81 Gedanken zu „Roman in 3 Sätzen, N*2

  1. Roman in 3 Sätzen („Epitaph for my heart“) Sie sagte: „Halt mich fest.“
    Er sagte: „Wir wanken durch die Nacht.“
    „Entschuldige, ich geh´mal spazieren.“

    (-unklar bleibt, wer den letzten Satz spricht)

    (kein „besserer Vorschlag“, nur eine andere Geschichte)

    • Ocean breath und power-porn Als ihm das Meeresrauschen nicht mehr genügte, wurde er Power-Porn-Darsteller.
      Die Finanzmarktkrise traf das Business schwer.
      Er kehrte zurück ans Meer und lernte surfen.

      (Dauer: ca. ein Jahrzehnt)

    • Einverstanden! Aber der power-porn braucht trotzdem noch seinen eigenen Dreizeiler, finden Sie nicht?

      Ich glaub‘, ich brauch einen Feierabend-Drink, bevor ich mich dieser schwierigen Aufgabe zuwenden kann..)

    • weiss schon das von eben war nich besonders dolle.
      deshalb dieser appendix als 2. versuch

      sie wusste nicht was sie wollte.
      er wusste dass er sie nicht wollte.
      und so geriet alles ziemlich zügig zu fiebrigen,
      wortlosen vögeleien.

    • Lacht. So geriet alles ziemlich zügig zu fiebrigen, wortlosen Vögeleien, obwohl er sie nicht wollte? (ei, ei, tatsächlich? Funktioniert das?)
      Vögeleien ist ja eh ein bisschen albern, so als Wort, oder?

      Das erste fand ich gut, übrigens.

    • hm, dann noch ein wahrscheinlich abgedreht derber letzter versuch

      titel des romans

      wann immer er wollte

      sie wusste nicht was sie wollte.
      er fragte sie nicht was sie nicht wollte.
      und so geriet alles immer ziemlich zügig
      zu fiebrig-wortlosen vögeleien, was ihm gefiel
      ( auch wenn er gerade nicht da war )

      lieben abend!

  2. Putzig. Vielen lieben Dank. (o: Werde mich nächstens bei Ihnen mit einer possierlichen, schaurig-schrägen Episode aus dem prallen Leben bedanken. Speziell denke ich dabei weniger an ROMANE als vielmehr an etwas, was man nicht so gern anfasst, nämlich „Alibi-Obst“. Bis bald.

  3. „Zieh das Messer raus und komm rüber“
    „Sie wissen, dass Sie sich selbst in Teufels Küche bringen wenn sie ihn decken“
    „Und ich sag noch zum Kommissar: du solltest deine Dienstwaffe auch bei dir tragen, hab ich gesagt, und zack! da kannst sehn wo’s hinführt“

  4. Küss mich noch einmal so wie damals!
    Damals? Wir kennen uns erst seit gestern!
    Darum.

    (Die Idee, eine gemeinsame Geschichte zu schreiben im Stil des Kinderspiels, bei dem jedes Kind nach dem anderen ein Stück eines Tieres auf ein großes Blatt Papier zeichnet, dies dann jeweils abdeckt und dem nächsten weitergibt, um am Schluss ein kurioses Fabeltier auseinanderzufalten, finde ich ausgezeichnet!)

  5. Sprechen und Denken (arbeiten wir an den 50!)

    „Gut gemacht.“, sagte er.
    „Ich sehe, du hast vom Meister gelernt.“
    „O!“, dachte sie, „Du bleibst ein Kind, Meister.“

  6. Was bleibt? Staunende Sprachlosigkeit, zu Beginn.

    Später dann Buchstaben, die immer längere Wortketten bildeten.

    Dumpfes Schweigen, zum Schluss.

  7. @Pappkulissen Ich denk an Haribo (sorry, Schleichwerbung).

    Bei dem Wort fällt mir gleich noch eins ein (auch wegen Colorado):

    Er schlich sich an.
    Spitze Ohren hörten ihn.
    Das tat nicht gut.

    • psychedelic version

      sie schlich sich an zum jagen.
      ungetragen also wenn sie nicht lockrufe benutzte.
      der wind spielte mit papierfalterchen, er hatte
      schwere schuhe an – nicht zum tagtäglichen schwimmen
      in sphärischen klangspektren.

    • nächster – diesmal wohl täppischer – versuch

      jammertörn

      ein wind, welcher keine schweren schuhe tragen kann, ist kein wind im sinne eines orkans!
      so ein „unbeschuhwerkbarer“ fella wäre vielleicht ein brisantes, spitz-gezahntes flüsterlüftchen am wogenden ohr.
      dazwischen eine reisegruppe kurzsichtiger menschen, welche ziemlich pedantisch aussehend in schmale sexbändchen vertieft sind.

    • Das wäre, da stimme ich Ihnen vorbehaltlos zu, ein echter Jammertörn, ja, fast eine Geisterfahrt, Lobster.
      Doch zu alledem auch ein ziemlich guter Romananfang. Vielleicht so was à la David Foster Wallaces „Shipping Out – A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again“.

