Einmal geübt…

Mit „Einmal geübt, schon gekonnt“ will ich mich selbst überraschen. Ich will schnelle schöpferische Einfälle im Kontext weiblicher Rollenbilder. In dem, was entsteht, angreifbar, diskutierbar sein.

Sie mögen sich fragen, Leser:in, woher der Titel für diese Rubrik kommt.
Denken Sie an an die Zeit, als sich Leute Gitarren kauften und sofort damit auf die Bühne stürmten, ohne Üben, ohne Vorbehalte.
Die Konzerte missfielen mir, die Idee aber nicht. Dieser ganze Selbstoptimierungsappell heutzutage geht mir schwer auf den Wecker. Das Leben als fortdauernder Versuch, Defizite auszugleichen? Künstlerisch ist das eine Katastrophe.
Was wäre, wenn wir uns Settings schaffen würden, innerhalb derer Training nicht erwünscht ist?
Wenn wir aufhörten, an Ergebnissen zu feilen.
Wenn wir so unverfroren wären zu sagen, ich mache das, es ist schnell fertig, es ist gut.

Keine neue Erfindung in der bildenden Kunst, man denke an Schütt- und Pinkelbilder, an absichtlich ungekonnte Zeichnungen, an „bad“-Painting, Trash, improvisierte Performances. Alles schon mal gewesen. Darauf kommt’s aber nicht an; eben das ist es ja, was mich fuchsig werden lässt: Das Kontextualisieren, immer schauen, was haben die anderen schon gemacht, wie setze ich mich davon ab.
Mit d e r Haltung bin ich noch nie auf Ideen gekommen.
Zumindest nicht in dieser Reihenfolge.

Diese Serie zum Beispiel: Überlegen Sie mal, Leser:in, wie viel Spielraum ihr Titel aufmacht. Wie viele Assoziationen mitschwingen. Was sich unter so einer Vorgabe alles versammeln lässt an bildnerischen Aussagen unterschiedlichster Klangfarbe.

54 Gedanken zu „Einmal geübt…

    • @schreiben wie atmen. Doch. Einfach deshalb, weil ich einen Vollbart haben könnte, der bis tief auf meinen Bauch reicht. Übrigens hab ich’s bis zur Brust schon mal geschafft. Damals war ich zweiundzwanzig. Aber die Fotografien, die ich davon habe, zeige ich nicht. Die Kajüte, in der ich abgestreifte Verhöhnungen staple, schließt nicht mehr sehr gut, so heftig drückt das Zeug von innen gegen die Tür.

    • Hab‘ heute bereits eine andere Serie begonnen, wie Sie gesehen haben werden … die geht allerdings in die entgegengesetzte Richtung.
      Tja.

      Was ist das denn für ein Fieber?

    • @SWA Genau kann ich es nicht mehr datieren, aber es muss Anfang der 90erjahre gewesen sein. Da gab es einen PARADIGMENWECHSEL.
      Vorher waren rasierte Frauen „sluts“, danach nicht rasierte.
      Was mich dabei fasziniert, ist der ziemlich geschlossene, hochprozentige Anteil an Leuten, die diesen Wechsel ziemlich zeitgleich mitgemacht haben.
      Vielleicht gab es im Fernsehen eine Werbung mit Nassrasierern, die eine sublimimale Botschaft ausstrahlte. Jedenfalls zählt es für mich zu den unerforschten Rätseln des Universums, wie das P<>PN-Problem in der Mathematik oder die Unmöglichkeit ein Mittel gegen Schnupfen zu entwickeln.
      Ich oute mich dahingehend, dass ich in der Frage selbst leidenschaftslos bin. Wen ich die Frau mag, bin ich von der jeweiligen Haarmode begeistert. Ich bin ja so leicht zu manipulieren:)

    • Gefragt habe ich mich immer, wie ein Glaubensbekenntnis, was in weniger als fünf Minuten über den Haufen geworfen werden kann, die Gemüter wirklich beschäftigt, rasiert oder nicht rasiert, ist das wirklich die Frage? Auch Sechzehnjährige wissen ja um die Existenz von Rasierern. Laut Hölle is back ist es natürlich ein unverzeihlicher Fehler erotisch einen nichtaktiven Eindruck zu hinterlassen, wie auch immer man das anzustellen gedenkt, ob mit Schambehaarung unten oder Bärten oben, die Ausweitung der Kampfzone wird ja nicht mehr ausgeweitet, sie verhaart an Ort und Stelle, fickst du noch oder nicht mehr, und wenn, mit wem, wie oft und vielleicht noch wo? Früher waren Orte ja noch entscheidend, das ist heut etwas aus der Mode, scheint mir.

