Stars. Freitag, 8. April 2011

Meine girls

sind super! ; )

Und das sind nur eine Handvoll der wunderbaren Migs (ich nenn‘ sie so; ich darf das), mit denen ich in den letzten Wochen und Monaten gearbeitet habe. Würde gerne noch mehr von ihnen zeigen, vergaß die übrigen aber zu fragen, ob sie einverstanden sind, veröffentlicht zu werden. Diese girls sind aus einer EIBE-Klasse (Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt), andere Gruppen kommen aus Seiteneinsteiger-Klassen, sind noch ziemlich tapsig in Deutsch, wieder andere sind sehr, sehr begabt, Stipendiat:innen – die ganze Bandbreite eben. Hab‘ ich’s schon erwähnt? Ich liebe meine Arbeit.

29 Gedanken zu „Stars. Freitag, 8. April 2011

  1. Oh, die haben Sie/sie echt glücklich gemacht, ich will auch mit aufs Foto, damit wenigstens eine böse guckt;-), so Damenbegleitung steht Ihnen außerordentlich gut. Cooles Outfit!

    • @sowieso Nee, wetten, auch Sie hätten da nicht lange böse geguckt, solche Mädels will man lachend lehren, die haben eh schon genug an der Backe. Humor ist Fülle, Ironie Verengung, fällt mir gerade ein, mit Fülle muss man arbeiten in meinem Metier, Ironie bringt’s nur unter Gleichstarken.
      Cooles outfit hilft natürlich auch! ; )

    • Und was macht man mit diesen Frauen danach? Bekommen die mit Sicherheit eine Arbeit?
      Oh ja, man muss alles positiv sehen, alles.
      Ob die jungen Frauen nach dem fünften Bewerbungstraining immer noch so lachen, schön wäre es.
      Es gibt keine Perspektive, aber das lachen bleibt, es gibt keine Zukunft, aber man lacht, man lacht weil man täglich beschissen wird.
      Das alles macht nichts, wichtig ist das Lachen, das Lachen das macht, dass man auch über die größte Verarschung noch lachen kann.
      Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt, warum gibt es so etwas nicht für den Arbeitgeberverband?

    • @Olaf Ich wünschte, ich könnte Ihren Beitrag ob seines unfreundlichen Tons einfach abtun, kann ich aber nicht. Die Probleme sind tatsächlich riesig. Von Verarschung kann allerdings keine Rede sein, zumindest in den Bereichen nicht, die ich beurteilen kann: wenn Sie wüßten, wie viele hingebungsvolle Leute es gibt. Ich sage absichtlich nicht „engagiert“ oder „motiviert“.
      Ob unsere Arbeit durch Pessimismus effekiver würde? Ohne Zuversicht versteinert man irgendwann. Ohne Humor sowieso.
      Ich habe dieses Jahr übrigens zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal eine Assistentin gebucht: eine junge Studentin, ausländischstämmig, vor Jahren hat sie ein Seminar „Kreatives Schreiben“ bei mir gehabt, inzwischen studiert sie Germanistik und Romanistik auf Lehramt. Solche Beispiele gibt’s viele. Ob die „mit Sicherheit eine Arbeit kriegt“?
      Nö. Ich übrigens auch nicht. Weitermachen!

    • Was ist daran Agressiv zu schreiben, dass es seit den neunziger Jahren mehr Entlassungen als Einstellungen gab?
      Habe ich an Ihrem Tun und Ihrer Kollegen gezweifelt, ich hab nur schon sieben solcher Massnahmen mitgemacht und nach dem vierten Mal verliert man den Glauben an so etwas, weil es nämlich keine Stellen für 3 Millionen Arbeitslose gibt.
      Agressiv ist das was die Arbeitnehmerverbände machen, die Wirtschaft, die glaubt sie müsse denen auch noch den schwarzen Peter zuschieben, die Opfer von Entlassungen sind, oder niemals in die Lage kommen entlassen zu werden?
      Kaum macht man etwas zu einem Problem der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft schon ist man negativ und ist am Ende noch humorlos, dabei ist gerade umgekehrt, der Humor und die Lebendigkeit, das fühlen um das was wirklich vorgeht, macht einen freien Menschen aus, nicht das Blenden, zu glauben, man müsse nur eine ordentliche Bewerbungsmappe haben, ordentlich frisierte Haare und schon geschieht alles wie man alles will.
      Das ist eine Gemeinheit sondersgleihen.
      Was erzählen Sie denn so einem Menschen, wenn er zum dritten Mal zu ihnen kommt und sich an alles gehalte hat, was man ihm oder ihr gesagt hat?

