Augenscheinwerfer

„Das Kind lebt noch“ schrieb mir eine junge Frau nach dem letzten Seminar auf den Rücken, und ein anderer schrieb: „Beste Trainerin aller Zeiten, je veux que tu travailles beaucoup“ – ich will, dass du viel arbeitest.
Wir machen das immer zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit: kleben uns ein Blatt Papier auf den Rücken und schreiben uns gegenseitig etwas drauf. Keine Kritik – für die haben wir vorher Gelegenheit – sondern kleine Beobachtungsgeschenke. Ich hebe mir diese Zettel alle auf.
„Wenn ihr mal einen schlechten Tag habt“, rate ich meinen Leuten, „nehmt einfach dieses Blatt aus der Schublade, es wird euch daran erinnern, welche schönen Eindrücke ihr bei anderen hinterlassen könnt.“
Wahrscheinlich brauchen die ihre Zettel viel weniger als ich. Für mich beginnt jetzt erst einmal wieder eine Phase des Rückbaus, in gewisser Weise: Ich lege den Augenschein(werfer) zur Seite, trete ein Stück zurück ins Ungefähre. Darauf freue ich mich: so leise und verriegelt sein zu dürfen, eine Weile. Das Kind, das noch lebt (wie schön, dass dies erkannt wird!), wirft ein paar Decken über den Schreibtisch und baut sich eine Höhle. Und jetzt fragen Sie mich bloss nicht, welche drei Dinge ich dorthin ins Dunkle mitnehme! ; )

16 Gedanken zu „Augenscheinwerfer

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