TTag, Donnerstag, 30. September 2010. Hunger.

Alles ist Material. Unsere Energielevel sind gar nicht so verschieden, zu Anfang: wir pumpen und atmen, führen zu und scheiden aus. Basta. Bissi Fortpflanzung noch.
Alles, was drüber hinaus geht, ist Ergebnis zusätzlich erzeugter Energie. Überschuss erzeugen ist verdammt anstrengend, deswegen braucht man eine Motivation. Die kann man sich entweder draußen leihen oder selbst herstellen. Tut man letzteres, oje, ein ständiger Kraftakt.
Wupps, sind wir bei den Künstlern.
Nein, Unfug: bei allen, die mehr Hunger haben als das, was vorgegeben ist, zur Sättigung bereitstellen kann.
Die, ob Künstler oder nicht, können – je nachdem, wie groß ihr Hunger ist, und vor allem wie zuverlässig über die Langstrecke – mit ihrem Handeln soundsoviele Passive ausgleichen. Sie sind so was wie Ladestationen für Andere.
Man erkennt sie ziemlich leicht. Machen Sie den Test, stellen Sie Kontakt her: wenn die Birne plötzlich heller leuchtet, haben Sie so jemanden gefunden. Ein schöner Moment.
Aber so hell! Und was hier überall herumliegt! Will man das wirklich wissen? Nein? Dann bleiben Sie einfach weg von Ladestationen. Es gibt genug Fassungen draußen, in die man sich einfach reindrehen kann.
Und fertig.

13:53
Eben merke ich, der obige Text klingt pampig. So war’s gar nicht gemeint.

17:01
Eben fand ich eine edle Einladung des L.-Clubs im Briefkasten, dort 2011 einen Vortrag über meine schöpferische Arbeit zu halten.
Ui.
Muss noch ein wenig an meinen Manieren arbeiten bis dahin ; )

23:36
Drüben las ich eben diese Geschichte von den Affen

28 Gedanken zu „TTag, Donnerstag, 30. September 2010. Hunger.

  1. ich finde es nicht toll, wenn man immer jemand anderen braucht der einen erhellt, man sollte nicht vergessen, dass es da ja noch eine eigene helligkeit gibt, die man aber womöglich vor anderen beschützen muss.
    man geht dann in der tat vielleicht wortlos, schweigend, betrübt gar, aber man will halt etwas nicht verlieren.
    man muss eben nicht alles herumtröten, herausposaunen, vielleicht gar die falschen leute schlau machen.
    das seltene und schöne muss gefunden werden, es muss aufgespürt sein und nicht verabreicht.
    sonst verkommt es, wird zum schnöde alltäglichen in all seiner verdorbenheit.

    *lacht leise*

  2. Überschuss (Schießt Frau Barby hier übers Ziel hinaus?) Liebe Phyllis,

    ja, ein wenig “pampig” klingt das schon. Und Sie relativieren es in dem anderem Kommentarstrang ja auch wieder, indem Sie zeigen: alles und alle können Ihnen nicht (zumindest nicht ohne jenen Prozess der Verfremdung) zum Material werden. Ich sehe da einen Zusammenhang zu jener – vielleicht nicht ganz ernst gemeinten? – Formulierung, ästhetische Fragen seien “Luxusprobleme”. Das bestreite ich. Das wäre nur dann richtig, wenn ein Mensch hierin aufginge: “wir pumpen und atmen, führen zu und scheiden aus. Basta. Bissi Fortpflanzung noch.” Es gilt dies aber für keinen und keine. Richtig ist: wer nichts zu essen hat, hat keine Zeit sich um Fragen der Kunst zu kümmern. Aber auch: selbst wenn einer zu essen hat, ist ihm vielleicht abtrainiert worden, sich mit Kunst zu beschäftigen. Alles richtig. Aber jeder, da bin ich ganz emphatisch, ganz idealistisch, jeder hat Anspruch darauf. Weil jeder Mensch kein Tier ist. Sondern? Eben darauf gibt Kunst Antworten. Widersprüchliche. Schöne. Beängstigende. Befreiende. Erhebende. Auch lächerliche. Sie reflektiert, was Sie “Überschuss” nennen. Es ist das, was den Menschen ausmacht. Seine Tragik. Und alles, was ihm Glück sein kann. Und es ist für keinen egal, ob dies auf einem Niveau geschieht, das Zweifel, Vielfalt, Widerspruch, Intensität ermöglicht oder der Überschuss in Chipstüten und Musikantenstadl abgeleitet wird. Genau das muss man bekämpfen. Auch im Interesse derer, die an der Reflexion dieser Fragen (noch) nicht teilnehmen. Weil nur so sich die Idee (nicht die Verwirklichung, das noch nicht) der Freiheit und der Würde aufrecht erhalten lässt, auch für jene, die sich selbst (nicht unbedingt selbstverschuldet) “zum Material” (Kant sagte als “Mittel zum Zweck”) degradieren.