    • Was man solch einem Menschen erzählt, such Dir Deine Nische, meine Nichte, schlechte Noten, arbeitslos, das Einizige, was half, raus, ein Jahr Au Pair in Los Angeles, heute in der Leitung eines Kindergartens. Und ich, auch in Los Angeles gewesen, auch ein Nischenfach, nix Leitung, nix Kind, nix Garten, und nu, zu Tode grämen? Gedichte an die Arbeitnehmerverbände? Ich will ja gar keine Arbeit von denen, ich will für gramfreie Gedichte bezahlt werden.

    • Nichtsdestowenigertrotz ist an Arbeit ja kein Mangel, nur mit der Bezahlung haperts. Frau Berg v. Spiegel, zu deren Ansichten man sich verhalten kann, wie man lustig ist, schreibt etwa zur Arbeit des Schreibens dieses: „Der deutsche Autor leidet und schreibt. Er leidet vor allem an Geldmangel, doch gegen den gibt es Stipendien und Preise, die verteilt werden. Mit Großmut. Und Ernsthaftigkeit. Für ernsthafte Literatur. Blocksatz gewordene Selbstfindung. Naturbeschreibungen. Leiden. Das Land hält sich ein paar Autoren. Und schenkt ihnen ab und zu Geld. Gönnerhaft. Nein, es befreit Autoren nicht nach irischem Vorbild von Steuern, gibt ihnen nach norwegischem Vorbild keinen lebenslangen Zuschuss, keine vergünstigten Wohnungen, wenn sie schon Produkte herstellen, die im Markt keinen hohen Stellenwert haben. Sechs bis zehn Prozent des Verkaufspreises erhält der Autor.“
      http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,755941,00.html

      Das entscheidende Wort ist LEIDEN. Worunter litte ich, hätte sich die Prophezeiung mütterlicherseits – ‚wenn Du so weitermachst, wirst Du noch mal Straßenfeger‘ – bewahrheitet? Nun, ich habe so weitergemacht, und statt eines stattlichen festen Einkommens als Straßenfeger habe ich kein stattliches festes Einkommen. Ich will für meine Texte bezahlt werden, und auch für das Weitergeben meiner Erfahrung, Texte literarischer und wissenschaftlicher Art betreffend. Wie gesagt, an Arbeit ist kein Mangel, wohl aber an der Bereitschaft, dafür zu zahlen. Eher wirbt man mit dem Kreativpotential der Hauptstadt, nicht wahr, Herr Kultursenator?, füllt damit das Stadtsäckel, natürlich nicht ohne den einen oder anderen Künstler (also etwa jeden zwanzigsten) mit ein wenig Geld zu beträufeln, wofür die Künstler dann auch noch dankbar sein sollen. Ordentliche Bewerbungsmappen haben die anderen 95% aber auch abgegeben, das ist wie im „richtigen Leben“. Ungerecht eben. Das einzige was hilft ist: Weitermachen.

    • @Olaf Ich glaube, wir missverstehen uns da: ich sehe mich nicht als Schönfärberin und Sie nicht als Aggressor. (- ich sprach übrigens von „unfreundlich“, doch das nur nebenbei) Und glaube ebensowenig wie Sie, dass guter Wille immer siegt. Ebensowenig, wie Qualität siegt, noch so ein Klischee. Eine Lösung für die Arbeitslosen hab‘ ich auch nicht anzubieten. Ich lebe allerdings in einem Umfeld von Leuten, Freunde, Kollegen, Alliierte, die fast alle selbstständig sind, mehr oder weniger erfolgreich agieren, sich wirtschaftlich auf durchaus schwankendem Boden (das fast durchgängig) bewegen und die bestätigen würden, dass Missmut nichts bringt, Humor und Zuversicht allerdings schon.
      Ein Problem der Gesellschaft, wenn man ohne Einkommen ist … hm … klar. Doch die Verbände werden’s nicht richten. Obwohl ich mich da nicht auskenne – ich habe mich noch nie an einen gewandt. Wer gesund ist und einen einigermaßen guten Verstand besitzt, wird, wie sowieso schreibt, versuchen, eine Nische zu besetzen. Womöglich, wenn esprit da ist, entstehen dann in der Nachbarschaft noch mehrere solcher Nischen, und es wird ziemlich schwalbenkolonienartig. Fiep ; )
      Sorge machen mir andere. Die schon von Anfang an benachteiligt sind, aufgrund unterschiedlicher Faktoren ihre Herkunft und Kindheit betreffend. Die ihre Potentiale nicht nutzen können, entweder, weil sie nicht rankommen, oder, weil sie schlichtweg nicht viele Pfunde haben, mit denen sich wuchern ließe. Solange sie schulpflichtig sind, sieht man sie noch, kann unterstützen, später bewegen die sich auf Wegen, die die meinen nicht mehr kreuzen. Ich arbeite seit zwölf Jahren mit jungen Migrant:innen. Mit vielen der Begabten bin ich über Facebook verbandelt und sehe zumindest ansatzweise, wie sie ihren Weg gehen. Von den anderen verliere ich die Spur. Doch das wird sich ändern; ich arbeite daran.

