Nieder mit der Supervision!

Zwölfuhrdreizehn. Mal wieder nicht schnell genug, kommentiert mein innerer Supervisor. Andere, sagt er, sind um diese Zeit intellektuell schon volles Rohr am Produzieren, und Du? Immer noch am Gedankenfischen?
Ich konzipiere, grolle ich. Morgen geht’s wieder ran an die kids. Neue Truppe. Ich nehm’ das ernst.
Ich auch, sagt mein Supervisor. Aber wenn Du elende Schleichkatze mal einen Zahn zulegen würdest, könntest Du Dich endlich den achtzig angefangenen Spinnereien widmen, mit denen Du mir hier die Basis blockierst.
Halt’s Maul, schnappe ich. Lass‘ mich arbeiten.

Der IQ, schreibt der vorletzte SPIEGEL, steigt nach neuesten Tests an Kindern seit Jahren beständig an; die neuen Generationen werden kontinuierlich schlauer. Dass das so ist (sei??), stünde nicht einfach für besseres Denkvermögen, sondern für einen modernen, wissenschaftlich geprägten Denkstil, im Gegensatz zum praktisch-konkreten früherer Jahre. Beim Lesen überfällt mich nagender Zweifel, ob mein Denken nicht doch der letztgenannten, plastischen Methode frönt, obwohl ich mit vier an einem Institut mit bemerkenswerten Ergebnissen getestet wurde. Scheint alles paletti zu sein mit meinem Gehirn, auch wenn ich die Unterlagen vor einiger Zeit mal in die Finger bekam und keine meiner Antworten verstand, geschweige denn die Auswertung derselben. (Wer warst Du, kleine Phyllis?)
(Kenia holt einen Prozentpunkt pro Jahr auf, übrigens.)
Regentag. Eben brachte ein ziemlich hübscher Kurier ein kleines Päckchen, darinnen ein Miniaturflacon des Parfüms, das ich seit vielen Jahren als den unwiderstehlichsten Männerduft aller Zeiten einstufe. Der Flacon ist Bestandteil einer geheimen Versuchsanordnung, für die mir momentan die Zeit fehlt. Nein, die Verfasstheit, präziser noch, die emotionale Intelligenz. Aber dieser Duft! Irre. Wer braucht da noch IQ.

Ich wünsche einen trotz Regenbefall melancholiefreien Tag, geschätzte Leser:innen!
Und mach’ mich mal an die Kursvorbereitungen für morgen.
Die Pädagogin, mit der ich eben telefonierte, sagte, von ihren dreiundzwanzig Schüler:innen würden sich ihrer Einschätzung nach sechs bis sieben auf das Schreibtraining mit mir einlassen.
Und die anderen?, fragte ich.
Die Gruppe ist sehr heterogen, erwiderte sie.
D a s Wort kenne ich schon von Pädagogen… : )

43 Gedanken zu „Nieder mit der Supervision!

  1. Die neuen Generationen werden kontinuierlich schlauer? Wer’s glaubt, wird selig. Die haben nur Schiß, hinten rüber zu fallen und ein scheiß Leben führen zu müssen, ohne Eigentumswohnung, ohne Auto, ohne Urlaub, ohne Designerklamotten und ohne all die „Genußmittel“, die man braucht, um die Arbeit zu ertragen, die für den ganzen Scheiß notwendig ist. Früher hatten die Menschen Angst vor der Hölle nach dem Tod, heute vorm Ausgeschlossensein zu Lebzeiten. Wer wirklich schlau ist, der wappnet sich gegen ein Leben als Lohn- und Konsumsklave.

    • Ein Leben als Ausgeschlossene(r) ist allerdings auch nicht ohne. Wer wirklich schlau ist, muss sich also auch auf Instinktebene neu justieren, um dem uns allen innewohnenden und verdammt mächtigen Herdentrieb etwas entgegensetzen zu können. Ich denke, viele Leute sind einfach lieber gem- als einsam. Mir geht’s da nicht anders. Ihr Konsumsklavending will mir da nicht ganz einleuchten: Ich glaube, der „Schiß“ vor dem hinten rüber fallen, von dem Sie sprechen, wird so früh in den Kindern geschürt, dass ihm „Dumme“ ebenso wie „Schlaue“ anheim fallen, wenn auch letztere vielleicht auf etwas interessantere Weise.
      Wie heißt der Spruch noch gleich? „Not macht erfinderisch.“
      Ich wünschte, Angst würde genauso erfinderisch machen. Kann ich allerdings aus persönlicher Erfahrung nicht bestätigen.

