Vorabreisetag

Miss TT bangt um ihre Privatvegetation – der Eingeschworene hat viele hervorragende Eigenschaften, ein grüner Daumen jedoch gehört nicht dazu. Sie erwägt, beim Nachbarn anzuklopfen, der praktisch nichts hat außer Pflichtgefühl, entscheidet sich aber dagegen. Trauen und vertrauen, schrieb Iris kürzlich hier in einem Kommentar – nun soll das, bitteschön, in den nächsten Wochen auch für die liebstens gehegten Balkonpflanzen gelten.
Des weiteren: Koffer sind gepackt, einer für Sportliches, einer für La Parisienne en tour.
Geschenk für die Concierge? Verpackt.
Mitbringsel für Madame Drey an der Cité Internationale des Arts? Verpackt.
Miss TT: Bestens verpackt, morgen, in Sneakers, ollen Jeans und T-Shirt. Darüber allerdings die glamouröse cremefarbene Bikerjacke, deren Leder so weich ist, dass es, lange ab vom Tier, immer noch zu leben scheint. Superschick laufen nur die Reichen durch Paris, alle anderen bevorzugen einen Mix aus Hippie/Folklore/Grunge – Style mit passenden Insider-Accessoires. (Von den Tourist:innen wollen wir mal lieber nicht reden)
Jaja, Mode ist sehr profan. Aber Miss TT tritt morgen das Einzige an, was in ihrem Leben so halbwegs mit dem vergleichbar ist, was andere Urlaub nennen. „So halbwegs“, weil sie in diesen vier Wochen meistens konzentrierter arbeitet, künstlerisch, als in den übrigen elf Monaten des Jahres, und wenn sie das in ihren schönsten Klamotten tut, geht das niemanden etwas an.
Hehe.

(Vielleicht das Basilikum doch noch schnell in einen der Balkonkästen auspflanzen…? Im Topf auf der Küchenfensterbank hat es keine Chance -)

Eh bien. Jetzt muss sie nur noch eine externe Festplatte mit allem vollstopfen, was in nächster Zeit an Lohnarbeit zu verrichten oder vorzubereiten ist – Ende Juli geht die Seminarsaison wieder los. Und die Stiftungs Denk- und Textarbeit, sowieso, wird auch von Paris aus erledigt, sonst ist kein Geld da, wenn sie an den heimischen Schreibtisch zurückkehrt. Und Musik! Und die ganzen angefangenen Texte!

Sie wird auch von Frankreich aus täglich von sich hören lassen, geschätzte Leser:innen! Wenn sie nicht kann, wird die Concierge stellvertretend hier einspringen; das hat sie letztes Jahr um diese Zeit auch einige Male getan. Mit so großer Verve übrigens, dass eine Weile lang nicht klar war, ob sie überhaupt das Heft wieder aus der Hand geben würde…

Mit einem Lächeln.
TT

9 Gedanken zu „Vorabreisetag

  1. Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Zeit in Paris, viel Erfolg und noch mehr Spaß – und das alles in tollen Klamotten. Da kann ja kaum noch etwas schief gehen! Einmal (Lebens-)Genuss pur!

  2. Meine Liebe, ich wünsche Ihnen eine wunderbare, möglichst erholsame Zeit. Ich bin erleichtert, zu hören, daß ich von Ihnen hören werde. 🙂 Haben Sie es rundum gut. LG Jost

  3. Vielleicht gibt`s auch dieses Jahr ein paar [sch]neckische „Aben[d]{teu}[e]r“ à la Parisienne,
    an denen wir Zuhaus`gebliebenen lese[h]en[d] [partizipieren] dürfen!?
    [et n`est] C`est pourquoi: Bon voyage!
    😉

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