Gier. Mittwoch, 15. Juni 2011

„We lived in a larger world where there is also a sense of hunger and a sense of lack. We can call it a loss of religion, loss of the nuclear family, loss of community, but whatever it is, it has created a deep and insatiable hunger in our collective unconsciousness. Our perpetual search for something that will be big enough to fill us has led us to a strange idolatry of at once consumption and starvation. We execute „complicated vacillations … between self-worshipping and self-degradation“, the pendulum swinging back and forth, missing the point of balance every time.“

Marya Hornbacher
„Wasted. A memoir of anorexia and bulimia“

Diese Autobiographie stand einige Jahre im „zu lesen“- Regal, bevor ich mich ihr zuwenden konnte. Als hätt‘ ich’s gewusst. Nein, ich h a b’s gewusst. Ohne selbst je praktizierend gewesen zu sein – ich erkenne das setting. Und sieh‘ an: Fettberg, so fiktiv und bizarr der plot auch ist, hat seine Wurzel in einer sehr verwandten Psychostruktur. Hui, dachte ich, als ich „Wasted“ dann doch las, als ich hierher kam, da ist er ja, der Hunger. In Reinform, nicht fiktionalisiert und ohne happy-end. Und: welche Freiheit ich mir nehme, diesen Hunger mit meinem Roman Fiktion werden zu lassen. Ihn genüsslich zu pervertieren. Ihm meinen Stempel aufzudrücken. Not wasted.

Ganz in der Nähe improvisiert jemand am Klavier. Seit sechs Wochen täglich das immer gleiche, merkwürdige Grundmotiv. Noch jemand, der lange braucht, um hineinzuwachsen.

(@Eugene Faust
Ihr Hinweis ist bearbeitet, danke! : ) Im Modul „TT abonnieren“ ist nun der username verlinkt mit dem jeweils eigenen Blog. Gut so? Sonst noch strukturelle Verbesserungsvorschläge? Ich freu‘ mich immer über Rückmeldungen dieser Art)

12:30
TT wird neu strukturiert. Nicht irritieren lassen, falls heute in der Sidebar irgendwas doppelt oder komisch auftaucht, das ist bis heute Abend dann abgeschlossen.
14:25
DONE! : )

21:58
Neues Kapitel fertig! Ich sortiere jetzt zum Abkühlen vom Skript mal ein paar Lieblingstexte aus dem TTagesjournal in die „Gewebeprobe“ – Rubrik um … nicht wundern also, wenn die jetzt unten links nochmal Beiträge als aktuell auftauchen, obwohl sie’s nicht sind.

12 Gedanken zu „Gier. Mittwoch, 15. Juni 2011

  1. oh das layout gefiel mir vorher besser – jetzt ist der grosse textcontainer so gestaucht finde ich – das war vorher relaxter und einladender und gab den texten mehr gewicht.
    da frag ich mich was wichtiger ist – die aktuellen beiträge oder die rubriken.
    nö finde ich nicht gut ausbalanciert.
    sorry

    • Lobs Mir geht’s genau umgekehrt, ich finde, jetzt ist das Ganze entspannter und übersichtlicher. Und neue Gäste finden sich schneller zurecht, denke ich. Aber ich versteh‘ schon, was Sie meinen, wenn ich mir Ihr eigenes weblog ansehe … das leider nicht verlinkt ist. Gefällt mir auch, der Stil bei Ihnen. Ist aber so ziemlich das Gegenteil von dem, was mir für mich und TT vorschwebt.

    • (offtopic) … wollte ihnen gerade etwas senden, bekomme aber ein replay: „mailbox is full: retry timeout exceeded“ … haben sie evtl. noch 1 andere e-mail-addy … herzlich, hab

    • naja ist bestimmt reine gewöhnungssache – war halt für mich so auf den ersten take heute leicht irritierend.

      ( meine „blog“ verlinke ich wohl erst dann, wenn mir irgendwie klar ist wie ich da mit theoretischem zeugs umgehe oder ob ich das überhaupt ernsthaft tun sollte – wollte da ja nur ein wenig experimentieren )

      alles liebe soweit, phy!

    • Nehme Ihren Dank, liebe Eugene, stellvertretend für meinen Freund den Programmierzauberer entgegen und reiche ihn weiter. Er wird sich freuen. Und ich tu’s natürlich auch : )

  2. der text hat mir eine gehörige gänsehaut verpaßt…

    es ist nicht nur der hunger nach (er)füllung – es ist der hunger nach sich selbst, nach der eigenen identität, die sich in die vorgefertigten schubladen zurechtbiegt, weil sie nicht anecken darf und gefallen muß…

    (ich bin noch unschlüssig, welches layout mir persönlich mehr zugesagt hat … die zeit wird’s zeigen … 😉 )

    • @M_I_A Ich habe über diesen Hunger einen ganzen Roman geschrieben. Und je länger ich mich mit der Endbearbeitung von „Fettberg“ beschäftige, desto klarer wird mir, es wird vielleicht nicht bei dieser einen Fiktion über den Hunger bleiben. Da steckt viel Kraft drin, im Hunger. In der Gier. Stärkende und zehrende.

      (keine Sorge wegen des neuen Layouts, an sowas gewöhnt man sich ruckzuck ; )

    • @Parallalie Ein Wegweiser zu frischen Feigen, der mich schwindeln macht! Ich liebe diesen Text! Danke!

      […] „All dieses Strotzende, Platzende von mir abzutun, ich aß, um es zu vernichten“ […]

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