    • @Diadorim Hat sich halt ergeben, der kleine Abstecher zu Wolle dran oder Wolle ab; ein Glaubensbekenntnis is was anderes. Eigentlich kein Grund, pampig zu werden, als würden wir hier zum anal bleaching aufrufen oder so.

    • Oh je, auf Diadorims Unmut folgt jetzt auch noch die Rute. Und das alles, weil ich den Ausdruck „erotisch aktiv“ ohne Augenzwinkern oder Smiley verwendet habe. Nu sein’se doch mal nicht so streng mit den Rasierten, meine Damen : )

    • Klang das pampig meinerseits, so wars nicht gemeint. Aber weder denke ich, Schamhaarentfernung führt direkt zur Pädophilie, noch, Sie sage irgendwas aus, bis auf vielleicht, wer hat schon gerne Haare im Mund, wenngleich auch nicht jeder an Schamhaarausfall leidet und bärtige ja meines Wissens nach auch geküsst werden. An anderer Stelle las ich neulich eigentlich eine sehr richtige Beobachtung:

      „daß ich zweitens hoffe, man könne eines Tages Sexualität und Sex als das sehen und behandeln, was es ist: eine schwierige, intime, ernste Angelegenheit. Beladen mit … allem möglichen. (Die, die gerne behaupten wollen, es sei easy und sie hätten mit nix Probleme, will ich nicht davon abbringen. Es ist nur mein Verdacht, das ist größtenteils Mogelei (oder einfacher Stumpfsinn) und besonders die Frauen trauen sich nicht zu sagen, wie sie unter dem ganzen Mist leiden und irgendwas vormachen, von dem sie vielleicht auch hoffen, es zu sein oder durch Praxis zu werden. Daß das falsche, helle Gekeuche sich irgendwann anhören möge, wie echte Lust.)

      Die (unpathologischen) Schwierigkeiten fangen doch schon damit an, daß du mit denen, die mit dir schlafen wollen nicht schlafen willst und umgekehrt die, von denen du es willst kein Interesse an dir haben. Und wenn sich dann mal welche vorstellen könnten irgendwie was miteinander zu machen, bleibt es ja noch schwierig genug.“

      Ich leide vermutlich nicht so sehr unter dem ganzen Mist, aber das hat andere Gründe, aber über weite Strecken denke ich schon auch, es ist nicht einfach mit mit oder mit ohne SH gelöst, und vieles bleibt wohl auch schwierig genug, ja. Was nicht heißt, man müsse es darum lassen, oder irgendwie auf Teufel komm raus immer an der Abschaffung des Schwierigen arbeiten, man kann sollte vielleicht mal einigermaßen klug von den Schwierigkeiten schreiben, ohne dass das gleich eine kapitalistische Gesamtabrechnung a la Houellebecq werden müsste, denn die meisten waren ja doch wenigstens mal jung und theoretisch unbelastet und haben sich mit Spaß mal geliebt, darf man ja auch nicht vergessen, bei all dem, dass das geht.

    • @Diadorim Was schrieb ich vor einigen Tagen in meinem „Liebte der Osten anders“ – Text? Sex sei eine „heikle Angelegenheit“. Da kam Widerspruch von hinten und vorne. Dabei meinte ich so ziemlich ungefähr genau das, was Sie jetzt sagen.

      (Manchmal pampig ist ok. Warum eigentlich nicht)

    • @Phyllis Ich würde sagen, der Schlankheitswahn ist eine ganz andere Geschichte. Aber darum ging’s ja nicht. Sondern um das Phänomen, daß Millionen mündiger Bürger auf einmal eine Kehrtwende machen wie ein Fischschwarm. Und dann auch noch so tun, als hätte es nie eine andere Haltung gegeben. Was mich damals — und jetzt wieder — so geärgert hat, war diese lückenlose, unreflektierte Uniformität. Dasselbe gilt auch für’s BH-Tragen. Den mal wegzulassen, weil’s unbequem ist oder der Tageslaune nicht entspricht, scheint gar nicht mehr möglich zu sein. OHNE Botschaft, Protest, Verkündigung zu sein, nicht mehr oder wieder nicht mehr möglich. Wobei wir wieder bei den Schubladen wären.