    Verzeihen Sie, das klingt jetzt vielleicht auch pampig! Oder schlimmer noch “hochtrabend”. Ja, verdammt, ich meine es auch so. Es ist eine Überzeugung, die ich nicht aufgeben will.

    • also für mich klingt das leicht opak, melusine.

      setze ich nämlich mal ästhetik mit kunst gleich, dann kann es doch überhaupt kein luxusproblem geben, wenn “wir ( alle, nur ) pumpen und … “

      ich weiss auch nicht wirklich, was jetzt bekämpft sein soll.
      wir sollen vielleicht den musikantenstadl ( und die chipstüten ) bekämpfen für diejenigen, die auf den musikantenstadl abfahren ?
      finde ich persönlich etwas anmassend, obwohl ich so einen musikantenstadl sicherlich unter “verblödendung” rubriziere ( das muss ich aber nicht auf ärzte beziehen, die sich womöglich an so etwas erfreuen, naja vielleicht nicht auf ärzte im ruhestand oder so )

      naja ansonsten bin ich wohl d’accord, vielleicht hab ich ja nur verständnisprobleme.

    • @melusine Liebe Melusine, es ist wie verhext: eben hatte ich eine ellenlange Antwort formuliert, da stürzt mein Rechner ab. Futsch. Den Inhalt weiß ich natürlich noch, doch jetzt rennt mir die Zeit weg… ich bräuchte bestimmt eine Stunde, das wieder so hinzukriegen. Mist.
      Also noch einmal, diesmal in aller Kürze:

      Moment…

    • Lieber Lobster, Menschen wissentlich zu verblöden halte ich für ein Verbrechen. Und daher für bekämpfenswert. In der Tat. Ich weiß, das kommt anmaßend rüber. Ich maße mir das aber gerade an, weil ich aus der Schicht stamme, die man zu ihrer eigenen Zufriedenheit zu verblöden sucht. (Das “man” natürlich, müsste ich jetzt auseinander legen. Allein ich muss weiter arbeiten…)

  3. @melusine Das Gerippe meiner morgendlichen Aussage war doch einfach folgendes:

    Künstler/künstlerisch agierende Menschen (womit ich im Grunde uns alle meinte, die wir uns hier zeigen) erzeugen gesellschaftliche Energie, die über das Überlebensnotwendige hinausgeht.
    Dies ist ein frei willig motivierter Prozess.
    Sie unterscheiden sich dadurch von jenen, die es vorziehen, sich passiv konsumistisch zu verhalten.
    Solche Passiven haben die Möglichkeit, an künstlerischen “Ladestationen” zusätzliche Energie zu zapfen, nur dürfen sie sich dann nicht wundern, wenn dabei Licht auf Dinge fällt, die sie eigentlich nicht wahrhaben wollen.
    Falls sie das nicht wünschen – es gibt genügend gesellschaftlich genormte Formate, die kaum eigenes Denken erfordern.

    Soweit meine eigene Interpretation meines Textes. Warum nur hab’ ich das Gefühl, Sie hätten etwas ganz anderes gelesen?

    Worüber ich nicht sprach, übrigens, war Chancengleichheit. Und wie sich die befördern ließe. Ob mit Kunst.

    • Ja, so gelesen, stimme ich völlig zu… … Ich dachte tatsächlich nicht an die Unterscheidung von Produzierenden und Konsumierenden. Mich störte wohl dieser Satz, der die “Konsumenten” (oder wen?) auf ihre bloß tierischen Funktionen (fressen, scheißen, fortpflanzen) reduzierte. Denn ich glaube doch, dass es nicht egal ist, was einer konsumiert (auch beim Essen ja nicht). Weil es die Spielräume, in denen er selbst tätig werden kann (nicht muss), erweitern oder einschränken kann. (Pah, ich merke, ich reite mein Steckenpferdchen, ´tschuldigung.)

