me & lancholia. Freitag, 10. Juni 2011


Es ist kühl geworden hier, und die Hunde beißen.

18:15
So. Genug gezagt. Ein paar Stunden geschlendert, der Fluss, dazu ein Besuch beim berühmtesten Parfumeur der Stadt. Der hat natürlich kein Regal bei irgendeinem Franchiser, sondern sein eigenes Reich, in dem jeder Flakon zelebriert wird. Viele sind es nicht, knapp drei Dutzend insgesamt. Der Meister ist alt jetzt – vielleicht kommen noch ein, zwei Düfte hinzu, bis er aufhört, aber das war’s dann.
Ein wunderbarer Ort, sein Laden. Das Gehirn hat dort viel Platz, einen Duft als Erinnerung anzulegen, bevor es das Revier des nächsten erkundet.
Schnuppern.
Wunderbare Methode zur Vergegenwärtigung. Um einen Resonanzraum entstehen zu lassen.

Bin natürlich mit dem Tagespensum im Verzug jetzt. Macht nichts, dann schreibe ich eben in die Nacht hinein…

7 Gedanken zu „me & lancholia. Freitag, 10. Juni 2011

    • Besser ist es Tinte anstelle von Galle auf Papier zu speien. Mit Ihrem Zitat kann ich mich nicht anfreunden… was nützen die Bruchstücke einer unendlichen Menschheit ohne Verständnis von Menschheit oder auch nur eines Menschen als Ganzes.

    • @Homunkulus Ich habe das Zitat eher so aufgefasst, dass Blessuren, Brüche, Risse die Fähigkeit zur Rezeption erweitern…
      man liest immer sich selbst, schätze ich.

    • Ich habe mich selbst gelesen und verdanke Ihnen – und dem von Ihnen geposteten Zitat – ein Gedicht, das vermutlich wenig mit der Aussage von Djuna Barnes zu tun hat. Herlichen Dank. LG tinius

  1. Das Schlendern am Fluß tat Ihrem Körper sicherlich sehr gut. Die Fähigkeit des Körpers zur Sonanz, also zur Schwingung, braucht Bewegung. Schritte gehen, einen vor den anderen, und atmen… verschafft Klarheit, reduziert… die Gedanken, und stimmt den Körper, der sich so für Empfindungen öffnen kann, weil er schwingen darf. Ein Austausch auf leiblicher Ebene findet statt. Mit diesem gestimmten Empfindungsraum solch ein Geschäft zu betreten, ist sicherlich ein Erleben. Universum trifft Universum. 🙂

    • @Syra_Stein (…)
      Und unvermittelt fällt mir mein Vater ein. Wie der anfing, mit dem Hund rauszugehen, nachdem er pensioniert war. „Wir gehen jetzt schnüffeln“ verkündete er dann.
      Da war diese Zufriedenheit in seiner Stimme: den eigenen Sinnen folgen zu dürfen… : )

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