      Was mich bei der Baryphobie am meisten erstaunt, ist, wie wenig korrekturfähig sie ist. Man kann einem halben Hemd von Hippe tausendmal vorrechnen, daß sie nicht zu dick ist — glauben wird sie es nicht.

    • Ja, weil ja Jungs schlechterdings immer einfach die ganze Palette Auswahl haben, immerzu und nicht einen einzigen Komplex, und naturschön und naturklug auf die Welt kommen, alle. Einen Tag im Chat, das Blatt wendet sich umgehend, Männer ziehen sich aus, zeigen rasierte Schwänze, werben mit trainierten Bäuchen, enthaarten Brüsten und machen nahezu alles mit, um auch nur irgendwie in Frage zu kommen. Und bei allem frei zugänglichen gilt irgendwann auch die Langeweile am Immergleichen, und dann findet man auch die Unpolierten, behaart, fett und fies, juchhei, so what? Man darf vielleicht nicht vergessen, so ein Mensch ist ja lernfähig, selbst 14jährige, ich sorg mich nicht gar so sehr, als wenn irgendein Wesen je so selbstlos war, alles zu machen, um einen Partner zu finden, dann gäbs wohl kaum so viele Singles… Hingegen kann etwas Selbstlosigkeit meist nicht schaden, wenn man wen wirklich gut riechen kann und der einen;-), weil, meist überschlagen sich dann ja die Selbstlosigkeiten wechselseitig, wenn man nicht völlig emotionsgestört iss, buhaha, boing, zack, next Level please…

    • Das zeichnet aber auch ein Bild von den armen Minderbemittelten, denen ohne kluge, mutige Eltern (hatte ich die?) kein Verstand von nirgends zuwächst außer von YouPorn und Heidi Klumm, ick weeß ja nüsch, ob das sich nicht auch ein wenig oder nicht gar zur Gänze etwas zurecht denkt, was so nun auch wieder nicht existiert.

      Ficken oder gefickt werden, das ist also die Frage? Weil Frauen ja jeden gleich heiraten wollen und per se bei so was keine Lust empfinden? Hm…

    • Das ist nun Ihre Sicht… ich erinnere mich an sehr schöne (von Männern und Frauen verfasste) Texte, die gerade die Behaarung der Scham (und die vielen Differenzierungen) aufreizend beschreiben. Und daran, wie verführerisch z.B. die Amerikaner in den 80er Jahren das an den europäischen Frauen fanden. Meine junge Freundin mag nur glattrastierte/-gezupfte Männerbrüste – mir kommt das sehr unerotisch vor – und die Haare im Mund stören mich da gar nicht. — Es gibt da wohl keine einheitliche Sicht. Manche mögen nicht aussehen wie Marmor und manche reizt er nicht – zum Anfassen etc. Schön doch, dass es so verschieden ist -und bleibt!

      (An dieser ganzen Diskussion ist daher meiner Meinung nach auch nicht von Interesse, wie eine/r jede/r das für sich hält, sondern allein, dass es Moden gibt. Über die Mode als Zeichensystem ist viel Interessantes geschrieben worden. Und hierzu ließe sich diesem Thema auch etwas abgewinnen, vielleicht.)

    • Ich ekel mich vor ander Leuts Geschlechtsteilen, ob rasiert oder nicht, schon allein die (kindische) Diskussion darüber macht mir einen Kotzreiz. Ich gebe aber zu, es gibt Ausnahmen, eine Ausnahme, nein zwei, ich bin ja auch ein Geschlechtsteilinhaber.

    • Auch die an ihren Geschlechtsteilen hängenden Menschen sind mir oft widerlich, doch zum Glück habe selbst ich Freunde, die aber zumeist angezogen sind. Kastrationsgelüste wie der Herr Herbst sind mir allerdings fremd, überhaupt liebe ich meine Freiheit, Dinge ganz locker nicht tun zu müssen. Grundsätzlich aber, das sei noch einmal festgestellt, habe ich nichts gegen das gegenseitige Benagen der Geschlechtsteile, wenn es denn der Steigerung der Lebensfreude dient.

    • Mea culpa! Es wird zu dieser Frage keine spannende, heitere und kluge Diskussion geben können. Leider. Ansonsten mea culpa, mir fällt zu dem Thema auch nichts Substantielles ein. Menschen, die ich liebe, liebe ich übrigens vollständig mit all ihrer Geschlechtlichkeit, nagen tue ich aber nur an Einer.