    • kann völlig subtil interpretiert werden – ich bilde mir nach wie vor noch ein, dass graspflanzen, die in einem zimmer gezogen wurden, in dem öfter nette parties liefen oder halt vorwiegend eine gute grundgestimmtheit war ( good vibes ) diese guten gefühle absorbierten und dann an den konsumenten ( im “rausch” ) weitergeben.
      ziemlich esoterisch, ich weiss.
      es ist sicherlich etwas anderes, wenn ich den ganzen tag rechnen muss, um mein billigstes dosenfood bis zum monatsende erstehen zu können ( was ja alles irgendwie zusätzlich deprimierend ähnlich schmeckt ) als wenn ich in d e r zeit, die ich mit rechnen verbringe, mir überlege, welches fantasiegericht ( das, was man sich ohne rezept ausdenkt ) ich mir mit wirklich wohlschmeckenden ( und damit meist teuren ) zutaten koche.
      die geschmackssensationen ( und derer auswirkungen auf meinen motivationalitätenhaushalt ), die mir das essen nach dem kochen womöglich beschert, sind nur bedingt als nicht-vorhandene, und damit leistungsfördernde wirksam, sag ich mal so hypothetisch.
      ein guter wein oder ein guter whyskey macht bessere gedanken, wenn, als ein billiger – aber vielleicht redet man sich das alles ja bloss ein.
      meist wird ja ein gutes essen nur als vorspiel zu amourösitäten eingesetzt.
      eigentlich bin ich aber nur auf das steckenpferdchen gespannt.

  4. “Nein. Keiner erwartet eine Antwort. Alles ist bereits Antwort. Keiner fragt, denn keiner weiß, dass man überhaupt fragen kann. Alle sind sie nur mit den Antworten groß geworden, denkt der Lehrer, aber es sind keine Antworten auf Fragen, vielmehr sind es Scheinantworten, denn sie dienen dazu, der Frage zuvorzukommen, die Frage zu verhindern, sind dazu entworfen, den Willen der Frage im Keim zu ersticken, die Frage so zu verdecken, als gäbe es sie nicht. Zuerst kam die Antwort, so denkt mein Freund, und dann erst die Frage, das steht schon in der Bibel, im elften Buch Moses, im Lukas-Evangelium und im Friedrichs-Evangelium und in den Korintherbriefen, fünfter Band, und als die Frage kam, kam sie wie der Poet zur Verteilung der Güter dieser Erde, zu spät, für sie gab es keinen Platz mehr, so denkt der Lehrer.”

    Wolfgang Hildesheimer in Tynset, Surkamp 1982, Seite 136/137

    • @Lobster
      Keine belehrende Absicht… überhaupt keine Lehre, es sei denn, die Kinder es lehren, daß sie Fragen stellen dürfen, denn meistens werden diese schon früh im Keim erstickt, weil die Antworten immer schon da sind, bevor die Fragen gestellt werden können. Ich ziele damit auf den Gedanken von Frau Kiehl… den nach der freiwilligen Motivation, der von anderen Menschen nicht verstanden wird, weil sie es ihr Leben lang gelernt haben, daß die Antworten immer schon da sind, und das Brot in den Regalen auch. In Bezug auf meine eigene Motivation erlebe ich das selbst im Moment in meinem eigenen privaten Umfeld:

      “Warum machst’n das alles?… wieso hast du denn die Zeit dafür?…. ich versteh nicht, worüber du dir Gedanken machst… Escher?, Flächen füllen, ohne eine einzige Form ein zweites Mal zu benutzen?, Autopoiesis… was hat Autopoiesis mit deinem Leben zu tun?, und wieso Baum der Erkenntnis? …. du spinnst, aber das wissen wir ja…. und deine Fragen, die versteh ich sowieso nicht.”

      Grinsen muß ich gerade. Ihr genannt motivierendes Plazebo, welches belehren will, gibt’s in Reinform, unter anderem in Form von Seminaren: “Wie entstehen und wie entwickele ich neue Ideen”, oder “Welche Kreativtechniken machen mich kreativ.” Sowas wird heute in Firmen angeboten…. um ein Ziel zu verfolgen, und die Leute nehmen an diesen Seminaren teil, denken dann: “Jetzt kann ich kreativ sein, ist ja klasse…” Da krieg ich einfach nur das Kotzen.

