Keine Faxen

Die nächsten beiden Tage werde ich mit einer Gruppe Autor:innen arbeiten, die über zwanzig, ach was, wenn ich recht informiert bin, sogar über vierzig sind! Wow. Hab‘ ich ja eher selten. Im Kurs geht es, grob gesagt, darum, biographisches Erzählen mit fiktiven Elementen zu verbinden. Schönes Projekt, für das ich vom historischen Museum gebucht werde, bereits zum zweiten Mal.

„Erzählen“ erinnert mich nun blitzartig an Jalal (Name von der Redaktion geändert ; ), den ich kürzlich im Rahmen eines Kurses in anderem Zusammenhang kennenlernen durfte. Die Übersetzungsrunde. Die mache ich mit Jugendlichen immer mal zwischendurch: Es geht darum, „erwachsene“ Sätze oder Worte in eine eigene, jüngere Sprache zu übertragen. Ich hab‘ bereits eine ganz hübsche Sammlung zusammen und auch Jalals knackiger Beitrag wird selbstverständlich aufgenommen:
Bleib bei Deiner Erzählung wird zu Babbel keine Faxen Aller. Zu meiner Teenie-Zeit hieß „Aller“ noch „Alter“, hat sich aber offentlichtlich weiterentwickelt. (*grins*)

Also nehmen Sie sich’s zu Herzen heute: Keine Faxen babbeln!

Lächelnd, Ihre
TT

8 Gedanken zu „Keine Faxen

  1. Na, den Tag schon am Start Alle? 😉 Klingt nach spannender Gruppe. Hoffentlich keine Babbler bei. Hoff ich auch für eigene Gruppe ab Samstag. Werd denen die Faxen gleich am Anfang abstellen, im Fall. Dr. Schmitt wird hospitieren.

    Mit jugendlichen Grüßen,
    S.

    • Ich wag’s ja kaum zu sagen, aber ab- und an sind Erwachsene auch ganz cool. Heute zum Beispiel. Eine Konzentration! Man konnte glatt die Möhren wachsen hören.
      (Eine davon, selbstverständlich, für Dr. Schmitt)

      Beschwingt grüßend:
      TT

  2. Auf der Suche nach einem anderen Zitat lese ich gerade über die Berührung von authentischem und literarischem Ich:

    „Wer solches tut, und welcher Autor tut es nicht, der vollzieht eine doppelte Bewegung, die aber als eine einzige gedacht werden muß: Er geht auf sich zu, und entfernt sich von sich. Er geht auf sich zu, indem er sich von sich entfernt, und er entfernt sich von sich, indem er möglichst nahe an sich herantritt.“

    Hans-Ulrich Treichel: Der Felsen, an dem ich hänge

    Herzliche Grüße!

  3. Also, ich bin ja nicht von da bei Ihnen zu Hause, liebe Madame TT, bei „babbeln“ muss ich sofort an die Firma Hesselbach denken, Mamma babbelt und babbelt, und der alte Hesselbach heißt Babba.

    • Lieber Herr TriThemius, lustig wärs, wenn die Frankfurter noch so babbeln würden! Doch die paar verbliebenen Originale ziehen sich heutzutage in geheime Eckkneipen zurück…

  4. Haben Sie schon gewusst, dass „Bleib bei Deiner Erzählung“ auf Wienerisch heißt: „Heast Oida, schitt ned mi’n Dee umanaund“
    [Übers. f. Außerösische, wörtlich: „(Hör mal Alter), schütte nicht mit dem Tee herum“]

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