Tainted Talents Leser

schreiben nachts, sagt meine Statistik. Und obwohl bislang zu den fünfzig Roman-Vignetten noch einige fehlen, hat sich doch einiges getan heute Nacht. Bin mal gespannt, ob da noch ein paar dazu kommen… irgendwie mag ich die Idee und auch einige der Seltsamkeiten, die bisher entstanden sind. Rinpotsches Vorschlag ist auch super, übrigens, nur die Umsetzung ist mir noch nicht ganz klar.

Stressiger Tag heute. Bis später!

(Übrigens: selbst bei nur drei zur Verfügung stehenden Sätzen – etwas Zeit sollte schon zwischen dem ersten und dem dritten vergangen sein, damit’s ein Roman ist! : )

3 Gedanken zu „Tainted Talents Leser

  1. Stressiger Tag. Stimme ich zu. Obwohl nicht immer sofort erkennbar ist, welches ungeahnte Stresspotential in scheinbar bedeutungsarmen, alltäglichen Details unseres Lebens schlummert. Der Medaillengewinner (kokettiert heut’ zum letzten Mal) hilft mit der versprochenen Episode auf die Sprünge. Wegen der Vorschusslorbeeren = Verpflichtung und so …

    Das Beispiel:

    Des Lebens Erwartungshaltung an uns Alle in Sachen ‚Gesunde Ernährung’ nötigt uns, wenigstens ab & zu Obst ins Frühstückspaket zu schnüren. Vorzugsweise einen Apfel. Dieser hält locker ein paar Tage durch, ohne sofort Pfötchen zu geben (Schimmel anzusetzen, Anm. d. Verf.), sodass man ihn ruhig aus dem Kurzzeitgedächtnis verbannen und bedenkenlos ganz hinten im Arbeitsschrank zwischenlagern kann. Mit der Zeit verändert der Apfel, auch „Alibi-Obst“ genannt (weil er ja lediglich das Gegengewicht zum schlechten Ernährungsgewissen darstellt, und man den Verzehr nicht wirklich in Erwägung gezogen hatte), schlimmstenfalls seinen Aggregatzustand. Hat er nach schätzungsweise 4 Wochen sein Schrumpel-Endstadium erreicht, wandert er unfreiwillig vom Schrank in ein etwas kleineres Behältnis, dessen Inhalt häufiger geleert wird als die meisten Briefkästen.

    Ob man nun die Entsorgung des Apfels (statt seines rechtzeitigen Verzehrs) als Selbstbetrug empfinden und die Daseinsberechtigung des „Alibi-Obsts“ generell in Frage stellen sollte oder nicht, das hängt schlussendlich von der Konsistenz des Alibi-Obsts ab.

    Grundsätzlich ist erst einmal zwischen dem „herkömmlichen“ Apfel und dem „klassischen MPA“ zu unterscheiden. Das heißt: Besitzt man einen Wiese, einen Apfelbaum, und ein Schaf, dann pflückt man wohl eher seinen eigenen MPA, als einen handelsüblichen A zu erwerben, welcher nicht am heimischem Baum gewachsen und gereift ist. Leuchtet ein. Hier soll nun vom MPA die Rede sein. Der MPA ist nämlich sehr häufig im Arbeitsschrank eines Büromilieus vorzufinden, welches mir nicht ganz fremd ist und stellvertretend für andere Milieus stehen soll.

    Die Abkürzung ‚MPA’ steht für ‚MähPippiApfel’. Dass der MähPippiApfel im Vergleich zur einer sagen wir mal ‚500GrammNougatstange’ nur begrenzt Charme aufweist, leuchtet ebenfalls ein. Damit ist allerdings nicht der direkte Vergleich gemeint. Zur Erklärung:

    Wenn die Mäh (Schaf, Anm. d. Verf.) während des Fressvorganges genüsslich auf die Wiese und unter den Appelbaum strullt, dann sickert die Schafspisse in den Boden ein, der Baum nimmt diese über seine Wurzeln auf und leitet sie direkt weiter in die auszuprägenden Früchte. In Abhängigkeit von der Bestrullungsintensität kann der MPA auf der Pech-Indikator-Skala (1 – 10, wobei „1“ gleichbedeutend ist mit „weitestgehend pechfrei“, hingegen „10“ gleichbedeutend ist mit „Es fließt Pech statt Blut durch die Adern des Betroffenen“) entweder einen niedrigen Wert oder aber einen hohen Wert erreichen. Genau DAS kann man im Vorfeld nicht wissen. Deshalb ist es – wie in manch anderen Angelegenheiten auch – sehr wahrscheinlich besser, nichts von dem zu wissen, was man wissen muss, um bescheid zu wissen.

    Freilich gibt es zum MPA keine echte Alternative, da der herkömmliche oder auch handelsübliche Fruchter spätestens jetzt ähnlich gemischte Gefühle oder gar schlimmere infolge der Unkenntnis seiner Konsistenz in Ihnen hervorzurufen vermag. Und was heutzutage flächendeckend mit dem Prädikat ‚Bio’ versehen wird, aber alles andere als ‚Bio’ enthält, kann und darf uns wohl kaum Ersatz sein. Es sei denn, man erspäht einen zum Verkauf bestimmten A mit dem Siegel „Von der grünen Wiese“. Doch dann besteht wiederum die Gefahr, dass es sich um einen MähPippiApfel mit typischem Schrankcharakter handelt. Stressfrei leben kann demnach durchaus bedeuten, lieber schwerstens die Finger vom Alibi-Obst zu lassen und die gesunden Ernährungsphantasien lüftungshalber aus dem Fenster zu hängen statt dem Selbstlauf zu überlassen.

    • @pech-indikator Ich vergass zu erwähnen, dass ich auch Schafe gerne esse. Fast noch lieber (ach Quatsch, viel lieber) als MPA’s. Ich bin Carnivore, schon immer gewesen.
      Doch das haben Sie wahrscheinlich schon geahnt.

      Herzliche Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.