Prinzip ja – da ging es mir wie Ihnen. Ich stöberte ein bißchen auf ihrer Website herum, auf deren Startseite mich das Porträt einer gutaussehenden Frau in selbstbewusster Pose empfing. Las in bißchen in den Rezensionen zu ihrer Kolummne. Und davon, dass Hammerl gelegentlich als 70er-Jahre Feministin bezeichnet wird, worauf sie, heißt es, gerne mit dem Satz antwortet: “Es ist halt kein besserer Feminismus nachgekommen.”

      Kurzes Nebengleis: Als ich vor einiger Zeit eine Freundin fragte, was sie von meiner Fotoserie >>> Einmal geübt, schon gekonnt hielte, sagte sie: “Ich sehe da eine Frau, die sich im besten Licht darstellt. Und zu zeigen versucht, dass sie mit den gängigen Schönheitsvorstellungen mithalten kann.”
      Peng – Affe tot!!
      Ich starrte sie damals nur an. Und bin weiterhin über zweierlei verwundert: Erstens, dass meine Freundin offenbar nichts anderes aus der Serie herauslesen wollte, als meinen Wunsch zu gefallen. Ich fragte mich allerdings auch, ob das nicht stimmt – ob mein Bild-Witz, meine Provokationen, mein spielerischer, untersuchender Blick auf mein eigenes Frauenbild – ob die Serie nicht letztendlich doch nur dazu dienen soll, Begehrlichkeiten auszulösen, in denen ich mein Ego sonnen kann.
      Aber diese Interpretation greift zu kurz. Obwohl das Gefallenwollen so fest und so lange schon in mich eingenäht ist, dass ich heroinische Anstrengungen unternehmen muss, diesen Modus zu verlassen: auch mal zu riskieren, dass sich Leute von mir abwenden. Aber ich tu’s! Als Künstlerin tu’ ich’s. Als Frau nicht so sehr: Auch ich, wie Hammerl, wie Berg, wie Reza, arbeite mit Mitteln, die gängigen Kriterien von Attraktivität entgegenkommen. Ich zeige mich von meiner vermeintlich besten Seite.

      Warum ich das erwähne? Ich war auch eine von den Stillen. Zu Anfang meines Studiums geriet mein ganzer Körper ins Schlottern, wenn ich etwas öffentlich sagen sollte. Ich stotterte. Meist sagte ich gar nichts. Auch in Diskussionen mit Kommiliton:innen hielt ich die Klappe. Weil, bis ich einen Gedanken so formuliert hatte, dass er für mich gültig und aussprechenswert war, waren die anderen längst bei einem anderen Thema in ihrem Gespräch.
      Ich genoss das nicht. Es war nicht freiwillig, dass ich schwieg.
      Ich fand, dass ich etwas zu sagen, beizutragen und zu bewirken hätte, und fand mich in Ketten. Und so wär’s auch geblieben, wenn ich nicht fürchterliche Anstrengungen unternommen hätte, mich aus meiner Schutzpanzerung zu sprengen.

      Wenn Sie also sagen, liebe Iris, dass Rückzug und Zaudern dem erhobenen Haupt gleichzuwerten wären: JA. Wenn es freiwillig ist und auch bewusst so empfunden wird. Aber um zu gewährleisten, dass wir nicht immer nur von denjenigen etwas mitbekommen, die zu Bellen gelernt haben, braucht es T e x t. Schreiben – und das ist es, was ich irgendwann entdeckte und kolossal liebe – schafft Augenhöhe. Und gibt Luft. Manchmal fühle ich mich immer noch unter Druck, wenn ich Leuten direkt begegnen muss. Nein, oft sogar. Ich seh’, wie sie mit ihrer Physis Routinen entwickelt haben, um ihren Worten und Begehren mehr Gewicht zu geben, und es nervt mich. Es ist mir zu gewieft. Obwohl ich es genauso mache. Was wir aber h i e r tun, mit unseren Weblogs – das ist nicht gewieft.
      Ich will beides. Ich will die Bühne, aber auch dieses tastende Gespräch, das mir erst durch das Netz möglich wurde. “Vielleicht zeugt es ja von der Fähigkeit, sich behalten zu können, wenn man ein Training zu öffentlichkeitswirksamem Auftreten verweigert…” schreiben Sie, liebe Iris. Das trifft genau das, was ich mit “Einmal geübt, schon gekonnt” meine.

    • Rampensau sein gegen das eigene Naturell? Aus beruflichen bzw. aus Berufungs-Gründen über den eigenen Schatten springen, um das im Stillen Erarbeitete adäquat und (wie auch immer) gewinnbringend ins (Bühnen-)Licht zu rücken? Darum geht’s doch! Die fürchterlichen Anstrengungen, mich aus meiner Schutzpanzerung zu sprengen, kenne ich auch, und man muß vor allen Dingen lernen, sich nicht zu schämen für das, was man mit Überzeugung tut, was man selbst will, selbst wenn man dabei nicht alles im Griff hat, stottert, die Hälfte vergißt oder alles falsch herum macht. Schämt sich Frau Hammerl dafür, ihre Überzeugungen so öffentlich darzustellen? Ich hoffe nicht, so wenig, wie sie sich dafür schämen wird, diese Ansichten überhaupt öffentlich darlegen zu können, denn natürlich ist sie nicht immer still gewesen, sie hat sich durchgesetzt und andere Autorinnen und Autoren “hinter” sich gelassen. Charlie Chaplin stellte ja auch einen bitterarmen Tramp dar und wurde damit reich, ohne daß er die Figur des Tramps zum Reichwerden mißbrauchte – es ist eben eine Gratwanderung, ein Spiel, ein Changieren, ein Sich-Selbst-Behaupten und so weiter, bei dem man sich behalten können muß. Wer sich nicht behalten kann, der verkauft seine Seele dem Teufel! Oder?