      (Nein. Besser. Das Wallace-Buch war gar nicht so gut.)

    • wenn sie wüssten !
      von den speziellen indikationen nach bereits erfolgten inkubationen möchte ich hier lieber nicht reden, – abgesehen davon wäre so ein fläschchen jetzt regelrecht gift, da alkohol bei bereits formuliertem kompliment die erschütternde wirkung dessem regelrecht potenzierend verstärkt !
      manchmal halte ich mich für einen hypochonder.

      dennoch ein prost!

    • „sich vereinigen“ hab‘ ich lange nicht mehr gelesen. In der Kabine des KaDeWe? Grins. (Ich glaub, die beste Kabinenszene hat bisher Zeruja Shalev in Liebesleben geschrieben.

      Schön, dass Sie meine Anregung in Richtung vergehender Zeit aufgegriffen haben : )

    • Früher fragte man sich nur bei Krankenhausbetten, wie viele schon vor einem da reingeschmutzt haben. Ich nehm im KADEWE nie die Randkabinen, um mir noch eine gewisse Frische illusionieren zu können.

    • Vor allem HausstauballergikerInnen schneuzen sich ja zuweilen recht ungezwungen-zügellos am liebsten dann in blütenweisse Bettdecken, selbst wenn darunter gerade stöhnend „Patientenliebe“ gespielt wird!
      ( Allerdings wohl ausschliesslich in diesbezüglichen Fachkliniken )

    • Silhouettenhaft, fast schon gespenstisch so manch dünne ZeitgenossInnen – welche eigentlich unter verdeckten Waschzwängen leiden !
      Hier in der Wüste vernimmt man natürlich gerne was vom Zauberberg !
      Kommen aus dem Village, diese Berichte über anscheinend heil- und hilflose Hintertriebenheitseinsätze !

  8. Ich hege ja offenbar nicht ganz unbegründete Verdächte, welches Fummelproletariat sie sich auskiekt, und will ich denn das Piorhemd mir beflecken, nein nein, will ich doch nicht. Mein Businesshemd und ich, wir kämpfen sommers schon mit Erdbeereis, damit bin ich voll ausgelastet.

    • … ja, aber die Motive! Wo sind die Motive? Mehr Sex, sowieso! Cherchez la femme!

      (da fällt mir meine Freundin L. ein, die von der Frau, die bei ihr putzte, erzählte, diese habe mit Hilfe zweier Gesprächsbausteine jahrelang verdunkeln können, dass sie der deutschen Sprache nur sehr, sehr bedingt mächtig war: Einer davon war „sowieso!“ in unterschiedlichsten Intonationen.
      Das andere hab‘ ich grad vergessen.)

    • Richtig erkannt, aber sämtliche Prenzlauer Berg-Familien, nicht achtend der Businesshemden in ihrer Nähe. Verklagen, alle verklagen.

    • Infame Unterstellung, ich kann sowieso gar nicht putzen!
      Ah, mehr Sex, wer will das lesen, die, die ihn haben, lesen nicht davon, und die, die ihn nicht haben, will man ja nicht neidisch machen.

    • Ihre Unterstellung, ich unterstellte Ihnen, Sie könnten putzen, weise ich hiermit entschieden zurück, nichts dergleichen ließ ich verlauten.
      Aber zu wichtigeren Dingen: Mehr Sex wollen alle lesen. Wer welchen hat (hurra) freut sich, dass andernorts auch was los ist. Und wer keinen hat, bleibt wenigstens im Bilde, bis es wieder losgeht. (Was es, erfahrungsgemäss, immer irgendwann tut)

    • Mir ist nun auch völlig klar, dass die anderen beiden Bausteine: Geht in Ordnung und genau gewesen sein müssen. Geht in Ordnung – sowieso – genau. Geputzt hat diese Dame vermutlich Ende der Siebziger in Frankfurt, ihre Aussprüche machten kurz darauf Schule. Man hat sie schnöde beklaut, die arme Frau.

    • Prima, da haben Sie ja nun noch zwei Ersatz-Nicks zur Auswahl, falls Sie hier mal im Trialog auftreten möchten.

      Der in Rede stehenden Dame werde ich, glaub‘ ich, von diesem infamen Diebstahl nichts berichten, sie ist eh arm genug.

  9. John verließ die Anstalt mit hoch erhobenem Kopf.
    „Du hast mich nicht mal angesehen als du in mein Auto stiegst“
    Noch Jahre nach ihrem Tod standen die Urenkel manchmal stumm vor der Glasvitrine und fragten sich, was die dort zur Schau gestellt Halsmanschette für eine Bedeutung gehabt haben könnte.

  10. Stefan sagte: „Das ist ein Erdferkel, das sieht man doch“
    Magdalena hatte sich an dem eingebackenen Werkzeug die Mundwinkel aufgerissen.
    Das Testament endete mit dem Satz: „Mein Vermögen hinterlasse ich aus oben genannten Gründen dem örtlichen Bordell“

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