7 Gedanken zu „Herman Melville / Moby Dick or The Whale

  1. Der Link funktioniert leider nicht. Doch in der Tat: einer der größten Romananfänge einer der größten Romane, die jemals geschrieben worden sind. Was man unterdessen leider hinzufügen muß: Es ist so wenig ein Kinderbuch wie Swifts Gulliver. Wer beide Bücher als Kind in der zensierten Form las – Bearbeitungen für Kinder sind immer Zensur -, wird für die wirklichen Bücher fast durchweg verdorben – es sei denn, ersie hat später mit Literatur beruflich zu tun

    • Einer der größten Romane je. Vom Ungeheuren, ein Mensch zu sein. Lieber Alban Nikolai Herbst, hier sind wir uns einig, das ist etwas, das bleibt, und steht m i r neben „Schuld und Sühne“, neben „Zauberberg“ und „Prozess“, neben – um Ihr Blut ein bisschen in Wallung zu bringen – „Unendlicher Spaß“.

      Meine Schwierigkeiten kamen übrigens nicht von gekürzten Kinderbuchversionen, sondern von der Sprache selbst, im amerikanischen Original habe manchmal seitenlang nicht verstanden, um was es eigentlich ging.

      Ob Kindebuchfassungen schon Zensur sind, da bin ich allerdings nicht sicher. Natürlich, der Romantext hat mit der Verharmlosung, das action-Substrat mit der Literatur, nichts gemein. Das ist ja auch bei Verfilmungen so. Ich würde übrigens den „Don Quichotte“ in diese Reihe stellen (und Sie noch, wie ich weiß, Kipling’s „Mowgli“ aus „The Jungle Book“). Aber das Kinderbuch ist eine Chance, wichtige Bücher jemandem nahe zu bringen, der ohne diesen teaser später vielleicht nie hineingeschaut hätte.

      Ich überlege in diesem Zusammenhang beispielsweise, ob ich einem meiner Patenkinder die 3 bereits erschienenen Comic-Bände zur „Recherche“ schenken soll („Combray“ und „Im Schatten junger Mädchenblüte 1 und 2“ gibt es nämlich schon). Der Junge wird vermutlich in der Zukunft nicht alleine zu Proust greifen, da bin ich fast sicher.

      Beste Grüße

      NO

    • @Dr. No, lächelnd. Mein Blut wallt nicht, wenn ein nicht wirklich schlechtes, aber doch unbedeutendes Buch erwähnt wird; es bleibt, mein Blut, ganz warm in seiner Soße – das eben ist bei diesem Unendlich Öden Spaß der Fall, dem ich aber auch wirklich jedes meiner eigenen Bücher vorziehe, um von Pynchons Romanen zu schweigen und auch von Helmut Kraussers >>>> Melodien, die ich Ihnen und allen anderen Leser:innen dieses Ateliertagebuchs sehr gerne ans Herz legen möchte. Aber ich hatte heute, >>>> wie Sie vielleicht gelesen haben, andere „Sorgen“; da würde es nicht mal an mich gehen, käme jemand auf die Idee, einen Roman von Charlotte Roche als große Literatur anzupreisen. Statt dessen lese ich >>>> Paulus Böhmer und muß immerfort ausrufen: „Welch eine große Dichtung!“ D e r wird bleiben, wie Melville.

    • Ich habe es gelesen. Und zolle Ihnen größten Respekt, dass Ihnen das so zu Herzen geht. Schwäche vermag ich nicht zu erkennen, ich sehe Haltung.

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