    • @Norbert W. Schlinkert – Sprengungen Mir fällt immer wieder auf, dass Authentizität hierzulande sehr positiv besetzt ist: Bei sich sein. In sich selbst Heimat finden. Erdung. Im Gegenzug werden Maßnahmen, das eigene Selbst mit Personae auszustatten, die man im öffentlichen Raum für sich auftreten lässt, als Verfälschungen wahrgenommen – oder gar als Hochstapelei und Anmaßung.

      Ich denke, wir sind uns einig, dass ein Platz an der Wand oder vor dem Mikro nicht eines Morgens im Briefkasten landet: Kunstschaffende müssen sich den erkämpfen, wenn sie mit ihrer Arbeit Spuren hinterlassen wollen. Manche treibt dieses Spuren hinterlassen wollen zu Höchstleistungen an, andere pfeifen drauf – aber selbst, sich einfach in die Gegenwart einzuschreiben, braucht Ellenbogen. Wer sich als Künstler:in die Frage stellt, ob das eigene Werk es wert ist, “draußen” Raum einzunehmen und sich zu behaupten, schießt sich selbst ins Knie.
      Frau Hammerl steht ganz offenbar zu ihren Überzeugungen. Damit aber überhaupt ein größerer Kreis von Menschen erfahren konnte, dass sie welche hat, ist sie vorher sicher ziemlich oft über den eigenen Schatten gesprungen.
      Vielleicht funktioniert der Satz ja in dieser Variante: “Sich behalten, indem man der Angst, sich zu verlieren, nicht zuviel Raum lässt.”

    • Sich selbst ins Knie zu schießen ist natürlich der völlig falsche Weg! (Dann doch sich lieber ein Ohr wegballern oder eine eigene Räuberbande bilden und Hauptmann sein.) Ja, das mit der Authentizität ist auffallend, man kann sagen, einer wirklichen Persönlichkeit ist Authentizität auf jeden Fall eigen. Manchmal wird mir mit offensichtlich tröstender Absicht versichert, ich sei doch wenigstens authentisch, aber das hört sich dann oft so an, als stehe das einem eher im Weg bei der Erringung der wohlverdienten (?) Meriten – so als fehle noch etwas. [Was das wohl sein mag? Ich würde sagen: Glück.]

  4. Das ist wunderbar, liebe Phyllis, dass Sie die Überlegungen Hammerls aufgriffen und weiterführten. Eine Kleinigkeit muss ich aber gleich ins rechte Licht rücken: der Link wurde mir zugesandt. Von einer Frau.

    Ich schrieb ihr zurück, dass Hammerl mit ihrem Artikel “zielsicher in den Kern der uns umgebenden schwammigen Wertelosigkeit greife”. Werteten wir, (was wir sollten, uns aber nicht mehr zutrauen), wäre der nervenzerfetzende und gemeinschaftszerstörende Kampf um das individuelle Überleben schnell zu Ende. Was tatsächlich stattfindet, ist unablässiges be:werten – und zwar in phantasiertem Geldwert (den es aber nicht gibt). Der “Wert” hat einen Bedeutungswandel erfahren, nämlich dahin, dass er von der Ver:Wertung vereinnahmt wurde. Wenn zwischen Einkaufspreis und Verkaufserlös keine lukrative Gewinnspanne bleibt, ist sogar der Mensch “wertlos”. Das finden Sie überall dort, wo menschliche Arbeit dem Gemeinwohl nützt und daher nicht von vornherein (Geld)werthaltig ist. Lebensqualität im Alter, rasch als plakatives Beispiel herangezogen, hat doch einen Wert, nicht wahr. Aber welchen?

    Wenn man den Konkurrenzkampf unter den Überlebensanwärtern genauer betrachtet, gewissermaßen unter der analytischen Lupe, muss auffallen, dass sie sich mit Anforderungen – irrealen “job-descriptions” – konfrontiert sehen. Was Hammerl da als Selbstüberschätzung beschreibt, wird von den Überlebensmöglichkeitsanbietenden genau so gefordert. Die verlangen tatsächlich mehr, als sie nützlich brauchen können. Der Hintergrund dafür ist auch ganz einfach: erst, wenn unerreichbare Anforderungen gestellt werden, kann eine vollständige Bewerberpyramide erreicht werden. Von den obersten Besten wird dann d e r/d i e Beste genommen. Objektive Checklisten-Mentalität ist das, frei von jedem unverlässlichen (in Wahrheit aber gar nicht mehr vorhandenen) menschlichen Gespür. Dass sich die Überlebensmöglichkeitsanbieter damit die innere Kündigung bereits vom ersten Tage an eingekauft haben, liegt ebenfalls auf der Hand. Niemand kann die Versprechungen bezüglich herausfordernder und befriedigender Tätigkeiten erfüllen. Hamsterrad, Kostendruck und Peitsche (die Drohung z.B. mit prekär beschäftigtem Zeitpersonal), das ist die Realität. Verblüffend, wie sie alle angststarr mitspielen. Das berührt den Punkt, den Sie bereits in Ihrer Antwort auf Frau SWA erwähnten: Beuge ich mich oder gehe ich unter? (ich ziehe übrigens den Untergang in Haltung vor)