    • @Abstandnehmer Das Diskussionsdümpeln wollte ich nun wirklich nicht Ihnen allein in die Schuhe schieben. Nö. Überhaupt neige ich eher dazu, die Schuld bei mir zu suchen, werde auch meistens fündig. Vielleicht hat mich in Ihrem Fall einfach nur die Nagerei stutzig gemacht, wir sind doch keine Otter.

      Ansonsten: weitermachen! : )

    • Ich hatte ja keine Ahnung, dass Otter sich gegenseitig benagen! Außerdem meinte ich natürlich zärtlich nagen, so rumknabbern eben. Kann ein Jeder und eine Jede aber halten wie der Dachdecker respektive die Dachdeckerin. Interessant wie Diadorim von Sichbenagen zur Kunst kommt, und zwar zur bildenden, die ja meistenteils ohne Worte auskommt und eher sinnlich ist – kennt hier jemand Hugo Kükelhaus? Fällt mir grad ein bei Sinnlich & Kunst. http://www.hugo-kuekelhaus.de/cms/index.php Kunst buchstäblich zum Anfassen!

  1. Jui! Das stell ich mir spannend vor: Sie mit Vollbart bis zur Brust.
    B.t.w.: keine Verhöhnung, streifen Sie nichts ab,das ein Gespräch entfachen könnte. Es spiegelte sich in meiner Bemerkung eher die Sorge, dass auch Ihre/meine/unsere Generation schon Probleme haben könnte mit der naturgegebenen Behaarung. Ich musste unlängst das Entsetzen eines Sechzehnjährigen anhören / miterleben, und zwar darüber, dass seiner Freundin „eigentlich“ Haare an der Möse wüchsen, rasierte sie sich dort nicht. Er erweckte den Anschein, kaum mit dieser furchtbaren Tatsache umgehen zu können. Die weibliche Intimbehaarung schien für den jungen Mann die Qualität eines Traumas zu erreichen.

  2. Wieso nicht? Man müßte daraus nur eine Serie mit dem Titel „Freiwillige Selbstzensur“ oder „Brav reloaded“ machen, und schon wirds spannend. Vielleicht bin ich aber auch noch im Fieberwahn, wer weiß, und die Idee ist doch nicht so gut.

  3. Im Gym sehe ich eine Menge Frauen unter der Dusche. Jene mit wenig oder ganz ohne Fellchen machen den erotisch aktiveren Eindruck. Ausnahme: Japanerinnen. Die neigen haarmäßig zum Abenteuerspielplatz.

  4. interessiert mich absolut nicht – die frau muss an wirklich engdefinierten gesprächsfetzen konkreten inhalts störrisch wegsehen.
    nicht dickköpfig.
    unbeugsam.
    das lässt man ihr, das fördert man ja eigentlich, das eigen sein wollende.
    ist halt voll sexy.

  5. Die mit dem Anal-Bleaching machen aber erotisch wahrscheinlich auch den aktiveren Eindruck. Genau wie die, die sich der Männer wegen wie 11jährige zurechtrasieren. Maximal 14. Komisch, daß sich manche so augenbrauenartige Scham stehenlassen. Das könnte doch eigentlich auch noch weg. Sirr Sirr, rupf reiß, aua, entzündet, erotisch aktiv.

  6. @Strigops Habroptilus Musste lachen bei der Lektüre Ihres verlinkten Textes. Würde zwar bestreiten wollen, irgendeiner Form von Massenhypnose anheim gefallen zu sein, aber ein Blick nach unten widerlegt diese Behauptung. Andererseits, wie Diadorim eben ausführte, gibt’s wichtigeres. V i e l wichtiger als Schur oder Nichtschur ist der Zwang zu körperlichen „Ideal“maßen, der schon so früh einsetzt, dass meine vierzehnjährigen Schülerinnen sich alle zu fett finden, selbst wenn ich sie mit einer Hand hochheben könnte. Ebenso die Zwanzigjährigen. Ebenso meine Freundinnen, die nun alle mittleren Alters sind.
    Es braucht e r h e b l i c h e Anstrengungen, sich von dieser Programmierung frei zu machen.
    Dagegen ist die Frage, ob ein Schamhügel oder eine Achsel nu behaart ist oder nicht, wirklich pillepalle.

