10 Gedanken zu „Die Sprache der Anderen, 50

  1. Ich werde oft um Rat gebeten, und dann geht es aber ab, Schlag um Schlag, zackzack, bis der oder die Ratsuchende sich denkt, da mach ich es doch lieber, wie ich es für richtig halte. Ende der Mission. [Unaufgefordert gebe ich keine Ratschläge, sondern erteile Befehle ;-)]

  2. Großartig! Wollte doch schon vor Jahren der alte Helmut Schmitd, zum Thema Rauchen befragt, partout die Brücke zur politischen Korrektheit nicht betreten, die eine besorgte Interviewerin für ihn gebaut hatte als sie fragte: „Aber jungen Menschen raten Sie schon vom Rauchen ab?“. „Ich erteile keine Ratschläge. Sind auch Schläge.“ Was für ein Dinosaurier, in einer Zeit, in der Ratschläge landauf landab tagein tagaus aus den Talkshows der Republik auf die Bevölkerung herabrieseln

    • venöse Sprache: in der Tat ein packendes Bild!
      Gleichförmiges dahin strömen, frei von lebensnotwendigem Brennstoff.

      Arterielle Sprache pulsiert aufgeladen. Sie vermittelt Druckstöße, heizt an, bewegt. Das wird in der Abgeschiedenheit des Netzes als aggressiv und beunruhigend erlebt. Deshalb wird solche Sprache teils heftig abgewehrt.

      Reinigung findet übrigens nicht im Herzen statt, Aufladung mit Brennstoff auch nicht. Aus diesem Blickwinkel untersucht, erscheint die ‚Sprache des Herzens‘ als hoffnungslos überbewertet.

  3. @Kolibri Ein tolles Bild, „venöse Sprache“ im Netz. Dem ich nicht zustimmen kann, obwohl mich die Vorstellung vom Netz als Transportsystem für verbrauchte Sprache ziemlich umhaut. Wie aber würde dann arterielle Sprache klingen und wo fände sie statt? Immer nur außerhalb des Netzes? Wie wahrscheinlich wäre das?
    Ihre Frage zu beantworten fällt mir schwer: weiß ich doch selbst nicht, wie ein Herz gereinigt werden könnte, ob nun im Netz oder anderswo. Und ob das überhaupt erstrebenswert wäre.

  4. @Randonneur Ich stimme dem zu, was Sie über Aufladung sagen, wie heftig die Abwehr gegenüber solcher Art Sprache im Netz teilweise ist – auch ich bin nicht frei davon, obwohl mir eigene Texte am besten gefallen, wenn sie genau dort angesiedelt sind: in diesem Strudel zwischen Überschwappen und Einströmen lassen. Werde noch weiter darüber nachdenken.

  5. oh mannomannomann Ich war wohl zu angetrunken,
    als ich mich ans Radschlagen machte.
    Letztlich wollte ich aber nur die venöse Sprache lanzieren,
    da mir das Bild so zwischem zweiten und dritten Glas Wein
    zuflog.

    Und völlig korrekt auch der Hinweis auf die Herzfunktionen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.