Maintenance day. Mittwoch, 19. Januar 2011.

Computer muckt, kann sogar sein, er braucht ein neues Betriebsystem. Da ich sowas nur mit Begleitschutz tu, kommt gleich meine Freundin.
Ojeojeoje, ich glaub‘, ich mach‘ noch schnell mein Datentestament. Irgendwas geht immer verloren bei solchen Aktionen…

Bis später…

Vielleicht…

31 Gedanken zu „Maintenance day. Mittwoch, 19. Januar 2011.

  1. Als Frau alleine ein Auto, ein Rennrad oder einen Computer kaufen… Vor einigen Monaten schrieb mir eine Freundin: „War heute im Computer-Laden. Mit dem Job ist nämlich auch mein Laptop futsch. Und ich habe einfach keine Lust, meinen mittlerweile gut 5 Jahre alten Desktop-PC wieder ernsthaft aufzubauen. Leider kosten die richtig schniecken Teile ziemlich viel Geld. (Und mein Konsto ist sowieso mehr als leer.) Wie gerne hätte ich mal so einen netten Mac – und dann damit in Mitte in nem In-Café cool in der Sonne sitzen, so tun, als würde ich gerade ganz wichtige Sachen machen, … Der Verkäufer war nett, er hat versucht mich nicht allzu sehr spüren zu lassen, was für ein computertechnischer Volllaie ich bin. Ich weiß nicht was schlimmer ist: als Frau alleine ein Auto, ein Rennrad oder einen Computer zu kaufen. Selten fühle ich mich so wenig für voll genommen. Und das Vertrauens/Abhängigkeitsverhältnis ist wie sonst nur beim (Zahn-)Arzt. „Da muss ’ne Krone drauf“ oder „Also die Serie von Prozessoren ist Schrott, da brauchen Sie mindestens den XYZ“.“ –

    • Voll-Laie sein ist ja wohl nicht geschlechtsspezifisch – Hauptsache ist, man tut nicht so, als wüsste man Bescheid, denn dann kriegt man erst recht Schrott. Lieber doof aber lernwillig tun!

    • Klar, Voll-Laie-Sein ist geschlechtsneutral… nur die Behandlung in einschlägigen Läden ist geschlechtsspezifisch. Wenn ich mit einem Freund reinkomme, wird immer e r angesprochen, obwohl er noch nicht mal einen Computer hat!

    • Kenn ich! Das ist auch für den Mann doof. Vielleicht bekommt das die nächste Generation mal besser hin. (Und vielleicht laufen dann auch nicht mehr so viele Frauen in der Männerunterwäsche-Abteilung rum! Was machen die da?)

    • Der Hinweis ist gut! Es sind diese „Muttis“, die ihre „Männchen“ wie Idioten halten, ihnen die Unterhosen kaufen und das Brot klein schneiden, die immer wieder Deppen reproduzieren. Man muss ihre Dienstfertigkeit lächerlich machen, wo man kann. Ich frag´ sie manchmal: „Ist er denn wenigstens stubenrein?“ (Die Männer dieser Frauen sind aber auch nicht zu bedauern; durch die Bank haben sie verdient, was sie kriegen!) Es wundert einen bloß immer wieder, dass es das noch gibt. Hier in der Gegend sind diese Leute zum Teil sogar stilprägend.

    • Ob das irgendwann aufhören wird? Frauen, die ihren Männern morgens die Kleidung rauslegen und auch sonst alles tun, damit der Kerl oder Bub im Leben dort draußen „seinen Mann stehen“ kann. Selbständigkeit sieht natürlich anders aus. Das hat nichmal was mit Geld zu tun, nur mit Bewusstsein – auf beiden „Seiten“. Immerhin gibt es heutzutage erfreulicherweise viele Frauen, die weder kochen, stricken, häkeln, sticken, putzen und kochen können. Is doch auch schon was! [;-)]

    • Ich glaub‘, das ist noch lange nicht vorbei. Die Passivität. Der Weg des geringsten Widerstands. Dieses alte „was du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu“ Prinzip als Vorwand, einfach hocken zu bleiben. Oder hinterher zu tappen.
      Aber ich bin heute auch etwas grimmig, vielleicht täusche ich mich.

