Walnussmus

Grüss Gott. Bin in München.
Heute Nachmittag Lesung in einem privaten literarischen Salon. Unterbringung vom Feinsten, allerdings mit flächendeckendem Nussbefall; muss am nahe gelegenen Park liegen. Eichkatzln. Die scheinen das Appartement als Winterlager zu verwenden; man tut hier keinen Schritt über’s Parkett, ohne Vorräte zu zerstören. Hatte mir nach Ankunft eine Trasse freigeräumt, um nächtens das WC knackfrei erreichen zu können. Haute gerade so hin, heute Morgen allerdings ist sie nicht mehr zu erkennen – Terrassentür stand über Nacht offen.
Ich seh‘ das ja alles als Zeichen, mich mit dem herannahenden Herbst zu befreunden. Der birgt aber so viel überschüssiges Gephyl. Allein der Anblick von Herbstfarben überhauchten Laubes kann mich in tiefste >>> Melancholie stürzen! Mei, wie ich mich kenne, werde ich sogar heimlich Gedichte schreiben. Die versteck‘ ich dann, um sie im Frühjahr wieder auszubuddeln. Oder auch nicht.

13 Gedanken zu „Walnussmus

  1. Verwechseln Sie da nichts! Im Süddeutschen ist hier und dort ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis zu verzeichnen. Die ausgelegten Walnüsse verhindern, dass nächtens wer unnbemerkt an Ihre Bettstatt treten kann. Geniales System eigentlich.

  2. @“überschüssiges Gephyl“ Ihre „heimlich geschriebenen Gedichte“, liebe Phyllis, hab‘ ich schon geschrieben, quasi Ihnen und allen momentan Herbstverdüsterten (es gibt da ja noch so einen …) fallnüssig zu Füßen gelegt, wenn nicht als barockes Wortkonfekt zwischen die noch sommrig und fördrig versandeten Zehen (oder die Verse an die Ferse). Einen ganzen nun zu Ende gehenden Monat lang, der wie kein anderer eben diesen Übergang schmerzlich bedichtbar macht. Scheuen Sie mit mir wie hier (http://www.schwungkunst.de/wordpress/?p=2455) davor.

    Immer Ihr überschüssig Nüsse- und Kastanienaufheber ögyr

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