Endspurt

Letzter Tag dieser intensiven Woche. Heute tippen wir alles ab, korrigieren noch einmal durch und gestalten unsere Seiten. Es gibt ein Redaktionsteam und ein Produktionsteam und am Ende des Tages wird jede(r) von uns mit einem “Zine” nach Hause gehen – einem schwarzweiß kopierten Magazin, in dem Texte, Fotos und handgezeichnete Gestaltungselemente zu doppelseitigen Kollagen zusammengefasst sind. Fragen Sie mich bloss nicht, wie stressig das ist ; )
(Nächste Woche Atelier. Jeij!)

18:47
Geschafft! Yo!
Jetzt erst einmal das Flickern aus dem Kopf kriegen – dann kann ich vielleicht spä

8 Gedanken zu „Endspurt

  1. Das nennen Sie stressig? Haben Sie schon mal am frühen Morgen, so gegen neun, halb zehn also, vor der Entscheidung gestanden, entweder am Schreibtisch zu arbeiten oder mit dem Rad oder dem Motorrad eine Tour zu machen, wohlwissend, daß nach der Tour keine Arbeit mehr möglich ist und nach der Arbeit keine Tour? Und jetzt schreibe ich auch noch diesen Kommentar, statt mich zu entscheiden. Argh! (Und jetzt, später, stelle ich auch noch fest, daß mein Humidor trotz dreißigjährigen Geldmangels schier überquillt, so daß ich eigentlich mal eine Zigarre rauchen müßte, was aber weder beim Fahren noch beim Arbeiten funktioniert – arghrghgh!) (Da ich ja weiß, wie müde und kaputt Sie nachhause kommen, will ich Ihnen nur in aller Kürze anvertrauen, daß nicht aller Tage Abend ist und ich eben erst vorsorglich auf dem Balkon meine erste Sommer-Balkon-Zigarre rauchte, zu Ehren Alban Nikolai Herbstes, den ich zugleich las, die einzige Zigarre übrigens, die ohne Bauchbinde in meinem Humidor zu finden war, denn wußten Sie, daß ANH den Zigarren als erstes die Bauchbinde entfernt, dabei hat dieses Miniröckchen doch eine Art schambedeckende Funktion, um dann erst an ihnen zu saugen und sie in Rauch aufgehen zu lassen? Ich hingegen fummele das Röckchen erst nach einer geraumen Weile ab, manchmal lasse ich es auch dran.) (Ich erkläre den heutigen Tag zum Tag des Kommentierens, dann muß ich mich nicht grämen, keinen Handschlag am Roman gemacht zu haben – gestern auf dieser langweiligen Veranstaltung im Brecht-Haus sagte die Frau Richter übrigens, je besser ein literarisches Blog sei, desto weniger würde kommentiert, so jedenfalls würden manche sagen – ob da was dran ist?) (So, jetzt regnet’s in den Prenzlauer Bergen, ein dicktropfiger Sommerregen, der nicht lange andauern wird, da hinten wird’s schon wieder hell. Aber wie das riecht! Wunderbar! Ganz herrlich! Der Kommentiertag geht ja auch ohnehin langsam zuende, der gemeine Blog-Kommentierer sitzt wahrscheinlich jetzt schon am Abendbrottisch im Abendrot, trinkt seinen Kamillentee und ißt sein Brot mit Butter und Tomaten, danach gibt’s ein Malzbier, dann die Tagesschau, dann geht’s ab ins Bett. Keine Widerrede!) (Sodele, für die meisten Menschen ist jetzt Freitagabend, die Kinder sind mit Malzbier mit nem Schuß Wacholderschnaps ins Bett verstaut worden, der Lebensabschnittspartner macht heute die Steuererklärung, also ab auf die Piste und die Sau rausgelassen, aber mal so richtig => das ist natürlich nur ein Garnierungsvorschlag, meinethalben können Sie den Freitagabend auch nur so hinunterschlingen, ganz wie Sie wollen – Sie haben es sich verdient!)

    • Na ja, das tat Frau Richter, als die frischbackne eVerlegerin, die sie nun ist, auch sicher ganz pro domo – redete sie doch den “monolithischen” Blogs das Wort, die Blog gar nicht sind, weil eben zu kommentieren nicht zugelassen ist. Berühmtestes Beispiel sind Goetzens Netzpräsenzen gewesen. Sowen will man, und frau, nicht düpieren.