    • Ja, wer schlau ist, ist das erst einmal ganz für sich alleine, und dann finden sich ja immer auch andere Schlaue und machen was gemeinsam, wenn sie wollen. Ich habe eigentlich recht viel zu tun mit Kindern bis Mitte zwanzig, und ich sehe da durchaus eine Angst, nicht mithalten zu können bei Äußerlichkeiten, und zwar nahezu alle Lebensbereiche betreffend, von der schicken Wohnung und dem tollen Abenteuerurlaub bis hin zu perfektem Sex. Sich vergleichen mit anderen Menschen, sich einem Wettbewerb stellen, das ist alles ganz normal menschlich, doch leider wird das, wie Sie sagen, in teilweise unverantwortlicher Weise geschürt, und zwar von einer skrupellosen Industrie (von der Spielzeug- bis zur Pornoindustrie), die sich die Abhängigen für die Zukunft heranzüchten, so wie Drogenkartelle dies tun. Die Schlauheit des Einzelnen, seine Intelligenz und Lernfähigkeit wird so immer mehr zu einem Teil des Produkts, da es ja das Ziel zu geben scheint, Mensch und Maschine immer mehr zu verschmelzen, bis der Mensch sich ohne Gerät nicht mal mehr orientieren kann. Die einen machen also mit, weil sie nicht abgehängt werden wollen, denn davor haben sie Angst, die anderen machen nicht mit, weil sie Angst davor haben, abhängig zu sein; Letzteres kann aber, denke ich, durchaus kreativ machen, vor allem, wenn man nicht allein ist mit all seiner Kreativität, seinem Können und seiner Intelligenz.

    • @Norbert W. Schlinkert Angst vor dem Abhängigwerden kann kreativ machen? Hm…
      Ich habe schon lange nicht mehr darüber nachgedacht, was mich kreativ macht. Ich glaube, in jeder Lebensphase waren das andere Impulse. In meiner jetzigen sind es (ohje, ich schäm‘ mich) verlässliche Selbstnavigation, Gewohnheiten, Rituale und wiederkehrende Zeiträume. Will sagen, die gegenwärtige Phyllis steht nicht mehr auf angstinduzierte Beschleunigung, sondern schickt sich täglich Zeitpakete an die eigene Adresse. Die Pakete dürfen auch einen gewissen Umfang nicht überschreiten, sonst kriegt sie sie nicht durch die Tür. Manche Pakete sind gefüllt, andere leer. In den leeren findet ihre Kreativität statt.
      So funktioniert’s, ungefähr!

    • @Phyllis Ich kann da nur für mich sprechen, aber für mich war, wohlgemerkt ganz am Anfang, diese (wohl nicht einmal deutlich gespürte) Angst, so abhängig zu sein wie die „Alten“, durchaus auch förderlich. Jetzt, wo alle Züge abgefahren sind und ich nur noch meine eigene Karre unterm Arsch hab, kann ich auf Angst gut verzichten, sie aber offensichtlich nicht auf mich. Is‘ wahrscheinlich eine Art Symbiose. Rituale hatte ich in jungen Jahren übrigens sehr viele und wichtige, jetzt aber hab ich kaum noch welche. So ändern sich die eigenen Zeiten.

  2. Männerdüfte. Ich >>>> kenne da einen (um 13.26 Uhr im Link), dessen Wahrnehmung als Stimulans einen hohen IQ vorausetzt, ja sogar eine gewisse Kultur verlangt. Ohne dieses hat er nicht nur keine Wirkung, sondern er wird nicht mal bemerkt. Das allerdings macht ihn zu einem Zauberelixier und – schützt den Mann, der ihn trägt.

  3. Die sich häutende Schlange ruht träge und blind – Bestandteil des Prozesses in erneu-er-ter Schönheit und Größe zu glänzen. Bestellense das Ihrem Supervisor, teuerste Phyllis.

    …aber was die Intelligenz von Jugendlichen anbelangt, erlaube ich zögerlich zu ähäm.en. Beruflich nun seit iwas über 20 Jahre auch mit dem Nachwuchs konfrontiert, gehen meine Erfahrungen eher in die Richtung, dass sich Horizonte zunehmend verkleinern, Erwartungshaltungen unlogisch aufbauschen und die Bereitschaft, sich selber ein-zu-bringen im Minimalbereich angesiedelt ist. Eine Erfahrung, die sich leider selbst bei den pädagogisch wertvoll gezüchteten Sprösslingen im freundschaftlichen Umfeld bestätigt. Schlußendlich ist Minimaleinsatz bei Reduzierung ganzheitlicher Kräfte (cerebraler, wie physischer) sicherlich auch als intelligent zu interpretieren. So aus dem Blickwinkel des Energiemanagements. Zum Beispiel.

    Tief beeindruckt hat mich unlängst auch ein Ausspruch des vom Erpel in die Ehe eingeschleusten Pubertröters (15). Auf meinen Hinweis auf einen nebenschulischen Nebenverdienst… …. – hielt ich für ungemein gewitzt von mir, dass er mal eine Ahnung davon erhascht, wieviel Arbeitskraft so ein als selbstverständlich empfundenes iPhönchen, iPödchen und iBookchen kostet – studierte er aufmerksam die Risiken und Nebenwirkungen, um entrüstet auszustoßen „Ich geh doch nicht für drei Euro die Stunde arbeiten.“ Toll. Warum das andere tuen, die jahrelange Berufserfahrung und berufliche Ausbildungen besitzen, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich sind die doof und der Pubertröter ist enorm schlau. Qed!

    Sie sehen: ich bin ein angestrengt bemüht positiv denkender Mensch. 😉

    Mit herzlichem und überhaupt!

