Fundstück:

“Zwei Dinge bedrohen unablässig meine Welt: Die Ordnung und die Unordnung.”

– Von wem mag das sein? Fand den Satz eben in meinem Kritzelheft, ohne Nennung des Autors. Irgendwas daran muss mir gefallen haben, sonst hätte ich’s nicht notiert…

6 Gedanken zu „Fundstück:

  1. Wir neigen … … ja doch gerne zur Personifizierung von Sächlichkeiten und so betrachtete ich das grau eingerahmte Eingabefeld als Person, nannte sie Herr Gugel und fütterte ihn mit oben genanntem Zitat. Ohne zu sabbern spuckte Herr Gugel ein feines Ergebnis aus: Paul Valéry scheint der Herr zu sein, der seinen Kopf zwischen Un- und Ordnung wiegt und sich daran zu stossen scheint. Aber irgendwie scheint mir das eine Umschreibung einer alten hessischen Weisheit zu sein: “wasmer hat, des willmer net und wasmer will, des hatmer net. Herr Gugel allerdings schüttelt sanft sein schlohes Haupt und nuschelt: “das ist nicht hessisch sondern aus dem Schweizer Kinderlied vom Hans im Schnäggeloch und geht so: Und was er will das hätt er nöd, und was er hätt das will er nöd …” Irgendwie sollte ich vielleicht doch den Rechner jetzt ausmachen. Gute Nacht.

    • Besten Dank, Herr Labradudel, für die Recherche. Da hab ich doch gleich noch eine hessische Weisheit für Sie:
      “Was Du net willst, das man Dir tu, das füg auch keinem annern zu!”
      (Herr Kant hat das ja abgekupfert und bissi intellektuell hochgebrezelt:
      “Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.”)

      In diesem Sinne ; )

  2. interessantes zitat, das bei mir ganz andere assoziationen weckt. dabei sind ordnung und unordnung nicht zwei möglichkeiten, sondern zwei weltenausschnitte :). die eine ordnung, die bedroht, weil sie “eng” ist [aber u.u. halt bieten kann], die unordnung, die bedroht, weil sie “zu offen” ist [aber viel raum für neues bietet]. fazit: ordnung kann gut sein, aber nicht an allen stellen, ebenso wie die unordnung manchmal passt und willkommen ist, an manchen punkten aber eher nicht. just my 2 cents.

    • @sehnsuchtistmeinefarbe (justmy2cents wäre auch ein guter nickname)
      Das Zitat blieb mir hängen, weil es eine Tür aufmacht: Wenn Ordnung und Unordnung, die ja beide zur Erhaltung der geistigen Gesundheit unabdingbar sind, als bedrohlich abgelehnt werden – was bliebe dann? Oder sind wir in diesem oszillieren gefangen, zwischen Grenzziehung und Übertretung? Interessant wäre, wenn das kein zeitliches Nacheinander wäre, sondern gleichzeitig: Wenn sich Ordnung und Unordnung ineinander blenden ließen, man für diesen Zustand einen neuen Begriff bräuchte. Und auch für das, was daraus resultiert – “handeln” würde dann nicht mehr passen.

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