  7. Für mich liegen ja auch keine Welten zwischen Ihrem Standpunkt und dem zitierten, wobei mir vermutlich heftigst widersprochen würde. Man schaut sich das dann ja auch mal mit der Brille der sieben Aufrechten an, was hier so steht und denkt, oha, die erotisch Aktiven hier und die Inaktiven da, da wird wieder Front gemacht, da muss man schnell mal was schreiben, um irgendwie zu erklären, das kann doch nicht alles sein, wonach wir beurteilt werden, Geld und erotischer Aktivismus, nach Hölle is back ist das natürlich alles, nach den vielen kleinen bürgerlichen Allerweltsleben ist das natürlich nicht alles, nach den Wunschmaschinen ist das vermutlich doch wieder alles, und wie hieß es gestern hier bei mir in meinem kleinen Leben noch, als M mit erstaunen fragte, ob denn unserer Freundin R demnächst auch Diagnosen stelle nach ICD 10 und ich sagte, klar, sie ist dann doch Therapeutin, M darauf: aber man kann doch nicht alles auf Sexualstörungen zurückführen und ich sagte, wieso nicht, Freud konnte das doch auch, M darauf, auch wieder wahr, eigentlich recht praktisch, wenn man immer weiß, wo man suchen muss, n est pas.

  8. Die stillschweigende längst verinnerlichte Übereinkunft, dass man nützlich sein muss, um eine Einkommen zu haben, finde ich um ein vielfaches schlimmer als Achselhaar oder Schamhaar, oder, wie es neulich bei ANH hieß, man bilde sich halt durch Leistung seine Individualität heran, statt durch Locken im Schamhaar (sehr schön), auch gruselig, will ich denn geschätzt, gemocht, geliebt werden, weil ich so sssssöne Gedichte schreibe, immer nur dann lieb gehabt, unter ständigem schaffeschaffe Beeindruckungsdruck, nein, dann lieber wegen der Locken im fehlenden Schamhaar, oder? Ich glaub ja, so funktioniert das alles nicht, ich glaub ja, man schnuppert und peng, große Liebe, so in etwa;-).

    Ja, aber einem halben Hemd von Hippie muss man nix vorrechnen, entweder man fängt einfach mal damit an, sich zu mögen, oder kämpft weiter mit unzähligen Dämonen, die einen davon abbringen wollen, die handvoll dämonengestützter perfekter Hemden sind einfach wahrlich nicht die erotisch einzig aktiven mit Geld, Glück, Glanz, Ruhm auf Erden. Warum fragt eigentlich niemand nach den Bedingungen unter denen man Glück empfindet, ich wette, niemand wird Achselhaarentfernung oder Magersucht anführen, ich bin mir so gut wie sicher.

  9. Erhebliche Anstrengungen, richtig. Da Sie mit Jugendlichern zu tun haben, lohnt vielleicht meine Einlassung.

    Sich mit 14 (oder 40) zu fett finden ist schrecklich, schrecklicher ist, als 14jähriges Mädchen zu glauben man müsse, um für eine Partnerschaft infrage zu kommen, alles machen und mitmachen und so sein, wie es die Jungens oder Männer (anscheinend) erwarten. So, wie sie es einerseits bei Heidi Klum („Augen zu und durch. Disziplinier dich und jammer nicht. Was weh tut, macht hart und damit erfolgreich.“) und andererseits auf dem frei zugänglichen YouPorn vorgeführt kriegen. Wo man lange suchen muß, um behaarte, unpolierte Menschen und ungeweitete Arschlöcher zu finden.

  10. Ich glaube (leider?), daß ficken und gefickt werden nicht das Gleiche ist und das Begehren der Mädchen sich „eher“ auf „Liebe“ und Beziehung richtet und DANN die genitale Lust dazukommt, bei Jungens die genitale Lust „eher“ auch ohne Beziehungsphantasie vorkommt.

    Ich möchte einfach, daß man Mädchen ermutigt (Jungens auch) und soweit es geht versucht darauf hinzuwirken, daß sie sich nicht ins Falsche (und das ist alles, was sie eigentlich nicht wollen) einüben, um zu gefallen und mitzuhalten. Ich rede hier von denen, mit denen Phyllis zu tun hat, die nicht unbedingt die vernünftigen, zarten, mitfühlenden, klugen, mutigen Eltern haben, die sie früh genug darin bestärken, daß sie sich weder beim lieben Onkel auf den Schoß setzen müssen noch sonst was machen, was andere für angemessen halten, sie sich mal nicht so anstellen sollen usw., sondern über die Masse der anderen, die dieses Vertrauen in sich nicht haben.

