Tainted Talents Wort zum Sonntag, 2:

“Federleser”.

Wetten, Sie wissen nicht, woher das kommt. Dem will ich gleich mal abhelfen.
Seit dem 15. Jahrhundert wurde es als kriecherische Schmeichelei aufgefasst, einem Höhergestellten die Federchen von der Kleidung zu klauben. Wer es dennoch tat, wurde verächtlich als “Federleser” bezeichnet.
Muss man sich bildlich vorstellen.
Also, fünfzehntes Jahrhundert, zu Ross in der engen Gasse, schnatterndes Federvieh zwischen den Stiefeln. Man ist ermattet und schmutzig vom Tage, will schnellstens hoch auf die Burg, in den Waschzuber. Die Hühner indes raufen, so ist es nun mal, so wird es immer bleiben und die Daunen, die sie sich kreischend aushacken, heften sich flugs an die schmutzigen Gewänder. So kann man sich zuhause nicht blicken lassen. Was tun?
Haltung bewahren. Denn ewig wie das Raufen der Hühner ist auch das Erscheinen des Federlesers; schon nähert sich ein Männlein mit unterwürfigen Gebärden:
“….”
“…”

Den Dialog, verehrte Leser, überlasse ich Ihnen.

Wortquelle: Nabil Osman “Kleines Lexikon untergegangener Wörter” Verlag C.H. Beck 1971

Ein Gedanke zu „Tainted Talents Wort zum Sonntag, 2:

  1. Federleser Liebste Phy!
    Erstmal gute Besserung, aber mit dem großartigen Get-Well-Supply wirds hoffentlich erträglicher!
    Ich glaube, das Federlesen wurde selten besser bildlich dargestellt und so stelle ich es mir ganz dialogfrei vor, nur ein kriecherisches gebuckele und ein leicht genervtes Schaufen seitens des hohen Herren..
    Mal wieder ein Käffchen in Bornheim, ich würde ganz kriecherisch in die S-Bahn springen und in ein Kaffee der Wahl hüpfen.. (-:
    xxx
    c

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.