    • @sowieso Man könnte, falls Ihre Gedichte nicht trist genug sind, um gut verkäuflich zu sein, das Deckblatt mit Absinth tränken, zum Ablecken vor der Lektüre … (?)

    • @Norbert W. Schlinkert Humor wird hierzulande immer noch mit Punktabzug bestraft: wer spielt, genießt und zuviel lacht, kann nicht intellektuell sein; das beißt sich bei uns. Und die brotlosen Autoren sind auch selbst schuld, hätten ja auch was ordentliches werden können. Von den vielen, vielen Kommilitonen, mit denen ich zusammen Kunst studiert habe, kann gerade mal eine einzige Frau von ihrer Kunst leben, und auch nur, weil der Gefährte aushilft ab und an. Die Alternative? Sich mit „Low jobs“ durchschlagen, oder rechtzeitig ein zweites Standbein aufbauen. Ich hab‘ das schon vor Jahren beschlossen, weil ich künstlerisch in aller Ruhe und ohne allen möglichen Gatekeepern (meistens Herren) gefallen zu müssen, mein Ding machen wollte. Bereut habe ich’s nie, vor allem, weil ich auf Low jobs geradezu allergisch reagiere. Und ich wollte auch immer lieber zur Jury gehören als juriert zu werden, schon gar, wenn’s Stipendien betrifft – nach dem einen, das ich hatte, hab‘ ich mich nie wieder um eines beworben. Wirtschaftlich nicht vom Wohlwollen, der Urteilskraft, der Tageslaune anderer abhängig zu sein – das ist mit Geld gar nicht aufzuwiegen : )

    • @Sturznest Sie hat dazu aber auch eine äußerst scharfe Zunge. Die sie gewinnbringend einsetzt, mit der sie auch gerne mal Punktabzug bei anderen betreibt: sowas geht natürlich auch. Ist aber ebenfalls eine Nische. Nebendran ist übrigens gleich die von Else Buschheuer.

    • Woher wissen sie das? Ich meine dass mit der Nische? Als sie ihr erstes Buch schrieb, saß ich auf der rechten und mein Mitbewohner auf der zweiten Seite Seite einer Fensterbank, wir lasen „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot dabei“.
      Sibylle ist einfach wahr, sie sieht hin und sie hat die Fähigkeit nicht im Dauerzustand über Sex zu reden und doch hieß ihr zweites Buch Sex2

      PS: Ich lasse diesen lustigen FEhler mal da oben,natürlich muss es heißen, als ihr erstes Buch erschien, denn als sie es schrieb, gab es diesen Planeten doch noch gar nicht

    • Wenn mich aber nun mal Sex interessiert, soll ich dann Guttenberg vorschieben? Bei Guttenberg verbietet sich aber jeder Gedanke an Sex, auch so ein Intellektuellen Ding, Deleuze, ja, wenn Sex, dann aber bitte nur den aufgeklärten nach der Psychoanalyse, boah, ich sag dann immer noch, auswandern, Brasilianer hält man auch nicht ständig aus, aber man darf hier noch der Selbsttäuschung erliegen, dass einem Sex einfach mal Spaß machen darf, einfach so, wenn einem hin und wieder danach ist. Bin ich eben keine Intellektuelle, mir auch wurst, ich opfer auch nicht alles den Hohepriestern der Durchdringungsaskese, sorry folks.