    • Pardon@Falkin. Bei 3,– pro Stunde hat der junge Mann doch recht. Es wäre wirklich unintelligent, sich darauf einzulassen, wenn nicht tatsächlich eine Not bestünde. Andere, die für 3 Euro pro Stunde arbeiten, müssen in de Tat Not haben oder aber, deshalb mein „Pardon“ – dumm sein. Man nennt die Zahlung solcher Löhne Ausbeutung, und zwar mit gutem Grund.

    • @ANH mit Studien und mehreren Berufsabschlüssen in der Tasche, werter ANH, leite ich nun im verflixten siebenten Jahr ein Wohnheim für schwerst physisch und psychisch Erkrankte. Wenn ich meinen Netto-Stundenlohn eruierte, käme ich bei i-was um die sieben Euro an. Im durchaus akademisch gebildeten Freundeskreis stelle ich mit diesem Dumpinglohn keine Ausnahme dar. Wissen Sie, was mich an diesem Job festhält? Ein inspirierendes Team, mich trainierende tägliche Herausforderungen, Menschlichkeit, Raum und Zeit für Miteinander und Wachstum. Und DAS ist in meinem empFinden unbezahlbar.

      …dass der Junge meint, ohne Erfahrung und Arbeitseinsatz ein Leben voller Luxus und Nichtstuen beanspruchen zu können, halte ich nicht für den besten Start in eine Gesellschaft mit Entwicklungstendenzen wie der unseren. …in meiner Jugend in den 80ern war es durchaus üblich, sich nebenschulisch ein paar Mark hinzuzuverdienen, um sich eben Wünsche finanziell erfüllen zu können. Auch bei besser situierten Familien. Mir hat es geholfen, meine Vorstellung von dem Wert der Dinge zu verfeinern und meine konsum-bezügliche Einstellung frühzeitig zu reflektieren.

      Die kritischen Diskussionen über Mindest-lohn finde ich überfällig. Allerdings darf in dem Kontext die mittlerweile probate, wie gänzlich verschleierte, gehaltstechnische Normausbeutung nicht unbeachtet bleiben. Ein Phänomen,welches hier im Osten im Todschweigen besten Dünger findet.

      (PS: …bei vollzeitlichem Einsatz verbucht unser Reinigungspersonal monatlich Netto um die 700 Euro. Das Wachpersonal plusminus 900 Euro. Pflegekräfte ebenfalls plusminus 900 Euro. Unsere Sozialarbeiter erhalten Pi mal Daumen 1000 €. 47 Angestellte. Für keine-n stellen diese Gehälter eine Ausnahme sondern auch im Vergleich zu vorherigen Einstellungen Normalität da. Eine liebe Freundin – Ärztin – verbucht ~1600 netto, ihr Gatte als Oberarzt 2.3…. Die diesbezügliche Ausbeutung ist zum immanenten Grundstock einer kapital tiefverwurzelten Maschinerie geworden. Traurig. Aber wahr. Und – s.o. – tod.geschwiegen)

    • @Falkin Ich möchte gar nicht wissen, welchen Betrag Sie als angemessenes Entgelt für Ihre Arbeit empfinden würden. Ich möchte stattdessen wissen, weshalb Menschen in vergleichbarer Lage sich stillhaltend abspeisen lassen (Sie auch?). Mit Ihrem Nettoeinkommen, werte Frau Falkin, hätte frau unter günstigen Randbedingungen ein bloß knappes Auskommen, wäre sie auf sich alleine gestellt.

      Dass sich Jugendliche für Zukunftsperspektiven auf „Aufstocker“-Niveau kaum erwärmen wollen, mag ich nicht kritisieren. Lieber scheuche ich Erwachsene aus deren schläfrigen Geisteshaltung auf.

    • @Falkin. Ich kenne die Situation und weiß auch, gerade ich in meinem Beruf, daß man oft für Nichts arbeitet, sich das aber entgilt aus der Leidenschaft und dem Sinn, die man an etwas wendet und frei von sich aus hineingibt. Bei Ihrem Jungen geht es aber um einen Job, das heißt um e n t f r e m d e t e Arbeit. Fände er hingegen etwas, das ihn begeisterte oder von dessen Sinn er über den einer reinen Einkunftserzielung hinaus er überzeugt wäre, dann wären die 3 Euro sicher auch für ihn kein Problem. Aber wie Sie es oben darstellten, handelte es sich bei der Aufforderung ja, auch, um eine Art Erziehungsmaßnahme. Daß er die scheut, kommt mir nach wie vor vernünftig vor und eben als ein Indiz für einen guten IQ. Es ist sinnvoll, daß er sich an die Ausbeutung erst gar nicht gewöhnt – das ist nämlich die Gefahr, wenn man in die Maschinerie erst einmal hineinkommt. Die Umsätze der Industrien dagegen steigen permanent. Das betrifft auch nur zu Reden eingeladene Prominenzen. Von einem bekannten Kritiker-Entertainer weiß ich, daß er für einen halbstündigen Vortrag 50000 Euro bekommt, Gerhard Schröder noch signifikant mehr. Das ist insgesamt in diesen Kreisen Standard. Die Honorare werden, da als Betriebsausgaben gegengebucht, von Ihren Steuergeldern mitbezahlt. Aber sehe ich noch irgend jemanden, der protestiert? Werden irgendwo noch Scheiben eingeworfen, wird das Parlament belagert, weil der Skandal Skandal eben i s t? Nö. Alles ist fein brav. Und rät dem Sohnemann, sich da mitzubeugen. – Wirklich, Ihr Sohn hat absolut recht, sich zu verweigern. Völlig. Statt sein Leben stundenweise für 3 Euro zu vertun, er hat nämlich nur eines, ist es besser, er übt sich in Geschick am Computer, in der Flinkheit, im Erkennen kybernetischer Zusammenhänge. Sowas tun Kinder, die Computerspiele spielen, nämlich. Die da erlernten Fähigkeiten geben ihnen mehr Chancen, später einmal durchzukommen, als jeder unter nun wirklich aller Sau entlohnte Job.
      Ich bin jetzt 57, habe einige Lebenserfahrung und ja auch selbst einen Sohn. Ich darf das deshalb sagen.