    (Was wir paar eitlen Männeken hier „meinen“ ist nicht so wichtig.)

  11. Also zunächst mal gibt es durchaus Schülerinnen und Schüler von mir, die hier mitlesen. Und die wahrscheinlich weniger feixen, aber entspannter mitlesen würden, wenn die Erwachsenen es schafften, das Wort „ficken“ während solcher Diskussionen nur wenn nötig zu verwenden. Nicht, dass sie es anderswo nicht auch lesen und benutzen würden… sondern einfach, um einen Unterschied zu machen.
    Oder?
    Ach, was soll’s.

    Zum anderen gibt es sone und sone Eltern, wie wir alle wissen. Diejenigen, die selbst wenig Bildung intus haben, sind nicht selten begeistert, wenn ihre kids auf die nächste Klippe hüpfen. Was die Sexualität angeht – da wird der Einfluss der Eltern meiner Meinung nach eh überschätzt. Meine waren locker, auch mit ihren Körpern, hat nix genützt. Die Flüsterstimmen, wie ich sein müsse, um zu gefallen, kamen von draußen. Nicht von youporn oder Heidi Klum, die gab’s in meiner Welt nicht, sondern von … keine Ahnung. Es gab sie einfach.

    Die Aussage, Mädchen wollten Liebe/Beziehung, Jungs eher genital, hab‘ ich in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder gehört. Ich bezweifle das. Was ich so mitbekomme, ist, die Jungs finden R e d e n über Genitales aller Couleur spannender als Mädchen. Untereinander wohlgemerkt. Beziehungen wünschen sie sich ganz genauso wie die Mädchen.
    Ich bin allerdings keine Lehrerin, sondern Trainerin für kreatives Schreiben, hab‘ also keine Klasse. Meine jüngsten Workshopteilnehmer:innen sind vierzehn, die „ältesten“ zweiundzwanzig. Ich bekomme also nicht mit, wie diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich im normalen Schulalltag verhalten. Wenn sie bei mir sitzen, ist immer Ausnahmesituation.

  12. Rasiertes Geschlecht. Seltsam, welch eine Aufregung durch solch eine Diskussion weht. Daß sich Achselhöhlen rasieren lassen, hat sich unterdessen auch bei Männern herumgesprochen, und in der Tat, es erfreut die weibliche Zunge ebenso wie enthaarte Gonadenbeutel. Niemand hat gern Haar im Mund. So einfach scheint mir das zu sein, und so verständlich. Zudem geht man und frau ja auch zum Friseur, sowie frauman und manfrau – darüber wird gar nicht diskutiert. Man schneidet sich übrigens auch die Finger- und sogar, das soll jedenfalls vorkommen, die Zehennägel, und wenn es aus den Ohren büschelt, gar aus der Nase, sind kleine Scheren hilfreich, nutzbringend und von hoher ästhetischer Wirkkraft. Außerdem, als Mann gesprochen: es ist ungemein berückend zu sehen, wie die Spalte zwischen den Beinen steht, es kann einen rein wahnsinnig machen vor Begeisterung und Lust. D’Annunzio schrieb von einer Frau „sans plume“ – ihr Geschlecht sei anzusehen wie ein Marmor von Porphyr. Soviel, nachgetragen, dazu. Immerhin geht es um ein erotisches Projektions- und Rückübertragungsspiel, das in die Verherrlichungen strahlt, – kurz: um Aufladung. Und es gilt oben wie unten: zwei entblößte Brüste sind Natur, nur eine aber ist Erotik (Geist nämlich, der auf den Trieb wirkt).

    • @Abstandnehmer Die Diskussion wäre kindisch, wenn es tatsächlich nur um glatt oder wollig ginge. Darüber hinaus ist sie’s nicht, finde ich. Der Wettbewerbsmodus kennt keine Grenzen, da sind >>> sichtbare und unsichtbare Skalpelle im Einsatz.

    • Und so hätten wir das dann auch geklärt, Herr Abstandnehmer.

