TTag, Montag, 11. Oktober 2010. Eigentlich ganz einfach.

„Wir sollten leben, um glücklich zu sein und Freundschaften zu schließen“ sagte ein Freund gestern, „klar, eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit ist angenehm, aber niemand zwingt uns, die Mörderkarriere zu machen. Hielten wir es aus, wenn wir bekannter würden? Mehr unter Erwartungsdruck und Zugzwang gerieten, als wir ihn schon selbst erzeugen? Wozu der ganze Druck? Wir haben das Recht, uns zu schützen. Wir haben auch das Recht, unauffällig zu bleiben.“

23:57
Wollte kurz vor Mitternacht doch zumindest noch schnell ein eigenes Wort hinzugefügt haben:

EigenesWort.

7 Gedanken zu „TTag, Montag, 11. Oktober 2010. Eigentlich ganz einfach.

  1. vorher ad schwarz-weiss zeichnungen & licht :
    das licht ist die leere zwischen den schwarzen linien, flächen, strichen, schraffierungen usw….
    white lines lassen sich damit auch erzeugen.

    • Ich schrieb mein erstes Buch „Schummer kommt“ mit dröhnend lauter Musik auf den Ohren: die fegte mir die Ebenen von jeglichen Hindernissen frei. Leere. Ich wollte blind wüten. Panzerbrechende Texte schreiben. Hat funktioniert. (Damals. Hab’s seitdem nicht mehr gemacht)
      Beim Zeichnen ist der Modus ein anderer, eher ein Schwingen.

      white lines..

    • das letzte mal wo ich was musikalisch arbeitete unterlief mir ein equipment bedingter lapsus – ich buk ein paar sounds zu einem sample konglomerat zusammen und hatte einen aussetzer – ich nahm ein viel zu kratzig mit einem geigenbogen angestrichenes becken dazu auf.
      es war bis auf dieses beckensample eigentlich ziemlich spacig.
      die folge war, dass ich diese achtstündige arbeit komplett verwerfen musste und meine maschine ausschaltete bis heute.
      der bogen ist hier, die becken fehlen, und im studio kann man so etwas nicht bezahlen, insofern überhaupt genügend hochwertige becken vorhanden sind.
      es fängt ja vielleicht mit lammfellsticks an und endet womöglich bei rieselndem sand
      dazu vielleicht noch ein edler resonanzfilter usw.
      bin zum oberlangweiligen puristen geworden, klar aber habe dementsprechend null
      omnipotenzfantasien – mir reicht ganz bescheiden der platz so weit wie möglich in der höhe, wo es keine verächtlichen blicke mehr ( nachzumachen ) gibt, nur noch freie sicht.
      ( für freie bürger:innen, :))

      schummer kommt würde mich dennoch mal interessieren, gibts da wo ne leseprobe ?

    • würde ich noch mit dem piano rummachen, hätte ich wohl andernorts a23h mal zu ner net-session überreden versucht.
      ( und desweiteren ihre tolle feuereule vielleicht umgesetzt )
      track 2 der beauty and the beast scheibe / cassiber ist übrigens einer meiner lieblinssongs – wirklich hervorragend edel verstimmte stimmung sag ich mal so.
      naja when times go by, ist ja nicht schlimm.

      ansonsten halte ich einen druck auf der produktionsebene in der regel für kunstschädlich, anbetracht der tatsache, dass man ja in der jetztzeit so unglaublich viele gestalterische möglichkeiten hat – da bedarf es meiner meinung nach eines hohen kontemplativen aufwandes, um spreu vom weizen trennen oder überhaupt eine idee entwickeln zu können.
      und rivalität hat da sowieso keinen platz mehr, sag ich mal – da geht’s wohl um individualität(en).
      naja, anyway.
      purismus entwickeln halt ohne dogma oder ähnlichem.

  2. ein bisschen dünner senf zum alpha wo sollte es in der musik den männlichen alpha künstler geben ?
    den alpha interpreten vielleicht, aber selbst da sage ich nein.
    ich kann corea, jarrett, hancock, tyner, monk, d. brand und c. taylor, um mal die berühmten zu nennen stilistisch nicht bis äusserst rudimentär gegeneinander ausspielen wollen ( angefangen beim vergleichen ).
    ich kann bei den zeitgenössischen komponisten nicht mal boulez mit pintscher vergleichen wollen.
    ich nicht, also nicht wollen.
    jeder schafft auf seine art allenfalls eine differenzqualität zu anderen.
    das liegt an den unglaublichen freiheiten der musik das drückt diese freiheiten aus und das will ich : vielfältigkeit.
    vielfältigkeit bietet möglichkeiten der auswahl – der passive darf dann zumindest noch entscheiden, welchem geschmack er sich hart ausgedrückt ausliefert ( unterwirft ) und soft ausgedrückt welchen geschmack er als konsument unterstützt
    ( woran er gerne partizipiert )
    des weiteren finde ich dass der künstler deshalb aber keine alpha rolle gegenüber dem konsumenten hat – kunst hat ja mit befehlsstrukturen nur ziemlich indirekt etwas zu tun.
    allerdings träumte man ja immer von einer enthierarchisierten musik.
    dabei wurde dann vielleicht die melodie zur begleitung und die musik zur maschine aus gleichberechtigten teilen – sie verlangte nach einem selbständig sein wollenden hörer, der keine „solistische“ leitstimme mehr ertrug.
    ( vor allem im hardcore würde ich mal so grob sagen )

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