    • @ANH, die Scheiben fliegen nicht „nicht mehr ein“, sie fliegen noch nicht ein. Immer noch nicht. Im übrigen kann man solcherlei Jobdinge erst Verweigern, wenn man mal tat. Erst die vorrübergehende Teilhabe an ggf. unterbezahlten Tätigkeiten schärft den Sinn für die Sache. Und fürs Geld. Und macht vor allem glaubwürdiger. Insofern kann ich die Ansichten der Frau Falkin ganz gut nachvollziehen, auch wegen ihrer Realitätsnähe.

    • @Schneck08. Ich muß mir nicht mit dem Hammer den Daumen plattschlagen, um zu wissen, daß das wehtut und noch andere Folgen hat. Gerade dies, daß mir die Beobachtung, aus der ich Schlüsse ziehe, genügt, ist ein Zeichen von Intelligenz. Und um die ist es oben in Frau Phyllis‘ Beitrag gegangen. Ich weiß auch, daß ich im Krieg getötet werden kann und, was schlimmer ist, verpflichtet bin, andere zu töten. Um das zu wissen, muß ich mich nicht als Z12er melden und nach Afghanistan gehen. (Hoffentlich liest der junge Falke diese Kommentare.)

    • @Schneck Damit („Jobdinge“) redeten Sie der These das Wort, dass nur aus konkreter Erfahrung gelernt werden könne. Dem begegnete ich mit dem Hinweis, dass sich die Unhaltbarkeit nicht auskömmlicher Bezahlung einer Tätigkeit schon gedanklich erschließen lässt.

      Als Nachweis dafür biete ich folgende Überlegung an: Man vermeidet als halbwegs intakte Persönlichkeit die andauernde Fahrt auf der Gegenfahrbahn nicht deshalb, weil dies gegen die Straßenverkehrsordnung verstieße, sondern weil man sich die möglichen schmerzhaften Konsequenzen solchen Tuns vorstellen kann. Den Unfall muss man nicht erst am eigenen Leib erlebt haben, um mit Überzeugung die verordnete Spur zu halten.

      (aus diesem Beispiel ließe sich übrigens trefflich die Bruchlinie zwischen „Bildung“ und „Ausbildung“ entwickeln)

      — ah! mein Hinweis wurde bereits obsoletiert… : )

    • @kienspan, Besten Dank für Ihre Ausführungen zu Bildung und Ausbildung. Wie ich ja oben schon schrieb, an Frau Falkins Überlegungen gefällt mir vor allem der Aspekt der Realitätsnähe. Schöne Grüße, Schneck

    • Realitätsnähe@Schneck08. Aber ich sollte wissen, wie man einen Hammer hält
      Das weiß der junge Falke gewiß: Er kennt das Gewicht von drei Euros.

      Aber dieses beiseite, nehme ich an, daß Sie Kriege nicht mögen, ahne indessen, daß Sie nie einen erlebt haben, sondern, daß er für keine Beteiligten so sehr angenehm sei, rein aus Beobachtung, Erzählungen, Büchern und Filmen wissen. An sich, wenn Sie Kriege ablehnen wollen, müßten Sie also vorher in einen gezogen sein.
      Pardon, aber keiner Ihrer Sätze zeugt von Intelligenz. Auch die sogenannte Realitätsnähe kann zu einem Fetisch werden.
      Aber bitte: lassen Sie Ihre Kinder, wenn Sie denn welche haben, in den Krieg ziehen oder in Putzkolonnen üben oder, noch feiner, Kernkraftwerke saubermachen… wobei diese, die Kinder, dann alles Recht der Welt hätten, den Vater vorzuschicken und selbst – nicht nachzukommen. Mehr hab ich zu diesem, mit Verlaub, Unfug nicht mehr zu sagen.

    • …und erlaube mir freundlichst anzumerken, dass WIR ein gemeinnütziger Verein sind, der sich begründete, um sich für von Obdachlosigkeit Betroffene in Form von Unterbringung ein- und deren Anrechte auf z.B. Leistungsbezug, medizinische Versorgung etc durch-zusetzen. Verschlafenheit können sich da weder meine Wenigkeit noch die kollegen in den täglich- meisterdings scharf-en Auseinandersetzungen mit Richtern, Amtshengsten, Ärzten, Krankenkassen etc. leisten. Und „ja“ sicherlich gehört eine gehörige Portion Idealismus zu dieser Arbeit. Definitiv. Dafür sind die Ergebnisse unbezahlbar. In dem Status der Gemeinnützigkeit begründet sich die Höhe der Gehälter. Die – wie ich bereits andeutete – sich nicht wirklich vom BAT.gebeutelten Arbeitsgehalt unterscheiden.