    • Ich bin immer grimmig, deswegen täusche ich mich so selten. Ich sage: die Dummen werden nich weniger, nur die Selbständigkeit nimmt ab. Mal was ausprobieren und dazu stehen, ist halt anstrengend, vor allem wenns schiefgeht. Am liebsten würden die meisten wohl in Schtriem am Main wohnen.

    • („Schtriem?“) Doch was den Grimm anbelangt: kann auch eine Sackgasse werden. Denke ich. An meinen guten Tagen traue ich den anderen Leuten hier auf dem Planeten ziemlich viel zu.

    • Das sind Männerkalauer, bloß nicht drauf eingehen. Wenigstens kauft er sich seine Klamotten selbst! Ist ja auch schon was, niwohr!

    • Manch einen & eine soll schlechte Laune ja schon zu Höchstleistungen angespornt haben! Mich allerdings nie, so weit ich das beurteilen kann. Die letzten Wochen hatte ich allerdings auch überhaupt keine Zeit, schlechte Laune zu haben, da hab ich (als Belohnung gewissermaßen für die Veröffentlichung der Diss.) meinen Roman „Der Bildermacher“ final überarbeitet und dafür das andere Romanprojekt unterbrochen, das ab jetzt aber wieder seinen Tribut fordert. So sitze ich also wieder am Schreibtisch, Ohrproppen rein (Baulärm, wahrscheinlich für immer und auf ewig) und los – ach, wissen Sie was: ich hab doch schlechte Laune!

    • Solange Sie, lieber Norbert W., nicht allzusehr schlinkern bei der Textarbeit, sei Ihnen die schlechte Laune gegönnt.
      Bin mittlerweile wieder stabil (das sagen meine Schüler gerne, „stabil“) und widme mich der meinigen.
      Lesen tu‘ ich auch. Momentan den neuen Franzen. Obwohl Tusker mir gerade aus „The human stain“ vorliest, und ich da doch einen signifikanten Qualitätsunterschied feststelle: Roth ist einfach der bessere Stilist.

      Auf die Höchstleistungen!

    • Sobald ich mich im jeweiligen Text verloren habe, ist meine private schlechte Laune, zum Glück!, unwichtig. Für heute ist ohnehin, trotz der schlechten Bedingungen, der Sprung aus der Jetztzeit ins 18. Jahrhundert angesagt, von einem Roman zum anderen sozusagen. Ich nehm grad Anlauf …
      Und, liebe Phyllis, was das Lesen anbetrifft: wollten Sie nicht „Gegen den Tag“ in diesem Winter angehen? Dann wird’s aber Zeit, auch wenn das Buch im Sommer ebenso lesbar ist. Und auf Ihre erste anonyme Veröffentlichung wollten Sie auch noch zurückkommen. Meine erste, nichtanonyme kann ein Jeder lesen, sofern er oder sie sich in der Nähe der drei [sic] besitzenden Bibliotheken 🙂 befindet, und gegen mich verwenden wollen, während Sie als Anonyma fein raus sind. Ja. Sie dachten sicher, ich vergess‘ das – tu ich aber nicht, stabil, wie ich bin.
      Und natürlich: Stil ist nicht alles, ohne ihn aber keine Höchstleistungen!

    • @Norbert W. Schlinkert Hach, Sie haben aber auch ein gutes Gedächtnis. Doch da ich neben dem Franzen (visuell) und Roth (akustisch) auch noch ANH’s Anderswelt zu lesen begonnen habe, muss „Gegen den Tag“ noch warten.

      Pornos: Ihren werd‘ ich aufstöbern, verlassen Sie sich drauf. Den meinen, ich las‘ ihn eben nochmal, kann ich nicht einstellen, es lesen Jugendliche hier mit. Ich brauch‘ einen passwortgeschützten Darkroom auf TT für solches Material. Mal überlegen, wie das gehen könnte.

    • Gegen den Tag beinhaltet übrigens auch, einfach nur weil es hineingehört, ein wenig pornografisches Material, selbst wenn dies als story banal (nein, hier kommt jetzt kein link) ist. Stilistisch ist das von Pynchon allerdings abgekupfert, mit Absicht natürlich, während mein Text, den ich vor nunmehr zwanzig Jahren geschrieben und vor etwa 13 Jahren veröffentlicht habe, auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Sie werden ja sehen. (ANH hat den Text übrigens, auch wenn er keine Bibliothek ist.)
      Ein Darkroom auf TT? Findet sicher so manch Eine/r gut, vor allem sicher die, die nicht hineindürfen.

