Ein dickes Fell. Sonntag, 9. Januar 2011.

Ich hätte es wissen müssen: Antihistamine machen unsagbar müde, Punkt. Hätte keine einwerfen dürfen heut’ Morgen. Doch die vergangene Nacht war nur halb mit Schlaf gefüllt, die übrige Zeit zogen mir Ameisenscharen beißend über die Haut. (Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten zweihundert Mückenstiche auf einmal, dann wissen Sie, wie sich jemand mit Neurodermitis in einer schlechten Nacht fühlt)
Zudem träumte ich d e n Traum: ich befinde mich in einer Stadt, deren Einwohner eine mir völlig unbekannte Sprache sprechen, ich hab’ die Orientierung verloren, das Mobiltelefon wird mir geraubt, meine Barschaft ebenfalls. Ich hab’ nicht die leiseste Ahnung, wie ich die Freunde wiederfinden soll, mit denen ich verabredet bin, und bin auf die Hilfe völlig Fremder angewiesen, denen ich beim besten Willen nicht verdeutlichen kann, was mein Problem ist. In Varianten träume ich das immer wieder. Manchmal – und das ist dann die Steigerung ins alptraumhafte – erkennen mich die Freunde nicht, wenn ich sie endlich gefunden habe.
Na gut.
Ich bin ja gewieft, ich kenn’ meine nervöse Haut, den Traum kenn’ ich ebenfalls, lassen wir’s gut sein.

Zeit für ein paar Streicheleinheiten. Ein Ölbad. Einen wohlwollenden Blick auf mich selbst. Eine Flasche Cava ist auch noch da – die letzten Tage trank ich nur Wasser, also her mit dem Zeug! Obwohl mich das erst recht müde machen wird. Egal. Dann halte ich eben Künstlerschläfchen…

Geschätzte Leser:innen, keine Sorge, ich bin schlicht übermüdet, und manchmal geht mir die Schattenseite meiner Empfindsamkeit (jaja kitschiges Wort) einfach auf den Senkel. Dann streift mich kurz der Gedanke, wie es wäre, ein dickes Fell zu haben. Vielleicht zeichne ich deshalb so gerne Tiere mit viel Pelz ; )

Ich wünsch’ Ihnen einen schönen Sonntag!

p.s. Litblogs.net erfragt von mir, wie immer am Ende seines Quartals, den meines Erachtens gelungensten TT-Beitrag der letzten drei Monate. Bin momentan noch überfordert von diesem Ansinnen.
– Erinnern Sie sich zufällig an einen Beitrag aus den letzten Wochen, der Ihnen besonders gut gefallen hat? Ich will da keine Entscheidung auf Sie abwälzen, aber könnte ja sein, dass…

– Hat sich erledigt, hab’ mich entschieden! Was die Hyäne sagt hat das Rennen gemacht.

3 Gedanken zu „Ein dickes Fell. Sonntag, 9. Januar 2011.

  1. Gute Wahl! – Die Hyäne Bäder helfen immer – ein wenig, nicht wahr? Solch wiederkehrende Träume kenne ich auch – und die dämonischen Tage und Nächte. Mich vereisen sie – das Eis, das sich von innen ausbreitet, kann ich durch die dicksten Socken und Pullover nicht auftauen. Nur Plätschern in der Wanne —oder rennen – hilft. Das Zweite mache ich jetzt!

    Mehr Licht(empfindung)! Auch Ihnen noch einen schönen Sonntag.

    • Mehr Licht Habe mir, für neue “Einmal-geübt”-Fotos, eine 1000 Watt Lampe zugelegt. Wenn ich die anwerfe, schmilzt alles Eis.
      Merkwürdig, was Licht im Winter bewirken kann; es gibt ja diese schrecklich teuren Lampen, die gegen Depression helfen sollen, doch ich stelle fest, das Billigteil aus dem Baumarkt hat die gleiche Wirkung.

      Wie ich Sie um das Rennen beneide! Das darf ich ja nicht mehr tun – hab in letzter Zeit versucht, den gleichen Effekt mit Fingergaloppieren auf der Schreibtischplatte zu erzeugen, ist aber unbefriedigend ; )

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