Neuer Tag, neues Blatt


“Ich mag Leute, die alleine lachen”
, sagte O. gestern, “ich mache das auch immer.”
Ich hatte eine sms bekommen und beim Lesen leise vor mich hin gelacht. Wenn sie einen süß finden, die Jugendlichen, ist alles geritzt. Dann kann man eine gute Woche miteinander haben, Gespräche führen, sogar auf dünnem Eis wandeln.

Wir sind diese Woche im Weltkulturen Museum: ein Haus, das für mich belastet ist. Doch die Geschichte dazu, obwohl sehr präsent, braucht mehr Zeit zum Erzählen, als ich heute Morgen habe. Muss mich schminken jetzt, meine Siebensachen packen und dann ab. Nass draußen. Oben im Himmel taubengraue Wolken mit ein bisschen Rosa an den Rändern, auf der Straße ein Putzwagen mit kreiselnder Warnleuchte in Orange. Die Farben des Morgens.

Ihnen einen guten! Ich mach’ mich auf die Socken.

Herzlich,
TT

7 Gedanken zu „Neuer Tag, neues Blatt

    • Nein, jedenfalls nicht nur. Wir gehen schon ziemlich bewusst um mit dem Erbe der Kolonialzeit. Aber der früheren Direktorin des Hauses wurde vor nicht allzulanger Zeit fristlos gekündigt, obwohl sie einen hervorragenden Job gemacht hat. Das geht mir nach. Ich kenne sie schon lange und schätze ihre Arbeit sehr.

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