    Mit Ihrer Betrachtung des Wortes “unscheinbar”, liebe Phyllis, haben Sie die weiche Stelle in Hammerls Aufsatz berührt. Die Unscheinbaren sind nicht schwach: sie sind wahrhaftig, authentisch (wie ich eben registriere, hat “Iris” diesen Aspekt in ihrem Kommentar bereits auseinandergelegt). Sie leben einen empfundenen Wertekanon, der echte Werturteile ermöglicht. Die Möglichkeiten, sich darüber auszutauschen und sich gegenseitig Orientierung zu geben, sind jedoch erfolgreich beseitigt. Das Mittel dafür ist Erpressung mit sehr realer Existenzangst. Eine gesellschaftliche Neuverhandlung des empfundenen Wertekanons stünde daher dringend an. Mit ungebildeten Menschen (Schulsystem!) geht das aber nicht.

    Was noch ansteht: das mittelalterliche Wirtschaften mit doppelter Buchhaltung muss beseitigt werden. Darin liegt nämlich begründet, dass sich jedes Guthaben mit einer Schuld in gleicher Höhe ausgleicht. Es ist ein “Nullsummenspiel”, in dem wenigen, großen Gewinnern viele kleine Verlierer gegenüberstehen m ü s s e n. Das perfide daran ist, dass sich die Verlierer in diesem Nullsummenspiel als “Versager” empfinden. Hammerl blieb diesen wichtigen Punkt in ihrem Aufsatz leider schuldig.

    Ich frage mich abschließend, ob es den schreiben Könnenden (nicht gleichzusetzen mit Künstlern) zur moralischen Pflicht erwachsen müsste, den verlogenen, ja betrügerischen Knackpunkt im herrschenden Wirtschaftssystem aufzudecken. Sie kennen doch die akademische Bezeichnung für Betrug? “Informationsasymmetrie”. Davon leben sie, an die wir uns verkaufen sollen. Doch auch ich will mich behalten – bis zum Ende.

    (verzeihen Sie bitte die Überlänge meines [leidenschaftlichen] Beitrages)

    • schöner kommentar, iris.

      “das ist wunderbar…”

      honey ( die einschreibungswut – wie pimmelwurstkacke mit messagebereitschaft / wortführerin:ennenschaft(lichkeit) )

    • Die “uns umgebende schwammige Wertelosigkeit”, lieber Kienspan, mag ich Ihnen nicht einfach so abkaufen. Deswegen geh’ ich jetzt erst einmal zum Bäcker und schau’ mir beim Brötchenkaufen die Leute genauer an… : )

      Nein, im Ernst. Das ist ein schwieriges Feld, das Sie mit Ihrem Kommentar aufmachen. Allein das Wort “Überlebensanwärter” lässt mir Schauer über den Rücken laufen. Um darauf adäquat einzugehen, brauch’ ich erstmal Frühstück.

    • Never mind, liebe Phyllis, ich wollt’ nichts “herausfordern”.
      btw: bei mir gibt’s nix zu kaufen ; )
      (und jetzt ziehe ich mir wieder die Decke über den erkälteten Kopf)

    • @Kienspan, Wertelosigkeit Ich möchte Ihnen eine wahrscheinlich höchst unangemessene Frage stellen. Nämlich die, warum das System, das Sie beschreiben, trotz aller offensichtlicher Ungerechtigkeit so gut funktioniert? Na ja, verhältnismäßig gut: Wir haben keinen Krawall im Land. Warum wehren sich die Leute nicht vehementer? Es ist ein Täter/Opfer-System, das Sie beschreiben – eines, in dem diejenigen mit den geringsten Skrupeln, das Gemeinwohl außer Acht zu lassen, an den längsten Hebeln sitzen und die größten persönlichen Profite erzielen: Unter Herabsetzung derer, die sie dazu benutzt haben.
      Verstehe ich Sie da richtig?
      Ich frage mich immer, warum eine wirklich relevante Anzahl von Leuten sich immer noch in sehr jungen Jahren schon selbst so in die Halterungen der Konvention, der Kredite, der Chefsachen und Prioritätenlistenverteiler begibt, dass ihnen später sehr wenig Spielraum zum Aufbegehren bleibt. Viele haben so schnell schon viel zu verlieren. Von Kindern mal ganz zu schweigen, denen man Stabilität geben will und muss. Kein Wunder, dass die Masche mit dem Sicherheitsdenken und Besitzstandswahren so gut verfängt: Unter diesen Umständen muss man die Leute gar nicht in die Koppel treiben – sie stellen sich freiwillig rein.
      Das ist natürlich ein sehr subjektiver Blick – schon klar.

    • @Phyllis, Systemfragen Ich empfinde Ihre Frage(n) keineswegs als unangemessen, ganz im Gegenteil. Mir brummt nur fürchterlich der Schädel, deshalb brauchte ich so lange für eine einigermaßen klar formulierte Antwort.