      Ich sauge immer erst, wenn das Höschen gefallen. Ihr Beitrag hat mir jetzt selbst erklärt, weshalb ich Zigarren aber auch sofort um ihre Binden, marxisch gesprochen, expropriiere.

    • Ja, man hätte das diskutieren können, wenn es denn gestern zu einer Diskussion gekommen wäre! Ein Blog ohne Kommentarmöglichkeit ist eben das, was Sokrates am Buch nicht mochte, nämlich einseitig, weil es im Gegensatz zum Menschen nicht antworten kann.

      Das mit den Zigarren muß ich auch noch mal überdenken, vielleicht wechsele ich zu ihrer Partei – hab vor kurzem eine Trinidad direkt aus Cuba geschenkt bekommen, die eignete sich prima für solch ein Experiment, für das ich mich, fällt mir grad ein, womöglich vor die kubanische Botschaft stellen sollte.

    • Je älter ich werde, je mürber und weiser, desto mehr, lieber Norbert, geht mir “Qualität” auf den Zeiger.
      Auf die seltsamen Erlebnisse – trefflich beschrieben übrigens drüben bei Ihnen!

  2. Lieber Norbert, nachdem die Zigarrenfrage schon unter jenen geklärt ist, die welche rauchen und nachdem ich Ihrem Rat folgend den Freitagabend auf meine Lieblingsweise hinuntergeschlungen habe, schweigend nämlich, bleibt eigentlich nur noch die Frage zu klären, ob ein Blog umso literarischer dasteht, je weniger in ihm kommentiert wird.
    NUN!!!
    Himmel sei Dank, dass sich Leute darüber Gedanken machen!!!
    Ich gehöre allerdings nicht dazu. Ich will, god dammit, Texte lesen, im Netz und auf Papier, die mich in Bewegung versetzen, und ob da irgendwer das Etikettchen “literarisch” draufgeklebt hat, ist mir herzlich schnuppe. Nicht egal sind mir diese Betulichkeiten, Empfindlichkeiten, die biederen Ausgrenzungsstrategien, das uncharismatische Getue darüber, wer zur Intelligenzia gehört und wer nicht. Meine Güte! Wenn wir nicht aufpassen, werden wir irgendwann alle noch ersticken an all diesen Hebelchen und Knebelchen!

  3. Liebe Phyllis, niemand hindert Sie daran, Zigarren zu rauchen, die schmalen langen für die Damen meinethalben, statt dieser Industriezigaretten. Oder Cigarillos, ich hab superwelche hier. Gehen Sie in sich!

    Das mit der richterschen Bemerkung ist so eine Sache, denn wenn sie stimmte, bräuchte es ja die Blogs überhaupt nicht, so daß ich dieser Ansicht nicht zustimme, nicht etwa, weil ich weniger Kommentare habe als andere Blogs (denn das wäre ja dann gut!), sondern weil das Quatsch ist mit der Qualität, die sich quasi ex negativo zeigt. (Man denke nur, es gälte, die besten Autos würden nicht gefahren und die besten Weine oder Whiskys nicht getrunken werden!) Frau Richter will halt E-Books verkaufen, und das sind nunmal Bücher mit zuende geschriebenen Texten, die allerdings auch aus Blogdiskussionen stammen sollen, was wiederum zeigt, daß sie die Bemerkung so ernst sicher nicht gemeint hat. Also, da sind wir wohl einer Meinung, machen wir einfach weiter unser Ding und lassen uns da garnicht stören von selbsternannten Intelligenzianern – Hauptsache, die Texte sind gut, versetzen in Bewegung und haben auch sonst alles, was zum Leben so dazu gehört. [Jetzt aber endlich einen Kaffee!] (Andererseits kann Literatur auch seltsame Erlebnisse zeitigen, wie ich gestern Abend feststellen mußte: http://nwschlinkert.de/2013/05/18/ein-wunderbares-stueck-literatur/ )

  4. Je älter ich werde, je mürber und weiser, desto mehr, lieber Norbert, geht mir “Qualität” auf den Zeiger.
    Auf die seltsamen Erlebnisse – trefflich beschrieben übrigens drüben bei Ihnen!

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