      Im übrigen wird mir bewusst, dass eine spannende, heitere und kluge Diskussion zu dieser Frage (für mich) so nicht funktioniert. Werde bei anderer Gelegenheit mal versuchen, meine Überlegungen in neue Worte zu fassen. Vielleicht lassen sich dann auch Scharmützelchen vermeiden, zugunsten eines etwas angeregteren Austausches.

    • Wenns der Wahrheitsfindung dient „Grundsätzlich aber, das sei noch einmal festgestellt, habe ich nichts gegen das gegenseitige Benagen der Geschlechtsteile, wenn es denn der Steigerung der Lebensfreude dient.“ Ist doch ganz generös und gar nicht ungut ausgedrückt, der Geste wohnt natürlich etwas wie ein Jott sei Dank I m over it bei, und mich erinnert es irgendwie auch an Benns Was meinte Luther mit dem Apfelbaum, da ist wer ganz bei sich und kann den Untergang getrost erwarten, nur habe ich natürlich auch meine vielleicht nicht ganz unberechtigten Zweifel, ob so ein ganz bei sich sein mit 99 Thesen annageln übereinstimmen kann. Das funktioniert ja eben oft doch hier wie Becks und Antibecks, Missionierung und Gegenmissionierung. Ich denk manchmal so müssen sich die Kannibalen gefühlt haben, wenn wechselweise Portugiesen, oder Niederländer oder Franzosen so zum kolonialisieren kamen. Ich hab dem Ursprung der Welt schon ein hübsches Gedicht geschrieben, find ich übrigens. Geschlechtsteilbenagung interessiert mich allerdings doch leider immer wieder mal, müssen nicht mal meine eigenen sein, natürliche Neugier, wie machen das die anderen, bin ich pervers, frigid, weder noch, oder die, Vergleichsstudien, muss ich auch so viel Geld wie mein Nachbar verdienen, muss ich auch meine Kunst so machen wie Gerhard Richter um richtiger Künstler zu sein, muss ich wirklich antikapitalistisch eingestellt sein, wenn ich Kunst mache, muss ich überhaupt Kunst machen, muss ich noch den ganzen Dälös lesen (bitte nicht), ist es anders besser schlechter egal, wenn ich dies oder jenes, was macht mich eigentlich wirklich glücklich, ficken?, schon auch, schlimm, tja, Fragen über Fragen. Ist das furchtbar wenn man denkt, ich könnt auch mein Leben einfach damit verbringen, die meiste Zeit neben einem warmen männlichen Körper auf dem Sofa zu liegen? Zur Not kann man sich ja was vorlesen (nicht Döles). Muss ich meine Regression hassen? Sie dient doch der Lebensfreude?

    • @Diadorim Sie verwirren mich; ich mag das sehr. Wäre ich heute nicht so kriminell verschnupft, würd‘ ich mich dem Nölen über Döles (gibt’s den nicht als Schluckimpfung?) anschließen, aber so? Verrotzt und brummschädelig brauch‘ ich eigentlich nur eine freundliche Hand, die mir einen Grog hinstellt.

    • Da quält man den Pädagogen ja gern mit, ich hab natürlich sich schon x Kinder vor Matsch und hohem Gras und Barfuss auf Kakerlaken gehen ekeln sehen, egal, die mussten dennoch mit allen Sinnen lernen, bis eener heult, wa, ick wollt doch nur uffet Sofa mit Mahann, mahann, was daran verwirren soll, verwirrt mich. Mir sagt man immer, du schläfst so schön, also, und weil mir das leicht fällt, mach ich eigentlich nix anderes, Mann da, rauf aufs Sofa, einrollen, einschlafen, ich glaub ich bin ein gutes Sleepie, recht pflegeleicht.
      Der Döletz muss bei mir für alles herhalten, was ich nicht machen will, der Däloisel muss alles ausbaden, dafür hab ich mir den zugelegt, nein eigentlich wurde er mir aufgedrängt, gleich von Anfang an, aber sowas rächt sich ja bekanntlich immer;-). Oh, ein Grog, bittefön mit Krachschassa! Ich geh mal ne freundliche Hand hacken und leg sie dazu, ich bin eh gerade unter Kannibalens, intrauteriner Kannibalismus beim Tigerhai, getrennte Gebärmuttern garantieren, dass zwei Tigerhaie das Salz des Meeres sehen, alle anderen Föten fressen sich im Leib des Tigerhais, Hammer, ich find Natur so crazy, so crazy kann Düläs gar nicht mehr werden.

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