    • Aléa Torik ist in der Tat sehr gelehrt, das zeigt auch dieser Text von ihr, auch wenn das ein oder andere sicher „nur“ angelesen ist. Doch macht ja gerade die Kombination von Selbst- und Fremderrungenem das eigene Denken und die Qualität von Texten aus. Am Ende will sie natürlich, jedenfalls schreibt sie das, auf die Liebe hinaus – ja, das gibt es noch, auch bei den jungen Dingern!
      Was mich wundert ist aber, daß Sie bei der Suche nach meinem Text nicht in der Nationalbibliothek oder auf meiner Website, sondern bei Aléa Torik landen. Jaja, die Wege des Netzmonsters (das Geschwisterchen vom Spaghettimonster) sind unergründlich.

    • Und schon hat Aléa Torik Wind bekommen von der Sache! http://www.aleatorik.eu/2011/01/21/teilzeitfrivolitaten/
      Ist ihr wahrscheinlich ein wenig peinlich, so hoch gelobt (An ANH: „hochgelobt“ ginge hier nicht, das wissen Sie, im Gegensatz zu den Neurechtschreibern, die oft nur eine Form kennen) zu werden, auch wenn sie es verdient. Doch ihr sei der alte Spruch zugerufen: Bescheidenheit ist ein Zier, besser geht es ohne ihr. Oder: Erst kommt der Wahn, dann die Größe. (Nochmal an ANH: wer sagte das noch gleich?) (An Phyllis: Text gefunden?)

    • Sie wissen spätestens seit best Schneck in town, wie ich sehr mich abmühe, meine eigene, durchaus massive, Bescheidenheit in die Schranken zu weisen. Insofern verstehe ich Frau Toriks Sträuben durchaus. Wird ihr aber nichts helfen. Wer gut ist, muss damit rechnen, mit Glitter beworfen zu werden, so ist das nu‘ mal. Man kann ihn natürlich abschütteln, doch es bleiben immer ein paar Partikel zurück ; )

      Alles weitere später – muss erstmal ein paar Eisen stemmen gehen.

    • Das wird das Einzige sein, was er sich gemerkt hat, der Herr Schlinkeltdingens..de pornografischen Teil, das Buch hat über Tausend Seiten und ihm fällt, so richtig flott, nur das ein.
      Die erschossenen Gewerkschafter, die Träume von einer anderen Realitäten, die Gespräche von Hund zu Mensch, egal, die Pornografie ist ihm übrigens aufgefallen, HURRA

    • Komisch, dachte es ging in diesem stream um eben das Thema, da kann man doch nicht mit Gewerkschaftlern, Dynamit und Unterwüstenbooten kommen. Geht doch nich, oder? Mein Gorillamännchen is auch ein bißchen so: immer alles mit Absicht falsch verstehen. Schlimme Kindheit. Traurig. :-((

    • Wars nicht die Phyllis die immer wieder damit anfängt und statt Erotik immer Pornografie sagt. Ist ja auch in Ordnung, is halt ein Teil von der Welt, Frau Pynchon. Eks und hopp, sagt mein Mädchen und lacht.

    • Ich spreche von Porno, wenn eben dies gemeint ist. Lustigerweise war meine Erstveröffentlichung eben einer, und Norberts W. Schlinkerts, wie sich herausstellte, ebenfalls, warum soll man da über Erotik rumsülzen? Ich krieg‘ immer leichte Gesichtslähmung bei dem Wort.
      Eks und hopp unterschreib‘ ich, das Lachen auch.

    • Man muß die Dinge eben beim Namen nennen, finde ich auch. Was der (männliche) Gast (ich nehme mal alle als einen, das scheint mir sinnvoll) da von sich gibt, hört sich schon ein wenig verdruckst an. Durch Text vermittelte „sexuelle Betätigungen handelnder Personen“ [;-)] sind eben auch pornografisch, was ja nicht heißen muß, daß es schlechte Literatur ist, ganz im Gegenteil. Kapiert nur nicht jeder, leider. Also: eks und hopp!

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