      Die Frage, weshalb das System so gut funktioniert, ist knapp zu beantworten: Weil geglaubt wird, wo gewusst werden sollte. (>>>Die Sprache der Anderen, 30 – Trithemius, Pispers). Bezüglich Krawall darf wenig mutig prophezeit werden, dass der noch kommt. Und zwar dann, wenn Deutschlands immenser jährlicher Außenhandelsüberschuss mit dem Kippen der Eurozone fast vollständig zerbröseln wird (2011 waren das immerhin €156 Mrd., 2007 sogar €198 Mrd.). Das dann entstehende Loch in der Bundeshaushaltsplanung wird sich nicht mehr verharmlosen lassen (“…wir müthen nach einer gemeinthamen Löthung thuchen…”). Es wird sich dann auch schmerzlich erweisen, auf wessen Kosten unter anderem D während der letzten zehn Jahre gelebt hat. (dass von der heranstehenden Entwicklung eines system-resets die Frau ganz besonders brutal betroffen sein wird und dass dieser Bedrohung im öffentlichen wie im privaten Diskurs überhaupt kein Augenmerk geschenkt wird, bekümmert mich ein wenig, offengestanden)

      Das mit dem “Wehren” ist so eine Sache. Da müsste die Mittelschicht (und die verständigen Teile der Oberschicht) ‘ran. In der Unterschicht gibt’s dafür keine Ressourcen mehr. Dort geht jede Konzentration in die Überlebensplanung für die nächsten sieben Tage – verbleibende Zeit wird in Stoßgebete investiert, dass möglichst nichts kaputt gehe. Von der Schicht unterhalb der Unterschicht, dem Prekariat, müssen Sie sich vorstellen, dass jene sich nicht mal mehr halbwegs regelmäßigen Sex leisten können, sofern nicht tragfähige Verbindungen zu höheren Schichten bestehen (was allerdings sehr, sehr selten anzutreffen ist). Unter solchen Lebensumständen wird der Mensch anfällig für dissoziale Tendenzen. Es wird ihm angesichts der Aussichtslosigkeit alles egal, er klinkt sich aus den kümmerlichen Resten einer bürgerlichen Wertegemeinschaft aus und ist damit für die Gemeinschaft verloren (“leckt’s-mich-am-Arsch-Syndrom”). Am anderen Ende des Spektrums findet sich allerdings auch ein dissozialer Streifen, der unverständige Teil der Oberschicht nämlich – oder, anders ausgedrückt, die Elite der Elite, die “Recht” bezahlen kann und es auch durchsetzt (damit meine ich nicht ausschließlich die Rechtsverfolgung bei Gericht, wenn Sie verstehen wollten, was anzudeuten ich beabsichtigt usw…)

      Es ist ein Gewinner/Verlierer-System, das nicht ich, sondern Hammerl beschrieben hat, obgleich ich mir herausnahm, sie “unfeministisch” zu interpretieren. In diesem System sind wir a l l e Täter und zwar deshalb, weil wir uns zu Verhaltenweisen und Geisteshaltungen verleiten ließen, die mit Gemeinwohl nicht zu vereinbaren sind. Auch das Schweigen zu und Dulden von Ungerechtigkeiten gehört dazu. Zum bitteren Ende geführt, offenbart sich bei zurückgelehnter Betrachtung, dass wir den stigmatisierenden Abstieg fürchten und deshalb in alle Richtungen mauern, wie Trithemius (wiewohl in feinem anderen Sinne gemeint) schrieb. Denn wir ahnen, dass es daraus kein Entrinnen mehr gibt. Das Heil wird deshalb im Aufstieg gesucht: je höher ich mich hinauf arbeite, desto weniger noch über mir Stehende, die mich treten können. Gegen die unter mir Stehenden kann ich mich ja ganz gut wehren – mit Fußtritten, versteht sich. Die musste ich schließlich auch einstecken, nicht wahr. Eine geradezu faschistoid anmutende Grundangst scheint sich da zeigen zu wollen, hege ich den bösen Verdacht.

      Anstatt nun mit der freiwilligen Kreditabhängigkeit und der Metapher von der Koppel fortzufahren, möchte ich Ihnen, liebe Phyllis (und auch den geschätzten Mitleser:innen), einen Vorschlag unterbreiten: fragen Sie doch mal in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis nach, wer daran glauben mag, dass die Kinder vom Storch gebracht, und dass Kredite aus Spareinlagen gespeist werden. Meine Prognose lautet: Natürlich wird niemand an den Storch glauben, aber weniger als 10% der Befragten wird Zweifel bezüglich der Kreditvergabe aus Spareinlagen äußern, ohne jedoch diese Zweifel schlüssig begründen zu können. Aber seien Sie vorsichtig, das ist eine Dynamitstange – nicht rauchen dabei! ; )

    • Systemfragen, ff. Ergänzend könnte noch gefragt werden, ob Kunstschaffende nach dem im System vorherrschenden Leistungsbegriff (denn Leistung zahlt sich doch aus) als Leistungsträger gelten. Falls nicht, könnte weiter gefragt werden, ob wirtschaftlich erfolgreiche Kunstschaffende dann als “Systemkünstler” bezeichnet werden dürfen. Falls doch, könnte weiter gefragt werden, weshalb die allermeisten Kunstschaffenden unter unwürdigen Arbeitsbedingungen überdauern müssen.