    • Frau v. Spiegel, deren Kollegialität man bewerten kann, wie man möchte, hat das mit der Künstlerbehandlung ja ganz richtig beschrieben. Ähnliches gilt übrigens auch für den Bereich der Geisteswissenschaften, mein zweites Standbein. Überall, wo nicht unmittelbar mit Geld Geld gemacht wird, ist ebendieses knapp oder wird knapp gehalten. Warum zwei (oder drei oder vier oder …) Künstler fördern, wenn mit einem das Image als kulturfördernde Institution locker verbessert werden kann? Ein paar Staatsdichter, Staatskünstler und Staatsphilosophen peppen derweil den internationalen Ruf Deutschlands auf, auch wenn sie nun nicht mehr ins Kanzleramt kommen dürfen, weil die Kanzlerin keinerlei Bezug zu Kunst und Kultur hat. Ich nehme aber trotzdem jedes mir zukommende Stipendium, derweil ich meine beiden Standbeine stärke (das Bild eines dritten Standbeins röche zu sehr nach Ödipus und Rätselraten). Immer schön Schritt für Schritt und sich nie ins Fäustchen lachen.

    • Wie kommen Sie denn jetzt allesamt von Problemen des Erwerbslebens auf Sex? Die Folgen desselben höre ich übrigens bei wärmer werdendem Wetter, wenn ich das Fenster öffne, denn wenn auch die kleinen Terroristen nichts dafür können, ohne Beischlaf keine Schreihälse und somit auch keine Störung meiner Arbeit. Aber ich sag ja nichts, wer sich fortpflanzen muß, um überhaupt gewesen zu sein, der kann sich auf dem Arbeitsmarkt auch besser behaupten, weil er seinen Nachwuchs ernähren muß. Sehen Sie: da bin ich ganz souverän von Ihrem Sex wieder zum Arbeitsmarkt gesurft. (Und jetzt: Ruhe da draußen, Haferschleim essen, ab ins Bett!)

    • (lacht nachlässig)

      gerade der Sex spielt doch die größte Rolle in diesen geräuschlosen TAgen, wo kämen wir nur hin, wenn wir das plötzlich vergessen würden. Aber (lacht kurz und kräftig, dreimal hintereinander um dann, noch einmal sanft zu schlafen…brrrr)

    • Wie mans auch dreht und wendet, der Beischlaf war gespendet. Wo wir da hinkämen, keine Ahnung. Also, liebes Sturznest, wer sich ekelt sollte in jedem Fall davon lassen, also, ich würds tun, dann, gibt auch noch andere schöne Dinge, das sowieso. Ich geh jetzt frühstücken.

    • So was Ärgerliches, jetzt habe ich schon wieder* eine Ablehnung bekommen, das Arbeitsstipendium für Berliner Autorinnen und Autoren betreffend. Kann ich das also nicht nehmen, das Stipendium, weil ich es nicht kriege, und mich öffentlich ärgern kann ich auch nicht, weil die Jury-Mitglieder hier möglicherweise mitlesen. Dabei hatte ich eine so schöne Bewerbung mit einem hervorragenden Manuskriptauszug – trotzdem, irgendwas muß ich falsch gemacht haben, nur was?

      Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt, von daher ist es auch ohne Unterschrift gültig.

      * Soll heißen: genau wie letztes Jahr.

    • Meines Wissens kann es nur 12 geben jedes Jahr und davon höchstens 2 Lyriker, so richtig ärgern konnt ich mich nicht die letztern 2 Jahre, bekamen es doch immerhin ein paar Leute, wo ich dachte, ja, ok, verdientermaßen, andererseits dacht ich natürlich auch, die Rache wird fürchterlich werden und jetzt mach ich Pizza mit Sardellen und Ananas.

    • Dreizehn sind’s, und direkt mich ärgern und Pizza machen würde ich auch nur, wenn das schöne bißchen Geld zum Fenster rausgeschmissen wäre. Ich will ja nicht, daß die anderen es nicht kriegen. Hoffentlich wird wenigstens die Präsentation der Stipendiaten nicht wieder so eine frühschoppenjazzweichgespülte Veranstaltung mit Wurstbroten, so als sei Westberlin nie untergegangen. Ach ja, es gab auch Croissants und Sekt. Hoffen wir das Beste.

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