    • @ Syra Stein. Ich auch! (krieg das Kotzen) Ein Kollege schrieb mir heute ganz in diesem Sinne. Und: dass man sich immer mehr rechtfertigen muss, selbst im nächsten Umfeld dafür, dass man Zeit verwendet auf etwas, dass “nichts bringt” oder zumindest nichts, was man so einfach benennen könnte. Ja, das erfahre ich auch d a u e r n d.

    • muss mal ein wenig meine pedantische schärfe rausnehmen, die nervt mich schon die ganze zeit, deshalb mach ich hier ja manchmal meine abgedrehten dialog-sequenzen.

      also ich kenn mich mit solchen seminaren null aus, von daher kann ich auch nix zu sagen.
      und für mich ?
      wenn ich schreibe, dann auf den sound achten ?
      ( ich tu es selten )
      und was für ein soundgefühl – also das wäre dann mit sicherheit genauso zersplittert wie musik im vollen spektrum.
      vorausgesetzt ich wollte ein gefühl für so eine art synästhesie vermitteln, dann wäre das halt voll abstrakt und falls mal jemand den klang der worte vernimmt, so bliebe es demjenigen natürlich selbst überlassen, zu entscheiden, was ihm letztenendes selbst gefällt.
      ich finde es schade dass leute überhaupt in solche kreativseminare gehen müssen
      und dass sich die kreative seite des menschen nicht generell im ( oder aus dem ) alltagsleben ergibt.
      ich erlebe es leider allzu oft, dass an sich fantasiebegabte menschen allzu früh nach einer instuktionsebene rufen und sich im alltag dazu gerne allzu ausbeuten lassen.
      ich verstehe eh eine politik nicht, die eigeninitiative oder eigenverantwortlichkeit propagiert, die menschen andererseits so gut wie ständig zu regulieren versucht, soweit ich das mitbekomme.
      aber ich bin gerade nicht fit genug dahingehend überlegungen anzustellen, oder nach ernsthaften belegen zu suchen.
      mir schwimmt selbst gerade ( nicht jetzt und auch nicht gestern, aber so im allgemeinen ) meine kreative seite weg.

    • ach so ja melusine – also ich denke mal, man sollte sich nicht allzu rechtfertigen müssen wollen was künstlerische belange angeht.
      ich meine so unter anklage stehen, also das tun ja eigentlich nur kriminelle.
      mir geht es ja schon auf den senkel wenn ich der meinung sein muss, ich muss mit künstlerischen mitteln gegen eine mir unliebsame politik ankämpfen, also da wird das andere, das bekämpfte zur dominanten ebene und dadurch noch am leben gehalten,
      negativ hofiert, das ergibt keine wirkliche essenz, sag ich mal.
      also wie syra farben zusammenfliessen lassen was ja bestimmt nicht passiv ist, da man schliesslich die farben auswählt und womöglich noch für spezielle temperaturen dabei sorgt hat auf jeden fall etwas befreiendes, was auch der betrachter spüren wird, davon gehe ich aus.

  5. nicht pampig Eher viel zu realitätsbezogen.
    Denn es gibt auch die Umkehrung. Menschen, die ausgesprochene Energiefresser sind. Ist man mit ihnen zusammen, glaubt man nachher, dass sie einen ausgesaugt hätten.
    Mir macht es übrigens Spass, Energie herzugeben. Meistens zumindest.
    Aber ich bin kein Künstler. Ich mach es freiwillig. Künstler müssen es wohl.

    • @ steppenhund, Darf man müssen? Man ist getrieben. Man kann nicht anders, nichts sonst fühlt sich richtig an.
      In meiner “About”-Rubrik spreche ich über diese Verpflichtung, dem eigenen Talent gerecht werden zu müssen: wie man auch immer wieder versagt an diesem Anspruch.
      Kunst ist etwas riesiges.
      Der eigene Anspruch muss noch riesiger sein.
      Wie die Schlange, die sich anschickt, den Elephanten zu verschlucken. Erst, wenn man das wider jede Wahrscheinlichkeit geschafft hat, kann man anfangen, die wirkliche Arbeit zu machen.
      Ich plage mich oft mit diesem Elephanten.