      Von meinem Gehalt war es mir im Übrigen alleinig durchaus wie schmerzfrei möglich ein Haus und ein Grundstück zu kaufen. Ein großes Haus und ein großes Grundstück. Wobei ich das unverschämte Glück habe, zuweilen von Fortunas Füllhorn reichlich beglückt zu werden und zeitweilig gute Nebeneinnahmen aus Text und Bild zu erzielen.

      Übrigens denke ich höchstpersönlich von meinem kleinen Tellerrand aus, dass der Kern der Ausbeutung, das Öl des Kapitalismus die Unterdrückung ist. Und jene fängt für mich dann an, wenn zwei sich gröhlend auf die Schultern schlagen, sich gegenseitig bestätigen der Selbst-Stärkung und Ent-Machtung eines vermeindlichen Gegenübers willen. Kapitalismus ist nichts anderes als ein entartetes Tentakel der Ausgeburt Macht. Deren Mißbrauch indes lungert als Versuchung in jedem von uns. DORT ist meines Erachtens reflektiert und aufmerksam zu sein. Im Einzelnen. Im Selbst.

      Mehr gibt es von meiner beschwingten Seite nicht hinzuzufügen.

    • @ herbst, Bevor Sie sich noch weiter versteigen: Wir sprachen nicht von Kriegen, sondern von 1. Niedriglöhnen und sozialem Frieden, zweitens von pubertierenden Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie lange man für ein IPhone 5 arbeiten muss und drittens von der Schule gerade entschlüpften jungen Erwachsenen, die erst einmal etwas (irgendetwas?) tun müssen, allein um überhaupt zu wissen, was sie überhaupt wollen. Diesen Schäl-Prozess beobachte ich derzeit wieder sehr häufig um mich herum, Sie offenbar nicht. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

      (Und dass Sie heute offenbar einmal wieder nichts anderes zu tun haben, als sich grundlos in verstiegene Beschimpfungen hineinzubegeben, das kennt man ja. Möglicherweise warten Sie ja schon länger auf eine Gelegenheit, diese Spielchen auch mit mir zu treiben, warum auch immer. Lassen Sie’s doch einfach bleiben und üben Sie – nur um im Bild zu bleiben – hämmern.)

      @kienspan, Vielleicht hab ich die Ihrige Ironie falsch gedeutet? 😉 /Die schönen Grüße waren jedenfall ironiefrei. Und nun muss ich ins Atelier.

    • @Falkin Vielen Dank für Ihre Schilderungen! Ich ziehe meinen Hut vor Ihrem und dem Einsatz Ihrer Kolleg:innen. Keine Ahnung, ob ich die Kraft hätte, zu tun, was Sie tun, doch ich habe auch meistens alleine gearbeitet bisher, insofern weiß ich von den verstärkenden Wirkungen eines Kollegenteams wenig.
      Die leidigen drei Euro Stundenlohn, die Sie ansprachen: da teile ich ANH’s und Kienspans Position, dass niemand, auch kein Jugendlicher, für solches Minigeld arbeiten müssen sollte – dass sich dieser Stundenlohn aber, wenn es keine entfremdete, sondern selbst gewählte Arbeit wäre, weit leichter ertragen ließe – weil Idealismus und Leidenschaft mit in die Waagschale fielen.

      Ob sich ein junger Mensch trotzdem – als erzieherische Intervention – auf solches Salär einlassen sollte, einfach, um zu erfahren, was „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“ bedeutet? Nö. Und das sage ich nicht nur so dahin: mein erster Job war als fünfzehnjährige Schülerin auf einer Autobahnraststätte – da räumte ich schmutziges Geschirr von den Tischen. Sechs Mark gab’s dafür die Stunde. Das war okay. Drei Euro heutzutage sind es nicht. Ich hoffe, dass auch heutzutage noch Minijobs für Schüler:innen existieren, die etwas angemessener entlohnt werden. Wirklich einschätzen kann ich das aber nicht.

      Ja, auch ich glaube, dass es viele demotivierte Jugendliche gibt. Aus meiner inzwischen fünfzehnjährigen Arbeit mit einigen von ihnen schließe ich aber, dass es das Paralysiertsein der Erwachsenen einerseits und das „warum soll’s dir besser gehen als mir – Prinzip“ andererseits sind, die dazu massiv beitragen.
      Wenn ich als fünfzehnjähriger Mensch noch nie jemandem begegnet bin, sei es einem Gleichaltrigen oder einem Erwachsenen, der für etwas leidenschaftlich und ehrlich und kontinuierlich einsteht, wenn ich mich nicht von einem anderen Menschen und seiner Arbeit inspirieren lassen kann, keine Vorbilder habe, weil ich von familiärer Resignation und Schlimmerem umringt bin – woher soll die Motivation denn dann kommen?

