TTag, 1. August 2010. Sunflower

Sommerpausentag. Sie finden mich am Pool in der öffentlichen Badeanstalt.

20:07
Sonne und Schwimmen haben meine Synapse schwer gebeutelt. Jetzt muss ich sie hegen und pflegen, damit sie morgen wieder als Gehirn herhalten kann.

22:10
Na dann, erster August. Ein paar Fitzel von Dir werde ich mir merken, versprochen. Dass ich mit geliebten Freunden auf der Wiese lag. Wie jener von ihnen, der das darf, mir im Schwimmbad zwischen die Beine tauchte und blies, und dann, wieder auftauchend, sagte: das war eine Mösenwhirlpool. Wie nach der dritten Bahn der erste Wassertropfen in die Schwimmbrille eindrang. Wie Birkenöl riecht auf der Haut. Junge Männer in Rudeln auf der Suche nach Abreibung. Wie sie sich bewegen.
Die eisblauen Augen des Zehnjährigen, der den Dicken auf dem Handtuch neben sich schikanierte.
Die Rückkunft eines anderen Freundes, der noch vor drei Tagen in Goa in einem Zelt vor siebentausend Menschen sprach.
Eine Hummel. Wie zärtlich der Wind heute war. Wie ich heute dachte, alle Entscheidungen, die ich bisher traf und alle, die ich vermied, haben mich in diesen Tag geführt. Und mich dann sofort dagegen sträubte, meine Gegenwart als reine Folge von Entscheidungen zu begreifen.
Eiscreme.
Wie mich heute meine wichtigsten Menschen auf dem Handy anriefen: und wie eine alte Frau mich mal fragte, warum sie mit Leuten sprechen solle, die nicht zuhause sind.

2 Gedanken zu „TTag, 1. August 2010. Sunflower

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