      (Nachtrag 2. Oktober)
      So, gestrichen.
      Schon besser. War ja unerträglich.

    • das lässt sich doch nicht so “man”-mässig pauschalisieren in richtung “getriebenheit”, sorry, phyllis.
      also getriebenheit kenne ich wenn ich mich mit harcoremusik aktiv ( am instrument )
      beschäftige – eine durchaus rein sexuell konnotierbare vorgängigkeit.
      beschäftige ich mich mit partituren, so ist das eher ziemlich kontemplativ – ich schaue dann den auf notensysteme verteilten instrumenten auf dem screen zu, wie sie sich wie schauspieler auf einer bühne zueinander verhalten ( z.b. ) – da bin ich also nur der beobachter einer art story, meiner sich entwickelnden story, die dann aber nicht unbedingt etwas mit mir selbst zu tun haben muss.
      ( im günstigsten fall drehe ich dabei die entwicklung der/des protagonisten in eine positive, von meiner erfahrung aus auf ein gewiss extrapolierbares besseres plateau/niveau – ich versuche etwas auf den weg zu bringen und nicht irgendein realistisches drama abzuzeichnen )
      daneben kann man natürlich noch töne heitersprudeln lassen usw. – auch etwas was nicht unbedingt aus einer getriebenheit erfolgen muss ( zumindest nicht meiner getriebenheit, welche ich eh kaum abkann, weill ich im zustand der getriebenheit meistens abschmore )

    • “Man ist getrieben. Man kann nicht anders, nichts sonst fühlt sich richtig an.”

      Gibt keinen zuverlässigeren Gehorsam.
      ‘Es war ein Befehl – ich hatte keine Wahl …’.
      Und über’s ewiggleiche stumpfe Wirkungsprinzip
      täuscht man sich und andere einfach damit hinweg,
      dass man den Befehlsherrn bunt erhöht, weil verbrämt.
      Im Bedarfsfall auch gern mit einer Prise Tragik.

      Frei ist die Schlange, die x-beliebigem Elefanten
      gelassen guten Tag und guten Weg wünschen kann.
      Denn auch Talent verpflichtet nur den,
      der bereit ist, sich verpflichten zu lassen.
      Übergeordnetere Verbindlichkeiten gibt es keine.

    • ich verstehe auch nicht, wieso der eigene anspruch noch riesiger sein muss als die unendlich vielen möglichkeiten, die man heutzutage beim künstlerischen gestalten hat.
      also da wird man doch eher bescheiden und sucht sich so gewissenhaft wie möglich sein kleines aber vielleicht feines feldchen, was man dann brav und tüchtig hegt, pflegt und vielleicht zu maximaler blüte geraten lässt ( durchaus mit ekstatischen freudensfesten verknüpft ), als dass man sich den (ver)donnernden selbstanspruch auferlegt, gar noch mächtiger sein zu wollen als etwas, was eben unendlich vielfältig ist ?
      so sehr ich ihr zeichnerisches können schätze, liebe phyllis, und so sehr ich es schätze mit welcher vielfältigkeit sie hier mit sprachlichen codes oder strukturen aufwarten – und mich bisweilen richtig auflockern – können, an diesem punkt ihres – zumal gewissenhaften – verhältnisses zur kunst komme ich irgendwie nicht mit.

    • ich musste das jetzt einmal so direkt sagen, weil mir mein respekt vor der frau es gewissermassen aufnötigt, gleichsam kritisch mit frauen umzugehen wie mit männern, also da mache ich ja keinen unterschied.
      vielleicht bewundere ich gar schon ihr zeichnerisches können, – wie souverän sie es oft schaffen, mit wenigen strichen und malwerkzeugbewegungen etwas zustande zu bringen, was nach meinem geschmack dann nicht mehr übertreffbar sein muss.

      sorry für diese pedantisch-roe begegnungsphorm.

    • @TT Also müssen halte ich für einen Überbegriff von “getrieben werden”. Es gibt andere Gründe, aus denen man etwas muss, doch “getrieben sein” ist eindeutig einer davon.
      Aber da bin ich leidenschaftslos. Nehmen Sie bitte mein “müssen” als getrieben.

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