    • Ihre ff.-Systemfragen lassen mich nicht los, obgleich ich mir vorgenommen habe, mich heute allein künstlerischer Leistungen zu befleißigen, für die ich in absehbarer Zeit auch belohnt werden will. Abgesehen davon, daß Deutschland für Künstler immer ein Scheißland gewesen ist und auch immer bleiben wird, gibt es ja doch einen Markt für Kunst, den teilweise pervers-geldgeilen der Bildenden Kunst und etwa auch den der Literatur. Überall zählt Leistung, soll frei nach Kant heißen, die Angemessenheit des Produktes in bezug zur unter(ge)legten Idee sollte gewährleistet sein. Die Idee selbst ist meiner Ansicht nach aber immer schon Teil des Systems, oft auch dadurch, daß kritisch nachgefragt wird (Kants “interesseloses Wohlgefallen” ist Blödsinn), vermeintlich Richtiges infrage gestellt wird und so weiter. So gesehen ist jeder Künstler ein Systemkünstler, weil er von innen aus dem System heraus arbeitet, egal wie und ob er bezahlt wird. Darüber hinaus sind aber auch einige Künstler Marktsystemkünstler, per Zufall, weil deren Produkt “paßt” (oder passend gemacht wird durch Werbemaßnahmen), oder aus Berechnung, weil es zuvörderst um die Idee des Geldverdienens geht, was dann nicht mehr Kunst sein kann.

      Richtig Geld fließt ohnehin eher bei den ganz besonders Schlauen und Skrupellosen, darunter auch einige, die es in jedem System an die Spitze schaffen würden. Siehe dort: http://www.faz.net/aktuell/vortraege-von-prominenten-wer-kostet-was-im-redner-zirkus-11618898.html

    • Lieber Kienspan, in der Tat, Dynamit. Ihre Antwort auf meine bewusst etwas schlicht gestellte Frage, wie es denn um das Aufbegehren der “Opfer” bestellt sei, macht mich frösteln. Sie blicken da sehr klar. An meiner Replik muss ich noch etwas herumdenken, bevor ich sie in Worte fassen kann. Danke erst einmal, dass Sie trotz Schädelbrummen so viel Zündstoff in die Diskussion gaben. Und gute Besserung!

    • Ich seh’ kaum ‘was @ANH: my pleasure.
      Meine Begriffe stehen zur freien Entnahme in der Landschaft. Sie sind gemein.frei.

      @NWS: Ich will Sie heute bestimmt nicht mehr ablenken – komme dann morgen darauf zurück, versprochen.

      Oh! @Phyllis: Danke!

    • @NWS, Systemkünstler – Nachtrag Sie schreiben, dass unter dem Aspekt der “unter(ge)legten Idee” jeder Künstler ein Systemkünstler sei, weil er von innen aus dem System heraus arbeite. Ich meine wohl zu ahnen, wie Sie es verstanden wissen wollten. Lassen Sie mich die umgangssprachliche Formulierung dazuhalten: “aus dem System fallen” (so ab 40, 45 etwa) – das impliziert ein “drinnen” und “draußen”. Ich glaube, dass es Kunstschaffenden nicht anders ergeht. Wenn sie’s mal “hinein” geschafft haben, nachdem sie an den Türstehern glücklich vorbeigekommen sind, spielen sie bei der Lotterie mit, in der Hoffnung, das große Los zu ziehen. Es wird regelmäßig gezogen und regelmäßig ausgeschüttet – nicht immer gewinnt die Kunst. Ironie bei der Geschichte: gerade mal die Hälfte der Losverkaufserlöse wird auch ausgespielt, denn die Türsteher bestehen darauf, leben zu wollen…

      Richtig Geld “verdient”, lieber Schlinkert (ohne damit Ihrer Spitze die Schärfe nehmen zu wollen), wird derzeit mit griechischen Staatsanleihen. Es werden am Markt 25 Cent auf den Euro bezahlt und bei Fälligkeit in wenigen Monaten der volle Euro vom Staat eingefordert. Das ist nicht mal besonders schlau von denen, die’s tun, sondern unbeschreibbar blöd von denen, die’s zulassen. Tragen müssen’s dann alle, weil darauf verzichtet wird, das “Spiel” zu verstehen. Ob ich horrenden Eintritt bezahle, um Clintons Vortrag zu hören, darf ich wenigstens noch selbst entscheiden.

      Merci, übrigens!

    • @Kienspan Sie haben zwar vollkommen recht mit dem Herausfallen aus dem System, ich möchte aber optimistisch bleiben und halte dagegen, daß ab etwa 40, bezogen auf die etwa Gleichaltrigen, wesentlich weniger Künstler:innen noch ernsthaft Kunst betreiben, so daß zwar die Chancen nominal sinken, weil über 40jährige kaum noch Chancen bekommen, dies aber prozentual ausgeglichen wird, weil ich nicht mehr einer unter 10.000, sondern einer unter 2.000 bin, die mein Alter haben und Entsprechendes anbieten. Ich stehe zwar auch in Konkurrenz mit Andersalten, dies aber nur bedingt, da nicht jeder alles liefern kann. Sie sehen, lieber Kienspan, ich begebe mich hier auf Glatteis mit dieser Überlegung und benutze nicht nur wahrscheinlich die völlig falschen Begriffe, sondern vergleiche auch noch Äpfel mit Birnen. Doch mein Optimismus ist es mir wert.

      Zu den griechischen Staatsanleihen kann ich nichts sagen, aber vielleicht sollte man jenem kommunistischen Jesuiten Naphta aus Thomas Manns ‘Zauberberg’ folgen, der das mittelalterliche Zinsverbot wieder eingeführt sehen möchte.

    • Lieber Norbert W. Schlinkert, mit Ihrer Replik haben Sie den Kern in Hammerls Artikel angesprochen in einer Weise, wie sie eindringlicher nicht sein könnte: Chancen “bekommen”. Von wem? Wofür? Und was ist das Ergebnis dieser Auslese?