    • @ANH Den Hammer halten. Praktische Joberfahrungen sammeln, auch wenn die Bedingungen widrig erscheinen und das Sofa sich definitiv besser anfühlt. Lieber als Jugendliche:r mal etwas gegebenenfalls Unterbezahltes ausprobieren als vom Bett aus große Reden schwingen.
      Mehr hat, glaube ich, Schneck mit seinen Bemerkungen nicht sagen wollen. Nun war zwar dessen vorangehender Ton auch etwas spitz Ihnen gegenüber, doch das ist in meinen Augen kein Grund, seiner Position gleich die Intelligenz abzusprechen. Wir sind doch nicht auf dem Schulhof, wo man sich zu meiner Zeit noch mit „Du Spast“ beschimpfte.

      Auch ich wünsche mir junge Menschen, die selbstbestimmt sein wollen. Die sich gegen das „früh krümmt sich…“ – Prinzip zur Wehr setzen und stattdessen eigene Vorstellungen entwickeln, was sie wert sind. Und wert sein wollen. Ich wünsche mir junge Kämpfer:innen, die ausziehen, den Erwachsenen zu zeigen, wo der Hammer hängen sollte.
      Doch die Realität zeigt mir, dass ich meinen eigenen bürgerlich geprägten Werdegang nicht als Maßstab an heutige Jugendliche anlegen kann. Der gilt nur bei jenen, die unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen wie ich damals: jenen, die beschützt, gefördert und geliebt werden.
      Bei denjenigen, an denen ihr Umfeld im Laufe der Jahre schon bleibende Schäden angerichtet hat, sieht es ganz anders aus. Aus immer wieder neu geführten Gesprächen weiß ich, dass viele von ihnen keine wirklich e i g e n e Vorstellung von sich selbst haben. Ob sich da noch eine einstellen wird? Oder werden sie einfach die Identitäts-Attrappen übernehmen, die ihnen die Konsumgesellschaft anbietet? Sich in eine Persönlichkeit hinein zu entwickeln, braucht Zeit. Und Ermutigung. Und einen Zustand von Normalität, der als stabil empfunden werden kann. Ein Job, auch ein kleiner, unterbezahlter, kann dazu beitragen, denke ich. Nur demütigend darf er nicht sein. Ein zu geringes Salär ist ganz gewiss demütigend, fördert kein selbstgewisses Denken.

    • 7 x 172 ergibt 1204. Das, werte Falkin, wäre Ihren Angaben folgend der Größenordnung nach Ihr monatlicher Nettobezug gewesen. Von dem Ihrer Aussage nach schmerzlos ein großes Haus samt einem großen Grundstück gekauft werden konnte. Ich leg‘ das mal ab unter der Rubrik „Kurioses“.

      Dass Gemeinnützigkeit bescheidene Leistungsentgelte bedinge, halte ich indes für ein beispielhaftes Ergebnis kapitalistischer Indoktrination. Gemeinnützigkeit ist zunächst nicht mehr als ein steuerrechtlicher Begriff. Er bedeutet, dass mit der geschäftlichen Tätigkeit eine (marginale) Gewinnschwelle nicht überschritten, oder anders formuliert: auf Unternehmerlohn verzichtet wird.

      Tatsächlich aber hat sich meiner Beobachtung nach die Übung durchgesetzt, unter gemeinnütziger Tätigkeit jene zu verstehen, die nicht vom Leistungsempfänger selbst, sondern von der Öffentlichkeit in welcher Form auch immer subsidiär bezahlt wird. Damit wird über den Umweg einer giftigen sprachlichen Unredlichkeit das Oktroy der „Genügsamkeit“ – auf beiden Seiten, den Leistungserbringern, wie den Leistungsempfängern – im Interesse der bezahlenden Öffentlichkeit gerechtfertigt. Dem auch Sie sich unterwerfen, geschätzte Falkin. Das mag Ihr gutes Recht sein, könnte man meinen. Ist es aber nicht.

      Nicht die nachkommende Generation ist es schuldig, sich bescheiden emporzudienen. W i r sind es der nachkommenden Generation schuldig, die Voraussetzungen zu deren Potenzialentfaltung zu schaffen. Weshalb und mit welcher Begründung wollten Sie sich davon ausnehmen, indem Sie sich mit einem Dumpinglohn (eben habe ich nachgesehen: das war in der Tat Ihr Ausdruck) zufrieden geben? Indem Sie Ihrem Stiefsohn dessen Anspruch auf mindestens selbsttragende Abgeltung seiner Arbeitsleistung madig machen, verwandeln Sie sich selbst zum Tentakel. Sie greifen damit sein Selbstwertgefühl an. Das ist auch eine Machtfrage, möchte ich zu bedenken geben.

      PS: und wieder bin ich zu spät dran, wie ich an Phyllis‘ Antwort sehe. Egal. Ich schmeiß‘ meine Nachdenkmühe deshalb nicht in unnützer Bescheidenheit weg.

      @Schneck: das mag sein. Beste Grüße zurück!

