TTag, 17. Juni 2010. Trolle und Parlamentarier

Nichts, was ich gestern neben dem kleinen Tagesjournaleintrag schrieb, wurde vom inneren Parlament durchgewunken: ich konnte überarbeiten, wie ich wollte, die Abgeordneten da oben waren schlechter Stimmung. Irgendwann ließ ich’s – es gibt solche Tage, da hilft gar nichts, außer, das Medium zu wechseln.
Da nun L.’s Nachbar ständig betet, dachte ich mir, das könnte ich doch auch mal üben. Tat’s. Und wurde des nächtens (wie L. sagen würde) dafür von Trollen heimgesucht, die offenbar enttäuscht waren: zu wenig Bein, zu wenig Erotik, tönte die Klage, try harder. Sogar Janis Joplin wurde bemüht, die Ärmste! Ich möchte sehr bezweifeln, dass Strapse zu ihrem erotischen Repertoire zählten. Aber egal. Der Troll (denn es ist natürlich nur einer) soll sich abregen, nicht alle meine Fotos sind zum Animieren geeignet. Im übrigen schätze ich seine schnelle Intelligenz in klaren Phasen – er kifft aber zuviel, wie mir scheint, dann wird sie schlierig.

Guten Morgen, liebe Leser. rinnen!
Bin sehr neugierig, was der Tag bringt. Werde versuchen, die Abgeordneten allesamt zu knebeln heute! Durchregieren!

21:10
L. ist mir entwischt. Sie hat mir nur eine kurze, auf das Papierchen eines Zuckerstücks notierte Nachricht hinterlassen, dass sie in Kürze Bericht erstatten wird.
Grrr.

26 Gedanken zu „TTag, 17. Juni 2010. Trolle und Parlamentarier

  1. Ich find Knee-Highs nicht weniger erotisch. Die ganze Unternehmung, man möge mich nicht knebeln, finde ich aber weniger erotisch denn komisch, das macht ihren Reiz, dass sie die Erotik daran nicht ernst nimmt und nicht für ein Pflichtfach ausgibt, dann lernt man ja gern.

    • *juchzt*
      Sie sagen es! Komisch, ja, wie sollte es das nicht sein bei dieser Pose? Dazu ein bißchen schäbig-provokativ. Für ungebrochene Erotik empfehle ich eh die üblichen Fachzeitschriften.

    • naja – das ist halt augenblicklich wohl en vogue, sich von erotik zu verabschieden.
      in konnex mit lena ( dieser grand prix gewinnerin made in germany ), die mit 19 schon
      eine vertrocknete leidenschaftlichkeit symbolisiert und streckenweise töne produziert,
      welche ich ganz klar einer frau jenseits des klimakteriums zuordne so in richtung kirchenchor.
      so wie janis würd x als frau aber auch nicht machen, klaro, jedenfalls nicht was die drugs angeht.
      danke, dass sie dem mit humor begegneten!

    • Dem Schalentier muss widersprochen werden, allein schon, weil eine Frau jenseits des Klimakteriums noch gar nicht wirklich begriffen wurde, genauso wie die Erotik, was so handelsüblich da für Erotik rausgegeben wird, ist ja in vielem doch auch nur eine Beleidigung an so ein divers sinnenfreudiges Wesen der Gattung Kennsch, von dem man eigentlich sagen müsste, kennsch gar nüsch jenau, bekiek ick ma ersma, bevor ich mit dem Hüfthalter wedel.

    • sowieso – war mir schon klar, dass das eingewendet werden musste, danke.
      deshalb zur konkretion : ich meinte mit “jenseits des klimakteriums” nur ein ungefähres alter so ab mitte 40 aufwärts und nichts frauendiskriminierendes.

      das thema erotik ist mir allerdings explizit zu ausufernd.
      klar dass ich damit mein geschmacksniveau leicht streifte, imgrunde doch nur auf dieses
      eine bild bezogen.
      dies verliess irgendwie die erotische kontextualität der ‘einmal geübt…’ serie, soweit ich das so sehe.
      die zeerosen füsse ( kirschrot, die nägel, nicht ? ) hatte ich letztens ziemlich deutlich und physisch überaus reizend manifestiert vor der nase.

    • Hüfthalter gehen eigentlich immer. Doch das nur nebenbei. Aber Frauen jenseits des Klimakteriums: lobster, da begeben Sie sich nun wirklich aufs Glatteis. Von denen, will ich meinen, geschweige denn ihrer Erotik, verstehen Sie ja mal rein gar nichts, oder? Ich übrigens auch nicht. Kann’s mir aber zumindest vorstellen, in Ansätzen, habe Freundinnen, die man darin wähnen könnte, rein von der Zahl der gelebten Jahre. Aber mit dem eigenen Körper sinnenfreudig umgehen ist auch in jüngeren Jahren nicht immer eine einfache Geschichte. Ich kenne Frauen, die mit Mitte sechzig mehr Sex-Appeal haben als welche mit dreißig. Anyway. Ein zartes Thema, wenn Sie mich fragen. Da heißt es, ganz sachte und mit den Zangen klappern, lobster.

    • Interessante Fragestellung, sowieso: soll Frau erstmal bekieken, bevor..? Und dann reagieren? Aber ich glaube zu wissen, was Sie meinen. Nur, dass die Serie eh nicht als Köder angelegt ist, um klassisch animierende Reaktionen hervorzurufen; solches würde mich in meiner Spielfreude doch sehr einschränken.