      In Ihrem Formulierungskugellager lässt sich das vorherrschende Menschenbild widerstandslos drehen. Auf welcher Grundlage maßt sich eine Gesellschaft an, dem Kunstschaffenden auch nur bescheidenste Überlebenschancen gewähren oder versagen zu wollen? Auf welcher Grundlage beansprucht ein Kunstschaffender dagegen auch nur bescheidenste Arbeits- und Lebensbedingungen? Wie kommt Mensch dazu, sich von Chancengewährungen abhängig zu machen?
      Die Antwort darauf ist eine >>>Glaubensfrage.

      ad Zinsverbot: Das brauchte es nicht, sondern bloß Verständnis. Doch hätte Thomas Mann damit die Protagonisten (und sich selbst) in arge Schwierigkeiten gebracht. Ich skizziere sachlich verkürzend: Wenn Sie sich von mir zehn Euro leihen wollten und ich zückte mein Portemonnaie, fischte einen Schein heraus, übergäbe ihn mit der Bitte, in einem Jahr elf Euro zurückzuerhalten, willigten Sie möglicherweise ein. Wenn Sie sich von mir zehn Euro leihen wollten und Sie beobachteten mich ungläubig staunend dabei, wie ich den Schein aus meinem Laserprinter zöge, sauber zurechtschnitte, Ihnen den Schein übergäbe (unter der Prämisse, dass Sie ihn Kraft Gesetzes legal verwenden dürften), versehen mit der Bitte, in einem Jahr elf Euro zurückzuerhalten, fragten Sie möglicherweise, ob ich einen Vogel…

    • Nur mal so, lieber Kienspan, in den Raum geworfen: Warum sollte es in einer Überflußgesellschaft nicht möglich sein, so etwas “Überflüssiges” wie Kunst angemessen zu bezahlen? Natürlich könnte man auch fragen, warum es in einer Wegwerfgesellschaft nicht möglich sein soll, die Kunst in Gänze zu verwerfen, sozusagen von vornherein, wenn sie denn schon vernunftwidrig entsteht, dem Müll zuzuordnen, arte povera also nicht als Kunstrichtung, sondern als Wesen der Kunst zu sehen? Aber Sie haben recht, am Ende läuft alles immer auf Glaubensfragen hinaus – vielleicht sollte sich die Kunst nach Art des Ablaßhandels organisieren, das wäre dann eine win-win-Situation, vorausgesetzt, die Menschen lassen sich gerne betrügen und um ihre Penunsen erleichtern.

    • Beidhändig aus der Luft gefangen bemerke ich an der geworfenen Frage sogleich deren Schmerz, lieber Schlinkert. Kunst hat keinen Wert. Kunst(schaffen) i s t ein Wert. Diese beiden Wert-Begriffe sind annähernd, wenn nicht gar gänzlich, berührungsfrei. Es verbietet sich, zeitgenössische Kunst bezahlen zu wollen, ihr damit unterzuschieben, dass sie (Geld)Wert h a b e, sich damit aber gleichzeitig des Künstlers, des schöpferischen Menschen, der Wert i s t, zu entledigen. Geld, wie wir es verwenden, ist ein Trennmittel (eingesetzt zur Schuldbefreiung), jedoch kein Verbundenheitselement (als Ausdruck persönlicher Wertschätzung).

      Das meinte ich übrigens mit der “schwammigen Wertelosigkeit” ganz oben in meinem ersten Kommentar. Werten bedeutet im Gegensatz zum be-Werten, sich zu stellen, sich auseinanderzusetzen, das eigene Wertesystem zu befragen, Antworten zu suchen. Das ist nicht zu bezahlen. Genau d a s aber leisten Kunstschaffende und d a f ü r gebührt ihnen angemessene Anerkennung, von der sie hinreichend gut leben können.

      Selbstverständlich wäre es mit einer Art Gesellschaftsvertrag möglich, Künstlern ein von jeglicher Not und Existenzangst freies Leben zu gewährleisten (wie übrigens jedem einzelnen Mitglied dieser Gesellschaft). Dazu müssten allerdings Illusionen aufgegeben werden, an die Schlussfolgerungen bezüglich vermeintlicher Notwendigkeiten geknüpft sind. Mit dem verzinsten Kredit von vorhin wollte ich das beispielhaft aufzeigen – so funktionieren nämlich Bankkredite und niemand regt sich über die geforderten Zinsen auf.

      Die mit Ihrer Frage angesprochene Illusion lautet verallgemeinert, dass Wert habe (oder eben nicht), was der Mensch erschafft. Tatsächlich verhält es sich aber so, dass es bereits ein selbständiger Wert i s t, wenn er überhaupt tätig wird. Wenn das anerkannt würde, wäre der Weg zur Kooperation, wie sie Hammerl vage als Sehnsucht andeutet, frei.