    • @Kienspan Die heutige Diskussion hat mich ziemlich nachdenklich gemacht. Ich kam nach Hause, sah ins Atelier und was finde ich vor? Dicke Luft. Intelligente und ambitionierte Leute sind wir doch, die wir hier schreiben, alle. Trotzdem (oder gerade deswegen?) scheinen themenbezogene Gespräche ohne Be- und Abwertungen im Netz immer noch eine schwierige Übung. Über erstaunlich schnell in Schieflage geratende Diskussionen haben wir ja schon häufiger diskutiert. Und ich habe immer dafür plädiert, auch mal etwas auszuhalten, nicht verstimmt von dannen zu ziehen.
      Im offline ist’s ja manchmal auch nicht leichter, entstehen auch Gereiztheiten. Der große Vorteil schriftlichen Meinungsaustausches besteht ja darin, mehr Zeit zu haben. Ich selbst, zumindest früher, hab‘ am Tisch mit Freunden oder Kollegen immer viel zu lange überlegt… und die hitzigen Gespräche nahmen ihren Lauf, während ich an meinem Wein nippte und grübelte…
      Da ist das Netz doch viel geduldiger ; )

    • @Phyllis Das sehe ich ähnlich. Die vorwärtsverteidigende Abwertung hüpft meist allzu leicht aus dem Holster. Das entspringt meiner dauerhaft vorläufig bleiben wollenden Vermutung nach dem Bedürfnis nach Reziprozität, einem „wie-du-mir-so-ich-dir“-Reflex.

      Während der vergangenen Einkehrwochen hat sich mir nach langen Forschungsjahren endlich und schlagartig eröffnet, wie meine eigenen Wundflächen beschaffen sind und von welchen Verletzungen sie herrühren. Jede in Verdacht gesetzte Annäherung X-beliebiger Umwelterscheinungen (lachen Sie nicht, das galt z.B. auch für Hunde, die mich böse anschauten) an diese Wunden rief ganz bestimmte, beinahe regelhafte Verhaltensreaktionen hervor. Diese Erkenntnis hat mich dazu bewogen, leichten Herzens eine Schnalle auf mein Holster zu friemeln. (wussten Sie übrigens, dass heutzutage kaum mehr Schnallen aufzutreiben sind? Das war nach meinem Eindruck früher mal ganz anders – ui, ich gleite ab/aus ; )

      Nein, im Ernst. Schwierige Übungen haben es an sich, dass sie solange wiederholt und geübt werden sollten, bis sie zu leichten werden. Das vermisse ich allerdings manchmal: die Ausdauer dabei. Da kann’s dann schon mal passieren, dass beim Biegen eines liebgewonnenen Glaubenssatzes deutliches Knacken vernehmbar wird, welches als Bruchgeräusch fehlgedeutet abwehrende Schadensbegrenzung hervorruft. Der darauf folgende Rückzug aus dem Diskurs ist in diesem Zusammenhang nicht überraschend. Das magische Wort heißt „Konflikt“. Der Rückzug gehört ebenso wie die Abwertung zu den bekannten nicht-konstruktiven Lösungsstrategien.

      Was glauben Sie, wieviel Zeit ich mittlerweile damit verbrate, an meinen schriftlichen Einlassungen herumfeilen, bis jede mögliche Verletzungsgefahr beseitigt ist… Ein unsinniges Unterfangen, das. Ich weiß es zwar im Kopf, kann’s aber – den Aufwand derweil bis zur Erschöpfung steigernd – noch immer nicht lassen. Immerhin weiß ich aber auch, wie der Grund dafür im Bauch heißt.

      Konflikte unbeschädigend zu erleben und konstruktiv zu bewältigen, das ist gerade im Netz eine Herausforderung. Es verhält sich doch so, dass wir solche Konflikte unbewusst mit uns selbst austragen (müssten) und dabei allermeist kein Korrektiv zur Verfügung haben. Was sich da an schrägen Figuren auf die innere Bühne drängt und in Pose wirft (Schulz von Thun, aber hallo!!!), ist ja nicht ohne, gelt? : )

      Sich das sehr, sehr bewusst haltend, sollten Konfliktvermeidungsimpulse à la longue in den Hintergrund treten können. Vielleicht wird dadurch auch die Sichtweise möglich, dass ein Dissens nicht notwendigerweise zu einem Konflikt führt.

      Wer bringt das übrigens unseren Kindern nahe?
      Schule?
      Wir?
      Ich glaube nicht, dass jemand kichern mag.

      (*grins*)

  4. zum IQ noch ein pointierter Gedanke nachgetragen:

    Steigender IQ bei den Kids ist toll, keine Frage. Wenn ich mir den IQ – bei größtem grundsätzlichen Vorbehalt gegenüber Vermessungsbestrebungen generell – bildlich vorstelle, sehe ich zum Beispiel einen tollen Sportflitzer mit einem sagenhaft kräftigen Motor, dessen Leistungsfähigkeit dem IQ entspricht (ja eh… Männerfantasie und so ; ). Diese Entwicklung ist, so vermute ich vorsichtig, zum Gutteil dem gestiegenen durchschnittlichen Lebensstandard anzurechnen. Die Anregungsmöglichkeiten sind ja geradezu explosionsartig angeschwollen.

