Die Sprache der Anderen, 25

„talent sei ein hunger, der zu stillen sei, manchmal reicht’s für delikatessen, aber das stillen besorge oft ein aldi, weil dem hunger doch immer etwas entgegenzuhalten sei, so daß man immer in dieselbe kerbe seine schneidezähne hiebe, bis irgendwann der baum umfällt: talent sei ein biber, dachte ich. er beschädigt die wälder und die wasserläufe.“

Parallalie, in einem Kommentar vom 20. Dezember 2010

2 Gedanken zu „Die Sprache der Anderen, 25

  1. ich muss sagen, das wort „beschädigt“ gefällt mir nicht mehr, eher ein „er dezimiert die wälder und mehrt die wasser“ oder was auch immer. insofern die schaffung eines stauraums, was auf kosten von etwas anderem geht. danke für’s einfügen in diese sparte! was mir schmeichelt, aber als abkömmling niedersächsischer bauern mag ich das zwar zugeben, aber stets mit einem „töw mal“. so daß ich lieber zehn Mal entzückt hineinguck‘, bevor ich es einmal verlautbare!

    • @Parallalie Mit „dezimiert“ kann ich mich nicht anfreunden: das hört sich zu eingegrenzt an, finde ich, wie Schädlingsbekämpfung oder Sielmanns Tierleben. Dagegen „beschädigt“: das Wort kann vieles, auch immaterielles, gleichzeitig bedeuten.
      Und „beschädigt die wälder und die wasserläufe“ klingt für mein Empfinden besser als Ihre neue Version „dezimiert die wälder und mehrt die wasser“. Woran das liegt? Die erste Fassung hat etwas poetisch zeitloses. Wie ein erschöpftes Eingeständnis klingt das, gerade mit diesem vorangestellten „talent sei ein biber, dachte ich“.
      Die drei ‚ä‘ in einem Satzteil, dazu die beiden starken ‚w‘ von ‚wälder und ‚wasserläufe‘ – und wie durch den Klang auch die Wälder mit anfangen zu fließen, und die Beschädigung vielleicht gar keine mehr sein kann. Weil alles mitgerissen wird. Und was soll daran schlimm sein. Ich finde das wahnsinnig schön.

      Wie die neue Variante auf mich wirkt, schreibe ich morgen, denn mein Kopf ist schwer.

      (Nur noch schnell am Rande: entzückt sein ist keine Schande. Oh je, das reimt sich jetzt)

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