    • mir ging es nicht um die mögliche erotische anziehungskraft einer frau jenseits der 45 – wie oder hinsichtlich welchem kennsch auch immer -, sondern ich fragte mich eigentlich, wieso eine so junge person weiblichen geschlechts wie lena unbedingt so “singen” muss, wie eine frau wohl in der regel erst ab mitte 50 “singt” und das womöglich noch aus einem überaus keusch anmutenden verhaltensrahmen heraus.
      das finde ich zumindest völlig unerotisch.
      das korreliert wohl auch leicht mit ihrer bemerkung, es gäbe mitunter auch frauen um die dreissig, welche womöglich sich selbst weniger sex-appeal konzedierten als so manche 60 jährige.
      alles äusserst subjektiver kram.
      naja – sollte wohl mit meinen scheren etwas kleinere nüsse knacken wollen für die heimische hausbar.

    • heut ist wohl der “müssen-tag” ?
      erst muss sowieso widersprchen, dann müssen sie sagen, dass ihnen was gefällt – wie soeben, und beten müssen sie auch noch den ganzen tag.
      oje.

      und ich dachte sie amsüsieren sich prächtig, nein ich wünschte dies ihnen.
      naja.

    • obwohl ich selbst auch mit dem müssen wohl schon sträflichst heute herumhantierte lancieren sie mir das ( zurück und womöglich weiter ) zu angenehmerem.
      sie sind wohl so manches mal einfach zu nett, lady phyllis.
      ( zumindest was mich anbetrifft )

    • Sie sind schon der zweite in diesem Monat, der mir das sagt. Ich werde in mich gehen müssen. Zu nett klingt für meinen Geschmack zu sehr nach Provinzfräulein *jaul*

    • Schwer… ist´s den Verästelungen zu folgen: Dem Lobster ist die Erotik explizit zu…hab´ ich schon vergessen … oder ist sie ihm zu explizit…, nein, diesmal ja nicht. Das Klimakterium ist ein schönes Thema. Aber geschwitzt wird heute nicht. (Ich finde die Stimmen älterer Frauen übrigens erotischer als die von jungen, aber das nur by the way, Lobster. Und das ganz uneigennützig: Obwohl ich schon älter bin, habe ich – leider – immer noch eine Kleinmädchenstimme.)

      Es wird gemusst und gekusst und…Eins ist gewiss: Dem Lobster wird alles verziehen, nicht wegen der Nettigkeit oder Provinzialität, sondern bloß wegen Janis. Wegen Janis verzeih´ ich alles. Außerdem brauche ich ihn (also Lobster) noch für den Bus mit Baader und den Zwergwerfern, ob er will oder nicht: Wegen seiner Zangen und dem Freiheitskampf, der Explosion und für Ulrike…

    • Bin übrigens froh, dass mal zur Abwechslung Sie diejenige sind, die das Schalentier zum Erröten bringen wird. Wohlwollen muss dosiert werden, oder zumindest abgewechselt, da klagt er nicht ganz zu Unrecht.

      So. Jetzt geh’ ich mal nach den Zwergwerfern schauen…

    • liebe frau Phyllis,
      *räusper, schluck, zwinker, grätsch*
      sie können doch so einem schurken wie dem lobster nicht den kleinen finger reichen wollen.
      meinen sie ernsthaft, dass irgendein “provinzfräulein” dies täte ?
      aus welchem versteck heraus denn, zitternd, erblasst, klopfendem herzen und bleich wie ne portion hüttenkäse ?
      sind sie wirklich so unerschrocken ?
      vielleicht hätte ich sagen sollen zu generös, zu freigiebig.
      es ist ihr blog.
      punkt.

    • Lobster …ich komme jetzt mal zu Ihnen rüber, um Sie 1. zum Erröten zu bringen (Frau Phyllis, Ihr Wunsch ist mir Befehl!) und 2. mit Ihnen die Revolution zu planen respektive den VW-Bus zu chartern und die Sitz- und Schlafplätze zu verteilen.

  2. Nachtrag zu Klimakterium und Altern (schöner Ausblick…) Franziska zu Reventlow: Amouresken

    Nein, wenn ich mich überhaupt darauf einlasse, mein eigenes Alter mitzuerleben (was mir noch sehr fraglich ist)…dann will ich wenigstens eine dankbare Rolle spielen, eine sehr angenehme alte Dame sein mit möglichst wenig Falten und möglichst weißem Haar – und einen reizenden Salon haben mit einem Kaminfeuer. Um den Kamin versammeln sich abends die alten Freunde, müde galante Herren mit Krückstöcken, und man unterhält sich von einstigen Faiblessen.

    Denken Sie nur, was wir uns dann alles erzählen werden – alles, was jetzt noch verschwiegen bleibt. (…) Ja, dann wird das Teegespräch erst seine höchste Blüte erreichen. Danken wir Gott, dass es noch nicht so weit ist…

    • Wenn ich dann bitte in dreißig Jahren auch noch ein Plätzchen am Kamin…? Klingt sehr verlockend. (Oder möchten Sie die charmante Schar betagter Gentlemen ganz für sich alleine haben?)

      zu Reventlow: immer mal gehört, nie gelesen. Auch das, wie Ihre letzte Empfehlung, wird vorgemerkt.

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