    • @Kienspan Unter Jugendlichen kamen vor einiger Zeit die Worte “krass” und “Respekt” in Mode. Ersteres ist bestens geeignet, die von Ihnen, lieber Kienspan, so treffend aufgezeigten Methoden und Grundmuster unserer kapitalistischen Gesellschaft zu beschreiben, während das Wort Respekt oft gleichsam mit einem Ausrufezeichen versehen ist und eine Forderung darstellt. Nicht die schwammige Toleranz als kleinster gemeinsamer Nenner wird also gefordert, sondern Respekt als Ausdruck der Achtung vor dem Anderen, dem ich auf Augenhöhe begegne. Ich denke, das Respektieren der Lebenswirklichkeiten und der Lebensentwürfe des Anderen ist keineswegs voraussetzungslos, sollte aber keinesfalls mit Geld zu tun haben, mit Herkunft, Geschlecht, Rasse, sexueller Orientierung usw. So weit die Theorie. Ich rede natürlich nicht von der großen Gleichmacherei der Ideologien von links und rechts, sondern von lebendig-friedlicher Auseinandersetzung, die eben nicht zu einer Trennung führt. Kunst und Künstler haben daran, ohne direkt politisch sein zu müssen, einen Anteil, der kaum zu spezifizieren ist, wobei diese Arbeit natürlich nur auf der Grundlage eines menschenwürdigen Daseins zu leisten ist. Ein Grundeinkommen für alle wäre wahrscheinlich die beste Lösung, doch es ist vielen Menschen offensichtlich lieber, das Geld für das Reparieren von gesellschaftlichen Defiziten zu verwenden, anstatt es vorher gerecht und sinnstiftend zu verteilen. Wer wohlhabender oder gar reich sein will, muß dann eben viel dafür tun, ohne mit diesem Tun aber die Berechtigung zu erlangen, Kunst und Kultur zu alimentieren. Was will ich damit sagen? Eigentlich nur, daß ich Ihnen vollkommen recht gebe.

  5. Sehr aufgehoben fühle ich mich durch den Kommentar von Iris, der die Zuschreibungen in Bewegung bringt, was Schwäche, was Stärke ist. Was eine Frau ist, eine starke Frau, eine schwache Frau, sollte sich nicht orientieren an Bildern von “starker” bzw. “schwacher” Männlichkeit, aber auch nicht daran, was f ü r Männer eine stark anziehende oder weniger stark anziehende Frau ausmacht. Also weder ein “männliches” Konzept (“Karrierefrau”) übernehmen, noch eine auf die “weibliche” Macht über Männer sich stützende frauliche Stärke (“femme fatale”). Für mich sind immer noch, immer wieder von ungeheurer Inspiration die Texte der italienischen Gruppe Diotima, die eine Fraulichkeit jenseits dieser beiden Pole suchen. Ich bin weder Rampensau, noch schüchtern. Vorlaut, aggressiv, wild, auch primitiv – und … suchend, affirmativ, anschmiegsam, sich “fügend” (nicht fügsam) – das bin ich oder will ich sein. Eine Frau. Nur eine. Viele Möglichkeiten. Wie ich mich freue, dass es Zeit ist und wird all die Bilder von Frauen zu sehen, die sie sich selbst entwerfen, statt des immer noch wirksamen, aber immer langweiligeren Männerblicks auf “die Frau” (als Gattungswesen). Welche Vielfalt, welche Lust…
    Ich sehne mich grade sehr nach weiteren Bildern aus Ihrer Serie, Phyllis “Einmal geübt, schon gekonnt…” Und danke, nochmal, für die, die Sie schon entwarfen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diotima
    http://de.wikipedia.org/wiki/Luisa_Muraro

    • Liebe Melusine, zunächst mal muss ich sagen, dass mir gestern, als ich Ihren Kommentar las, kurz das Herz leicht wurde: Ich hatte Ihre Stimme hier vermisst. “Nur eine” schreiben Sie. Kein Gattungswesen sein. Keine Selbstetikettierung – schon gar nicht eine aus der Angst heraus, andere könnten einem sonst mit dem Etikettieren zuvorkommen, so nach dem Motto: “Wenn Du nicht selbst bezeichnest, w i r s t Du bezeichnet.”
      Die Vielfalt und die Lust an den eigenen Entdeckungen und Entwerfungen – klingt so einfach. Gestern fragte ich mich, wie es sich anfühlen würde – nein, wie es sich anfühlen w i r d – zu den eigenen Überzeugungen zu stehen. Ich meine, zu allen. Nicht nur zu jenen, die ich kreuz und quer durchdacht, mit Freunden besprochen, in Träumen sortiert und auf der Bühne auf Publikumswirksamkeit getestet habe. Sondern auch zu jenen, bei denen ich noch zu keinem Schluss gekommen bin. Ich glaube nämlich, ein ganz gutes Beispiel für jene Art von Menschen zu sein, die erst mit einer Meinung rausrücken (- geschweige denn mit Protest), wenn sie sich ihrer Sache ganz sicher sind.
      Das nervt mich. Es verlangsamt. Ich habe nie genug Information, um das Gefühl zu haben, mir eine Meinung bilden zu können – die Komplexität der Zusammenhänge, über die ich nachdenke, bringt mich ständig dazu, meine Probezeit zu verlängern.
      Hat das etwas mit unserem Thema zu tun? Ich denke schon. Vielleicht hat es auch etwas mit Ihrer Sehnsucht nach (danke übrigens – hat mir gut getan) also mit Ihrer Sehnsucht nach einer Fortsetzung von “Einmal geübt, schon gekonnt”.

      Noch etwas anderes: Vorhin fiel mir der Ausdruck “Neue Gefühle” ein. Keine Ahnung, warum. Man könnte doch annehmen, man wäre ständig neuen Gefühlen ausgesetzt. Aber – ich dachte so vor mich hin – man benennt doch eigentlich immer nur diejenigen, zu denen man eine Referenz, einen Erfahrungswert hat. Die man wiedererkennt. Wo sind denn die neuen? Gibt’s die überhaupt, oder “nur” Variationen der alten? Bedeutet Fühlen nur Verknüpfen? Würde man neue Gefühle überhaupt als solche erkennen? Wie unmittelbar und dicht müsste man an sich dran sein, um sie nicht mit alten zu verwechseln, oder gar nicht erst als Gefühle zu identifizieren?
      Ich komme darauf, weil Etikettieren ja auch nichts anderes ist als Verknüpfen. Und deshalb eigentlich immer schief gehen muss, denn die eigenen Verknüpfungen lassen sich nicht übertragen. Was aber wiederum bedeuten würde, man müsste von den Etiketten der anderen gar nicht so einen Respekt haben; sie treffen ja höchstens in deren Schwarzes, nicht in das eigene.
      Die Angst, missverstanden zu werden. Mir jedenfalls ist sie lästig.

