TTag, Sonntag, 7. November 2010. Entspürt, nein Endspurt.

Erstma
Semina
fettichmachen.

Nur eines noch zu meinem gestrigen Beitrag: wer da herausliest, ich hätte mich erhoben – über Affen oder sonst eine Kreatur – hat das so lesen w o l l e n. Das steht da nicht. Im Gegenteil. Von Sehnsucht ist die Rede, die eigenen intellektuellen Grenzen überwinden zu können. Ich seh’ nur die Schatten an der Wand. Eher schlicht, die Aussage, als provokativ.
Und daß, wie mir berichtet wurde, auch andere Geschöpfe auf anderen Bewusstseinsstufen diese Sehnsucht empfinden. Schrieb ich. Dass mir die Traurigkeit in den Augen dieser Geschöpfe vertraut sei. Manchmal löst ein Spiegel auch Aggression aus, nicht wahr. Ich beschimpfte die Affen an meiner statt. Davon ist aber gestern keiner vom Baum gefallen.

17:47
Ich habe den gestrigen Beitrag offline gestellt. Ging mir zu weit. Tainted Talents ist ein Ateliertagebuch, kein Kampfplatz.

45 Gedanken zu „TTag, Sonntag, 7. November 2010. Entspürt, nein Endspurt.

  1. So ist es. Und es war auch ganz leicht zu verstehen. Ich habe viel darüber nachgedacht (nicht aber über die Kommentare, die ich gar nicht verstand.) Und mich immerzu gefragt: Richtet sich die Sehnsucht (ich spreche jetzt hier ausdrücklich nicht von der des Affen) auf mehr Bewusstheit? Ich habe die Farben der Bilder von Rembrandt in Amsterdam leuchten sehen unter Drogeneinfluss wie nie zuvor. Das war berauschend, ja. Habe ich mich danach gesehnt, bevor ich es sah? Wonach ich mich wirklich sehnte und sehne aber, ist es, in die Bilder e i n z u d r i n g e n – und hieße das nicht: aus der Reflexion auszutreten? (Ich weiß selbst noch nicht, entschuldigen Sie, worauf das hinauswill.)

    • @Melusine Ihren Gedanken habe ich so fortsetzen können: Zwischen “Wissen” und “Verstehen” besteht eine tiefe Kluft, die es mühsam zu überwinden gilt. Das wird von manchen “Wissenssammlern” nicht anerkannt. Doch sogar das umfassende “Verstehen” erlöst noch nicht von der verzehrenden Sehnsucht nach “Innerung”. Danach strebt der Mensch letztlich (…so spüre i c h es)

  2. Jetzt wirds albern. Bitte nix kaputterklären, wir sind hier ja nicht bei Fundamentalistens. Nicht dass noch einer klagt, dass er sich am Kaffee verbrannt hat.

    • Hier ist hier und da ist da. Kein Mensch benimmt sich auch nur annähernd, wie er hier vorgibt zu sein, wieso sollte man sich also dann außerhalb des Netzes was anmerken lassen?
      Lose Posen, so vis a vis sind die meisten ganz schüchterne und höfliche Menschen, hier ist Wasserglas, und wir brauchen nur einen Strohhalm um Sturm anzurichten, das ist der große Spaß dabei, stünden wir voreinander, ventilierten wir nur beschämt, na ja, ich zumindest.

    • Ich nicht, also hyperventilieren, ich atmete ganz ruhig und wäre sehr höflich und freundlich. Und vom Klo aus telefonierte ich zwischendurch immer mal kurz mit meinem Rechtsberater.

  3. Ungerührt vom Affen, nur von sich selbst berührt zu sein, das ist die letzte Konsequenz ihrer Biographie. Es scheint, als bringe d e r Affe die Autorin in Verlegenheit. Wie schade, sagt sie, mein Ich geht zum Affen, mein einziger und bester Gegenstand geht dahin. Wie soll es nun weitergehen?

  4. Einig mit Ihnen Phyllis, und danke für die schöne Denkanstupsung, hat mich gehörig und fruchtbar beschäftigt – innewendig.
    An dieser Stelle auch @wallhalladada: Wundervoll passendes und willig zwischen meine Fühlatome schlüpfendes Bild. Sie können zuweilen sehr feinfühlig sein, dass ist die Seite die ich an Ihnen schätze – leben Sie die!

  5. B.t.w. Hatte ich Ihnen eigentlich schon mal gesagt, dass Ihr Weblog mich hin und wieder förmlich nach vorne wirft? Und das in einem Alter in welchem man eigentlich nur noch damit rechnen kann, in der ein oder anderen Hinsicht zurückgeworfen zu werden.