    Dass die Leistung, um im gewählten Bild zu bleiben, möglichst verlustfrei auf die Straße gebracht wird, ist Angelegenheit und Ziel eines mehrstufigen Ausbildungsparcours. Beschleunigung von 0 auf 100 in 1,634 Sekunden, eine geile Sache. Es geht aber noch besser und schneller. Daran wird im Interesse der „Wettbewerbsfähigkeit“ getüftelt. 1,5 Sekunden muss mindestens erreicht werden, damit das Überleben wenigstens auf Sicht gewährleistet ist. So bilden wir uns das ein und so wird es auch umgesetzt. Hochgetaktete Miniraketen sind das. Wer wollte da noch mithalten, ja ist das überhaupt noch möglich? Ich behaupte: nein.

    Dass uns solches schulische und universitäre Tun als Bildungsvermittlung präsentiert wird, ist ärgerlich. Tatsächlich erschütternd allerdings ist der Umstand, dass es allgemein akzeptiert wird. Mit ihrer Schlauheit können die Kids den von uns geschaffenen, mittlerweile weltweit mit Engagement geübten Verdrängungsmechanismus perfektionieren. Dass sie angesichts der sozialen und ökologischen Entwicklungen die Frage stellten: „Wann habt ihr Alten eigentlich begonnen überzuschnappen?“ halte ich geradezu für unmöglich. Jene Ausformung von „Schlauheit“ wird systemisch unterbunden; wenn nötig, mit einschüchternder und ernsthafter Bedrohung der Existenz.

    Nach meinem Eindruck entwickelte sich in den, sagen wir, letzten 10 oder 15 Jahren eine weitere gigantische Ressourcenverschwendung, indem junges Potenzial sich in nach Verwertungsmaßstäben entworfenes uniformiertes Wissenskorsett montieren muss. Die solcherart vermittelte „Ausbildung“ befähigt dazu, sich mit viel Schlauheit durch die immer drückender werdenden Zwänge zu schlängeln, dabei aber unwissend mit 360 Sachen gegen die Wand zu fahren.
    Es ist „Bildung“ notwendig, um die Zwänge zu verweigern und funktionierende Gegenkonzepte zu entwickeln. Solche Bildung ist jedoch um kein Geld der Welt zu erhalten. Sie muss sich individuell ereignen. Ich habe gleichwohl Skrupel, jenes „Bildungsereignis“ von den Kids zu erhoffen. Da müssen wir schon selbst ‚ran. Denn die Sintflut sind w i r, da kommt nix mehr.

    Steigender IQ bei Kids ist toll, keine Frage. Man stelle sich für eine Sekunde liberale Chancengleichheit vor: jedes dieser Potenziale bekomme die gleiche Chance, sich individuell zu entfalten und dabei Bildung entstehen zu lassen. Irre, nicht wahr? Vergessen Sie’s gleich wieder, was machten wir schon mit der unübersehbaren Vielfalt. Es ist auch nur so eine, wie ich bereits eingangs sagte, provokante Spinnerei von mir. Das rührt daher, dass aus meiner Perspektive betrachtet Humboldt näher liegt als Bologna. Bologneser sehen das naturgemäß anders. (ah! könnt‘ bitte mal jemand den Parmesan ‚rüberschieben?)

    • irgendwie scheint es mir gerade ( nach ein wenig alkohol ) so zu sein, dass die deutsche poltik so etwas wie die ghettoisierung von europa betreibt – die brd wird demzufolge auf vollbeschäftigung getrimmt, nimmt sogesehen vielleicht bald eine position ein, die als eine chinesische rolle im verhältnis zu und im verbund mit europa bezeichenbar wäre, die rolle ( position ) einer werkbank innerhalb europas wie auch die rolle bänkerischer aktivität europas – anhand der ezb – mit inkaufnahme der weiterzeichnung von brd-eigener armutsberichterstattung nach welcher sozial-intelligenten definition auch immer.

      jetzt bin ich doch echt eigentlich so breit wie 3 € als ein euro-dreiecks-konfig.

      las ich da etwas von drei-euro- lehr und wanderjahren ?

    • das *räusper* hat recht. (mit der Werkbank, chinesischen Röllchen und Armutsberichterstattung – siehe 1€-Jobs etc.)

      Wär‘ lediglich noch anzumerken, dass die grandiosen Wettbewerbsfähigkeitsgewinner auf die Verlierer böse sind, weil jene ohne (verlorenen) Kredit nicht mehr können. Es wäre also für alle ganz gut, würden die Sieger endlich akzeptieren: game over.

    • p.s.

      von diesen 10 billionen €s besteht die hälfte ( also 5 billionen €s ) aus geldvermögen in form von bargeld, bankeinlagen oder aktien.

      me menge schotter also in den schatullen der bürgerinnen und bürger der bundesrap. germany

      naja

    • Das Paretoprinzip hat sich auch in der Vermögensverteilung „durchgesetzt“: 80% des Vermögens für die obersten 20% Prozent der Bevölkerung (die obenauf schwimmenden zehn Prozent allein werden bald 2/3 des Gesamtvermögens halten)
      Die untere Hälfte der Bevölkerung zusammengenommen, übrigens, besitzt gerade mal 0% des Vermögens, da sich die Schulden der untersten 10% mit den Vermögen der folgenden 4 Dezilen ausgleichen.
      Aber das ist ein anderes Thema.

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