      Sorry, ich hab’ einfach drauflos geschrieben – das passiert, wenn ich meine innere Richterin in die Besenkammer sperre ; )

    • Liebe Phyllis, es freut mich, dass Sie mich vermisst haben. Hatte doch tatsächlich ein paar Tage fast keinen Netzzugang (in meinem Blog schalte ich ja manches vorab auf einen bestimmten Termin frei; psst, nicht weitersagen…).

      Es ist ganz schwierig, finde ich – die Etiketten erleichtern ja eben so viel, wie sie an Spielraum wegnehmen. Mann // Frau z.B (Ich scanne die Welt danach 😉 Jetzt lerne ich Menschen kennen, die weder das eine noch das andere sind (oder sein wollen). Wie mich das beunruhigt. Aber dann: Will ich ohne dieses “Etikett” sein? Klares: Nein. Frausein – interessiert mich immer noch. Was kein Mann ist. Eher nicht.

      Die Geschichte (die eigene, auch die kulturelle) kriegen wir ja nicht weg – die ist ja da und auch ein Schatz, trotz all der Überschreibungen, Setzungen, Verdrehungen. Ich glaub, es geht immer nur um Verhältnisse, Wendungen; “das Eigene” gibt es gar nicht als “Substanz”, als “Wesen”, sondern nur als die eigentümliche Mischung in ihrem ganz eigenen Abstand, ihrer eigenen Nähe zu dem Anderen.

      “Die Angst missverstanden zu werden. Mir jedenfalls ist sie lästig.”

      Das hat – auch – , denke ich, mit dem Geschlecht zu tun. Dass Frauen lernen, gefallen zu wollen. Sich selbst nur zu lieben, wenn sie geliebt werden. Aber keine Lust daraus ziehen, sich abzugrenzen, sich kenntlich zu machen gegen ein Anderes. Auch das lässt sich aber in Stärke wandeln. Das Lästige a l s Lästiges lässig 🙂 vorzeigen: die Affirmation als Kraftquelle. Da liegt etwas verborgen, was noch nicht mal andeutungsweise gehoben ist.

      Herzlich

      Melusine

  6. Liebe Phyllis, was ich vor allem aus Ihrem Beitrag (wie aus den meisten übrigens) herausgelesen habe, war das Nach- und Weiterdenken von Hammerls Artikel, und ich habe, glaube ich, auch die Vorläufigkeit Ihrer Gedanken verstanden. Dass Sie nicht zu einem Schluss kommen und einen Punkt setzen, weil ja immer noch etwas kommen kann. Das gefällt mir sehr hier in diesem Blog, dieses “laut Denken” statt eines Präsentierens von Standpunkten.
    Ich möchte nochmal auf zwei Sichworte Bezug nehmen und sie zueinander in Beziehung setzen: 1. den Begriff “schüchtern” aus Melusines Kommentar und 2. das “Etikettieren”.
    Ich empfinde nämlich genau dieses “schüchtern” als ein Etikett, das stillen Kindern verpasst wird, die dann entsprechend diesem Etikett ihr Selbstbild und die Art ihrer Selbstdarstellung entwickeln. Heranwachsende, die aufgrund dieser Etikettierung ihre Schweigsamkeit, Nachdenklichkeit, Zurückhaltung als negativ bewertet sehen und dies in ihr Selbstbild übernehmen, können sich natürlich nicht selbstbewusst darstellen, weder leise noch laut. Ich kenne sowohl die Verweigerer als auch die Klassenclowns, keiner von beiden ist in der Lage, sich seinem eigenen Naturell entsprechend zu verhalten. Traurig, sowas. —
    Mir fehlt gerade die Zeit, noch genauer darauf einzugehen, aber ich möchte diesen Gedanken weiter verfolgen, und freue mich ehrlich sehr an diesem gemeinsamen Nachdenken und den verschiedenen Aspekten, die mit einfließen.

    • @Iris zu Etiketten Die Bezeichnungen bezeichnen, das liegt in ihrer Natur. Sich mit zunehmender Reife besser dagegen wehren zu können, bezeichnet zu werden, liegt leider nicht unbedingt in der Natur – jedenfalls nicht in der jedes und jeder Einzelnen: Ich denke, Sie schätzen das richtig ein.
      Aber Bezeichnungen sind so ungeheuer verlockend! Statt aus Gründen der Fairness darauf zu verzichten, sollten wir lieber mehr mit ihnen spielen. Mehr Rollen-spielen. Mehr Facetten in uns und anderen erkennen, benennen – und auch das Revidieren von Einschätzungen selbstverständlicher machen. Wir sind so darauf konditioniert, zu Ergebnissen gelangen zu sollen, auch in der Wahrnehmung. Man muss sich positionieren, sonst wird man nicht ernst genommen. Spannend aber wäre es – und wahrscheinlich heilsam – Rituale einzuführen, bei denen man Etiketten auch wieder loswerden kann.

      Ich hab’ das noch nicht gut formuliert – hab’ aber heute leider zu wenig Zeit. Morgen wieder.

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