  6. 17:47 – Offline gestellt! Liebe Phyllis,
    das war genau richtig! Ich bin ja vor ein paar Tagen erst auf Ihrer Seite hängengeblieben, weil es hier so augenzwinkernd und leicht verschmitzt zuging – und auch sicher wieder zugehen wird! Vielleicht tauschen alle, die es anders haben wollen, ihre e-mail-Adressen aus oder bauen sich einen eigenen Blog – nur so als Vorschlag. Ha! Endlich wieder Ruhe!

    • meine gelöschten zitate kamen nicht grundlos hier her.
      ich nehme es mir nun heraus, sie nochmal zu plazieren.

      ” könnten wir uns aber mit der mücke verständigen, so würden wir vernehmen, dass auch sie mit ( diesem, soeben ausgeklammert habend lobster ) pathos durch die luft schwimmt und in sich das fliegende zentrum dieser welt fühlt”

      ” es gibt zeitalter in denen der vernünftige mensch und der intuitive mensch nebeneinanderstehn, der eine in angst vor der intuition, der andere mit hohn über die abstraktion; der letztere ebenso unvernünftig als der erstere unkünstlerisch ist. … während der von begriffen und abstraktionen geleitete mensch durch diese das unglück nur abwehrt, ohne selbst aus den abstraktionen sich glück zu erzwingen, wähend er nach möglichster freiheit von schmerzen trachtet, erntet der intuitive mensch, inmitten einer kultur stehend, bereits von seinen intuitionen, ausser der abwehr des übels, eine fortwährend einströmende erhellung, aufheiterung erlösung. “

      nietzsche / ‘über wahrheit und lüge im aussermoralischen sinn’

      ich könnte jetzt fordern :

      künstler:in, folge deiner intuition auf einer möglichst hellen bewusstseins-ebene, welche nur eine möglichst helle gefühls-ebene sein kann., hell im sinne von leicht und ungetrübt.
      also – folge deiner intuition auf solchen waves, welche keine schlechten gefühle dabei mittransportieren.

      das mag manchen zu unpolitisch sein, das sehe ich ein.
      andererseits vermute ich mal, dass es ansonsten keinen ausweg gibt aus weltzerworfenheiten.
      welche rolle hierbei traditionelle künstlerische schematismen oder schablonen bishin zu kodifikationen spielen will ich soweit im augenblick nicht wissen.
      ein sorry – vorsichtshalber lady phyllis

    • naja bin ja kein künder oder missionar oder legastheniker oder legoplastankündigender, kein fliegender chandler, no sportsmanreport, no smoke fetish operation team, so good wie no words as in coversation in what mode ever.
      yet, what else.

    • ich weiss nicht ob hier ernte dank ansagen an ein etwaiges misstrauen angebracht oder -sagt wären, kim.
      nun, das licht ist aus, hier noch ein streichhölzlein, dort die beleuchtung runter zur gardarobe, da zündet sich gerade frau kiehl och eine an und dort lauern bestimmt regieerfahrene menschen, sei mal dahingestellt mit welcher objektivität an was für eine thematik heranzugehen wissen.

    • die haben das echt mittlerweile voll gepeilt äusserst zervorkommend
      zu mir zu sein.
      auch für andere sozusagen geeignet.
      wie die traumfrauen.

      lobster

    • zervorkommend aus deiner black box junge.
      zerr dich da mal heraus aus deiner anarchistischen farbgebung.
      trag mal was wirklich buntes
      sowas wie schwärzlich vielleicht.
      was mit sonnenstrahlen, warum nicht?
      lass freude in dein leben öffne dich den strahlen jedweder
      tugendhaftigkeit in den gefilden von kaum je vermittelter unschuldigkeit
      den unschuldigkeiten eurer körper zu den freuden gegenseitigem
      gebrauchs
      aux hätt ich fast getippt

      danke tt.

    • hi lobby & alle hi! sorry, dass hier schon wieder tag is (kann ich auch nix fuer). nen neuen blog? hm, why not. die weekendsession war echt schoen, bedanke mich fuer jute feelings. freut mich auch, das geschriebene lachen bei Phyllis zu lesen.tut mir leid, Phyllis, soviel radau kurzfristig in ihrem atelier angestellt zu haben. das war auch reiner uebermut bei mir.mit lobster konnte ich mal musikermaessig hier als ateliergast ganz rund abhaengen, was ne wirkliche gaudi war fuer mich, danke fuer den space & den time everybody.viel musiker hab ich in den literatur- und malerateliers ja noch nicht getroffen in meiner fast zweimonatigen twodaycarriere. und ausserdem: seit 5 tagen erst haeng ich hier rum in TT und beschnupper mich mit ihren anderen gaesten. vor ein paar stunden erst konnte ich zb bei hans1962 und lobster lesen, dass sie ex Die Dschungelblog sind. so wie ich (seit meiner quest beim parallalieblog) ex dort bin (auch masken ex).hier geniesse ich die dufte luft, auch wenn so wild boys mal kurzfristig vor die ateliertuer gestellt werden von der chefin (haett ich umgekehrt wahrscheinlich auch gemacht, vielleicht sogar noch einen tick frueher als erst nach meinem letzten kommentar). aber jetzt scheint die sonne wieder. ein neuer tag. ps: mit frisch aufgesetzten maskenkommentaren (KIM etcpp) habe ich zufaellig nix zu tun, ciao (bin kein phantom in der oper – scherzchen darf noch sein, gell).

    • @ KIM kann leider nicht bei ihnen andocken, falls sie sich auf mich bezogen haben sollten. wie waers mal mit nem gemeinsamen Kim Chi essen? vielleicht kommt man sich dabei naeher…

    • äh ich moderierte sie gerade.

      hallo a23h !
      ja na nu länger nix voneinander gehört ja wie gehts denn so ah gut gute morgenlaune und so, naja hier wird mir gerade überhaupt nix verweigert was nicht innerhalb meiner budgets möglich ist und die elektronik ,naja , other place why not wirth paintings or so or cams.
      so told kim before she went out.

    • von signa pur in ueberholland nach b.? das sagen sie, lobby. ich erinnere nur:
      hier ist der automatische anrufbeantworter: “dies atelier ist kein kampfplatz”

      aber hallo klar doch!

    • das enttäuscht mich jetzt echt, sowieso.
      mich hätte ne lesung von dir und phyllis echt interessiert gehabt und mich stört es überhaupt nicht wenn du schnoddrig postest oder vielleicht lyrisch.
      gut ich beteiligte mich an diesen reimgedichten mit wie die meisten, war streckenweise ja nett.
      was mir ganz besonders gefiel, war mal ein abend, wo ich es echtadhoc schaffte auf ein etwas kryptisches gedicht von phyllis zu antworten.
      ich zieh das mal raus :

      phyllis :

      “Nachts
      Draußen die Laterne reckt ihren stählernen Hals
      Die Gärten sind überall.
      Nachts neigen die Giraffen
      ihre leuchtenden Köpfe, um auf den Straßen zu grasen.”

      lobster

      “kleine sich unterordnen wollende scheinwerferchen, wie kuschlig-fahle ratten weiss,
      sie wischen heraus aus den metallenen höhlen um sich den zungen der lampen zu beugen.”

      gut, das war das einzig interaktive was bislang für mich interaktiv herausstach.
      gut ich textete dann weiter und da ging dann weiter niemand drauf ein.
      ein bisschen wenig.
      ich schrieb das heute noch zu dem aktuellen beitrag.
      experimente ergebnisse konsequenzen.
      no problem.

    • @frau swa ich btreibe fast schon absichtlich kein eigenes blog.
      ich finde ein herüber und hinüber kommentieren von blog nach blog langweilig.
      ich lese die blogs nicht der leute die hier kommentieren, weil mir das meistens zu privat ist.
      ist mag die möglichkeiten die die kommentarspalten bieten, nämlich vor allem verschiedene meinungen aber eben auch künstlerische sachen aufzunehmen.
      machte ich einen eigenen blog würde ich da einsam vor mich rumdaddeln.
      das tat ich hier zwar auch in meinen abgedrehten nachtsessions aber zumindest war da wenigstens re realistsiche chance mal ein feedback zu bekommen oder sowas wie ein dialog.
      das dass für einen blogbetreiber auf dauer langweilig wird kann ich verstehen.
      es war ein experiment.
      was meine beiträge anbetrifft scheiterte ich allerdings ästhetisch.
      das war mir schon klar bevor a23h hier in erscheinung trat, so etwa 2 tage vorher.
      nun dann interessierte mich das eben schon was da mit dieser oper hätte sein sollen
      und deshalb gab es diesen etwas vielleicht sehr lockeren gedankenaustausch.
      musiker sollten eh zusammen musizieren, da gibt es nichts zu erklären ausser vielleicht noten angaben usw. oder ist man gut dann jammt man halt.

    • So ein Blogbetreiber hat Hoheit, zum jammen eignen sich Chats hervorragend, da verschwindet nämlich alles, was man so hinausposaunt auch gleich wieder, wie mit der Musik, manches hallt nach, und was daran gefällt, kann man sich ja dann kopieren, wenn man mag. So gesehen, wenn es einem ums Werden geht, wie Deleuze zb, dann muss man an die Orte des Werdens, das Archivierte steht der Romantik nämlich eigentlich entgegen. Sie erschöpft sich im Tun. Musiker sind mir darum schon sympathisch, also, nicht enttäuscht sein.

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